holland und Utrecht gezeigt. In der „Tijdschrift voor Veeartsenikunde“
berichten Prof. Jennes und van Laer darüber: Die Krankheit be
steht im Wesentlichen darin, daß eine Fleischmücke ihre Eier an die
Schwanzwurzel der Lämmer legt, vorzugsweise, wenn diese an Durch
fall leiden; die ausgekrochenen Larven sammeln sich oben an der
Schwanzwurzel, der Lendengegend ꝛc. haufenweise und zerfressen die
Haut, welche eine eiterige Schmiere absondert. Dieser Vorgang läßt
den Thieren keine Ruhe, sie benagen oder reiben die kranke Stelle
magern ab ꝛc., doch scheint selten der Tod diesem secundären Leider
zuzuschreiben zu sein. Aeltere Schafe werden selten angegriffen, wahr
scheinlich weil ihre Haut dichter ist und sie sich der Fliege eher er—
wehren können. Entfernt man die Larven sorgfältig, so heilt die
kranke Haut von selbst und es wächst in der Regel die Wolle wieder
indessen können doch auch die Geschwüre so tief gehen, um den Haar
wuchs zu zerstören.
Die Schafbesitzer sind der Meinung, daß erst mit der Einfüh
rung englischer Schafe und bei den Abkömmlingen englischer Widder
und holländischer Schafe die Krankheit zum Vorschein gekommen sei;
allein die Fliege, welche ihre Larven auf die Lämmer absetzt, ist
schon früher in Holland beobachtet worden, obwohl nicht so häufig
Verfasser sammelten Larven und ließen sie apsschlüpfen; das erste
zeschah im September, das Auskriechen fing vier Wochen später an
und dauerte bis in den Januar 1864 fort. Die erhaltene Fliege ist
ILucilia sericata neigen. nahe verwandt mit der sehr bekannten Lucilis
Dasar Linné
Man behauptet, daß die Fliegen ihre Eier zwischen die Hinter
beine der Lämmer legen und daß erst die Larven die dichter bewoll—
ten Stellen der Schwanzwurzel aufsuchen, um sich dort niederzulassen:
durch Beschmieren jener Stellen mit bittern oder starkriechenden Mit—
teln ließen sich die Fliegen wahrscheinlich abhalten; die Landleute
ziehen zur Beseitigung der Larven die Carottensauce (Tabaksbeize bei
der Schnupftabakfabrikation angewendet) vor; Pökelbrühe scheint we
niger zweckmäßig zu sein. Obgleich die kranken Hautstellen nach Ent
fernung der Larven von selbst heilen, wird doch empfohlen, be
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rinde, Holzessig, Bleiessig u. dgl.) anzuwenden, insbesondere aber
soll man den Durchfall der Lämmer mit kleinen Gaben von Tannir
oder Eisenvrävaraten zu stillen suchen
Vermischtes.
Viehhandel: Mitte August berichteten wir, daß im Hinblicke
auf die damals eingetretene bessere Witterung und die sich daran
knüpfenden Hoffnungen auf reichliche Ernte ein Herbstfutter allerwege
die Viehpreise, die im Monate Juli so sehr gesunken waren, sich bes—
serten. Vergleichen wir den Stand der heutigen Viehmärkte mit
denjenigen von damals, so überzeugen wir uns, daß die Preise wie—
der wesentlich gesunken sind, daß also das Angebot größer ist, als die
Nachfrage. Mitwirkend zu dieser Erscheinung ist ohne Zweifel der
mangelhafte Stand des jungen Klees; denn von allen Seiten her
wird Klage geführt, daß der Klee schon in den heißen Frühjahrsmo—
naten mehr aber noch in den Monaten August und September ge—
lichtet worden sei. Ueberdies ist man sehr gehindert, Futterroggen
anzusäen, weil der Boden so trocken ist, daß die Keimung nicht ge—
dacht werden kann
Für Hausfrauen. Weizenmalz zum Kuchenbacken. Sorg⸗
fältig gewaschener Weizen wird in ein Gefäß voll warmes Wasser ge
chüttet, so daß das Wasser noch einige Zoll über dem Weizen steht.
Jeden Tag muß das Wasser durch frisches ersetzt werden. Läßt sich nach
ungefähr 30 Stunden der Weizen leicht mit dem Finger zerdrücken,
so bringt man ihn in einen 8 Zoll hohen, beetartigen Haufen und
wendet denselben öfter um. Sind die Keime 2Linien lang, so trock
net man den Weizen an einem luftigen Orte, reibt die welken Keime
ab und malt ihn. Das Mehl davon gibt dem Backwerk eine große
Süßigkeit, so daß man viel an Zucker erspart.
Petersilie, frische, im Winter zu haben. Man sägt ein star
kes Faß entzwei und bringt Bohrlöcher von 8/, Zoll Durchmesser
und 5 Zoll Abstand am ganzen Fasse an. Noch vor Eintritt des
Winters aräht man eine hinreichende Menge WMetersilienvflanzen im
Harten aus und bringt die Krone jeder Pflanze am Boden des Fas—
ses in ein Loch; die Wurzeln werden mit Gartenerde bedeckt, so wie
die Pflanze weiter fortschreitet. So fährt man fort, bis das Faß
gefüllt ist; dann werden einige Pflanzen obenauf gesetzt. Das Faß
wird in einen warmen Keller gebracht.“
Weinbericht. Die aus allen Theilen Deutschland einlaufen—
den Mittheilungen über das Ergebniß des diesjährigen Herbstes las—
sen sich einfach dahin zusammenfassen, daß die Neife der Trauben
selbst in solchen Gegenden eine vollendete zu nennen sein wird, in
denen sie sonst kaum zur Hälfte gedeiht, während diese Reife in den
besser situirten Weingegenden bereits einen Grad erlangt hat, der
eine bedeutende Einbuße in quantitativer Beziehung nach sich zieht.
Man wird sich indessen sehr täuschen, wenn man glaubt, daß der
durch die bessere Qualität des Weines bedingte höhere Preis für jene
Einbuße einen genügenden Ersatz leisten werde. Zunächst werden die
diesjährigen Weiß-Weine bei ihrem außergewöhnlichen Zuckergehalte,
der nur bis zu einer gewissen Grenze vergähren kann, mehrere Jahre
bis zu ihrer völligen Ausbildung brauchen, abgesehen davon, daß sie
nur in den wenigsten Fällen zu den Bouquettirenden zählen werden,
— und dann bietet sich gerade in den besseren Weinen in diesem
Jahre dadurch eine außerordentliche Concurrenz, daß der Wein überall
gut geworden. (Weinzeitung.)
Das Puttzzen des Viehes. Eine Milchkuh, die daran gewöhnt
war, täglich zwei Mal mit Striegel und Bürste geputzt zu werden,
wurde zum Zwecke eines Versuchs innerhalb 14 Tagen gar nicht ge—
putzt. Die Milchmenge betrug während dieser Zeit 11 Maas weni—
ger als in 14 Tagen vorher, obwohl die Fütterung und die sonstigen
Verhältnisse in keiner Weise geändert worden waren.
Die künstliche Fischzucht ist schon seit längerer Zeit Ge⸗
genstand der Aufmerksamkeit der Landwirthe gewesen und auch vor
einigen Jahren hatte sich schon die Staatsregierung mit der Angele⸗
genheit befaßt, später jedoch die Sache wieder ruhen gelassen, obwohl
namentlich der Abgeordnete Virchow auf die Vortheile derselben
wiederholt hingewiesen hatte. Wie wir hören, sind neuerdings Sei—
tens des landw. Ministeriums die hierauf bezüglichen Verhandlungen
wieder aufgenommen und im Laufe dieses Sommers wiederholt Ver⸗
suche mit der Fischzucht auf künstlichem Wege angestellt worden,
welche denn auch so günstige Resultate erzielt haben, daß größere
Versuche voraussichtlich im nächsten Jahre folgen werden. Nament—
lich werden solche Versuche im nächsten Jahre in dem unteren und
mittleren Theile der Oder und Warthe angestellt werden, in welchen
beiden sonst so fischreichen Flüssen sich neuerdings ein sehr merklicher
Mangel an Fischen gezeigt hat, so daß viele bedeutende Fischereien
ichließlich ihren Betrieb fast gänzlich einstellen mußten
Viehzählung im preußischen Staate. In der Zeitschr. des
königl. preuß. statist. Bureau's werden die Hauptresultate der am
3. Dez. v. J. stattgefundenen Viehzählung mitgetheilt. Darnach be—
trug der Gesammtviehstand 11,458, 382 und zwar: Pferde excl. Mi—
litärpferde: 1,863,009; Rindvieh excl. Kälber unter einem halben
Jahr: 53,837,875; Schafe: 19,329,030; Ziegen: 871,259; Esel und
Maulthiere: 8138; Schweine: 3,257,531. Bienenstöcke gab es 761,284.
Der Gesammtviehstand im Jahre 1864 war 10,633,466. Die mei—
ten Pferde kommen auf die Provinz Preußen, nämlich 567,135; das
meiste Rindvieh auf Schlesien, nämlich 1,167,282; die meisten Schafe
auf Preußen, nämlich 3,810,184; die meisten Schweine auf Preußen,
die meisten Ziegen auf Sachsen, nämlich 196,822; die meisten Esel
und Maulthiere auf Westphalen, nämlich 3415; die meisten Bienen.
stöcke auf Preußen, nämlich 135,592.
Beerden der Weinberge. In einem Kränzchen der in
Worms studirenden Landwirthe wurde die sehr beachtenswerthe Mit—
theilung gemacht, daß ein circa 2 Morgen großes Weinfeld von stark
sandiger Natur durch die Beerdung mit Thon in einer Dicke von 2
Zoll und mit einem Kostenaufwande von 210 Thaler seit den letzten
* Jahren in seinem Werthe gegen früher um 540 Thaler gestiegen
sei. Wir nennen diese Mittheilung beachtenswerth, weil man den
hohen Nutzen des Beerdens der Ackerfelder wohl kennt auch praktisch
vürdigt, aber der Beerdung der Weingelände bis jetzt noch nicht die
rehülhrende Beachtung geschenkt hat