Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

sie haben eine marmorirte Farbenbildung, sind zäh, schlaff und hän
gen mit der Spitze zur Erde.
Die knapp am Stengel abgenommenen Blätter werden auf dem
Felde nach Größe und Güte sortirt, wobei namentlich die beschmutzten
oder zerrissenen Blätter zu berücksichtigen sind. Zum Binden der
Blaätter bedient man sich am besten breiter, geflochtener Strohbänder,
in welchen Päcken sie dann in die zum Trocknen bestimmten Räume
gebracht werden. Hier werden sie nun entweder mit einer großen
Nadel auf Schnüren aufgereihet, oder sie werden auf schwache Stäbe
aufgeschoben, zu welchem Behufe am dicken Ende der Blattrippe ein
Tinschnitt mit dem Messer gemacht wird. Beim Trockenen selbst ist
iamentlich im Anfange große Aufmerksamkeit zu beobachten, dami
die Blätter nicht in Fäulniß gerathen, in welchem Falle die ange
steckten entfernt werden müssen. Nach 6—10 Wochen sind bei gün
stiger Witterung die Blätter trocken, sind dann zum Verkauf vorbe
reitet und können abgehängt werden.
Der Ertrag des Tabaks ist sehr wechselnd, indem derselbe von
der Witterung, Beschaffenheit des Bodens, Bestellung, Pflege und
don der Art des Tabaks selbst abhängt. In der Pfalz schwankt der—
selbe von 8220 Ctr. per Morgen, doch darf man den Durchschnitts—
ertrag nur auf 10 Ctr. annehmen. Nach v. Babo waren in der
Pfalz die in den Jahren von 1840 -49 erzielten Durchschnittspreise
ür gute Blätter 8 Thlr. 17 Sgr. per Ctr., für Sandblätter dagegen
1Thlr. 17 Sgr. Nimmt man hiervon den Durchschnitt, so stellt sich
der Ctr. auf 6 Thlr. 17 Sgr., auf 10 Etr. oder auf den Ertrag
eines magd. Morgens also 65 Thlr. 20 Sgr.
Die Culturkosten sind nun auch nach der Bodenbeschaffenheit,
der Höhe des Tagelohnes und dem Preise der Düngung sehr ver—
schieden, doch kann man dieselben im Durchschnitt nicht höher als
30 Thlr. anschlagen, wonach sich der Rein-Ertrag auf 358 Thlr. 20
Sgr. stellt. Nach einer genauen Berechnung betrug der Reinertrag
von 1 magd. Morgen Tabak auf dem landw. Institut zu Poppels.
dorf im Jahre 1856 25 Thlr. 12 Sgr. b Pf.
Hierdurch mag wohl meine frühere Behauptung, daß der Han—
delsgewächsbau, wo ihn Klima und Boden begünstigen, den größten
Gewinn abwerfe, gerechtfertigt sein. —
Demnach machte Herr Bürgermeister Bölsch den Vorschlag, im
lommenden Frühjahr entweder Tabakspflanzen zu erziehen, oder solche
uuf Kosten der Gesellschaft anzuschaffen und unter die Mitalieder der—

selben zu vertheilen und wurde dieser Vorschlag als zweddienlich
allgemein angenommen. n

Die Rindviehseuche in England.
Alle englischen Zeitungen füllen täglich einen großen Theil ih—
rer Spalten mit Berichten, welche die Seuche zum Gegenstand haben.
Die Wichtigkeit derselben liegt zunächst für uns in der Möglichkeit
der Absperrung Englands gegen das Ausland in Verbindung mit
der Thatsache, daß an einem der Markttage in vorvoriger Woche im
nördlichen Theile von London von 10,880 Stück zum Verkauf ge—
ttellten Rindviehes 4060 importirt waren und daß die Einfuhr aus—
ändischen Rindviehes im Lauf des verflossenen Jahres sich nahezu
derdoppelt hat; in dem ersten Halbjahre 1864 zählte man nämlich
16,966, in der gleichen Periode des laufenden Jahres 74,392 Stück
mportirtes Rindvieh ohne die eingeführten Kälber.
Eigenthümlicher Weise sind selbst die berühmtesten Veterinär—
Autoritäten der Ver. Königreiche Simonds und Gamgee, über
die Natur der Krankheit vor einiger Zeit noch nicht einig gewesen.
Anfangs bezeichnete man die Krankheit mit „Rinderpest“ und schien
ie mit derjenigen Krankheit zu identificiren, welche wir im östlichen
Deutschland, Rußland ꝛc. darunter verstehen; jetzt scheint es, als
werde man sich in der Auffassung einigen, daß die Krankheit nicht
mit derjenigen identisch sei, welche wir als „Lungenseuche“ kennen
Gewiß ist, daß der Heerd des Entstehens noch nicht festgestellt ist,
oder doch vor Kurzem noch nicht festgestellt war; daß er aber in den
verpesteten Räumen der Viehtransportwagen und Schiffe zu suchen
sein dürfte, wenn man auch andererseits bemerkt haben will, daß die
Krankheiten in Ställen, namentlich in solchen von Shorthorn-Milchvieh
bei London, mit großer Heftigkeit auftrat, in welche kein kürzlich
importirtes, ja, überhaupt kein importirtes Thier gekommen war!
Gewiß ist, daß bis Ende Juli, also etwa 4 Wochen nach dem ersten
Auftreten der Krankheit, bereits 2000 Thiere derselben erlegen wa—
ren und daß in diesem Augenblicke kaum Etwas jenseits des Kanals
die Aufmerksamkeit so sehr in Anspruch nimmt, als die Epidemie.
Nach den neuesten Nachrichten soll die Zahl der Seuchenopfer
nahe an 4000 betragen und sind die Häfen Irlands in Rücksicht au
Vieheinfuhr aus Enaland und Schottland geschlossen worden

Hexbst-⸗Konkrollvexsammlungen
der 7. Kompagnie A. Rheinischen Landwehr-Regiments No. 80
sKreis Saarbrücken) vro 1868

Für Rechnung der Rhein-Nahe-Eisenbahn
Gesellschaft sollen circa 200, 000 Pfund
Eisenbahnschienen geliefert und die Lie—
ferung derselben in öffentlicher Submission
vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen
liegen im Büreau des Unterzeichneten zur Ein
sicht offen, auch können dieselben von dort au
Verlangen bezogen werden.
Lieferungslustige werden ersucht, ihre Offer
ten bis zun 17. Oetober d. JI. Vor
mittags 10 Uhr, hierher einzusenden.
St. Wendel, den 27. Sept. 1865.
Der Eisenbahn-Baumeister,
Schmeitzer.
Bekanntmachung.
Die Lieferung des pro 1866 ersorderlichen
hydraulischen ECements für die Koͤnigl
Bergfactorei Kohlwaage soll im Wege ver
Submission vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen, auf welche in
den Offerten ausdrücklich Bezug zu nehmen ist,
liegen bei unterzeichneter Stelle zur Einsichi
offen, können auch gegen Erstattung der Co—
bialien abschriftlich bezogen werden
Die Offerten sind versiegelt, frankirt und mit
entsprechender Aufschrift versehen, spätestens
bis 26. Oetober, Vormittags 11 Ühr,
der Bergfactorei einzusenden, wo dieselben um
Nese Zeit in Gegenwart der etwa erschienenen
Submittenten eroffnet werbden
Kohlwaage hei Saarbrücten, den 27. Sep
omhor 1868 Gti er —

M
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Ab⸗
thei⸗
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Namen
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Kontrollplätze

Monat und
Tag, an Stunden,
welchem die an welchen die
Lrontroll⸗ Kontrollen ab—
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Anudon

Bemerkungen.

Bannbrücke.
Dudweiler.
Schafbrücke.
Kleinblittersdorf
St. Arnual.
Saarbrücken.

. October.
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10 Uhr Vorm.
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eserve und J. Aufgebot.
iI. Aufgebot, Train u. Handwerker

Reserve und J. Aufgebot.
I. Aufgebot, Train u. Handwerker
Reserve und J. Aufgebot.
II. Aufgebot. Train u Handwerker.

St. Fohann.
—XC
Gersweiler.
Ludweiler. 5. F F
Völklingen. 5. „Nachm
Cöln. 26. 9 „Vorm.
Heusweiler. s26., 112; Mitlags.
In Dudweiler, Saarbrücken und St. Johann erscheinen beim ersten Appell, wie bereits
in der Bemerkung angeführt, die Reserven und das . Aufgebot, beim zweiten Appell das
ii. Aufgebot, der Train und die Zandwerker
* Puünktliches Erscheinen und Mitbringen der Militärpapiere wird in Erinnerung ge—
racht.
Saarhrücken don 21 Sopfomhbor 1965

Adaméczick,
4F251m⸗ß
            
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