oerscheint Dinstag, Donnerstag und
zonnabend. Bestellungen sind bei der
achsten Post⸗Anstalt oder in der Ex⸗
editlon des Blattes zu machen.
Anzelgen portofrei einzureichen.
asertions Gebuͤhren fuür die Garmond⸗
zeile obder deren Raum Pf.
9 Der Abonnementé⸗Preié
oetraͤgt pro Quartal incl. Stempelsteuer
F 4 und Trägerlohn für Saarbrücken und
—*5 St. Johann 12 Silbergroschen.
Für die durch die Post bezogenen Exen
vlare 16 Silberaroschen.
für
den Kreis Saarbrücken.
4348.
Sonnabend den 21. April
1866.
Amtliches.
I. Platz ... 71, Thaler Preußisch,
II. Platz. .. 5
100 Pfund Reisegepäck sind frei.
Der Frachttarif ist festgesetzt:
1) für sperrige Güter auf 15 Sgr. pro 100 Pfund,
2) für gewöhnliche (Normal) Güter auf 10 Sgr. pro 100 Pfund und
3) für weniger werthvolle Güter (Producte ꝛc.) auf 5 Sar. pro
100 Pfund.
Die Schiffe sind auch zur Beförderung von Wagen, Pferden.
-„chlachtvieh u. s. w. eingerichtet.
Die Fahrten werden in beiden Richtungen im Anschluß mit den
chnellsten Zügen der Eisenbahnen nach Stockholm, Gothenburg xc.
einerseits und nach Berlin, Stettin, Hamburg, Cöln, London, Paris,
Leipzig, Frankfurt a. M., Breslau, Wien, Königsberg, St. Veters—
burg ꝛc. andererseits ausgeführt werden.
Der specielle Fahrplan gelangt mit dem Herannahen des Mo—
nats Mai zur Veröffentlichung.
Während des Monats April d. J. bleiben die zur Zeit statt—
findenden wöchentlich zweimaligen Postdampfschifffahrten zwi
schen Stralsund und Malmoe aufrecht erhalten.
Berlin, den 12. April 1866.
General⸗Post-Amt
v. Philipsborn.
Bekauntmachung.
bostdampfschiff-Verbindung zwischen Preußen und
Schweden.
Die Postdampfschifffahrten zwischen Preußen und
zchweden werden vom 1. Mai d. J. ab wiederum täg lich statt⸗
inden. Die Weiterführung der Schwedischen Eisenbahn nach Mstadt
jat die Verlegung der Dampfschiff-Linie auf die kürzeste Seepost⸗
oute Stralsund-Ystadt vom 1. Mai c. ab im Gefolge. Auf
zieser Route wird die Ueberfahrt unter gewöhnlichen Witterungs—
gerhältnissen in 6 Stunden bewirkt.
Die Postdampfschiffe „Pommerania“ und „Oscar“ der Königlich
ßreußischen und Königlich Schwedischen Regierung entsprechen hin—
ichtlich der Construction, Einrichtung und Ausstattung den heutigen
Anforderungen.
Das Personengeld für die Ueberfahrt zwischen Stralsund und
Ystadt beträgt:
J. Platz . .. 3 Thaler Preußisch,
II. Platz. .. 3135
Vordeckplatz... 2, J
Tour- und Retourbillets, 14 Tage gültig, werden zu folgenden er
mäßigten Preisen ausgegeben:
—
—
Eine nene Verpflanzungsart großer Bäume.
Von Franz Kummer in Paris.
Während meines Aufenthaltes in Ferrières, wo der Baron von
sothschild den Herbst zuzubringen pflegt, hatte ich häufig Gelegen—
jeit, große Bäume zu verpflanzen. Es ging mir daselbst, wie dem
Fürsten Pückler-Muskau in seiner ersten Schöpfung zu Muskau oder
in seiner zweiten zu Branißz bei Kottbus, daß nämlich ringsum in
der Nähe und selbst noch in einer Entfernung von 6—ã8 Meilen
bon uns kein einigermaßen schöner Baum vorhauden war. Es wurde
der höchste Preis dafür bezahlt, außerdem schonte man weder Müht
noch Geld, um den Transport zu ermöglichen. Es wäre gewiß in
leressant, zu ermitteln, welche Summen sowohl der Baron von Roth
schild, als auch Fürst von Pückler-Muskau für den Ankauf von garö
zeren Bäumen ausgegeben haben.
Fürst Pückler von Muskau bringt bekanntlich die ganze Umgegend
mit seinen Anlagen in Verbindung; deshalb kauft er selbst Bäume
nuf fremdem Eigenthum mit dem Rechte, daß diese an dem Orte
stehen bleiben und nicht abgehauen werden dürfen. Man sieht so—
wohl in der Nähe von Muskau, als in der Nähe von Branitz der
gleichen Bäume in fremden Feldmarken zerstreut, welche dem Fürsten
gehören. Vor Allem liebte er alte, zum Theil hohle und selbst mehr
—BV
und namentlich des Abends oder auch des Nachts bei Mondenschein
etwas Geisterhaftes darboten. Waren sie ihm zu sehr vom Grünen
entblößt, so pflanzte er auch wohl Jelängerielieber und selbst Evheu
darum.
Das Versetzen großer Bäume hat man wohl zuerst in England
oersucht und mit Erfolg ausgeführt; es geschah dieses aber doch in
der Regel nicht zur Zeit der Vegetation, sondern am häufigsten im
Frühjahre und im Herbste. Bei Bäumen, welche keine Ballen hal—
n wüurde die Vorsekund auch mitten im Minter mit soa. Frosthallen
wvorgenommen. Fürst Pückler-Muskau pflegte in der Regel zu lächeln,
wenn man ihm die Ansicht aussprach, daß beim Versetzen Wurzel
und Krone im Verhältniß stehen müßten; wären demnach die Wur—
zeln sehr beschnitten worden, so müßten dem entsprechend auch die
Aeste sehr eingestutzt und zum Theil selbst ganz wegenommen werden.
Der Meister unserer heutigen Landschaftsgärnerei beschnitt die Krone
'ast gar nicht, ja selbst nicht, wenn die Versetzung mitten im Sommer
zeschah. Er trug nur Sorge, daß die Krone möglichst gegen Son—
ienstrahlen geschützt wurde, was am meisten durch Vornahme der
Operationen während feuchter und mehr kühler Witterung geschah
ind daß der Baum, und zwar sowohl die Wurzeln als auch die
Krone selbst viel Feuchtigkeit erhielten. Wo die Entfernung von
dem Orte, wo der Baum ursprünglich stand, nach dem, wohin er
versetzt wurde, nicht groß war und demnächst die Wurzelfasern bei
weniger ballenhaltenden Bäumen nicht so leicht vertrocknen konnten,
waren dergleichen Vorsichtsmaßregeln gar nicht in dem Grade nöthig.
In diesem Falle verhältnißmäßig geringer Eutfernung habe ich
nir zum Versetzen, selbst der größten Bäume, ein Verfahren ausge—
dacht und auch stets mit Erfolg ausgeführt, von dem ich glauben
tann, daß ich den vielen Freunden und Besitzern landwirthschaftlicher
Anlagen einen Dienst erweise, wenn ich es hier mittheile. Auf die
Zeit der Versetzung kommt es dabei gar nicht an. Wenn ich einen
Baum zu versetzen hatte, so betrachtete ich ihn zunächst etwas näher
aund bestimmte dann erst die Größe des Ballens, da jene erst nach
der Größe des Baumes selbst und nach der Eigenthümlichkeit der
Art, kurze oder lange Wurzeln zu bilden, sestgesetzt werden muß.
8 bis 12 Fuß Durchmesser reichen in der Regel bei den stärksten
gäumen aus. Auch die Tiefe des Ballens hängt von den Umstän—
den ab. Eine gleiche Tiefe reicht meist vollkommen aus, ja sie kann
elbst etwas geringer sein. Der Ballen muß viereckig sein und nach
uten sich efpos verschmälern An den Ecken des zum Rallen bho