bewahrt, und nach Ablauf dieses Jahres zum gerichtlichen Deposi—
torium abgeliefert.
8. II.
Verpfändungen, Cessionen und Ueberweisung der Ersparnisse sind
ungültig.
8. 12.
Ueber die von unseren Fabrikarbeitern gemachten Ersparnisse,
deren Verzinsung und theilweise oder gänzliche Zurückzahlung wer⸗
den von unserer Fabrik-Verwaltung nach dem ihr vorgeschriebenen
Formulare übersichtliche Register gehalten, in welchen bei jedem Ar
beiter die wöchentlichen Beiträge, die jährlichen Zinsen und die et
waigen Zurückzahlungen notirt werden, so daß deren Abschluß mit
dem Abschluß der Sparbücher stimmen muß.
Für die von den Theilnehmern zur Sparkasse eingezahlten Bei—
träge und der davon fälligen Zinsen leisten die Fabrikherren, d. h.
die Handlung Gevers K Schmidt, mit ihrem Gesammtvermögen
volle Garantie.
8. 13.
Die durch Einrichtung und Verwaltung der Sparkasse entstehen⸗
den Auslagen werden wir tragen, daher solche der Sparkasse nicht
zur Last fallen.
s. 14.
Wir behalten uns vor, dies Statut nach den zu machenden Er—
jahrungen und nach dem zeitgemäßen Bedürfnisse zu ergänzen und
abzuändern, wovon die Interessenten in Kenntniß gesetzt werden
sollen. Denselben bleibt dann überlassen, ihr Guthaben nach einer
skündigungsfrist von 8 Tagen zurückzunehmen, falls sie mit den neu
aufgestellten Bedingungen nicht einverstanden sind. Erfolgt diese
Kündigung nicht binnen 8 Tagen, so werden die neuen Statuten
auch für die bisherigen Interessenten vollständig verbindlich.
Im Falle einer Aufhebung der Sparkasse werden die Guthaben
der Interessenten mit den statutarisch berechneten Zinsen denselben
sofort herausgezahlt.
Görlitz, den 1. Juli 1860.
Gevers & Sehmidt.
αÆ8
*Die Uhren⸗Judustrie
von A. Eppner in Lähn bei Löwenberg in Schlesien.
Für den Freund des vaterländischen Kunst; und Gewerbefleißes
ist es eine höchst erfreuliche Wahrnehmung, constatiren zu können
wie die Fabrikation von Taschenuhren, welche bisher fast ausschließ
lich in der Schweiz zu Hause war, auch bei uns heimisch geworden
und vollkommen im Stande ist, an Güte und Schönheit der fertig
gestellten Uhren der ausländischen Concurrenz würdig zur Seite zu
treten. Seit längerer Zeit ist dies bei der Eppner'schen Fabrit
in Lähn der Fall, indem aus derjselben sowohl Taschenuhren, als
Pendelwerke und Chronometer hervorgehen, die allen Anforderungen
was Solidität, Ausstattung und Preise angeht, durchaus entsprechen
Die Brüder Eppner aus Halle haben vor 15 Jahren die Fabrik,
mit ansehnlichem Kostenaufwande, zum Theil auch mit staatlichen
Unterstützungen, in dem Städtchen Lähn am Bober errichtet und mi
so beharrlichem Fleiße fortgeführt, daß gegenwärtig schon 200 Fa
milien in Lähn und den benachbarten Dörfern von der Uhrenfabri
kation leben, — eine Wohlthat, die gerade in jenen Gegenden, wo
—AR— schätzen ist
Außerdem besteht in dem Hauptgebäude der Fabrik eine Lehranstal
für Zöglinge der Uhrenmacherei, in welcher ein systematisch fortschrei
lender Unterricht in allen Zweigen der Fabrikation ertheilt, die jun
gen Leute beherbergt und beköstigt werden und sogar auch einen
Wochenlohn empfangen. Zur Herstellung der größeren Uhrentheile
;xc. ist in diesem Herbste eine Dampfmaschine in Gang gesetzt worden
eine Fortschritt, der selbst in den größten Etablissements der Schwei,
nicht vorkommt. Von den Lähner Fabrikaten sind besonders die Re
gulatoren in verschiedener Größe, von 22 bis 80 Thlr., hervorzuhe
ben, ebenso die Ankreuhren, in Silber zu 11 bis 24 Thlr., in Gold
gehäusen, für Herren und Damen, zu 30 bis 300 Thlr. Dies sind
freilich nicht so niedrige Preise, wie sie in den zahllosen Anzeiger
zuerst auf den Namen des Hauses Batek, welches erklärte, solch
schlechte Fabrikate gar nicht herzustellen) figuriren: allein die Lähne
Uhren sind auch nicht solche Spielwerke, die ewig zum Uhrmacher
vandern müssen und doch nie gründlich reparirt werden können, son—
dern wirklich dauerhafte, richtig gehende, ihren Zweck erfüllende Uh⸗
ren, für deren Güte die Fabrikanten Jahre lang Garantie leisten.
Als ein Beweis der Leistungsfähigkeit des Eppner'schen Unter—
nehmens ist eine sehr kunstvoll gearbeitete Taschenuhr zu erwähnen,
welche vor zwei Jahren dem Könige an Sr. Majestät Geburtsfeste
überreicht wurde; bald darauf erhielten der Fürst Pleß und der Her⸗
zog zu Ratibor ebenfalls Taschenuhren in sehr kunstreicher Ausfiat⸗
tung. Auch in unsere Gegend sind bereits viele Uhren aus Lähn
gekommen, sowohl für Einzelne, als für Regimenter, Eisenbahnvor—
stände (in Aachen, Köln u. A. m.), zuletzt nach Saarbrücken an die
Ksönigliche Bergbehörde, welche zur Feier ihres 50jährigen Bestehens
ein halbes Hundert Taschenuhren (Cylinder) aus Lähn bezogen hat.
Wohin diese Erzeugnisse der heimischen Industrie gelangen, da er—
werben sie durch die Haltbarkeit ihres Baues und ihr geschmackvolles
Aeußere Beifall und veranlassen fernere Bestellungen. Wird dabe
eine Inschrift, ein Wappen, eine Widmung oder sonst eine Bezeich
nung gewünscht, so wird dieses in der Graviranstalt, einem Theile
der Lähner Fabrik, ohne weitere Kosten hinzugefügt. — Unser Kö—
aigliches Haus, die Wichtigkeit dieser Fabrikation im Inlande wohl
erkennend, da bisher Tausende von Thalern für Uhren in's Ausland
wanderten, protegirt das Lähner Unternehmen in vielfacher Weise.
auch sind die Brüder Eppner Hofuhrmacher und Hoflieferanten
sowohl des Königs selbst als des Kronprinzen. Bei der zunehmen
den Geschäftsausdehnung der Fabrik hat dieselbe bereits viele Nis
derlagen errichtet, in Berlin, Königsberg, Magdeburg, Bremen x.
auch in Köln (Minoriten 19), woselbst die Uhren zu den Fabrilkyrei⸗
sen zu haben sind. I.
Ueber veraltete Bienenbrut.
Die Bienenbrut muß 5 Stadien durchmachen. Drei Tage wird
die künftige Biene als Ei bemerkt, worauf sich aus demselben die
Made bildet. Diese liegt spiralförmig auf dem Grunde der Zelle,
wächst durch 6 Tage, indem sie von den Bienen fleißig mit Honig
und feinem Brutmehl (Blumenstaub) gefüttert wird. Die Made wird
schließlich so groß, daß sie in horizontaler Lage ihre Zelle ausfüllt.
—A—
einhüllt, verdedtt ihre Zelle und bedarf hierauf 8 Tage, um sich in
eine Nymphe oder Puppe zu verwandeln. Nach 72/, Tagen beißht
sie fich als unausgebildetes Insect durch den Zellendeckel und schlüpfl
als vollkommene Arbeitsbiene aus. Vom Augenblick der Entstehung
des Eies an bis zum Ausschlüpfen als Biene sind demnach 21 Tage
erforderlich. Die Drohne oder männliche Biene braucht 24, die Kö—
aigin oder Weisel dagegen nur 16 Tage zu ihrer Ausbildung. Ver⸗
chiedene Umstände, insbesondere Mangel an Wärme, können jedoch
diese Entwickelung verzögern.
Das heurige Frühjahr hat in Bezug hierauf gar mancherlei Miß
tände herbeigeführt. Vor Ostern waren alle Imker zu den besten
Hoffnungen berechtigt, da die Völker fleißig flogen und viel Brut au
etzten. Nach Ostern hemmte die Kälte ihre Thätigkeit. Kalte Winde
ja stellenweise sogar Schnee, hinderten den Flug, Tausende von Bie
nen gingen zu Grunde. Die Brut konnte in Folge dessen nicht ge—
hörig belagert werden, und es fehlte mithin derselben die Wärme.
die sie zu ihrer Entwicklung bedurfte, so daß viel längere Zeit ver⸗
ging, ehe die Bienen zum Vorschein kamen, ja viele Zellen, sogar
ganze Waben, blieben bedeckt. Zwar lebte das Insect, wenn man
mit einer Nadel den Deckel von der Zelle hob, hatte aber nicht die
Kraft, sich seiner Hülle zu entledigen. Die ganz natürliche Folge
davon war, daß die Stöcke keine Fortschritte machten. Kann sich dit
Brut nicht normal entwickeln, so stirbt sie endlich ab, und die soge
nannte gutartige Faulbrut entsteht. Um dieses Uebel zu verhüten,
entferne man die Winterverkleidung der Bienenwohnungen nicht zu
geitig; fleißiges Füttern der Bienen befördert ihre Thätigkeit, wodurdh
Wärme erzeugt wird. Geschwächten Völkern muß durch Einhängen
oon bereits reifer Brut wieder aufgeholfen werden. Das Niedersallen
der Bienen vor ihren Wohnungen, die sogenannte Flügellähmung, —
eine Folge veralteter Brut, desgleichen auch die sogenannte Maikran
heit. Letztere zeigt sich in dreifacher Weife, entweder durch den an⸗