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den Kreis Saarbrücken.
As 30.
Sonnabend den 114. März
1863.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Auf den Bericht vom 26. v. Mis. J. D. Nr. 115 — eröffne ich
der Königl. Regierung, daß die in der Arzneitaxe für 1865 unter die
allgemeinen Bestimmungen nicht wieder aufgenommene, in den Arznei—
axen sür 1863 und 1864 unter Nr. 4 aufgeführte Festsetzung in Be⸗
treff der Abrundung der Tarpreise der Recepte nicht fortbesteht, sondern,
da sie überhaupt nur für die Dauer der Gültigkeit der gedachten Taxen
erlassen war, durch Weglassung aus den allgemeinen Bestimmungen zu
der Taxe pro 1865 von selbst außer Kraft getreten ist. e
Einer ausdrücklichen Aufhebung der in Rede stehenden Bestim—
mung bedurfte es nicht, da auch die vorjährige Arzneitaxe selbst nicht
jedesmal ausdrücklich aufgehoben wird, und es sich von selbst versteht,
daß hinsichtlich des Gebrauchs der Arzneitare jedesmal nur biejenigen
allgemeinen Bestimmungen gelten, welche derselben vorgedruckt sind.
Berlin, den 10. Februar 1865.
Der Minister der geistlichen ꝛe. Angelegenheiten.
Indem wir vorstehendes Ministerial-Rescript zur öffentlichen Kennt⸗
niß bringen, machen wir die Apotheker des diesseitigen Bezirks darauf
aufmerksam, daß beim Austaxiren der Recepte die aus dem Summiren
der einzelnen Positionen sich ergebenden Tarpreise nicht weiter abge—
rundet werden dürfen.
Trier, den 17. Februar 1865.
I. 812 8. 8) Königl. Regierung.
Mittheisungen über die neuesten Fortschritte in der
Landwirthschaft.
Bekanntmachung
Das unterzeichnete Curatorium bringt hiermit das günstige Re—
sultat des Betriebs der Sparkasse für den Kreis Saarbrücken während
des Jahres 1864 zur öffentlichen Kenntniß.
A. Einnahmen. M —
1. Betrag der Einlagen am Schlusse des Jahres 18863 48,032 26 7
2. Zuwachs während des Jahres 1864 48,463 25 1
Summa der Einnahme 964906 0
B. Die Ausgaben
für zurückgenommene Einlagen während des Jahres
1864 betragen 34,741 4 5
der Betrag der Einlagen am Schlusse des Jahres
1864 besteht daher in 61,755 16 3
Dieses Vermögen ist nach Vorschrift der Statuten zinsbar ange—
legt theils in Darlehen an Privatpersonen gegen sichere Hypothek und
auf Handschein, ferner an Gemeinden des Kreises Saarbrücken, theils
in inländischen kursirenden Staatspapieren.
Saarbrücken, den 4. März 1855
Das Kuratorium der Sparkasse für den
Kreis Saarbrücken:
d. Gürtner. AI. Wagnerx. Albrecht
IFr. Braun. A. Rromayer.
Fütterungs-Versuche nur allein zu einem richtigen Abschlusse gelan—
gen. Die Naturwissenschaften wollen zu Hülfe genommen werden,
dieselben müssen sich gegenseitig unterstützen, um die Landwirthschaft
hrem höheren Ziele entgegenzuführen.
Sind beim Pflanzenbau bereits die Lehren des Kreislaufs in
die Landwirthschaft eingedrungen und haben sich durch Würdigung
der zum Gedeihen der Pflanzen nöthigen Mineralstoffe die Ansichten
iüber die Düngung auf richtige Principien basirt, so hat eine vervoll—
fommnete Mechanik zweckmäßige Instrumente für die Bearbeitung
des Bodens geliefert und vielfach ist das Eisen an die Stelle des
dolzes getreten. Thier- und Dampfkraft hat bei vielen Arbeitern
die Menschenkraft ersetzt und Nordamerika hat, durch die Noth ge—
drängt, in den letzten Jahren die überraschendsten Beispiele geliefert.
So vernimmt man ans dem Mechanics Magazin Nr. 296 vom Jahre
1864, daß 40,000 Mähemaschinen bereits im Jahre 1863 in den
uördlichen Staaten Amerikas verkauft wurden und man nimmt an,
daß iu der Ernte vou 1803 mehr als 90,000 Stück in Thätigkeit
waren. Ersetzt nun eine Maschine die Arbeit von 6 Männern, so
ist hier die von 450,000 dadurch verrichtet worden. Diese Nachrich—
ten gründen sich auf Bekanntmachungen der nordamerikanischeu Re—
gierung, und die Redaktion der Annalen der Landwirtschaft in den
preuß. Staaten hat deßhalb keinen Anstand genommen, sie tn ihre
Spalten aufzunehmen. In England, Frankreich und Deutschland
hat die Mähmaschine bis jetzt nur in beschränktem Maße Anwendung
gefunden, dagegen haben sich Dresch- and Säemaschinen in kurzer
Frist überall hin verbreitet und ist dadurch unseren Maschienenfa—
briken eine lohnende Arbeit in großer Ausdehnung zugeführt wor—
pen. Die Drillkultur (die Ansaat in Reihen durch Maschinen) ist
beim Landbau als ein wichtiger Fortschritt zu erachten, da sie eine
„Landbau ist die gesundeste, die nützlichste und die edelste
Beschäftigung des Mannes.“ Washington.
Ueberschaut man die verschiedenen Zweige der menschlichen Be—
triebsamkeit, so wird man nicht anstehen, die Landwirthschaft als den
wichtigsten anzuerkennen, sowohl was den Umfang, als was die
Bedeutung für das allgemeine Wohl betrifft. Ein Jeder, der Eine
mehr, der Andere minder, ist bei den Fortschritten der Landwirthschaft
betheiligt und wird denselben gern einige Aufmerksamkeit schenken.
Es sei unsere Aufgabe, jene Fortschritte in kurzen Umrissen zu schildern.
Werfen wir zunächst einen Blick auf den Ackerbau und die Wie—
senkultur, so sind bei dem ersteren in den letzten Jahren Riesenschritte
zeschehen und eine Reihe von Verbesserungen in's Leben getreten,
welche man den Fortschritten der Naturwissenschaften, insbesondere
der Chemie verdankt. Hatte einst in wissenschaftlich gebildeter Art,
der Altmeister Thaer, dafür muthig die Bahn gebrochen und verdien!
er für alle Zeiten ein ehrendes Andenken, so bleibt doch Liebig, des
sen Werk „Chemie in ihrer Anwendung auf Apgrikultur und Physiologie“
so eben in achter Auflage erschienen ist, das große Verdienst, in der
Gegenwart die Landwirthe aus ihrem Schlaf aufgerüttelt und seinen
vissenschaftlichen Gegnern Veranlassung gegeben zu haben, ihre For—
schungen auf das Gebiet der Landwirthschaft zu richten. Nur wo
man Pro be macht, kann etwas Tüchtiges geleistet werden und unser
landwirthschaflich-chemischen Versuchsstationen, welche die Neuzeit in's
Leben gerufen hat, haben auf diesem Wege der Landwirthschaft be—
reits große Dienste leisten können. Die Forschungen, welche über die
Vorgänge im thierischen Körper geschehen sind, lassen bezüglich der