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Sür
den Kreis Saarbrücken.
4 154.
Dinstag den 26. Dezember
1865.
Amtliches.
und die Zurücksendung der nicht abgeholten Arbeit an den dadurch
ermittelten Verfasser erfolgen.
Berlin, den 19. Dezember 18685.
Direction der Konig. Berg⸗Akademie.
Serlo. Oberheraratb.
Bekanntmachung.
Amtslokal für die Bürgermeistereien Sulzbach und
Friedrichsthal.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß das Amts—
lokal für die neugebildeten Bürgermeistereien Sulzbach und Friedrichs—
thal in dem mit No. 75 bezeichneten Hause des Friedrich Zeitz zu
Sulzbach eingerichtet werden wird, und erklären wir dieses Haus als
Gemeindehaus, woselbst vom 1. Januar 1866 ab die Civilstandsakten
aufzunehmen und die Eheverkündigungen gesetzlich zu publiciren sind
Trier, den 15. Dezember 1866.
(I. 146 8. 2.)
Bekanntmachung.
Durch Erlaß des Herrn Ministers für Handel, Gewerbe und
öffentliche Arbeiten vom heutigen Tage ist das eine der nach der
Bekanntmachung vom 31. Juni d. J. bei der Königl. Bergakademie
gebildete Reisestipendium im Betrage von zweihundert Thalern dem
Bergerpectanten Friedrich Bode aus Brehne (Provinz Sachsen) für
die Concurrenzarbeit „die Kupfersteinröstung auf Eckardthütte bei
Leimbach“ bewilligt, dagegen von der Verleihung der beiden anderen
Stipendien abgesehen worden.
Der Verfasser der eingegangenen zweiten Concurrenzarbeit wird
hierdurch aufgefordert, dieselbe innerhalb eines Zeitraums von vier
Wochen in der Registratur der Bergakademie zurückzunehmen; nach
Ablauf dieser Frist wird die Eröffnung des beigefügten Couverts
uuliche Regierung.
abgeschlagen, es von ihm zu erlangen, wenn die Zeiten Geschäfte
mit sich brachten, die ihn mit Sorgen beluden, ihn zu erheitern,
wenn er einmal gefehlt hatte, bis zur gelegenen Zeit zu schweigen
und dann rechtzeitig ihn zu erinnern.“ Eine aufopfernde Mutter,
achtete sie der eignen Gesundheit nicht, wenn eins der Kinder er—⸗
krankte. Von den Grundsätzen, nach denen sie bei der Erziehung ver⸗
fuhr, geben uns ihre Rechnungen und Vermerke über Weihnachts-—
zeschenke die beste Meinung. Nicht übermäßig köstlich und theuer
einzukaufen, schärfte sie ihren Beauftragten ein. Die Prinzen erhiel—
en hölzerne Hunde, Pferde und Hirsche, das Stück zu 12 Groschen,
Reiter und allerhand Rüstung; für die Prinzessinnen wurden in
Leipzig Puppen gekauft, jede mit zwei Kleidern, einem Feierkleide
and einem gemeinen, außerdem aber Gebetbücher, Nähkästchen, Kin⸗
derhausrath an kleinen Tischen und Schränken, vollständige Küchen—
rinrichtungen mit Schüsseln, Tiegeln und Pfannen von Messing,
Kupfer, Blech, Eisen, Zinn und für 6 Pfennige Ruthen zur Mah—
aung, was ihnen drohe, wenn sie sich durch die schönen Geschenke
nicht zur Artigkeit auffordern ließen.
Wie die Kurfürstin alles speziell beaufsichtigte, so hatte sie auch
alles unter gutem Verschluß. Den Schlüssel zum Zuckerschranke nahm
sie sogar auf Reisen mit. Ihre Wäsche, die sie gleich der ihres Ge⸗
mahls eigenhändig zu waschen pflegte, verwahrte sie in drei Schrän⸗
ken, welche Niemand öffnen durfte. Um in der Küche gute Leute zu
erhalten, ließ sie anstellige Köche und Köchinnen auf Reisen gehen.
Baiern scheint von ihr als eine Art von Hochschule der Küche be—
trachtet worden zu sein. Da Anna selbst kochte, so bekümmerte sie
sich auch um alle Vorrichtungen zum Kochen. Der gelehrte Dr. Ca⸗
merarius zu Nürnberg mußte ihr eine Feldküche herstellen und erhielt
für diese ungewöhnliche Arbeit ein ungewöhnliches Honorar, sechs
Schweizerkäse nämlich. Als Speisen, welche die Kurfürstin mit Mei⸗
terschaft behandelte, figuriren in den an sie gerichteten Briefen mit
Bitten um die Recepte: Stritzel von Quitten, eingemachte Johannis⸗
träublein, eingemachte Kirschen, Fasanen, die lange in der Brühe
währen, Pasteten von Rehkeulen und „das gute Essen von Parme—
ankäse.“ Köchinnen, die bei ihr gelernt hatten, waren an den fürst⸗
lichen Höfen sehr gesucht. Der Pfalzgraf, der Landgraf von Hessen,
die Herzöge von Braunschweig, Lüneburg, Mecklenburg und Pommern
holten sich aus der Dresdener Hofküche Köchinnen. Verschiedene Ge—
Eine Kurfürstin in der Küche.
Ein Feuilleton für Frauen. J
Unsre Presse ist den Unfällen, die durch Crinolinenbrände ent—
standen sind, mit besorgten Blicken gefolgt und hat dabei die Wahr⸗
nehmung gemacht, daß unter allen den Oertlichkeiten, wo Damen in
Flammen elendiglich umgekommen sind, einer der Hauptschauplätze
weiblicher Thätigkeit fehlt. In Theatern und Concertsälen, auf Bäl—
len und Reunionen, in Gesellschafts- und Ankleidezimmern sind Da—
men oft verbrannt, in einer Küche noch nie. Die meisten Frauen
scheinen den Wink nicht verstehen zu wollen, der darin liegt, daß das
Feuer des häuslichen Heerdes ihre zarten Formen verschont. Ihre
Stimmführerinnen haben in neuester Zeit viel von einer Damen⸗
aniversität gesprochen, allein des nöthigsten aller Lehrstühle, einer
Professur der Kochkunst, nicht erwähnt. Da ist es wohl an der Zeit,
daß wir Männer uns der armen verlassenen Küche annehmen, und
so sei hier eine Zeugin aus dem Grabe beschworen, die dafür reden
wird, daß gründlichste Kenntniß und wackerste Ausübung der Koch
kunst mit der „Würde der Frauen und der Heiligkeit ihres Berufs“
wohl vereinbar sind. Ausdrücklich bemerken wir, daß die Dame, um
die es sich handelt, keine der Frauen war, die in der Gesellschaft
keine Beachtung finden und sich deshalb in die Küche wie in eine
Einsiedelei zurückziehen. Sie war Kurfürstin, ausgezeichnet durch
Geist, Gemüth und hohe Körperreize, eine schlanke und doch füllreiche
Gestalt, edle und milde Züge, blaue Augen und reiches blondes
Haar. So erscheint sie in den Porträts, die das Dresdener histori—
sche Museum von ihr besitzt, und so schildert sie das Buch, aus dem
die „Europa“ die nachstehenden Stellen bringt, Dr. v. Webers
„Anna, Kurfürstin zu Sachsen“ (Leipzig, Tauchnitz), eines der Mu—
sterwerke, für die der berühmte Verfasser aus archivalischen Quellen
schöpft und die er zu Fundgruben für die Freunde der deutschen Sit—
tengeschichte macht.
„Mutter Anna“, wie die Liebe ihrer Unterthanen sie nannte,
eine Tochter Königs Christian's III. von Dänemark, wurde mit 16
Jahren die Gemahlin des Kurfürsten von Sachsen. Als Gattin er⸗
hielt sie von einem Zeitgenossen ein glänzendes Zeugniß. „Sie hatte
gelernt“, sagt Leutinger, „wenn der Kurfürst zuͤrnte, ihn zu besänf
tigen, wenn er beleidigt war, ihn zu versöhnen, wenn er ein Gesuch