Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Bekanntmachung.
Prüfungs-Termin für einjährige Freiwillige.
In Gemäßheit des 8. 128 der Militär-Ersatz-Instruction vom 9.
Dezember 1858 bringen wir hierdurch zur Kenntniß des betheiligten
publikums, daß die Termine zur Prüfung der Candidaten für den ein—
ährigen freiwilligen Militärdienst pro 1866 auf 1) Minwoch den 15.
März, Nachmittags 2 Uhr, zur Anfertigung der Clausurarbeiten, und
Donnerstag den 16. März, Morgens 9 Uhr, zur Ablegung des münd

Das Verwittern der Ziegelsteine.
Schon oft haben Hauseigenthümer die ihnen sehr unangenehme
Bemerkung gemacht, daß die Façadensteine bei Gebäuden, die keinen
Putz haben, schnell verwittern, und daß die Verwitterung in ganz rapi—
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folgende, und will der Herr Verf. hier ganz besonders hervorheben,
daß es in der Hand der Baumeister liegt, nur solche Steine als Faça—
densteine zu verwenden, bei denen die Befürchtung der Verwitterung
nicht vorliegt.
Es gibt Gegenden, in denen beinahe alle Thonsorten, die vor—
fommen, gypshaltig sind, und zwar ist dieses erfahrungsmäßig meistens
da der Fall, wo der Thon die Sohle der Braunkohlenlager bildet, oder
doch in der Nähe von Braunkohlen vorkommt. Dieser Gypsgehall
beträgt oft 15 pCt. und es kommt derselbe nicht bloß durch die ganze
Thonmasse höchst fein suspendirt vor, sondern der Thon ist oft mi—
Kerystallen von Gyps durchsetzt. Wird ein solcher Thon zu Ziegeln
oerarbeitet, also gebrannt, so ist es ganz natürlich, daß der Gyps seine
zwei Atome Krystallwasser abgibt und sich in Anhydrit umwandelt,
Letzterer zieht aber im fertigen Ziegel allmälig aus der Atmosphäre
Wasser an, weil er Neigung hat, Gyps zu bilden, und sprengt dabei
den Ziegel, weil der Gyps ein größeres Volumen einnimmt, als der
Anhydrit einnahm. Diese Absorption von Wasser findet langsam und
allmälig statt, aber sicher, und der Ziegel blättert dabei ab, d. h. er
ꝛerwittert.
Ein zweiter Grund des Verwitterns ist folgender: Bei unsern
hdeutigen industriellen Zuständen suchen viele Fabrikanten ihre Waare
leichter zu verkaufen, indem sie dieselbe billiger machen, ohne sich über
die Güte der Waare viel Scrupel zu machen. Jeder Ziegelbrenner
weiß aus Erfahrung, daß Ziegelsteine sich leichter brennen lassen, d. h.
veniger Brennmaterial brauchen, also anch billiger hergestellt werden
ftönnen, wenn der Thon 10 bis 15 pCt. Kalk enthält. Man setzt also
dem Ziegelthon Kalkmergel bei, oder, wenn diese Operation nicht be—
liebt wird, sucht man einen Thon zu finden, der diesen Kalkgehalt hat.
Man brennt nur sehr schwach, man wendet so wenig Brennmaterial
„an wie möglich, und erhält trotzdem Steine, die äußerlich tadelfrei er—
scheinen. Wären dieselben stark gebrannt, dann wären sie auch in der
That tadelfrei, denn dann befindet sich aller Kalk in chemischer Verbin
dung mit der Kieselerde des Thons, und trägt zur Festigkeit der Zie—
gel bei. Bei schwacher Hitze findet aber diese Verbindung nicht statt;
der größte Theil des Kalks ist als kaustischer Kalk unverändert im
Thon geblieben; dieser zieht sehr langsam Kohlensäure an, vergrößeri
dadurch sein Volumen und die Folge ist, daß der Stein abblättert,
d. h. verwittert. Größere Stücke von Kalk sprengen den Stein, wie
das allbekannt ist; regelmäßig vertheilter Kalk wirkt, wenn die Hitzei
beim Brennen nicht groß genug war, nicht so energisch; die Wirkung
äßt länger auf sich warten, sie geschieht auch nicht so schnell, aber sie
kommt sicher immer.
Außer diesen Ursachen gibt es noch eine, die Veranlassung zur
schnellen Verwitterung geben kann, und die ebanfalls ihren Grund hat
in dem Trachten, eine billige Waare herzustellen, unbeschadet ihrer son⸗
stigen Eigenschaften. Man stellt nämlich aus dem feuchten Thon, wie
er aus der Grube gestochen wird, ohne ihn weiter zu sumpfen, ver—
qmittelst Thonschneider und Pressen Steine dar, die nur einer sehr ge—
zringen Trocknung bedürfen, bevor sie im Ofen gebrannt werden. Die
enscheinbaren Vortheile dieses Verfahrens bestehen in der kurzen, leichter
vund deßhalb billigen Trocknung; die großen Nachtheile dieses Verfah
rens bestehen aber darin, daß die geringe Menge Feuchtigkeit, die dey
Thon in der Grube hat, nicht hinreicht, um die einzelnen Thonpartikel
chen genlgend aneinander zu binden. Der Zusammenhalt derartig

lichen Examens, sowie ferner 2) Mittwoch den 16. August, Nachmit—
tags 2 Uhr, zur Anfertigung der Clausurarbeiten, und Donnerstag den
17. August, Morgens 9 Uhr, zur Ablegung des mündlichen Examens
anberaumt sind. Die Candidaten haben sich an den genannten Tagen
im hiesigen Regierungs-Gebäude einzufinden.
Trier, den 18. Januar 1865.
Königl. Departements-Commission
zur Prüfung der Freiwilligen für den einjährigen Militärdienst.

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dargestellter Steine ist nicht so groß, daß nicht das in den Poren der—
elben gefrierende Wasser und andere atmosphärische Einflüsse diesen
chwachen Zusammenhalt lockern könnten, und dadurch das Verwittern
des Steines bewirken. Diese Methode der Ziegeldarstellung verdient
den härtesten Tadel, da die nach derselben dargestellten Steine Veran⸗
lassung werden, daß neue Häuser nach wenigen Jahren moderne Ruinen
verden. Es bedarf kaum der weiteren Worte, um den ausgesprochenen
Tadel näher zu begründen, denn es wird dem Sachkenner nicht ent—
gehen, daß die höchst innige Mischung der einzelnen Thonpartikelchen
ein sehr wesentliches Moment bei der Ziegeldarstellung ist, und daß diese
Mischung nur erreicht werden kann, wenn der Thon mit einer hinrei—
henden Menge Wasser gesumpft ist, ehe derselbe in den Thonschntider
'ommt. Wenn gleich es keinem Zweifel unterworfen ist, daß eine Ab—
ürzung dieses Verfahrens wünschenswerth wäre, so ist doch die Ab⸗
ürzung, die in manchen Ziegeleien beliebt wird, eine durchaus ver—
verfliche, da sie auf Kosten der Güte der Steine geschieht.
Jeder Baumeister, oder wer sonst Häuser baut, mag sich in Acht
nehmen vor den Steinen, die schwefelsauren oder kaustischen Kalk ent—
halten, selbst wenn letzterer pulverförmig gleichmäßig durch die Masse
des Thons vertheilt ist, und endlich vor den Steinen, zu denen der
Thon nur im feuchten Zustande verarbeitet war. Selbst unter Putz
haben diese Steine immer nur untergeordneten Werth; für Blendsteine
sind sie ganz unbrauchbar.
(Mitthlgn. a. d. Laboratorium des Dr. Dullo in Berlin.)

Vermischtes.
Kartoffeln im Winter zu versenden, ohne daß sie erfrieren.
Man taucht die Säcke, in welchen die Kartoffeln versendet werden sol⸗
en, in kaltes Wasser, füllt dann die Kartoffeln ein und begießt von
außen die Säcke wieder mit Wasser. Auf diese Weise verpackt, sollen
die Kartofseln den stärksten Frost aushalten. Durch die Nässe werden
nämlich die Zwischenräume des Gewebes der Säcke ausgeflillt und das
außen sich bildende Eis verhindert das Eindringen der Kälte oder viel
nehr das Entziehen der Wärme, die in den Kartoffeln enthalten ist.

Etwas über Pferdefütterung. Dieselbe Qualität Hafer,
vomit ein Pferd gefüttert wird, bringt eine ganz verschiedene Wir—
kung hervor, je nach der Zeit, in welcher das Futter gereicht wird.
ADD
rränkt und dann füttert, und ein Nachtheil, wenn umgcekehrt verfah—
ren wird. So ist es auch eine ganz schlelchte Gewohnheit, wenn
man den Pferden sogleich nach ihrer Rückkehr von schwerer Arbeit
Heu und Hafer reicht. Sie fressen dann gierig, kauen wenig und
berdauen schlecht. Wenn ein Pferd von der Arbeit zurückkommt,
vo es oft dazu noch erhitzt ist, so sollte man es erst eine Viertel—
tunde ruhen lassen, ihm nach Ablauf derselben etwas Heu, eine
salbe Stunde darauf zu saufen und dann erst Hafer geben. Auf
»iese Weise verhütet man Erkältungen, denen die Pferde in Folge
unvorsichtigen Tränkens so häufig unterworfen sind. Wir kännen
versichern, daß diese Regeln die Folge einer langjährigen Erfahrung
sind. Wer sie befolgt, wird mit seinen Pferden in jeder Beziehung
zut fahren. Grobgeschrotener Hafer nährt besser als ganze Körner
und man erspart dabei wenigstens ein Fünftel des Quantums
            
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