Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

einzelnen großen Buchstaben auf Geheiß seines Herrn zusammenjetzte
und unter aufmerksamer Betrachtung einer ihm von fremder Hant
vorgehaltenen Taschenuhr die Zeit nach Stunden und Minuten angab
indem es die Zahlen aus der ihm vorgelegten Zifferreihe zusammen
stellte. Auf der Insel Minorca, wo starke Schweinezucht betrieben
wird, werden die Schweine auch zur Anspannung benutzt, was bei
ihrem bekannten Starrsinn zu verwundern ist. Daß manche Säue
ihre Jungen zum Theil bald nach der Geburt gemüthlich auffressen,
ist bekannt; man meint, daß die Mütter nur so viel von ihren Neu—
geborenen am Leben lassen, als sie Zitzen tragen und daher bequem
säugen können. Wissen wir doch auch von Völkerschaften, daß die
weiblichen Abkömmlinge bald nach der Geburt getödtet werden, um
die ohnedies überstarke Bevölkerung nicht noch mehr heranwachsen
zu lassen. Der Civilisationsfortschritt hat diese unmenschliche Gewohn—
heit schon fast ganz beseitigt; bei den Schweinen wohnt die greuliche
Mordlust glücklicherweise nur vereinzelten Individuen inne. Daß das
Schwein durch anhaltende gute Behandlung viel von seinem Stumpf—
und Starrsinn verliert und eine große Anhänglichkeit an den Men—
schen faßt, davon liegen dem Verfasser einige Thatsachen vor, von
denen er nur die eine erwähnt, daß eine Sau den Hirten auf Schritt
und Tritt verfolgte und zu diesem Zweck aus der Heerde trat, wenn
sie bei dem ihr beigelegten Namen gerufen wurde.
Mit der Betrachtung der geistigen Eigenschaften unserer Nutz.
thiere haben sich bisher nur wenige geeignete Personen ernstlich be—
schäftigt. Geschähe dies in größerem Umfange, so würde sich die
Erkenntniß der Seelenthätigkeit der verschiedenen Thiergattungen bald
bedeutend erweitern, und es ist nicht unwahrscheinlich, daß sich daraus

auch mancher materielle Gewinn für die Pferde- und Rindviehzucht ziehen
ließe. Der Mensch mit seiner Vernunft und dem bei vielen ausge⸗
bildeten Verstande sollte auch die geistigen Eigenschaften der Thiere
zenau zu erkorschen trachten, ja er sollte zu individualisiren
verstehen, wenn es ihm um die möglichst höchste Veredelung der
Thiergattungen zu thun ist. Meue landw. Ztg.)

Vermischtes.
Eisenbahnengausdehnung. Oesterreich besaß im Jahre
1860 auf 100 Quadratmeilen seines Flächeninhaltes 5,8 geographische
Meilen Eisenbahnen, Preußen 14,6, Frankreich 12,5 und Großbritan—
aien 36,1. Bis Ende des Jahres 18683 haben sich die Eisenbahn—
inien vermehrt in Oesterreich um 6,9, in Preußen um 7,28, in
Frankreich um 7,5 und in Großbritannien um 7 Proc. Und auch
am Schlusse des Jahres 1864 entfielen auf 100 Ouadratmeilen des
Areals in Oesterreich nur 7 Meilen Schienenwege, in Preußen da—
gegen 15,9 in Frankreich 13,8 und in Großbritannien 38,8.
Das Gliederreißen GGheumatismus) wird nach einer
Mittheilung in den Dr. Nachr. in seinem Keime und für immer da—
durch erstickt, daß man sich alle Abende vor dem Schlafengehen die Fuß—
sohlen wäscht und zwar mit abgestandenem reinem Wasser, das man
hmit der hohlen Hand zum Fuß bringt und diesen reibt. Ist dies
geschehen, so frottirt man den Fuß, setzt ihn in warme Schuhe und
eilt ins Beit. Vor aller Erkältung muß man sich dabei sorgfältig
hüten. Schreiber dieses wendet dieses Verfahren seit Jahr und Tag
mit dem besten Erfolg an.

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ichmeherr

Bekanntmachung.
Mittwoch den 24. Januar 1866,
von des Nachmittags 3 Uhr ab, sol—
len in dem Gasthause des Herrn Carl Klose
zu Kuedeenat die zum Bau eines Speise—
wa erbassin neben dem neuen Maschinenge—
bäude auf dem Seilschachte der Königlichen
Steinkohlengrube Friedrichsthal-Quierschied nö—
higen Arbeiten und Lieferungen öffentlich min⸗
destfordernd verdungen werden.
Kostenanschlag und Bedingungen liegen auf
der Schichtmeisterei vorstehend genannter Grube
zur Einsicht offen.
Friedrichsthal, den 29. Dez. 1866.
Der Königl. Schichtmeister.
Sattler.
            
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