Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Uebersicht der Jampfschist-VPerbindungen
zur
Beförderung der außer⸗uroväischen Correspondenz.

—A

Abgang

von

Datum.

Afrika.
Aegypten........

Southampton...
Marseille...: ..
Triest .......
Marseille......

Jeden 4., 12., 20
und 27. d. Mis
Jeden 5., 9., 12.
19., 20., 28., 29
d. Mts.
Jeden 5., 12., 20.,
28. d. Mts.
Dienst., Donnerst
u. Sonnab. Mitt.
Jed. 10. d. M. fruͤh
Jeden 20. d. Mts.
Jeden 28. d. Mts.
Jeden 28. d. Mts
Mittwoch Nachm.
Freitag Mittags.
Jeden 24. d. Mts.
fruͤh.
Den 11., 25. Febr.,
11, 25. März ꝛc.
1866.
Den 4 Febr., 4.,
18.März, 15. April
ac. 1865.

Algier ...
Cap der guten Hoffnung, St. Helena

Devonport.....
Southampton ...
Marseille......
Triest......
Marseille. .....
Marseille. . ....
Liverpool......
Bremen ......
Hamburg
pr. Southampton

Oran.. . ...
Stora, Bona und Tunis .......
der Westküste von Afrika, via Madeira
und Teneriffa............

Ame:ika.
New-York ...

—X

davre
pr. Svuthampton

Monatlich 1 mal,
Mittw. d. 8. Febr.
8. März ꝛc. 1865
Den 11.25. Febr.,
11, 25. März ꝛc
1865.
Jeden Mittwoch.

Liverpool......
Southampton...
Saarbruͤcken, im Febrnar 1865.
Landwirthschaftliches Casino im Köllerthale.
Heusweiler, den 5. Februar 1865.
In der Sitzung vom 2. October 1864 wurde die Düngerfragt
resp. Lehre in Anregung gebracht; namentlich wurde über die atmos—
phärischen und animalischen Düngemittel Vortrag gehalten und diesel—
ben in allgemeiner Discussion näher erörtert. Für heute steht die Ab—
handlung über die vegetabilischen, mineralischen, so wie über die zusam—
mengesetzten Düngmittel auf der Tagesordnung.
Unter „vegetabilischen Düngmittel“ versteht man solche, die von
Pflanzen und Pflanzentheilen herstammen. Sie liefern bei der geringen
Menge thierischen Düngermaterialien dem Landwirth den größten Theil
seines großen Duͤngerbedarfs.
Unter vielen Andern als Schilf, Haidekraut, Ginster, Farrenkräuter,
Moos, Rasen, Kartoffelkraut ꝛc. ꝛc. sind die hier am meisten zur Dün—
gung verwandie Vegetabilien Stroh und Laub. Außer diesen genann—
ten Pflanzentheilen werden auch noch andere, besonders aber grünende
Pflanzen zur Düngung angewandt und eine solche nennt man „grüne
Düngung“.
Die mineralischen Düngmittel, wovon wir hier blos den Kalk und
Gyps anführen wollen, kommen bei dem Ackerbau als auflbsend, an—
ziehend und nährend in Betracht.
Der gebrannte oder ätzende Kalk verwandelt den sauren Humus
in milden, zersetzt die im Boden vorhandenen, schwer auflöslichen, or⸗
ganischen Stoffe und bringt sie zur Thätigkeit; außerdem lockert er den
gebundenen kalten Boden und trägt zur Zerstörung der Moose und Un—
kräuter bei. Als anziehend nimmt er mehrere atmosphärische Stofft
auf und überträgt sie der Vegetation. Als nährend gibt er einen klei—
nen Theil seiner eigenen Substanz den Pflanzen ab und befördert da—
durch unmittelbar deren Vegetation. Der Kalk bringt nicht selten eine
Wirkung hervor, die der einer Düngung mit Stallmist ziemlich nahe
kommt. Es ist dies aber jedenfalls nur seiner starken Einwirkung auf
den im Boden befindlichen Humus zuzuschreiben; denn je weniger er
davon im Boden findet, desto geringer wird seine Wirkung, und wenn
mit seinem bftern Gebrauche keine zweckmäßige Mistdüngungen verbun—
den werden, so fuͤhrt dieser zur gänzlichen Erschöpfung und Unfrucht—

Mach

Abgang

von

Datum.

Amerika.
Boston.......

Liverpool .....

Den 4, 18. Febr
A. 18. März
1865.
Donnerst. Abend

Canada ..
den Britischen und den uͤbrigen Ko—
lonien West-Indiens (mit Ausnah⸗
me von Havannah), ferner nach
Venezüla, New⸗Granada, Guaya
quil, Chili und Peru, so wie nach
Californien .............
Brasiisien, Buenos-Ayres und den
Falklands-Inseln .. ........
Brasilien und Buenos-Ayres, pr.
Lissabon und St. Vincent .....
Havanna und Mexiko... ..

— 4

Liverpool .....

Southampton ...
Southampton ...
Bordeaux .....
A
St. Nazaire. ...

Jed. 2u. 17. d. Mt
Jeden 9. des Mt⸗
Jeden 25. des Mts
Jeden 2. des Mts
Jeden 16. des Mtt

Asien.
Indien (Bombays ... ..

Southampton ...
Marseille .....
Triest......
Southampton ...
Marseille .....
Triest ......

Jed. 12. u. 27. d. M
Jed. B5., 20. d. M. qu
Jeden 5. u. 20.d
Mts. 10 U. Vorm
Jed. 4. u 20. d. M
Jeden 12.,19. u. 26
des Mts.
Jeden 12. u. 28.7
Mts. 10 U. Vorm

Indien, (Penang, Singapore, Bata—
via), China und Japan ......

Southampton... Jeden 20. d. Mt⸗
Marseille ..... Jeden 28. d. Mis
Triest ....... Jeden 28. d. Mi⸗
Königl. Post-Amt.
barkeit, da der Kalk an sich selbst zu wenig positiv düngend sich erwei
wohl aber so lange auflöst, als er noch etwas aufzulösen findet.
Daher auch das alte Sprüchwort: „Viel Kalken macht reie
Väter, aber arme Söhne!“
Der Gyps oder schwefelsaure Kalk ist ebenfalls ein äußerst wie
tiges Dungmittel; er wirkt mehr oder weniger auf alle Gattungen vo
Vegetabilien, hauptsächlich aber auf die Kleearten und Hülsenfrüchte, son
auf alle Oelgewächse. Seine Hauptwirkung besteht darin, daßhauptsächlich
 Feuchtigkeit und andere Stoffe aus der Atmosphäre
ich zieht und daß sich die Blätter die im Gypse enthaltene Schwefr
äure aneignen.
Das Gypsen nimmt man gewöhnlich bei feuchter, windstiller W
erung oder des Morgens früh im Thau vor, wenn der Klee odert
Hhülsenfrüchte eine Höhe von drei bis vier Zoll erreicht haben. De
Eineggen des Gypses hat noch keinen günstigen Erfolg gezeigt. V
einem Regen, wodurch der Gyps von den Blättern der Pflanzen eh
gewaschen wird, soll man nicht gypsen.
Wir kommen nun zu den zusammengesetzten Düngemitteln, und zw
zu den „vegetabilisch-animalischen Dungmitteln.“
Unter allen bis jetzt gekannten Dungmitteln spielt der vegetabilise
animalische Dünger oder der Stallmist die wichtigste Rolle beind
dandwirthschaft und ist deshalb auch gerade diesem Düngemitteled
zrößte Aufmerksamkeit zu schenken. Da nur der Stallmist oder veh
abilisch-animalischer Dünger aus den thierischen Exkrementen und a
den zur Einstreu benutzten Vegetabilien besteht, so richtet sich der Wa—
desselben natürlich nach dem Werthe dieser letztern.
Bei den vegetabilischen Düngemitteln haben wir oben, als dieh
gebräuchlichsten, nur das Stroh und Laub hervorgehoben. Was w
deren Güte anbelangt, so nimmt das Stroh unbedingt unter all
Kinstreumittel die erste Stelle ein. Es nimmt durch seine röhrige v
schaffenheit viele Flüssigkeit auf, verbindet die thierischen Exkrementenr
einander, lös't sich mit denselben auf, und gibt dem Boden das E
zogene wieder zurlck. Außerdem verbessert es auch vorübergehend
physischen Eigenschaften des Bodens.
Wie dem Stroh die erste Stelle als Einstreumittel zur Bereitu
eines guten Düngers gebührt, so kann man dem Laub unbedingt

Australien.
via Alexandria und Suez......
            
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