Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

und Kali zu seinem Dünger, zu seiner Jauche, seinem Boden den
Raub zu ersetzen; er rechnet mit seinem Boden, so Japaner und
Thinesen.
Wo aber dem Landmann die Schule nicht dazu verholfen hat,
diese Rechnung stellen zu können und wo dieses Verständniß ihm auch
später vorenthalten bleibt, da muß, bei dem stets zunehmenden Ver—
kehr, der Verfall des Bodens in Besorgniß erregender Weise eintreten
und — ist schon eingetreten; er zeigt sich in allerlei Krankheitserschei
nungen der Pflanzen; hier ist es der Klee, der nicht mehr will, dort
iind es die Grumbirn, noch wo anders will die Frucht nicht mehr
körnen wie ehedem; noch Andern kommt der Wurm in die Rummeln;
aoch andern kommt der Schimmel in den Wingert, und wenn die Ge—⸗
ehrten untersuchen, so hat es den Aschen der kranken Gewächse bald
am nöthigen Kali, bald an der nöthigen Phosphorsäure gefehlt und
war wo die Körner im Fehler waren an Phosphorsäure, wo die
Blätter krank sind, am Kali, wo die Blätter und Früchte krank sind,
hat's an Beiden gefehlt. — Beweis dafür, daß dem stets mehr man—
gelhaft werdenden Dünger mehr Ergänzung sowohl an Phosphorsäure
als an Kali von Nöthen ist.“)
Für die mangelnde Phosphorsäure haben wir die Ergänzung
in dem Knochenmehl, das jetzt nur zum geringen Theil aus den

Knochen geschlachteter Thiere, zum größten Theil aus den aufg.
fundenen mächtigen Lagern von längst untergegangenen Thieren m
reitet wird.
Auch für das mangelnde Kali sind in neuester Zeit reiche Lage
eutdeckt worden, woraus es der Chemie gelungen ist, ein Salz dar
zustellen, das 44 Prozent Kali enthält, wovon also 2 Ctr. hinreichen
im dem Boden das Kali zu einer Kleeerndte von 50 CEtr. zu liefern
'o daß wir uns nun nicht mehr zu fürchten brauchen, daß durch die
Anwendung von Gips in dem Mist und durch Salpeterbildung, de
Boden an Kali erschöpft werde; wir können das geraubte dem Bo
den ersetzen.
Freilich ist das letztere Kalisalz jetzt noch theuer; der Ctr. koster
hier 5 Thlr. 7—8 Sgr., allein die Fabrikation ist noch neu un
der Vervollkomnung wie der Preis-Ermäßigung noch fähig.
Anderseits ist zu bedenken, daß der Boden überall, wo er Lehm
enthält, auch reich an Kali ist, was jedoch noch unaufgeschlossen ist
dieses aufzuschließen dient der durch Gipseinstreu gesparte Stickstoff
er bringt also das Kali aus seiner Verborgniß und Unthätigkeit in
den Verkehr des Pflanzenwachsthums, der Landwirthschaft; er kann
somit doch angesehen werden als ein Mittel zur nachhaltigen Ver—
mehrung unserer Erndten, wofern nämlich auch für Beibringung der
entsprechenden Phosphorsäure durch Knochenmehl gesorgt wird. Wi
Wir werden im nächsten sehen, wie viel Knochenmehl hierzu erfor
derlich ist.

*) Man ist bei diesen Untersuchungen auf ein merkwürdiges Naturgesetz ge—
toßen; nämlich, bei einem jeden Gewächs findet ein besonderes Verhältniß der
erdigen Bestandtheile unter einander statt; wo der Boden diese nicht hergeben kann,
vird das Gewächs krank; es stellen sich zerstörende Thiere oder Pilze ein, offen
zar um das Gewächs zu zerstören, bevor es sich mangel haft fortpflanzen und ent
irten kann. Der Schöpfer will auf die Dauer keine Krüppel; die Welt soll sick
nicht verschlechtern, sondern verbessern.

—

Bekanntmachung.

Die Offerten sind versiegelt, frankirt und mi
entsprechender Aufschrift versehen, spätesten⸗
bis zum
26. April er, Vormittags 10 Uhr,
der Bergfactorei einzusenden, wo dieselben un
diese Zeit in Gegenwart der etwa erschienener
Submittenten eröffnet werden.
Kohlwaage bei Saarbrücken, den 31. Mär
1866.

Zur Herstellung der Hofräume bei dem In
pectionsgebäude mit Schichtmeister- und Assisten⸗
enwohnung zu Grube Heinitz, sollen die dazru
rforderlichen Leistungen und Lieferungen am
Samstag den 14. April d. Is,
Nachmittags 8 Uhr,
hei dem Restaurateur Herrn C. Bruère da—
hzier an den Wenigstnehmenden öffentlich ir
Lerding gegeben werden und zwar:
372/ Schachtruthen Wald- und
Lehmboden ꝛc. zu reguli⸗
ren ꝛc. veranschlagtz u. 434 4 8
ind die Lieferung von 88 Kummen grober
dies.
Gleichzeitig wird die als zu hoch nicht ge
cehmigte Anlieferung von:
c. 320 Stück oder c. 1100 IIFuß Sandstein
platten zum Ueberdecken von Futtermauern
einer nochmaligen Versteigerung ausgesetz
verden.
Zeichnung nebst Kostenanschlag von ad Jlie
jen bei dem Bauwerkmeister Herrn Willems
ierselbst und die Bedingungen ad 2 bei dem
Interzeichneten zur Einsicht offen.
Neunkirchen, den 31. März 1866.
Der Königliche Schichtmeister,
C. Posth.

Bekanntmachung.
Solaröl
unterliegt künftig bei dem Eisenbahn-Trans
gort, in Folge hoͤherer Anordnung, nicht mehr
den strengern Verpackungs-Vorschriften des Be—
riebs-Reglements vom 3. September 1865 sub
ß Da, welche indeß für die übrigen Hydro
abüre stehen bleiben.
Saarbrücken, den 29. März 1866.
Koͤnigliche Fisenbahn-Direckion.
v. Düring.
Bekanutmachung.
Montag den 283. April e.
Vormittags 10 Uhr,
Submissionstermin auf Lieferung von:
1) 8s eisernen Bettstellen,
2) 88 Seegras-Matratzen,
3) 88 38opfkissen,
4) 88 oppelten Wandschränken,
5) 88 Sitzschemel,
6) 176 volslenen Decken,
7) 176 Decken-Ueberzüge,
9 176 g * — —
9) 176 Leintücher (Bauernleinen),
— B Bekanntmachung.
11) 8 eichenen Tischen und 3. 7.
12) 8,Baänken Die Lieferung von sechs kleinen
jür die Schlafhäuser der Grube Reden-Merch—
weiler bei unterzeichneter Stelle, woselbst auch Dampf kesseln
die Bedingungen, die Probestücke dagegen in jehst den zugehörigen Garniturtheilen und
den Schlafhäusern zu Reden und zu Büdstock, Zchornsteinen für die fiskalischen Gruben des
einzusehen sind. Bergwerks-Directions-Bezirks Saarbrücken soll
Den Offerten zu ad 2, 7, 9 und 10 sind m Wege der Submission vergeben werden.
Musterstoffe und den zu ad 6 eine Probedede, Die Vieferungs Bebingungen und Zeignun—
velche epent. zum Sabmissionspreise angekauft en am welchẽ in den Offerten ausdruͤckich
verden kann, beizufügen. Bezug zu nehmen ist, liegen bei unterzeichneter!
Neunkirchen, den 24. März 1866. Ztelle zur Einsicht offen, können auch auf Ver
fönigl. Schichtmeisterei Reden-Merchweiler. angen öschristlich bezogen werden,

Königl. Bergfactorei.

Das Umarbeiten der Vorräthe an altem Guß
eisen auf den Gruben Friedrichsthal-Quier—
schied und Sulzbach-Altenwald pro 1866 sob
auf dem Wege öffentlicher Submission verge
hen werden.
Unternehmungslustige wollen ihre versiegelten
Offerten, welche auf die Bedingungen gegrün—
det und mit entsprechender Aufschrift versehen
ein müssen, bis
Mittwoch den 18. April e.,
Vormittags 10 Uhr,
portofrei an die unterzeichnete Berg-Inspection
gelangen lassen, um welche Zeit die Eröffnung
derselben in Gegenwart der erschienenen Sub—
nittenten erfolgen wird.
Die Lieferungsbedingungen können hier ein
zesehen auch gegen Entrichtung der Copialier
ibschriftlich bezogen werden.
Sulzbach, den 29. März 1866.
Königl. Berg-Inspeetion. V.

Kram⸗ und Vichmarkt
zu
Püttlingen:
Montag den 9. April 1866
Der Bürgermeister
FBA S-SMBRGQAA.
            
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