Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

WVochen die aufgewandten Mühen und Kosten hundertfach ersetzt, dem
zungertode Preis gegeben würde.
Darauf sei man wachsam und säume nicht, rechtzeitig einen prü—
enden Blick in den Haushalt seiner Pfleglinge zu werfen, ihre Vor—
athskammern zu untersuchen und wo nöthig das Fehlende durch Honig
der andere Futter-Surrogate zu ersetzen. Dies ist ein wohlgemein—
er Rath im Interesse unserer Bienenzucht.
Aachen, den 13. Febr. 1866.

innig hin. Schon im hohen griechischen Alterthume wurzelte die
Sage, daß der Hase die Eier lege; denn der Hase war das Bild
der Fruchtbarkeit. Diese heidnische Vorstellung ist nach zwei Jahr—
ausenden noch gang und gebe und selbst im Christenthume nicht unter—
zegan gen. Man gab christlicherseits dem Ei die Bedeutung als eines
Sinnbildes des Auferstandenen, und die Gedankenfolge war diese:
Das engverschlossene Ei ist das Sinnbild des Grabes und das dar—
aus hervorbrechende Küchlein das Sinnbild des Auferstehenden.
In der griechischen Kirche, besonders in Rußland ruft am Ostermor—
zen Jeder dem Andern zu: „Christ ist erstanden!“ Er küßt ihn und
chenkt ihm ein Ei. In der römischen Kirche gab jeder Communikant
dem Priester ein Ei und dieser Gebrauch ging auch in die protestan—
tische Kirche über und besteht noch in vielen Gegenden Deutschlands.
Daß man die Kinder damit erfreut, ist die Sitte der Deutschen, ip
der sich wieder die deutsche Gemüthlichkeit offenbart.

Biertransport.
Der Bierverbrauch ist in Frankreich seit einigen Jahren fort—
vährend im Steigen gewesen; er wird es voraussichtlich in Folge
es Handelsvertrages mit dem Zollvereine in noch höherem Maße
verden, und unterliegt es keinem Zweifel, daß u. A. große Quanti—
äten deutschen Bieres nach Frankreich werden versendet werden. Es
st deshalb an der Zeit, an Verbesserung des Biertransportes zu
enken, welcher in Rücksicht auf Temperaturregulirung, namentlich
m Sommer, bisher noch viel zu wünschen übrig läßt. Habig be—
nerkt in dieser Beziehung in seiner „Schule der Bierbrauerei“: es
ei vor allen Dingen nöthig, die Transportwagen so einzurichten,
aß die dem kühlen Lagerkeller entnommenen Fässer Bier bei ihrer
irsprünglichen Temperatur erhalten werden. Diese Aufgabe sei un—
hwer zu erreichen, wenn die „Bierwaggons“ durchbrochene Wände
zätten und die Fässer zwischen nasses Stroh verpackt und damit zu—
gedeckt würden. Die Verdunstung des Wassers werde bei dem fri—
chen Luftzuge beschleunigt und halte die Fässer kühl. Selbstverständ—
ich müsse diese Verpackung auch im feuchten Zustande erhalten wer—
»en durch zeitweises Besprengen der Oberfläche mit Wasser. Eine
lorgfältige Behandlung der Bierwaggons liegt offenbar auch im In—
eresse der Eisenbahnverwaltungen, bei denen es zum großen Theil
iur nöthig sein würde, ihre Aufmerksamkeit hierauf zu lenken.

Vermisechtes
Baumwolhlenzeug dicht und haltbar zu machen.
Baumwollenzeuge, die zu irgend einem Zwecke im Freien gebraucht
werden sollen, kann man wasserdicht und haltbar machen, wenn man
iie mit Wachsmilch tränkt, trocknet, in eine Auflösung von 14 Loth
Alaun in 40 Loth Wasser in mäßiger Wärme mit einem Zusatz von
14 Loth Bleizucker einlegt, an einem luftigen Orte trocknet und dann
chwach bügelt.

Ausdruck des Wohlwollens und Gruß. Der Hände—
druck als Zeichen des Wohlwollens ist durchaus nicht allgemein ge—
»räuchlich. Die Fijians z. B. beriechen und beschüffeln einander
„zum Gruße.“ Die Indianer Nordamerikas reiben sich gegenseitig
Brust und Arme. In Polynesien streichelt man sich das Gesicht mit
des Anderen Fuß. In Neuseeland und Lappland reibt man sich die
Nasen. Die Andaman-Insulaner grüßen, indem sie dem Anderen in
die Hand blasen.

Die Ostereier.
Unsere Kinder freuen sich am Osterfeste der Ostereier, die der
osterhase legt, aber viele Eltern kennen den geschichtlichen Ursprung
es weit verbreiteten Gebrauches nicht. Sie deuten hin auf die
Ipfergaben, die man bei heidnischen Völkern zur Frühlingszeit den
Zöttern brachte. Darunter war das Ei eine bedeutungsvolle Gabe.
Wie der Frühling alle die Keime des neuen Naturlebens in sich
rägt, welche die Wärme zum Leben weckt, so trägt das Ei den
deim des neuen jungen Lebens in sich, das ja auch durch Wärme
sum Dasein erwacht. So ist das Ei ein treffendes Sinnbild
es Frühlings. Schon die alten Perser theilten am Frühlings
este gefärbte Eier unter ihren Befreundeten aus. Das Färber
er Eier wies auf die Blüthenvracht des erwachenden Pflanzenleben?

Blumenzwiebeln im Wasser zum Blühen zu bringen.
Man füllt im Sept. kleine Gefäße von weißem oder blauem Glas
»der Porzellan mit Wasser an, wirft einige Körner Salz hinein und
etzt die Blumenzwiebel so in die Gefäße, daß nur die Krone in
das Wasser reicht. In dem Verhältniß, als die Zwiebeln Was
ser einsaugen, gießt man solches nach. Man stellt die Gefäße mö—
zig warm.

Bekanntmachung.

Bekanntmachung.
Die Anlieferung von
2500 Pfd. Bandnaͤgeln
für die Königl. Steinkohlen-Gruben bei Saar—
hzrücken im Jahre 1866 soll im Wege der Sub⸗
mission vergeben werden.
Die Lieferungs-Bedingungen, auf welche in
den Offerten ausdrücklich Bezug zu nehmen ist,
liegen bei unterzeichneter Stelle zur Einsicht
offen, können auch gegen Erstattung der Co—
dialien abschriftlich bezogen werden.
Die Offerten sind versiegelt, frankirt und
mit entsprechender Aufschrist versehen. späte
stens bis
27. Mürz er., Vormittags 10 Uhr,
der Bergfaktorei einzusenden, wo dieselben um
iese Zeit in Gegenwart der etwa erschienenen
Submittenten eroffnet werden.
Kohlwaage bei Saorbrücken, den 6. Mär
366

Es sollen für die Königl. Steinkohlengru
»en bei Saarbrücken 10 Stück complete zwei
rädrige
Feuerspritzen
ind 10 Stück kleine complete
Kübelhandspritzen
heschafft werden und ersuchen wir die lieferungs
ustigen Herren Fabrikanten bis zum 20
März er., die verlangten Preise loco Kohl
vaage nebst einer kurzen Beschreibung der an
uwendenden Construction an die unterzeichnet
Stelle einreichen zu wollen.
Kohlwaagge bei Saarbrücken. den 1. Mär—
366.

Nach den frauzösischen Statiduen
ont-⸗a- Mousson, Novéant Ars-sur-Moselle
etze, Fanlquemont, St. Avold, Hombourg
ind dSarregusmines (Saargemünd) tritt ab 15.
März er. don den diesseitigen Stationen Bin
jerbrück, Creuznach, Oberstein, Neunkirchen,
Saarbrücken, Saarlouis, Merzig und Trier eir
directer Personen- und Gepäck-Ver
ehr J. I. III. Wagenklasse in's Leben.
Die Billets haben einen Tag Gültigkeit.
Jeder Reisende hat Anspuch auf freien Trans—
ort von 30 Kilo — 60 Pfd. Reisegepäck.
Saarbrücken, den 1. März 1866.
K5nialiche FSisenbaßn-Direckion

64*8

A. Boeragfacte

*

aliche Nerafnetarei
            
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