Zur Vermeidung von Mißverständnissen mache ich dies mit dem,
Bemerken bekannt, daß die betreffenden Gewerbetreibenden sich in
kichungs-Angelegenheiten nur an den ꝛc. Baum zu wenden haben
velcher auch an den festgesetzten Eichtagen, Dinstag und Samstag,
Vormittags von 10-12 Uhr, auf dem Amtslocale im Rathhause zu
Saarbrücken anwesend sein wird.
Saarbrücken, den 9. Januar 1866.
königliches Eichungs-Amt.
E. Benzel.
Lotterie.
Bei der am 4. Januar fortgesetzten Ziehung, der 1. Klasse
133. königl. Lotterie fielen: 4 Gewinn zu 5000 Tbaler auf Nr.
58,664. 1 Gewinn zu 3000 Thaler auf Nr. 28,307. 2 Gewinne
zu 1200 Thaler auf Rr. 19,286 24,47 1. 4 Gewinne zu 500 Thaler
auf Nr. 1296 1756 14,205 58,119 4 Gewinne zu 100 auf Nr.
1972 31,105 37,103 49,738. 3 Gewinne zu 70 Thaler auf Nr.
26,723 32,700 45,8349. 13 Gewinne zu 60 Thaler auf Nr.
3143 10,775 12,033 13,380 43, 8566 53,470 54,680 64, 474
74,9809 79,214 83,432 88,510 92,746. 18 Gewinne zu 50 Tha⸗
er auf Nr. 5977 9695 18,299 18,709 26,917 30,019 42,048
—D
77,269 78,006 93.490.
Ueber die Dauerhaftigkeit der Drainanlagen und vor
gekommenen Verstopfungen.
Nach einer von Dr. Thaer abgefaßten Denkschrift.
Echluß.)
An Vorstehendes anknüpfend, folgt nachstehend auszüglich eine
Mittheilung des Drainage- und Wiesenbau-Ingenieurs der k. k.
andw. Gesellschaft in Wien, O. Schmidt, welche derselbe in der
Wiener Allg- L.- u. F.-Ztg. ausschließlich veröffentlich hat.
Nach einer im October 1863, also nach einem sehr trockenen
Sommer, in vollkommen trockenem Boden vorgenommenen Drainage
war im Sommer 1864 eine fast vollständige Verstopfung eingetreten
und zwar war dies, nach Ermittelungen des Prof. Fuchs, durch die
Wurzeln der gemeinen Flockenblume (Centaurea Jacea) und Winter⸗
Alants (Inula Britannica) erfolgt.
Sämmtliche Drains haben ein gutes Gefälle und gehen theils
über Acker-, theils über Wiesenland. Die unteren Theile des Drain—
ystems mußten auf3 Fuß, an einigen Stellen sogar nur auf 27
Zoll Tiefe gelegt werden; es vertiefen sich aber diese Drains im
aufsteigenden Terrain sehr bald auf 4 Fuß, welche dieselben alsdann
beibehalten. Nur der Sammeldrain hat auf eine Strecke von 50
Klaftern eine von 27 auf 48 Zoll zunehmende Tiefe, eine Einrich—
tung, die bei gar vielen Drainagen nothwendig wird. Die ver—
ttopfende Pflanze zeigte sich in der stärksten Entwickelung in einer
Draintiefe von 3 Fuß, kam aber auch noch bei einer Tiefe von 4
Fuß vor. Die Ackerkrume ist mit Schotter untermischter humoser
Thon, der Untergrund da, wo die Verstopfungen vorkamen, ein gel—
der, zäher Lehm. Die Drainröhren liegen durchaus in diesem todten
Untergrund. Die Pflanzen waren bei den Stoßfugen der Röhren
nach abwärts mit dem Boden in haarfeinen Wurzeln verwachsen,
welche die im Rohre schwimmende Pflanze festhielten, die daselbst aus
nehreren dicken Aesten bestehend, an diesen ein haarartiges verfilztes
Wurzelgeflechte trugen. In frischem Zustande waren die Wurzeln
zblastisch und konnten daher die Geschwindigkeit und den Druck des
Wassers ohne zu zerreißen aushalten. Dürch mehrere solche Haar—
zöpfe in den Röhren ward der Wasserlauf so gehemmt, daß der größere
Theil des den Drains zugeführten Wassers an die Oberfläche stieg
und Verstopfungen veranlaßte, ja selbst Quellen bildete. Die Tem—
beratur des durch die Wurzeln aufgestauten Wassers betrug 121/
Zrad R. bei einer Lufttemperatur von 19 Grad R. beim Ausfluf
aus den Röhren. Die Pflanzenbildung zeigte sich auf Strecken
welche über Wiesenland gehen, stärker als in den Drains der Aecker,
obgleich auch bei diesen das Gewächs erschien und stellenweise sich
stärker ausbildete. Die Drains hatten im Winter 1863 zu 1864
erst einige Zeit nach Vollendung der Arbeit zu fließen begonnen,
und seitdem fortwährend Wasser abgeführt. Aufgehende Nässe wurde
erst im August 1864 wahrgenommen.
Die gemeine Flockenblume wurde durch vorsichtige Entfernung
er Erde mittelst eines Messers von den Röhren aus bis zur Ober—
Jäche verfolgt, und die Verbindung der Wurzeln dieser Pflanze mit
„,GSewinne zu 40 Thaler auf Nummero 1530 1568
634 2272 3400 1998 8736 11,787 15,016 16,304
—
33,516 37, 147 37, 806 38,096 39,419 41,672 47, 188 17,651
1, 478 54,812 535, 264 55, 318 55,407 55,602 56,924 60,848
80,917 64,219 65, 848 73, 999 74, 089 74 978 77, 086 80,033
33,6517 84. 817 87,802 88,895 809, 216.
149 Gewinne zu 30 Thaler auf Nummero 2749 3532
4620 4640 4926 5071 5718 7113 7541 7991 8369
3440 8763 8213 9828 10,093 10,125 10,140 10619
1,325 11413 12,353 13,058 13,632 14,905 16,537 16,845
17,059 17 An 19 09 5311 205325 20621 20765 21,745
21,9937 — 248 W, 546 25,659 25,680
26,004 ) 29.299 29,829 31,381
31,881 8 26 206 36,941 37, 123
37,3340 989 42535 42,620
12,628 4 184 90 47, 751
18,063 381 284 55, 666
56,464 8349 31,360
81,470 6 2672 53,327
b3, 635 6 21 67,467
67 32666 72811
975 7 39 80,023
928 560 84,520
—— 23,029 90,962
,169 93,.44 93,828 93,998
5
t
324,00 —B——
den in den Röhren vorhandenen Wurzelzöpfen vorgefunden; dagegen
konnte der Winter-Alant nicht bis zu den Wurzeln in den Roöhren
oerfolgt werden. Derselbe war auch seltener an den Drains be—
merkbar, während die Flockenblume überall an den Rändern derje—
nigen Drains zu finden war, in denen eine Verstopfung sich zeigte.
Die Wurzeln dieser Pflanze gingen durchaus in den Drainwandun—
zen hinab und wurden beim Vorkommen derselben in dem in die
Bräben eingefüllten Erdreich bemerkt. Die Wurzeln gingen unter
die Röhren und wurden bis 41/, Fuß Tiefe verfolgt. Alle Wurzeln
varen von unten nach oben in die Röhren eingedrungen. Dieselben
anden offenbar unter den Röhren erst Feuchtigkeit genug und erst,
aachdem sie sich Uunter den Röhren festgewurzelt, sind sie in die
Rohren gewachsen. Das Eindringen der Wurzeln von oben ist auch
veniger leicht denkbar, da die Röhren selten voll Wasser sind und
die Wurzeln schwerlich durch den lufterfüllten Raum des Rohres
vachsen werden.
Sobald man einen Wurzelzopf aus den Röhren nahm, welche
er im fließenden Wasser auszufüllen schien, fiel derselbe zusammen,
und das sehr feine und wirre Wurzelgeflecht trocknete zu einer sprö⸗
hen zerbrechlichen Masse aus. Es scheint, daß diese Wurzelbildung,
velche sich auch in den Drains auf Ackerland zeigte, dorthin nur
urch losgerissene Wurzeltheile aus Wiesendrains gebracht wurde, da
gieselbe sich im Acker seltener und schwächer entwickelt zeigte, und
udem keine Pflanzen an den Drainrändern vorkamen.
Die in vorerwähnter Weise verwachsene Drainage wurde wieder
jergestellt. Die Sammeldrains erhielten eine Unterlage von Ziegeln
zei den Stoßfugen der Röhren und wurden mit hydraulischem Kalk
dermauert. Die Saugdrains wurden gereinigt und mit Steinen und
Latten verlegt. Außerdem wurden die Wiesentheile in Ackerland um—
zewandelt, um die Vegetation genannter Pflanze zu zerstören. Bericht⸗
erstatter bemerkt ferner: Trotzdem schon so viele Tausende von Jochen
à 2/, preuß. Morgen) Wiesenland seit Jahren drainirt wurden, ist
von einer Verstopfung durch diese, doch nicht seltene, Wiesenpflanze
noch keine Erwähnung geschehen. Alles dieses läßt glauben, daß nur
ein Zusammentreffen ganz besonders günstiger Umstände die Vege⸗
lation dieser Pflanze in solcher Weise beförderte, und mag vielleicht
die Lockerung des Bodens über den Drains die Vegetation dieser
perennirenden Pflanze an den Drainrändern vermehrt haben, welche
die im Jahre 1863 vermißte Feuchtigkeit gierig aufsuchte. Jedenfalls
ist es eine Thatsache, daß bei Drainagen, welche schon mehrere Jahre
liegen, alle Fälle von Verstopfungen, sei es nun durch mineralische
Ablagerangen, sei es durch Pflanzenbildung, sehr selten sind, daß
aber beide Erscheinungen eben nur bei ganz neuen Anlagen vorkom⸗
men. Es würde daraus sich ergeben, daß man eine schlechte Gras⸗
narbe auf einer nicht bewässerbaren drainirten Wiese umbrechen und
ieu besamen soll, um ähnliche Unfälle zu verhüten. — So weit die
Verstopfung vorgefunden wurde, hatten sich auch schon kleine 2 bis
3 Linien lange Schwimmkäfer eingestellt. welchen die dunkle Existenz
in den Röhren zu behagen schien
— —