Hause geführt und daselbst so lange gefangen gehalten, bis die Eroberer
ihnen die Freiheit endlich selber wiedergeben.
Auch die Wirkung des Beispiels auf Thiere ist höchst augen
scheinlich. Hat man eine Anzahl wilder Vögel, welche zu scheu sind,
um sich freiwillig den Menschen zu nähern, in einem großen Bauer
zusammen, so kann man sie am leichtesten dadurch zutraulich machen,
daß man einen zahmen, abgerichteten Vogel mitten unter sie thu
und ihn wiederholt aus der Hand fressen und seine Kunststückchen
ausführen läßt. Gar bald wird einer oder der andere der scheuen
Vögel sich näher wagen, und nachdem er sich überzeugt hat, daß
seinem kleinen gefiederten Collegen kein Leid geschah, dasselbe ver
suchen, was er von diesem gesehen. Dagegen ist es aber eine eben
so bekannte Thatsache, daß Angler und Vogelsteller am Tage ihr«
Angeln und Netze ohne Erfolg auswerfen, wo solchen gleich Anfangẽe
durch Zufall sich ein Fisch vom Haken und ein Vogel aus der Schling«
befreit hat. Ohne Zweifel warnt der glücklich Entkommene seineé
Gefährten vor der drohenden Gefahr.
Daß die unter Thieren wahrnehmbare Verständigung nicht im
mer durch laute und hörbare Zeichen geschieht, dafür spricht der
Mangel des Gehörs bei den niedern Thierklassen, — wie sie aber
ihre Mittheilungen machen, das ist ein noch ungelöstes Räthsel der
Natur. (Nach d. Bresl. 3tg.)
größer als ein gewöhnlicher Präsentirteller. Die alte Idee, daß Lon—
don mit Gold gepflastert ist, wird zur Thatsache wenn man auf jeden
Quadratfuß des Grundes 70 Pfund Sterling in Gold legen muß,
am ihn zu besitzen. Es ist leicht erklärlich, daß die Bürger außer—
zjalb der City wohnen und blos Geschäftlocale dort haben, da z. B.
üür den ersten Stock eines Hauses in Lombard street in einem Falle
1,600 Pfund Sterling, und zu einem andern 2,800 Pfund Sterling
ährliche Rente oder Zins gezahlt werden. Groß muß in der That
das Geschäft sein, das solche Geschäftslocale besitzt. Der allmächtige
Dampf zu Land und zu Wasser und der wundervolle Telegraph haben
London zum Brennpunkt für den Handel der ganzen Erde gemacht
(Wohnschr. d. niederösterr. Gewerbever.)
Vermischtes.
Das sicherste und billigste Schutzmittel gegen die
Cholera, empfohlen in der „Schles. Ztg.“ vom Apotheker Theod.
Schube in Breslau. Ein Stück Kupfer in der Größe eines Zwei—
thalerstückes in Leinwand eingenäht und auf dem bloßen Leibe mit
einer Schnur oder einem Bande um den Hals gehangen und in der
Gegend der Herzgrube über dem Magen befestigt, hat sich bis jetzt
als ein sicheres Präservatis nach vielfachen Versuchen bewährt.
Welchen Einfluß das Kupfer auf den thierischen Organismus ausübt,
ist wohl jedem Laien bekannt und ebenso, daß alle Kupferpräparate,
nnerlich eingenommen, Brechen erregend wirken. Weniger hekannt
dürfte sein, daß, wenn man metallisches Kupfer ohne Umhülkung auf
dem bloßen Leibe trägt, dasselbe nach einigen Stunden heftiges Herz—
klopfen hervorbringt. Durch die Transpiration des Körpers wird
das Kupfer, wenn es wie oben angegeben getragen wird, einer theil—
weisen Oxydation unterworfen, und dieser Prozeß wirkt wie die Arz—
neimittel der Homöopathen: Similia Similibus. Das, was Brechen
und Uebelkeit erregt, dem menschlichen Körper in sehr verdünnter
Form zugeführt, verhindert diesen Zustand. Auffallend ist gewiß die
Thatsache, daß nach authentischen Nachrichten noch in keinem Kupfer—
hammerwerk Leute von der Cholera befallen worden sind.
London gepflastert mit Gold.
Die City of London steht auf einem Plane von genau 631 Mor—
gen 10 Ruthen, auf welchem sich täglich mehr denn 800,000 Personen
drängen, während nur 130,000 eine nächtliche Ruhestatt dort finden.
Dazu kommen noch unzählige Wagen und Thiere jeder Art. Der
Grund ist überall in der City sehr theuer, besonders aber in der Nähe
der Bank von England, der Börse und einigen andern Hauptpunkter
des Handels. Die letzte billige Kleinigkeit wurde verkauft mit 2/
Millionen Pfund Sterling der Morgen in Lombard street, oder in
andern Worten mit 70 Pfund Sterling für den englischen Quadratfuß,
oder 360 Pfund Sterling für die engliche Quadratruthe superfcia
yard. Erstaunen muß man, wenn man bedenkt, daß hier 25 Pfunt
Sterling jährliche Miethe gezahlt werden für den Raum nicht vie
nigtes Rüböl, 500 Pfd. Quecksilber, 300 Pfd.
Maschinenfilze, 7,800 Pfd. Catechu, 4,400 Pfd.
Seilfaden, 70,000 Pfd. Wagenschmiere, 100
pfd. Bleiweiß, 1,200 Pfd. lederne Treibriemen,
100 Stück eiserne Riemenschrauben, 1,800
Stück Binderiemen, 300 Pfdö. Treibriemen—
Reparaturleder und 10,000 Pfd. Petroleum.
Die Lieferungsbedingungen können täglich
bei unterzeichneter Stelle eingesehen, auch gegen
Entrichtung der Copialien abschriitlich mitge—
theilt werden.
— Reflectirende wollen ihre Offerten,
velche auf die Bedingungen gegründet sein
müssen, unter Begleitung von Proben, bis zum
24. Oetober er. Vormittags 10 Uhr
hierher einreichen, um welche Zeit die Eröoff—
aung der eingegangenen Submissionen in Ge—
genwart der etwa erschienenen Submittenten
stattfinden wird.
Kohlwaage bei Saarbrücken, den 25. Ser
tember 1865.
Königliche Berafaectorei.
Bekanntmachung.
Die kunstmäßige Ausbauung eines Dorf—
weges in Sulzbach, von der Staatsstraße nach
der Kirche, veranschlagt zu 970 Thlr. wirt
am nächsten
Montag den 9. d. Mts., Nach—
mittags 4 Uhr,
bei dem Gastwirth Herrn August Zeitz zu
Sulzbach öffentlich vergeben werden. J
Der Kostenanschlag kann bei dem Unterzeich
ieten eingesehen werden.
Dudweiler, den 4. October 1866.
Der Bürgermeister—
¶GAnne
Mitteldeutscher
204 TOFG
Verhbands-quüter⸗Nerßehr.
Vom 1. October d. J. ab tritt ein ander
weiter Tarif zwischen den Hauptstationen des
mitteldeutschen Verbandes und den bekannten
diesseitigen Stationen sowohl via Rüdes
heim als auch via Mainzer Brück
und beziehungsweise auch über Aschaf
ftenburg (Hof) in Kraft.
Tarif; Exemplare sind zum Preise von ẽ
Sgr. bei den Stations-Kassen der Verbands
tationen vorräthig.
Saarbrücken, den 23. Sept. 1865.
Könialiche Fisenbaßn-Dixeckion.
——232
W—
Für Rechnung der Rhein-Nahe-Eisenbahn
Gesellschaft, sollen circa B00, 000 Pfund
Eisenbahnschienen geliefert und die Lie
serung derselben in öffentlicher Submissior
pergeben werden. Die Lieferungsbedingunger
iegen im Büreau des Unterzeichneten zur Ein
icht offen, auch können dieselben von doct au
Verlangen bezögen werden.
Lieferungslustige werden ersucht, ihre Offer
en bis zun 17. Oetober d. I, Vor
mittags 10 Uhr, hierher einzuüsenden.
St. Wendel, den 27. Sept. 1865.
Der Eisenbahn-Baumeister.
Schmeiter
Bekanntmachnug.
Die Lieferung der für die Dampfmaschiner
der Königl. Steinkohlengruben im Bergwerks
Bezirk Saarbrücken pro 1866 erforderlichen
Lieferungsmaterialien, Schmieren ꝛc. soll im
Wege der Submission vergeben werden.
Das erforderliche Quantum beträat unge
ähr:
—
3.700 Pfd. Werg, 800 Pfb. Sohlleder, 13806
Pfd. Talg, 2,200 Pfd. vulec. Gummi⸗-Waaren
1,400 Pfd. rohes Leinöl, 5,200 Pfd. Schmier
seife, 1000 Pfd. Mennig, 150 Pfd. Schmir
zel, 4,100 Pfd. Mastix, 1,600 Ellen ord
Leinwand, 2,500 Ellen Segelleinen, 273 Buͤd
Schmirgelleinen, 600 Stück Wasserstandsgläser
6.0000 Mo Maschinenäs 6o 600 Rin —3
Nach Württemberg
(via Pfalz-Bahn)
ist ab 15. September c. ein neuer Transport
Tarif für Kohlen und Koats aus! der
Saargruben in Kraft getreten, wovon Ver
kaufs-Exemplare zum Preise von 1 Sgr. be
den Stationskassen in Saarbrücken und Reun—
kirchen zu haben sind.
Saarbrücken, den 2. October 1865.
Käniasiche Fisenßaku-Direckion