Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Versicherungen von Spinnereien.
VBon Türke, General-Agent der deutschen Feuervers. auf Gegenseitigkeit.
Um für Versicherungen für Fabriketablissements gegen Feuers—
zefahr die entsprechenden Prämiensätze zu ermitteln, ist es nicht allein
unbedingt erforderlich, das Rohmaterial selbst, sondern auch die zur
Verarbeitung desselben verwendeten Maschinen genau zu kennen, da
owohl in dem einen als wie in dem andern eine höhere wie gerin—
gere Gefahr für die Feuerversicherungsgesellschaften liegt. Eine Gat—
tung von Fabriken und zwar die Spinnereien sind es, welche in den
letzten 5 Jahren ganz besonders die Aufmerksamkeit der Assecurateure
in Anspruch genommen haben, da die in denselben verarbeiteten Roh⸗
ttoffe sich während dieser Zeit wesentlich vervielfältigt haben.
Die Rohstoffe, welche in den Spinnereien verarbeitet werden,
siind Wolle, Baumwolle, Vigogne, Kunstwolle, Mungowolle und Flachs.
Bei der Wolle, Baumwolle und Flachs bedarf es keiner weiteren Er—
orterungen, dagegen wird bemerkt, daß Vigogne eine Mischung von
Wolle und Baumwolle ist, daß Kunstwolle durch Aufzupfen von wolle⸗
ten gestricten Waaren und Mungowolle durch Aufzupfen von ge⸗
valkten Wollstoffen gewonnen wird. In Bezug auf die Rohproducte
sind die Wollspinnereien am wenigsten gefährlich, demnächst würden
die ebenfalls in Wolle arbeitenden Kunst- und Mungospinnereien
ommen, die von einigen Gesellschaften irrthümlicher Weise für ge—
fährlicher als Vigogne- und Baumwollspinnereien gehalten werden,
vas aber nicht der Fall, da nur die Baumwolle durch ein Licht ent⸗
zündbar ist. Die Kunstwolle entzündet sich wie die Wolle allerdings
von selbst, wenn sie im feuchten Zustand gefettet in Ballen gepreßt
aufbewahrt wird, wogegen bei der Verarbeitung selbst die Gefahr
weit geringer ist, als bei der Vigogne und Baumwolle, da die Wolle
an und für sich nicht brennt. Jede Spinnerei, wenn sie auch noch
'o gut gebaut ist, unmittelbar am Wasser liegt, eigene Spritzen zc.
jat, taugt nicht, wenn nicht der sogenannte Ausputz alle Abende vor
Feierabend sorgfältig weg und an einen Ort' geschafft wird, wo er
ie Fabrik nicht mehr durch Feuer gefährden kann. Dieser Ausputz

entzündet sich sehr leicht von selbst, wenn er feucht geworden, der
Wärme ausgesetzet ist, und dürften wohl die meisten Brände in den
Spinnereien, deren Entstehung amtlich nicht ermittelt worden, sich
auf Selbstentzündung des Ausputzes zurückführen lassen. — In der
Fabrik selbst ist von allen Arbeitslocalen das Wolflocal am gefähr⸗
ichsten. Alle Woͤlse leiern sich nach und nach aus, wodurch Zwischen⸗
räume entstehen, in die sich die Rohwaare setzt, welche aber bald
urch den schnellen Gang der Maschine heiß wird und sich entzündet,
vas bei Baumwolle und Vigogne weit gefährlicher ist als bei Wolle,
da erstere beiden sofort die ganzen im Wolflocal befindlichen Vor—
räthe in Flammen setzen. Die Wolflocale müssen deshalb womöglich
außerhalb der Fabrik liegen, auf jeden Fall aber gewölbt und mit
Steinpflaster versehen sein. Thür und Fensterladen müssen von
Sisen und von Außen zuzumachen sein, sowie auch ein Dampfein⸗
trömungsrohr ins Wolflocal vom Dampfkessel aus sehr zu empfeh⸗
len ist. — Weniger feuergefährlich als das Wolflocal ist der Krem—
pelsaal mit seinen Maschinen, obgleich bei alten Maschinen auch hier
eine Selbstentzundung vorkommen kann, was aber nur meist wäh⸗
rend der Arbeitszeit geschieht, wo alle Arbeiter am Platze sind, wes⸗
halb auch, da alle Krempelsäle steinerne Fußböden haben, dann nur
die gewöhnliche unbedeutende Menge des gerade in Arbeit befindlichen
Rohstoffes verbrennt.
Im Allgemeinen sind für die Feuersicherungsanstalten die Ma—
chinen in den Fabriken immer ein weniger wünschenswerthes Risico,
als die Vorräthe, wenn diese sich nicht auf dem Boden der Fabrik
elbst befinden, da bei einem Brande nur selten die Maschinen zu
ꝛetten sind, wogegen von den Utensilien und Vorräthen bei jedem
Brande ein Theil gerettet wird.
In Vorstehendem dürfte wohl das Wesentlichste, was zur Prü—
sung und Prämiirung der Spinnereien erforderlich, enthalten sein
ind lassen sich darnach die so oft gehörten Klagen der Fabrikbesitzer
über zu hohe, so wie der Feuerversicherungsgesellschaften über die zu
niedrigen Prämien beurtheilen. (Industr.Ztg.)

Bekanntmachung.
Die Anlieferung von zwei Dampfkesseln nebst
Farniturtheilen fuͤr die neue Püttlinger Tief⸗
auschacht⸗Anlage der Königlichen Steinkohlen⸗
zrube Gerhard⸗Prinz Wilhelm soll im Wege
der Submission verdungen werden, und wird
zierzu ein Termin auf
Mittwoch den 24. Januar F. a., Nach⸗
mittags 3 Uhr,
anberaumt.
Unternehmungslustige werden gebeten, ihre
OAfferten, mit entsprechender Aufschrift versehen,
hor gedachtem Termine portofrei an mich ge⸗
angen 3* lassen, vorerst aber die Bedingun en,
A gegründet sein anhen
inzusehen, wobei bemerkt wird, daß Auswär.
ige eine Abschrift der Bedingungen gegen Er—
tattung der Copialgebühren von mir beziehen,
önnen.
Louisenthal, den 28. Dezember 1865.
Der Königl. Ober-Schichtmeister,
W. Posth

Belauntmachung.
Am künftigen Samstag den 13. Januar
186, Nachmittags 2 uß werden im Hause
)es Gastwirths LMartün hierselbst nachste
jend verzeichnete Arbeiten und Lieferungen zum
Baue eines Maschinengebaͤudes
auf Eisenbahnschacht No. J. der Grube „Sulz
bach⸗Altenwald“ öffentlich verdungen werden
1) Erdarbeit, ver—⸗
cchlagt zu 220 Thlr. — Sgr. — Pf
2) Maurerarbeit,
peranschlagt zu 795), 20 „10,
3) Steinmetzarbeit,
veranschlagt zu 38600, 26, —,
4) Zimmerarbeit,
deranschlagt zu 3828, 21 —,
Dachdeckerarbeit,
veranschlagt zu 556, 8 4,
Schlosserarbeit mit
Material, veran⸗
chlagt zu 2388, 20, —,
Anstreicherarbeit
nit Material, ver⸗
anschlagt zu 119, 13,, 4,
B. Lieferungen.
3) 79 Schachtruthen Bruchsteine,
80s/, Möllons,
277 Tonnen Kalk,
277 Kummen Sand,
2016 Cubikfuß Fundamentquadern,
1230 Quadratfuß Sandsteinplatten,
260 Cubikfuß Eichenholz,
11808, Tannenholz,
2200 Quadratfuß 1zöllige Tannenbretter
3590 Stück Formziegel.
Zaur Einsicht des Kostenanschlags wolle man
ich an den Bauwerkmeister Simdun zu Alten
vald oder an den Unterzeichneten wenden.
Sulabach, den 29. Dez. 1865.
Der Schichtmeister
X

Bekanntmachung.
Am künftigen Montag den 15. Januar
1866, Nachmittags 2 i, sollen im Hause
des Gastwirths L. Martin hierselbst die nach—
tehend verzeichneten Arbeiten und Lieferun—
zen zum Baue eines Speisewasser⸗
bassins an den Eisenbahnschächten der Grube
„Sulzbach-Altenwald“ oͤffentlich verdungen
verden:
A. Arbeiten.
I) Erdarbeit, veran—
schlagt zu 316 Thlr. — Sgr. — Pfg.
N Maurerarbeit
veranschlagt zu 495., 17, 6
B. Lieferungen. —
3) 91 — Bruchsteine,
) 285 Quadratfu Sandsteinplatten,
5) 26,500 Stück Backsteine,
159 Tonnen Kalk,
7). 644 Scheffel Brohler Traß.
Zur Einsicht des Kostenanschlags ꝛc. wolle
man sich an den Bauwerkmeisier Simon zu
Altenwald oder an den Unterzeichneten wenden.
Sulzbach, den 29. Dezember 1866.
Der Schichtmeister,
Mertens.
Bekanntmachung.
Mittwoch den 24. Januar 1866,
on des Nachmittags 8 Uhr ab, sol—
len in dem Gasthause des Herrn Carl Klose
u ueer die zum Bau eines Speise—
vasserbassin neben dem neuen Maschinenge—
Ȋude auf dem Seilschachte der ee
Steinkohlengrube Friedrichsthal-Quierschied nö—
higen Arbeiten und Lieferungen öffentlich min—
gestfordernd verdungen werden.
Kostenanschlag und Bedingungen liegen auf
der Schichtmeisterei vorstehend geñannter Grube
zur Einsicht offen.
Friedrichsthal, den 29. Dez. 1866.
Der Königl. Schichtmeister
——

Bekanntmachung.
Am Donnerztag den 18. Januar ec.,
Nachmittags um 2 üͤhr,
oll in der Restauration des Herrn Brure
u Neunkirchen:
1) der Bau eines Inanes durch den
Steinwald, veranschlagt zu 410 Thlr.
2) der Bau eines Fußpfades durch den Di
strict Dietz-Loch, veranschlagt zu 1000
Thlr., und
3) die Lieferung von 30 Schachtruthen Dio⸗
rit zur Reparatur der Grubewege,
iffentlich den Mindestfordernden in Verding
zegeben werden.
Die Kosten⸗Anschläge liegen auf dem Burean
es Unterzeichneten zur Einsicht offen.
Neunkirchen, den 4. Januar 1866
Der Oberschichtmeister.
MIMFABMG

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