sere Verordnungen vom 28. Dezember 1846 und 15. April 1849, in—
dem wir bemerken, daß Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnungen
iach 8 307 des Strafgesetz-Buches bestraft werden.
Trier, den 6. März 1866.
I. 1231. 8.5.)
Bekanntmachung.
In früheren Bekanntmachungen ist das correspondirende Publi—
tum bereits mehrfach ersucht worden, bei den nach groͤßeren
Städten, namenttlich nach Berlin, bestimmten Postsen—
dungen, wenn dieselben nicht an weithin geläufig gewordene Fir—
nen oder an allgemein bekannte Personen gerichtet sind, die Woh—
rung des Adressaten nach Straße und Hausnummer
nöglichst genau zu bezeichnen, damit die Bestellung richtig und pünkt—
ich ausgeführt werden könne. Gleichwohl geht noch gegenwärtig
ine verhältnißmäßig große Anzahl von Briefen, Packet- und Werth—
Landwirthschaftliches Casino im Köllerthale.
Heusweiler, den 4. März 1866.
Echluß.)
Nach der allgemeinen Diskussion über diesen Gegenstand ergriff
derr Koch von Bietschied das Wort.
„Zur Düngerfrage.“
Von Jahr zu Jahr mehrt sich nicht nur allein die Hoffnung,
ondern es ist für viele Landwirthe eine Gewißheit geworden, daß
durch die s. g. künstliche Düngemittel der landwirthschaftliche Betrieb
einen Umschwung erleiden wird, der den erhöhten Ansprüchen der
Neuzeit in diesem Fache entsprechen muß.
Es ist bekannt, daß die Pflanzen aus luftförmigen Stoffen, aus
Wasser und aus festen oder mineralischen Bestandtheilen bestehen.
Die luftförmigen Stoffe und Wasser der auf einem Acker erzeugten
Bewächse gehen größtentheils dahin (in die Atmosphäre) zurück, wo
her sie gekommen und von wo sie ohne unser Zuthun wieder auf
unsere Aecker zurückkehren.
Ganz anders aber verhält es sich mit den festen oder minerali—
schen Bestandtheilen; sie müssen durch unsere Mithülfe dem Boden,
ür den gelieferten Ertrag, wieder zurückgeführt werden und dies ge—
cchah bisheran größtentheils nur in der Form des gewöhnlichen
Stalldüngers. — Es werden aber durch Thiere, thierische Produkte
Zetreide ꝛc. dem Boden Bestandtheile entnommen, welche wir dem—
elben im gewöhnlichen Stalldünger, in demselben Maße nicht wie—
der zurückgeben können; die Chemie lehrt uns, daß in unsern meisten
Marktprodukten Phosphorsäure und Kali in großer Menge enthalten
sind. Diese werden aber durch den Verkauf dem Acker entzogen und
iind durch den selbst erzeugten Stalldünger allein, wenn man hierzu
nuch noch die Zersetzung des Bodens in Anschlag bringt, nicht alle
uu ersetzen. Ein Ersatz muß aber stattfinden, soll der Boden nicht
perarmen und diesen Ersatz findet namentlich der Ackerwirth in den
. g. künstlichen Düngemittel, der von der Ansicht ausgeht, daß die
Liehzucht ein nothwendiges Uebel sei, deshalb wenig und schlecht ge—
füttertes Vieh hält und dadurch wenig und schlechten Stalldünger
—XRWX
Es ist gewiß nicht zu leugnen, daß die Verhältnisse vieler Wirth—
chaften der Art sind, daß die Viehzucht des Düngers wegen, „ein
nothwendiges Uebel ist“. Mit anderen Worten, „in diesen Wirth—
schaften entspricht der Ertrag des Viehzucht den gebrachten Opfern
ür dieselbe nicht und fallen daher die Mehrkosten, der Düngerpro—
duktion zu Last. — Ich will hier nicht untersuchen, auf welche Art
und Weise die Viehzucht einen höhern Ertrag bringe und sich also
dadurch die Kosten des Düngers niederer stellen, sondern ich erlaube
nir nur die Bemerkung, daß der Grund dieses Schadens häufig, ja
meistens in dem fehlerhaften Verfahren des Viehbesitzers selbst üegt.
— Doch, auch ganz abgesehen von dem vermeintlichen Schaden bei
der Viehproduktion, so kann der Ackerer heut zu Tage, bei den hohen
Arbeitslöhnen, den hohen Boden- und niedrigen Fruchtpreisen, ohne
Beihülfe von künstlichem Dünger nicht mehr bestehen; denn in den
meisten Verhältnissen ist es nur durch seine Mithülfe möglich, dem
Boden den höchsten Rein-Ertrag abzugewinnen.
In Europa gibt es wohl kein Land, wo der Ackerbau höher steht
ils in Belaien und Enalandi Trokdem abher daßk in dielen Län
sendungen für Empfänger in Berlin und in anderen größeren Orte—
jo mangelhaft adressirt ein, daß die Sendungen in Folge der unvoll
ttändigen Adresse nur verspätet bestellt werden können, oder soga'
nach dem Aufgabeorte zurückgesandt werden müssen.
Das General-Post-Amt sieht sich daher veranlaßt, das correspon
dirende Publikum von Neuem dringend auf die Nothwendigkeit auf
merksam zu machen, die nach größeren Orten bestimmten Post
sendungen, namentlich aber recommandirte Briefe, Packet- und Werth
sendungen, Falls dieselben nicht an weithin geläufig gewordene Fir—
men oder an allgemein bekannte Personen gerichtet sind, so genau
als möglich zu adressiren und insbesondere auf den Adressen der
Briefe oder Begleitbriefe die Wohnung des Empfängers nack
Straße und Hausnummer bestimmt anzugeben.
Berlin, den 7. März 1866.
General-Post-Amt.
v. Philipsborn.
dern die intensiveste Viehzucht betrieben wird, so hat gerade in ihner
die Benutzung künstlicher Düngemittel die größte Ausdehnung ge
wonnen.
Die Engländer stehen aber unstreitig im Verbrauch der s. g
künstlichen Düngemittel oben an, weil sie, abgesehen von ihren gro—
zen Handelsverbindungen, und dadurch leichte Herbeischaffung des
Fehlenden, von dem Grundsatze ausgehen, daß, da jede bestimmte
Frucht und jeder bestimmter Boden, dies oder jenes verlange, dieses
inter allen Umständen beizuschaffen sei. Da nun durch den Verkauf
pon Früchten, Vieh und Viehprodukten dem Acker eine große Menge
Phosphorsäure und Kali entzogen wird, so müssen diese Substanzen
auf irgend eine andere Art, als durch den Stalldünger, ersetzt wer⸗
den. Knochen enthalten nun diese Substanzen in großer Menge und
ersetzen wir das „Verkaufte“ am besten durch Knochenmehl. Dr. Ed
dartstein sagt in seinem Werke über englische und schottische Land
virthschaft:
„Das Knochenmehl wurde zuerst im Jahre 1775 für den Tur—
nipsbau in NYorkshire eingeführt, hat sich auf den wenig frucht
baren Wolds dieser Grafschaft und Lincolnshire's auf den
seichten, trockenen Hochländern von Nottinghamshire und Cam—
bridgeshire, auf dem schweren Boden von Cheshire und Derbi—
shire als gleich vorzüglich bewährt. Nicht allein wird auf
der ganzen Insel jede überflüssige Knochensubstanz aufgesucht,
sondern es werden große Schiffsladungen davon aus andern
Ländern eingeführt. Waterloo, Leipzig und manches andere
Schlachtfeld sind durch die Emsigkeit englischer Agenten aus—
zebeutet worden. Man liest in amtlichen Berichten, daß 1815
allein im Hafen von Hull 160,000 Etr. Knochen eingeführt
wurden, 1835 nicht weniger als 514,000 Ctr. und blieb seit⸗
dem die Einfuhr in immerwährender Steigerung. In der
nächsten Umgebung der Stadt Lincoln sind nicht weniger als
bo0 Dampfmühlen mit der Bereituna von Knochenmehl be
schäftigt.“ ꝛc.
Es leuchtet ein, daß die Zersetzung der rohen Knochen langsamer
vor sich gehen muß, als wenn derselbe in fein gestoßenem oder ge⸗
mahlenem Zustande, dem Zutritte der Luft und dem Wasser eine
größere Oberfläche darbietet.
Allein von dem Grundsatze ausgehend: Möglichst rascher Um—
schlag des Dungkapitals, blieben die Engländer nicht bei dem bloßen
Mahlen der Knochen stehen, sondern sie schlossen die kleinsten Theil—
hen derselben durch Dampf, Schwefel oder Salzsäure oder durch
Fermentiren auf. Dieses im Großen darstellend. entstanden Fabri—
ken von s. g. künstlichen Dünger.
Auch bei uns sind in der Neuzeit viele solcher Fabriken entstan—
den, wovon fast jede eine andere Methode zur Bereitung oder Zu—
ammenstellung ihrer Düngemittel hat. Daher werden diese Dünge
nittel denn auch unter den verschiedensten Namen und mit so ver—
chiedenem Gehalte an Stickstoff und phosphorsaurem Kalk, dem
Ackerbautreibenden angeboten, daß er, als Nicht-Chemiker, selbst
nicht weiß, woran er zu halten und zu welchem Düngemittel er für
einen speciellen Zweck greifen soll.
M. H. Die Theorie allein ist grau; die Praxis klar; Theorie
oerbunden mit der Prarxis ist aber sonnenhell! Deshalb m. H. saa⸗
:hH · Mrüfet Alles und hehaltet das RPoctet