Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Bekanntmachung.
Das unterzeichnete Kreis⸗-Commissariat des Nationaldanks für Ve—
eranen wird, wie in den Vorjahren, auch in diesem Jahre am Ge—
zurtstage Seiner Majestät des Königs, Mittwoch den 22. d. Mis,
Mittags 12 Uhr, nach Beendigung der Parade hiesiger Garnison in
Saale des Herrn Kaffeewirths Plager hierselbst cine festliche Be—
wirthung hilfsbedürftiger Veteranen veranstalten.
Indem wir dies zur öffentlichen Kenntniß bringen, beehren wir
uns, zu dieser Feier alle Freunde und Förderer der Zwecke der Stiftung
ergebenst einzuladen.
Saarbrücken, den 14. März 1866.
Das Kreis⸗Commissariat des Nationaldanks
für Veteranen.
p. Gärktner. SAchulz. Richter.
—— — — — — ——— —— —— —
Neue Telegraphen-Apparate. orten, noch die telegraphische Weiterbeförderung solcher Depeschen, dit
Der Pariser „Moniteur“ vom 14. Februar verbffentlicht ein Kai— auf dem Casellischen Apparat ankommen, mit anderen Apparaten mög ·
serliches Dekret, welches die Taxe für die Beforderung telegraphischer lich ist, wenn die Ueberkunft der Autographie festgehalten werden soll.
Privat⸗Depeschen vermittelst des sogenannten autographisschen Appa⸗ dee Zahl solcher Depeschen, welche auf dem Wege nach dem
rats in Frankreich bestimmt. Ein in demselben Blatt enthaltener, von — verschiedene Linien und Stationen durchlaufen
Jules Rougaret unterzeichneter Artikel gibt eine Beschreibung dieses, nüssen, ist daher von der Beforderung mit dem Caseuischen Apparate
von Caselli erfundenen Apparats und hebt die Vortheile desselben dorweg ausgeschlossen. Die weitere Beschränkung in der Verwendbar⸗
vor den sonst gebtäͤuchlichen Telegraphen-Apparaten hervor. keit des Apparats beruht in dessen hochs komplizirter Construction.
Zu den Originalen der autographisch zu befbrdeinden Depeschen Derselbe arbeitet nur dann richtig, wenn die ider das Papier gleiten
muß Papier mit einem metallischen Ueberzug verwendet werden. Das den Stifte am Abgangs⸗ und am ———— absolut gleich
selbe wird von der französischen Telegraphen-Verwaltung in Blättern näßig bewegen. Um diese Gleichmäßigkeit herbeizuführen, sind an bei—
von mindestens 30 Quadrat Centime ern Grbße zum Preife von 10 den Orten durch Gewichte getriebene Pendel vorhanden, die in gleichen
Tentimen für jedes Blatt verkauft. Die autographischen Zeichen, welche Schwingungen erhalten und zu diesem Zwede fortgesetzt beobachtet ind
rben sowohl in Schrift als in Figuren u. s. w. bestehen können, werder Egen einander regulitt werden müssen. Es wird genügen, auf dit
mit Dinte aufgetragen. Schwierigkeiten einer solchen Regulirung hinzuweisen, um darzuthun,
Die Apparate sind so construirt, daß ein Stift sich in geraden daß der Apparat nur unter gewissen, besonders günstigen Verhältnissen
parallel laufenden Linien, deren jede nur /3 Millimeter von der ande. angewendet werden kann.
ren entfernt ist, über das Papier bewegt, und am Bestim mungsorte Bei dieser Sachlage ist dem Casellischen Apparat nur eine be⸗
gleichzeitig ein Stift dieselben Linien auf einem chemisch präparirten hränkte Bedeutung für den telegraphischen Verkehr im Großen und
Papier beschreibt. Berührt der Stift auf dem Papier der Original Hanzen beizumessen. Auch in Frankreich wird die Gelegenheit zur Be⸗
Depesche den metallischen Ueberzug, so bringt der Stift auf dem cher vrderung autographischer Depeschen nur zwischen wenigen Hauptorten
misch präparirten Papier am Bestimmungsorte kein Zeichen hervor. Fewährt. Die Geblthren betragen für jeden Quadrat Centimeter der
Berührt der erstere Stift dagegen eine Stelle, wo die Dinte den Ueber, Original-Depesche 20 Centimen, mithin für eine Fläche von 30 Qua⸗
zug bededt, so bildet sich an Bestimmungsorte auf der betreffenden drat Centimetern, d. i. von der Große des zum Verkauf kommenden
Stelle des Papiers ein farbiger Punkt oder Strich von derselben Di, Papiers, 6 Franken, wogegen die Taxe für gewöhnliche Depelchen
mension. Auf diese Weise wird, indem der Stift am Abgangsorte in 1452 Franken im eidfachen Satze beträgt.
den vorbezeichneten, nahe a neinander befindlichen Linien die ganze Fläch— Unzweifelhaft wird die Preußische Telegraphen⸗Verwaltung ihren
der Original⸗Depesche überschreitet, das mit Dinte aufgetragene Bilt Prinzip folgend, wonach sie in der Anwendung zweckmäßiger Neuerun⸗
der Schriftzuige und sonstigen Zeichen am Bestimmungsorte genau gen anderen Verwaltungen nie nachsteht, mit der Einführung autogra⸗
kopirt, so daß sich dort dasselbe Bild auf dem chemisch präparirten Pa- phischer Apparate später ebenfalls vorgehen. Zuvbrderst müssen aber
pier farbig darstellt. über die praktische Bewährung derselben umfassendere und sicherere Er.
Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Art der Uebertragung be fahrungen abgewartet werden, als solche zur Zeit vorliegen. Auch
deutende Vortheile zu liefern im Stande ist. Denn abgesehen von der die preußische Telegraphen-⸗Verwaltung gegenwärtig mit der Ausbern⸗
Moglichkeit, Zeichen zu befördern, die sich durch andere Apparate nicht lung einer anderen Erfindung beschäftigt, von welcher dieselbe sich
wiedergeben lassen, so kann es in vielen Fällen auch von erheblichster Jrößere und allgemeinere Vortheile für die Telegraphie versprechen darß
Wichtigkeit sein, daß der Empfänger in den eigenen Schriftzügen des als durch die Verwerthung der Casellischen Erfindung für jetzt zu er⸗
Absenders ein Dokument über die Echtheit und die Genauigkeit der seichen sein würden.
Depesche erhält. Jede Unsicherheit, welche bei der gewöhnlichen Ar Jene Erfindung ist der von den Telegraphen⸗Technikern Siemens und
der Telegraphirung dadurch entstehen kann, daß die vielleicht nicht deut Dalske in Berlin construirte Typen-Schreib-Apparat. Vermöge dieses Ap⸗
liche Schrift des Absenders vom Telegraphisten unrichtig gelesen wird parats können Depeschen, nachdem sie vorher in Typen gesetzt worden
daß der Telegraphist bei Abgabe der Depesche Versehen macht oder daß sind, auf mechanischem-Wege mit außerordentlicher Geschwindigkeit und
die Depesche am Bestimmungsorte ungenau aufgenommen wird, ist be eben so großer Sicherheit befördert werden. Die Typen sind aus Mes⸗
der obigen mechanischen Uebertragung des Charukters der Original. üngblech gefertigt. Der obere Rand bildet bei den verschiedenen Buch—
Devcsche nicht möglich. taben verschiedene Erhöhungen und Vertiefungen. Zum Satze der
Man würde jedoch irren, wenn man annehmen wollte, daß das Depeschen werden Schienen in Form von Linealen benutzt. Indem de
neue System das bisherige zu verdrängen und zu ersetzen greignet wäre. Schienen durch den Apparat gezogen werden, gleitet ein Hebel über dit
Der Caselli'sche Apparat setzt eine unmiltelbare telegraphische Ränder der Typen hinweg, der, je nachdem er sich auf einer Erhöhung
Verbindung vom Abgangs-⸗ bis zum Bestimmungsorte und dabei eine oder über einer Vertiefung der Type befindet, die galvanische Kette
so lebhafte Correspondenz zwischen diesen beiden Orten voraus, daß schließt oder öffnet. Am Bestimmungsorte erscheinen die Zeichen in
die Depeschen hin- wie herwäris mit einer gewissen Regelmäßigkeinn Strichen und Punkten auf einem Papierstreifen.
zustießen. Die Vortheile des Siemens'schen Apparats gegen den gewöhnlichen
Was den ersteren Punkt betrifft, so ergibt sich bereits aus dem] Apparat von Morse bestehen zunächst in der Möglichkeit, in gleichet
Gesagten, daß weder ein Umtelegraphiren von Depeschen an Zwischen— Zeit auf demselben Draht die sechs- bis gchtfache Zahl von Zeichen

Belanntmachung.
Landwirthschaftliche Ausstellung zu Köln.
In der zweiten Hälfte des kommenden Monats Mai findet zru
Köln eine internationale landwirthschaftliche Ausstellung statt, derer
Programm bereits durch die öffentlichen Blätter zur allgemeinen Kennt
niß gebracht worden ist. Im Interesse der heimischen Landwirthschaf
und Industrie ist eine lebhafte Betheiligung an derselben wünschens
werth, und hoffen wir, daß auch die Eingesessenen unseres Bezirks
namentlich durch Beschickung der Ausstellung mit passenden Gegenstän
den, ihre Theilnahme und Mitwirkung nicht versagen werden.
Trier, den 25. Februar 1865.

I. 1083 8. 3.)
— —
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.