Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Wiese. Dort ausgestreut, wird der Sand seiner Schwere wegen das
Moos niederdrücken und so demselben den Luftzutritt abschneiden.
Die dem Sande durch die Jauche beigegebenen Düngestoffe (Ammo—
niak und Kali) werden das Moos vollends ersticken. — Seit 7 Jah—
en haben Landwirthe mit diesem Verfahren Versuche angestellt, deren
Resultate so überraschend günstig waren, daß sich der so bereitete Sand—
ompost bei Allen, welche die betreffenden Wiesen früher kannten und
päter sahen, des größten Beifalls zu erfreuen hat.

walso der Abfluß des Urins nicht rasch genug erfolge. Wesentlich bes⸗
er fanden wir es in dem zweiten Stalle beim Mastvieh, namentlich
Mastkühen. Hier herrschte eine freundliche Reinlichkeit, und noch
schöner war es in dem Rinderstalle, der eine so starke Böschung hat,
daß der Urin sofort abfließt. Die Reinigung der Ställe erfolgte täg—
lich dreimal. Es wird dabei indessen nicht jedes Mal frische Erde
zestreut, vielmehr wird von dem Erdvorrathe, der nach den Vorder—
üßen zu 2 bis 3 Finger dick liegt, also auch hinlänglich erwärmt
ist, nach jeder Reinigung etwas unter die Hinterfüße gezogen. Um
die Reinlichhaltung möglichst leicht zu machen, hat Herr Hildebrand
einen Klappschubkarren construirt, der die Ausleerung sehr erleichtert
Auf uns hat die Einrichtung der Erdstreu im Ganzen einen günsti⸗
gen Eindruck gemacht, um so mehr, da uns Herr Hildebrand sagte,
daß er bei Strohpreisen wie die gegenwärtigen per Jahr wohl gegen
3000 fl. erspare. Die bei Herrn Hildebrand in Anwendung kom—
mende Erde ist mehr sandiger Natur, was indessen um so weniger
zu sagen hat, da der gewonnene Dünger mitunter etwas stark leh⸗
nigen Feldern überwiesen wird, die übrigen nicht so schwer sind,
daß die Anwendung des mehr langen strohigen Düngers absolut ae
»oten wäre.

Wie dem Ueberhandnehmen der Raupen zu
begegnen ist.
Was auch der Mensch gegen Raupen und andere derartige kleine
zerstörer beginnen mag, sie ganz zu vertilgen, wird ihm unmöglich
ein; sie aber in Jahren, die der Insectenvermehrung besonders günstig
ind, zu vermindern, liegt in seiner Hand. Wer in den Monaten
Juli und August scharf beobachtet hat, dem ist es unmöglich entgan—
zen, daß die Zerstörung durch Raupen da, wo es an Bäumen man—
zelt und wo man die insectenfressenden Vögel verscheuchte, weit größer
st, als da, wo sich Baumpflanzungen befinden und wo man die Vögel
hegt. Den klarsten, unzweideutigsten Beleg hierfür bietet im Augen
hlick die Rhein- und Mainspitze, das sogenannte Ried und wahrschein
iich jede vorzugsweise dem Weißkohl-(Kappes-) überhaupt dem Ge—
nüsebau dienende Gegend. Wo Kohlfelder mit Bäumen bepflanzt
ind, da wird der Ertrag befriedigend, mitunter sogar gut, wo solche
singegen in baumlosen Fluren liegen, da findet man Alles bis au
die Strünke abgefressen; es sei denn, daß die Besitzer frühzeitig ge—
iug sogenannte Kreuzhölzer auf die Felder gesteckt haben, die den
Bögeln Ruhepunkte bieten. Der Verfasser sah jüngsthin im Riede,
ann auch in der Mainzer Gegend Gemüsefelder mit solchen Kreuz—
jölzern und war überrascht, zu sehen, wie hier die Zerstörung durch
Raupen kaum zu beobachten war, während andere Felder, denen
täume und Kreuzhölzer mangelten, ein Bild betrübender Zerstörung
varboten. Nach Ansicht des Verf. gibt es gegen die Raupennoth kein
uverlässigeres Mittel, als die Schonung resp. Hegung der Vögel.
Wer die Baumpflanzungen vernachlässigt der zwingt die Vögel zur
Auswanderung und darf dann nicht böse sein, wenn die Raupen den
Zegen seiner Mühen genießen. (Nach d. Bauernztg.)

Vermischtes.
Champagnerwein zu bereiten. 2 Loth weißen Kandis
ind 1 Quart Weinsteinsäure, beides fein gepulvert, bringt man in
zine Flasche, fügt noch 1Loth gepulvertes doppeltkohlensaures Natron
zu und verstopft die Flasche schnell, worauf dieselben verkorkt, mit ei—
nem Draht fest zugebunden und verkittet wird.

Cigarren zu trocknen. Man füllt den unteren Theil eines
Kistchens mit fein gepulvertem ungelöschtem Kalk. Unmittelbar über
der Kalkschicht bringt man ein Gitter an, auf welches man die Cigar—
ren legt, und verschließt dann das Kistchen luftdicht. Nach 2 Tagen
sind die Cigarren trocken.

Hefe von Lagerbier so zu entbittern, daß sie zum
Backen angewendet werden kann. Auf 1 Pfd. Hefe nimmt
man 1Loth krystallisirtes, kohlensaures Natron, löst letzteres in 2Pfd.
warmem Wasser auf, läßt die Lösung 150 R. erkalten, vermischt sie
mit der zu entbitternden Hefe, läßt die Mischung 2 Tage unter öfte—
rem Umrühren stehen, vermischt sie dann noch mit 2 Pfd. Wasser
und läßt sie so lange ruhen, bis sich die Hefe vollständig abgeschieden
hat, worauf man die überstehende Flüssigkeit abzieht und die Hefe
noch 14242 Mal mit Wasser übergießt. Die Hefe wird nun in ein
ceines Tuch gebracht und mäßig gepreßt. Soll sie längere Zeit auf—
bewahrt werden, so wird ! Pfd. Zucker in 20 Loth Wasser aufgelöst,
die Lösung bis zum Sieden erhitzt, abgeschäumt, durchgeseiht, erkallen
gelassen und 2 Pfd. entbitterte Hefe zugesetzt. Man bewahrt sie in
einer weithalsigen Flasche auf. verkorkt diese und stellt sie au einen
kühlen Ort.

Erdstreu.
Am 19. December machten wir ein Excursion nach Osthofen und
esuchten u. a. auch die Gutswirthschaft des Herren Georg Hildebrand
da derselbe schon seit einiger Zeit in seinen Stallungen sich der Erde
als Streumittel bedient, so ist es im Hinblick auf den hohen Preis
es Strohes für die verehrlichen Leser wohl nicht ohne Interesse, zu
jören, welche Resultate die Erdstreu dort ergibt. Wir besuchten zu—
vörderst den Kuhstall und gewannen hier keinen günstigen Eindruck,
undem die Kühe feucht standen und ziemlich beschmutzt waren. Herr
dildebrand bezeichnete uns dies selbst als einen Uebelstand, dem aus
em Grunde etwas schwierig zu begegnen sei, weil hier das Stall
yflaster mit Rücksicht auf die trächtigen Thiere zu wenig Gefäll habe,

Bekanutmachnug.
Vom 1. März c. ab werden die an den För—
erpunkten Wellesweiler Emsenbrun—
ten und Lampennest zu gewinnenden
Kohlen bis auf Weiteres zu 4 Sgr. pro Ctr
nerkauft.
Saarbrücken, den 25. Februar 1866.
Könialiche Bergwerks-Direckion.
Bluhme

sgen bemerkten Hölzer in kleinen Loosen dem
meistbietenden Verkaufe öffentlich ausgesetzt:

Forst Scheidt,
Schlag Scheidterfröhn 43 a4. u. b.:
61 Nadelholz-Bau- und Nutzholz-Stämme
46 Stück Fichtenstangen von 4-6
1 Klafter Birken-Scheitholz,
22, Knüuppel.
Forst Scheidt,
Schlag Scheidterhang:
bOl/ Klafter Reiser.
Forst Scheidt,
Schlag Totalität:
Scheiderfröhn, Gehlenberg, Blecherdell und
Langenthal:
700 Stück Kiefernstangen von 8-v6“,
50 Schockk Gerten, 2—-8*,
70 „Buchen-⸗, 243“,
200 2 ⸗ VIL.
Saarbrücken, den 26. Februar 1866
Der Königliche Oberförster
H. Fuchs

Forst Scheidt,
Schlag Langenthal:
14 Birken- Bau⸗ und Nutzholz-Stämme,
l!/ Klafter Eichen-Nutzholz,
„„Scheitholz,
I., Buchen⸗,
— — Birken- -·
109, Knüppel.
Forst Scheidt,
Schlag Scheidterfröhn 42 b. u. c.:
16 Nadelholz-Bau- und Nutzholz-Stämme,
20 Stück Fichtenstangen von 46“,
15/. Klafter Birken⸗Scheitholz,
2 „Nadelholz-,
263 HQnuüvvel.

in Königlichen Forsten.
Am 9. März 1866, Vormittags
9 Uhr,
verden zu St. Johann bei Herrn Wirth
Jolas die bei den ünten bezeichneten Schlä—
            
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