Die Producte der Tabakverbrennung sind: 1) Wasser, 2) freier
dohlenstoff, 3) Ammoniak, 4) Kohlensäure, 5) Nicotin, 6) eine em—
»yreumatische (brenzliche) Substanz, 7) ein harziger bitterer Extract.
Das Wasser ist in der Form von Dunst vorhanden, der Kohlenstoff
in der Form kleiner Theilchen, die im Wasser schweben und den
igentlichen Rauchwolken ihre blaue Farbe geben: das Ammoniak ist da
n der Form von Gas, verbunden mit Kohlensäure; das Kohlensäure⸗
—0 Ammoniak. Das Nico—
in ist ein nicht flüchtiger Körper, ein Alkaloid, welches in der Pfeife
hleibt; die empyreumatische Substanz ist ein flüchtiger Körper, der eine
ammoniakalische Natur hat, dessen genaue Zusammensetzung aber bis
etzt noch unbekannt ist — er ist es, welcher dem Rauche seinen eigen⸗
hümlichen Geruch gibt; er hängt sich sehr stark an wollene Stoffe an
ind ist in concentrirter Form so widerwärtig, daß er beinahe unerträg—
ich wird. Der bittere Extract ist eine harzige Substanz von dunkler
Farbe und intensiv bitterem Geschmack. Er ist wahrscheinlich ein zu—
ammengesetzter Körper, da er ein Alkaloid als seine Basis hat. Er ist
nicht flͤchtig und verläßt die Pfeife nur, um längs des Rohrs in flüssi—
ger Form fortgeführt zu werden.
Als Wirkungen der eben angeführten Bestandtheile gibt Rich ar d⸗
son an: Der Wasserdampf ist unschädlich. Der Kohlenstoff setzt sich
auf die Schleimhaut ab und reizt die Kehle. Die Kohlensäure ist ein
Narkoticum, wenn sie in die Lungen aufgenommen wird. Das Ammo⸗
niak verursacht Trockenheit und Beißen der Schleimhaut der Kehle und
zermehrt den Speichelfluß. In's Blut aufgesogen macht es diese Flüs⸗
igkeit zu dünn und verursacht Unregelmäßigkeit der Blutkörperchen —
zs verursacht ebenso, wenn es in großen Quantitäten aufgesogen wird,
Unterdrückung der Gallenausscheidung und Gelbheit; es beschleunigt
ind vermindert sodann die Thätigkeit des Herzens und bringt bei jun⸗
zen Rauchern Neigung zum Erbrechen hervor. Die empyreumatische
Substanz scheint fast keine von diesen Wirkungen zu haben, sondern
zibt dem Tabakrauch seinen eigeuthümlichen Geschmack, und diese Sub—
tanz ist es, welche den Athem der Gewohnheitsraucher so unangenehm
nacht. Nicotin wird von dem reinlichen Raucher kaum je eingesogen;
es wirkt nur auf Diejenigen, welche Cigarren rauchen, dadurch, daß sie
die Cigarren im Munde behalten, und auf Diejenigen, welche schmutzige,
nit Oelstoff gesättigte Pfeifen rauchen. Wird es aufgesogen, so sind
eine Wirkungen sehr schädlich; es veranlaßt Herzklopfen, Zittern und
inregelmäßige Thätigkeit des Herzens, Zittern und Schwäche der Mus
eln im Allgemeinen und große Abspannung. Es bringt keine Uebel—⸗
eit, kein Erbrechen hervor. Der bittere Ertract ist die Ursache des Er—
zrechens und der Uebelkeit, wenn er aufgesogen wird. Beide, der bit—⸗
ere Extract und das Nicotin, werden im Munde stets in Auflösung
uufgenoumen und bringen ihre Wirkungen entweder durch unmittelbare
Auffaugung aus dem Munde oder dadurch hervor, daß sie unmerklich
»erschluckt werden und in den Magen gelangen.
Die Art des Rauchens, sagt Nichardson, ist von wesentlicher
Bedeutung. Diejenigen, welche reine lange Thonpfeifen rauchen, füh—
en nur die Wirkung der gasigen Körper und des freien Kohlenstoffs.
Zölzerne Pfeifen und Pfeifen mit Glasröhren sind schädlich. Cigarren,
is zum Ende geraucht, sind am schädlichsten. Um sicher zu sein, sollte
nan eine Cigarre wegwerfen, wenn sie halb geraucht ist, und jede
Ligarre sollte man aus einer porbsen Rohre rauchen. Cigarren sind
chädlicher, als jede Art von Pfeife, und die beste Pfeife ist ohne alle
Frage die sogenannte lange Thonpfeife. Nach der Thonpfeife empfiehlt
ich am meisten die Meerschaumpfeife. Eine Pfeife mit einem Meer—
chaumkopf, einer Bernsteinmundspitze und einem Rohr von Thon,
velches sich leicht umtauschen läßt, wäre das Muster einer gesunden
pfeife. Es ist für einen Mann, wenn nun einmal geraucht sein muß,
‚on nicht geringer Erheblichkeit, sorgfältig auf die Art und Weise des
stauchens zu achten. Man kann sich nach und nach allerdings an eint
urze schmutzige Pfeife gewohnen, doch werden die schädlichen Folgen
icht ausbleiben.
s
chichte und Fandeskunde“, redigirt vom Prof. Dr. R. Foß, im
Preise von 4 Thlrn. jährlich. Was dieselbe bezweckt, geht aus dem
heifolgend abgedruckten Prospectus klar hervor. Der Prospectus stellt
nämlich Folgendes in Aussicht:
Zeitschrift
Preußische Geschichte und Fandeskunde,
unter Mitwirkung von
Ledebur, Preuss, T. Kankt und Viedel
herausgegeben
von
Prof. Dr. R. Foß.
Die „Zeilschriff für Vreußische Geschichke und FCandeskunde“
Jat sich die Aufgabe gestellt, gründliche Kenntniß der Gesammtentwicke⸗
ung des Vaterlandes in möglichst weite Kreise zu verbreiten. Sie
hofft diesen Zweck einmal durch Mittheilung werthvoller neuer Arbeiten
auf dem bezeichneten Gebiete, sodann aber dadurch zu erreichen, daß
ie dem Forscher sowohl als auch dem gebildeten Freunde Preußischer
Beschichte und Landeskunde von allen dahin einschlagenden Bestre⸗
hungen Kenntniß gibt und ihm so die Gelegenheit bietet, sich auf dem
veiten Felde dieser Disciplinen mit Leichtigkeit zu orientiren. Auch die
Bedürfnisse des Unterrichts in der vaterländischen Geschichte und Geo⸗
zraphie werden berücksichtigt werden. Die Diskussion der Tagespolitik
sst ausgeschlossen.
Den Inhalt der monatlich in der Stärke von 3—4 Bogen, zum
Preise von vierteljährlich 1 Thaler, erscheinenden Hefte werden demnach
zilden:
1) Selbstständige Abhandlungen. Neuheit des Materials
»der Eigenthümlichkeit der Auffassung ist Bedingung der Aufnahme.
Auch ungedruckte Archivalien finden hier ihren Platz.
2) Kritiken. In der Regel kann nur Hervorragendes ausführ⸗
icher besprochen werden. Selbstanzeigen werden aufgenommen. Der
Antikritik, so lange sie der Sache dient, wird bereitwillig Raum gegeben.
3) Bibliographie der neu erschienenen Schriften. Hier soll,
o weit es möglich, Vollständigkeit erzielt werden; namentlich werden
zuch die in den periodischen Schriften der Vereine, in Schulprogram⸗
men u. s. w. niedergelegten Arbeiten, die sonst dem größeren Publikum
neist ganz unbekannt bleiben, aufgeführt werden.
4) Berichte über die Sitzungen der wissenschaftlichen Vereine,
welche sich ausschließlich oder zum Theil mit der Preußischen Geschichte
und Landeskunde beschäftigen.
Daß das im Prospectus Versprochene nun auch wirklich erfüllt
vird, beweist der Inhalt der erschienenen Hefte. Es ist bereits ver⸗
ffentlicht worden: a) eine seht eingehende Geschichte der Preußischen
Lotterie, und zwar aus Acten, die nicht allgemein zugänglich sind, durch
den Geh. Justizrath Odebriecht; b) der Müller Arnold'sche Prozeß
us den hinterlassenen Papieren des Grafen Fink v. Finkenstein
zuf Madlitz, vom Königl. Historiographen Preuß; c() eine Geschichte
der Preußischen Artushöfe, vom Danziger Siadt-Archivar Prof. Dr.
Th. Hirsch; q) Sächsisches Leben im 11. und 12. Jahrhundert, vom
Ztadtgerichtsrath Dr. Seibertz. Außerdem hat der bekannte Historiker
Joh. Gust. Droysen interessante Briefe aus den Freiheitskriegen
nitgetheilt. Miscellen, Anzeigen und Recensionen wichtiger Bücher, die
zuf Preußische Geschichte und Landeskunde Bezug haben, und eine
eichhaltige, sorgfältig zusammengestellte Bibliographie gewähren die
Möglichkeit, mit den Erscheinungen auf diesem Gebicte stets bekannt zu
»leiben. Da die Zeitschrift unter thätiger Mitwirkung der bedeutend—
ten Kräfte, eines Droysen, Ledebur, Preuß, Ranke und Nie—
del erscheint, so läßt sich erwarten, daß dieselbe in der angefangenen
Art und Weise fortgeführt werden wird, und erlauben wix uns deshalb
zuf dieselbe hiermit aufmerksam zu machen.
Literatur.
In Berlin erscheint seit dem 1. October 1864 im Verlage vor
I. Bath (Schloß-Freiheit 7) eine Zeitschrift für Vreußische Ge—