Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

e) Englische Kartoffel: 1. Kleber
13 Siärke
Spur Gummi
0 Zucker
Spur Fette
Bekannt sind bis jetzt gegen 430 Sorien. Ob die Kartoffel, wenn
sie ihren Lauf von Westen nach Osten vollbracht, mit diesem Ziele ih—
rer Wandtrung auch ihre Geschichte beendet hat, das ist mehr zu wün—
schen als zu befürchten. Diese Entscheidung gehört aber der Zukunf
an. (Landw. Annalen d. mecklenb. patr. Vereins.)

Ueber die Durstnoth der Bienen
macht Herr A. Büdenbender zu Mudersbach im Siegener Intelligenz⸗
blatte nachfolgende interessante Mittheilung: „Hr. Bienenmeister Teckhaus
befürchtete in diesem Winter Durstnoth bei den Bienen. Seine Vor—
aussicht scheint sich leider nach meiner Erfahrung zu bestätigen. Am
3. Jan. d. J. wurden mehrere meiner Vöolker unruhig, obschon wir
nur 50 Wärme hatten; eine Temperatur, bei der die Bienen gewöhn—
lich keine Ausflüge machen. Sie hielten kein munteres Vorspiel, sondern
liefen suchend am Flugloche über- und durcheinander. Dabei brauseten
sie stark, ähnlich wie beim Bewußtsein der Weiserlosigkeit. Einzelne
flogen ab und tranken auf dem feuchten Boden. Ich stellte ihnen nun
Fultergefäße mit reinem Wasser in's Flugloch. Begierig sogen sie die
auf's Flugbrett gefallenen Tropfen auf und die Gefäße waren bald
geleert, so daß ich bei einem Stocke mehrere Male nachfüllen mußte.
Darauf trat Ruhe ein, welche bei kaltem Wetter bis zum 21. Jan
dauerte, wo sogar bei nur 20 Wärme einer dieser Stöcke zu toben an—
fing. Nach dem Rathe Dzierzon's (Eichstädter Bienenzeitung Nr. 1,
1865) füllte ich eine Wabe mit Wasser und brachte sie an den Sitz
der Bienen, reichte ihnen auch wieder durch's Flugloch Wasser, was
noch begieriger, als das vorige Mal abgenommen wurde. Den übrigen,
die früher Durst gezeigt hatten, jetzt aber nur ein leises Summen hö—
ren ließen, spritzte ich durch's Flugloch Wasser ein. Dzierzon empfiehlt
dazu eine Spritze; es geht aber auch ganz gut mit einem Strohhalm,
durch welchen man das Wasser vermittelst des besten Blasebalges, den
man hat, nämlich ves Mundes, in den Bau strahlen läßt. Dort dringt
es zum Theil in die Zellen, anderes bleibt hier und da in Tropsen
an den Waben und Wänden hängen und wird von den Bienen auf
gesogen. Sie kamen aber auch bald varauf in Menge an's Flugloch
und tranken in vollen Zügen aus den eingestellten Futtergefäßen.
Die Durstnoth der Bienen ist erst in neuerer Zeit erkannt worden,
und es mag mancher Stock, dessen Todesart man sich nicht erklären
konnte, an diesem Uebel zu Grunde gegangen sein. Die Entstehung
desselben erklärt man also: Bei normalen Verhältnissen finden die Bie—
nen im Winter in dem vorhandenen Honig das nöthige Wasser. Is
aber der Honig krystallisirt, oder sind sie auf trockenen Kandis ange
wiesen, so vermoögen sie nicht, ihrem Organismus die nöthige Feuchtig—
keit zuzuführen. Auch Ritze in den Bienenwohnungen, schlecht passende
Decbrettichen ꝛc. können Ursache der Durstnoth sein, indem sie Zugluf—
im Stocke herbeiführen und die Feuchtigkeit entweichen lassen. Starkt
Völker mögen der größeren Wärme wegen eber vom Durst zu leiden
haben, als schwache. —
Wodurch dieses Uebel bei einem Theile meiner Bienen hervorge⸗
rufen wurde, weiß ich noch nicht zu sagen. Die fünf Durstigen haben
dieselbe Art Honig, wie die übrigen. Sie wohnen aber mit einem
sechsten, der keinen Durst zeigte, in einer Zwolfbeute und es könnte
möglich sein, daß dort zwischen den Mittelwänden und der Stirnwand
eine Fuge enistanden wäre. Warum zeigte sich dann aber an denselben
Tagen die Durstnoth bei einem mehrere Jahre alten, also gut verkitte⸗
sen Stülper meines Nachbars?
Wer ebenfalls Erfahrungen obiger Art gemacht hat, wolle solche
mittheilen, damit man durch Vergleichung derselben die sichere Ursache
der Durstnoth auffinde.
Schließlich bemerke ich noch, daß man bei kaltem Wetter oder bei
Schnee den durstigen Bienen nur Wasser, und nicht etwa verdünnten
Honig oder Zuckerwasser reichen darf; indem man sie sonst zu Aus⸗

flügen veranlaßt, durch welche sie auf dem kalten Erdboden oder im
Schnee den Tod finden würden. Ist mildes Wetter, so braucht man
sich des Wassers wegen nicht um sie zu kümmern; sie werden dasselbe
dann schon zu suchen wissen.“

Die Mäuse.
Alle Erdtheile weisen Mäuse auf und jene glücklichen Inseln,
welche bis jetzt noch von ihnen verschont blieben, werden sicher im
Laufe der Zeit noch wenigstens von einer Art bevölkert werden, deren
Wanderlust schon wahrhaft gewaltige Erfolge erzielt hat. Die Mäuse
dewohnen alle Gegenden und Klimate, wenn sie auch die Ebenen
zemäßigter und wärmerer Länder dem rauhen Hochgebirge oder dem
kalten Norden vorziehen; aber sie finden sich so weit, als die Grenze
des Pflanzenwuchses reicht, demzufolge auch noch in unmittelbarer
Nähe des ewigen Schnees der Gebirge. Wohlbebaute Gegenden,
Fruchtfelder, Pflanzungen sind unbedingt ihre Lieblingsorte; sumpfige
Strecken, Flußufer und Bäche bieten aber ihnen ebenfalls genug, und
elbst dürre, trockene, mit wenig Gras und Buschwerk bewachsene
Ebenen gewähren ihnen noch die Möglichkeit zu leben. Einige mei—
den die Nähe menschlicher Ansiedelungen, andere drängen sich dem
Menschen als ungebetene Gäste auf und folgen ihm überallhin, wo
er neue Wohnorte gründet, selbst über das Meer. Sie bevölkern
Haus und Hof, Scheuer und Stall, Garten und Feld, Wiese und
Wald, überall mit gefräßigem Zahn Schaden und Unheil anrichtend.
Nur die wenigsten leben einzeln oder paarweise, die meisten lieben
die Geselligkeit, und manche Arten wachsen zuweilen zu ungeheuren
Schaaren an, obgleich sich einzelne immer mehr oder weniger abge—
sondert halten. Bei fast allen ist die Vermehrung eine ganz außer—
ordentliche; denn die Zahl der Jungen eines einzigen Wurfes schwankt
zwischen 6 und 21 und die allermeisten pflanzen sich mehrmals im
Jahre, ja selbst im Winter fort.
In Deutschland leben vier ächte Mäuse: es sind dies die Haus-,
Wald-, Feld- und Zwergmaus. Alle diese Mäuse ähneln sich in
ihrem Aufenthalt, in ihrem Wesen und Betragen ungemein, obgleich
die eine oder die andere darin ihr Eigenthümliches hat. In Einem
timmen alle vier überein: sie zeigen, wenigstens zeitweilig, große
Vorliebe für den Menschen; denn alle vier finden sich, zumal im
Winter, recht häufig in den Häusern, vom Keller an bis zum Boden
hinauf, wenn auch die Hausmaus regelmäßiger als die übrigen.
Keine einzige ist ausschließlich an die Orte gebunden, auf welche ihr
Name hindeutet; die Waldmaus lebt ebensowohl zeitweilig in der
Scheuer oder im Hause, wie auf dem Felde, und die Feldmaus ist
rbensowenig allein auf's Feld beschränkt, wie die Hausmaus auf die
Wohnung des Menschen. Die Namen sind also nur beziehentlich
anzuwenden. Die Hausmaus soll schon seit den ältesten Zeiten der
treueste Genosse des Menschen gewesen sein. Bereits Aristoteles und
Plinius thun ihrer Erwähnung und Albertus Magnus kennt si
ganz genau. Gegenwärtig ist sie über die ganze Erde verbreiteh
Sie wanderte mit dem Menschen, fie folgte ihm bis in den höchsten
Norden und bis in die höchst gelegenen Alpenhütten. Wahrscheinlich
gibt es gegenwärtig nur wenige Orte, wo sie fehlt, und jedenfallbs
hat man sie da bloß noch nicht beobachtet.
Ihr geistiges Wesen macht sie dem, welcher das Leben des Thie
res zu erkennen trachtet, zum wahren Liebling. Sie ist gutmüthig
ind harmlos und ähnelt nicht im Geringsten ihren boshaften, tückt
chen und bissigen Verwandten, den Ratten; sie ist höchst neugieriz
ind untersucht Alles mit der größten Sorgfalt; sie ist lustig und
lug, sie merkt bald, wo sie geschont wird und gewöhnt sich hier mi
der Zeit so an den Menschen, daß sie vor seinen Augen hin- und
herläuft und ihre Hausgeschäfte betreibt, als gäbe es gar keine Stö—
rung für sie. Im Käfig benimmt sie sich schon nach wenigen Tagen
zanz liebenswürdig; selbst alte Mäuse werden noch leidlich zahm,
und jung eingefangene übertreffen wegen ihrer Gutmüthigkeit und
Harmlosigkeit die meisten anderen Nager, welche man gefangen hal
ten kann. Ganz eigenthümlich ist ihre Liebe zur Musik. Wohllau
tende Töne locken sie aus ihrem Versteck hervor und lassen sie all
Furchtsamkeit vergessen. Sie erscheint bei hellem Tage in den Zim
hern, in welchen gespielt wird, und Orte, in denen regelmäßig Mu
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.