halten werden können, ist nicht allgemein gleich, sondern nach Maß
gabe der Anforderungen zu deficiren, welche das Verkehrs-Bedürfnif
ind die Bodenbeschaffenheit nothwendig macht, und erheischt dahen
die Erfüllung dieser Anforderungen bei den wichtigeren Wegen einen
den vorstehend angedeuteten Gesichtspunkten eutsprechenden beinahe
hausseemäßigen Ausbau.
—DDDD Laufe der Zeit sehr
pieles für die Beförderung der Wegsamkeit geschehen, in der Art,
daß im Regierungsbezirk nach den zuletzt im Jahre 1858 von den
dandrathsämtern eingereichten Nachweisungen von den Gemeinde
wegen:
435 Meilen in guten polizeilichen Stand in vorstehend angedeu
tetem Sinne,
148 Meilen im blos fahrbaren Zustand befindlich waren, sei
velcher Zeit aber noch bedeutend weitere Leistungen der Gemeinder
Statt fanden. Dieselben geschehen theils auf dem Wege des Verdings
in kleinern Loosen, theils und zwar wohl größtentheils auf dem
Wege der Naturalarbeiten, welche, wenn nach Anordnung der Re
gierung diejenigen Zeiten dazu verwandt werden, in welchen die
landwirthschaftlichen Arbeiten ruhen, sich ohne Druck der Pflichtigen
bewerkstelligen lassen.
Von erheblicher Wirksamkeit sind auch für diesen Theil des
Wegebaues, die von der Staatsregierung gewährten Zuschüsse. „Der
deßfallsige, zur Verfügung der Regierung stehende“ Fonds zur Be
förderung des Gemeinde-Wegebaues beträgt zwar etatsmäßig nur
2000 Thlr. jährlich, ist aber auf die jährlichen Anträge der Regie
rung durch des Herrn Handelsministers Excellaenz 1860, 1861, 186—
und 1863 mittelst extraordinärer Zuschüsse auf 3000 Thlr., 1864 au'
3,000 Thlr., 1865 auf 6300 Thlr. erhöht worden. Aus diesem Fonde
werden ärmern Gemeinden, besonders zu solchen Wegebauten, Brücken
bauten u. dgl. Zuschüsse gewährt, welche erhebliche baare Geldopfer
verlangen und Wichtigkeit für den Verkehr haben. Als Bedingung
vird verlangt, daß die Gemeinden wenigstens das Dreifache des
zewährten Zuschusses an Geldwerth leisten, so daß diese jährlichen
Zuschüsse in den letzten Jahren Leistungen im Werth von ca. 20,000
Thlr. und mehr jährlich für kostspielige Bauten auch Seitens ärme
rer Gemeinden garantirt haben, neben den unendlich größern sonsti
gen wegebaulichen Leistungen der andern Gemeinden.
Natürliche Wiesen.
Das Stiefkind der Landwirthschaft ist die natürliche Wiese, sie
mag welchen immer von den vielen im landwirthschaftlichen Kalender
tehenden Namen, als: Berg-, Feld-, Fluß-, Teich-, Bach-, Wald-Sumpfs⸗,
saure, süße, ein- oder mehrschurige Wiese, haben. Arbeiter
ist ihr Loos, schaffen soll sie, ihre Kräfte soll sie anstrengen, abe—
Nahrung bekommt sie keine, schön gekleidet soll fie sein, keine Schmutz
Jecken soll sie zeigen, aber gereinigt und gepflegt wird sie nicht. Aus
Sparsamkeits-Rücksichten und weil das Nichtdenken gar so bequem ist,
inden es die Herren Wiesenväter angemessener, die Sorge für ihr
Stiefkind dem lieben Himmel allein zu überlassen. — So denken und
handeln nur zu viele Landwirthe. Daß die ausgesaugten, ihrer na
cürlichen Fruchtbarkeit beraubten Felder nur dann eine erträgliche
Mittel-Ernte geben, wenn dieselben gut gedüngt, ihnen die geraubten
Nahrungsstoffe wieder ersetzt werden, wissen zwar alle Landwirth
recht gut, wollen aber nicht glauben, daß dieses in demselben Grade
ür die Wiesen gilt. — Die Wiese hat das Futter für das Vieh, die
ses den Mist für die Felder und die Felder haben mit Hilfe der in
»em Miste enthaltenen, von der Wiese stammenden Nahrungsstoffe
ꝛeinen höheren Ertrag an Geld in den Säckel des Landwirthes zr
liefern. Man freut sich des Erworbenen, vergißt aber dabei auf die
Wiese, der man es verdankt, von der es stammt, denkt nicht daran
hr einen kleinen Theil des Erworbenen zu opfern, um ihre Frucht
arkeit zu erhalten. — Nur zu bald zeigen sich in Folge einer solcher
Wirthschaft; die Tragfähigkeit der Wiese läßt nach, Moos und man
herlei Unkräuter überwuchern sie, sie producirt nicht mehr, verdienr
ein Geld mehr; sie ist alt, krank und schwach geworden, wie diesen
ustand der Erschöpfung die Praxis gerne bezeichnet, und verfäll
nun den Händen landwirthschaftlicher Keilkünstlex. welche dft u iese
empfindlichen Nachtheil für die Geldbörse des Besitzers, nach auf hun
dertjähriger Erfahrung ruhenden Recepten den sogenannten Verjüng
ungsprozeß an ihr vornehmen. So wichtig die Beschaffenheit des Bodens
insbesondere sein Kalireichthum für einen üppigen Graswuchs ist, und
tin dessen steter Zufuhr durch Wässerung ein Hauptvortheil der Be
wässerungswiesen liegt, so hängt derselbe, abgesehen von dem vollstän—
digen Ersatze aller der Wiese durch die Ernte genommenen Bodenbe—
standtheile, dieser Grundbedingung ewiger Fruchtbarkeit eines sich
gleichbleibend üppigen Graswuchses, noch von manch anderen einfluß
reichen Factoren ab.
Ist ein gewisser Grad von Feuchtigkeit des Bodens zur Aufnahme
»der Nahrungsstoffe durch die Wurzeln unbedingt nothwendig, so ist
doch jede stehende Nässe in der Wiese gleich schädlich für die Cultur
wie für das Wachsthum der besseren Futtergewächse und der rasche
Abzug derselben, das Tieferlegen des Grundwassers durch eine zweck
mäßige entsprechende Drainirung eine der ersten und wichtigsten Cul—
turarbeiten. Durch Drainirung nasser Wiesen wird der Wasserstand
auf ein bestimmtes Maß beschränkt, der Luft der freie Zutritt zu den
tieferen Erdschichten gestattet, dieselben ihrer verwitterten Kraft preis
gegeben, das Uebermaß an organischen Stoffen im Boden zerstört,
die Summe der von Wurzeln aufnehmbaren Pflanzen-Nahrungsstoffe
vermehrt, die Wärme des Bodens erhöht und ein üppigerer, rascherer,
beim ersten Frühlingshauch sich schon belebender Graswuchs erzielt
die Schilfe, Binsen, Seggen, Schachtelhalme und alle anderen sauren
Gräser, welche durch Trockenlegung mit dem Unlöslichwerden der Kie—
selsäuren die Hauptbedingung ihrer Entwicklung verlieren, verschwin—
den, um nach und nach besseren Futterkräutern Platz zu machen.
Durch die Vereinigung der Besitzer solcher nassen, meist in weiten
ununterbrochenen Flächen sich hinziehenden Wiesen zur gemeinschaft
lichen Abhilfe durch Anlage einer entsprechenden Thonröhren-Drai
nage, welche in Berücksichtigung ihrer fast ewigen Dauer die verhält—
nißmäßig billigste Entwässerungsart ist, könnten ohne erheblich drückende
Geldauslagen für die einzelnen Besitzer oder Gemeinden Tausende von
Hectaren solcher nassen, ein elendes Futter producirenden Wiesen in
olche, mit den besten Futterpflanzen bewachsene umgewandelt werden
dadurch im Werthe steigen und gegen früher in ungleich höherem
Maße die Bedingungen zur besseren Ernährung und Zucht unserer
Hausthiere bieten. Leider ist an ein solches gemeinsames, sowohl
das einzelne als das Gesammt-Interesse gleich förderndes Handeln
bei dem Mangel an landwirthschaftlicher Bildung und Gemeinsinn
noch lange nicht zu denken; findet man doch, daß kaum der an der
Luft zu Pulver zerfallende Aetzkalk zum Bestreuen solcher nassen Wie
sen oder ein Ueberführen derselben mit Mergel eine Anwendung fin
det, obwohl die wohlthätige Wirkung beider durch Neutralisation der
sauren Humuskörper und der überschlüssigen löslichen Kieselsäuren
hinlänglich bekannt ist.
Ein anderer höchst wichtiger Moment für die Bildung und Er—
haltung eines üppigen Graswuchses, welcher aber gleichfalls so gul
wie keine Beachtung findet, ist, für die Entwicklung eines kräftigen
Wurzelstockes, für die Bildung unterirdischer Wurzelsprossen Sorge
zu tragen. Es ist eine bekannte Thatsache, daß die Wurzelbildung
bei den dauernden Pflanzen, zu welchen die meisten unserer besten
Wiesengräser gehören, beiweitem jene unserer einjährigen Pflanzen
an Größe und Umfang übertrifft; die Wurzeln der dauernden Pflan
zen bilden, wie bekannt, das Magazin, aus dessen Vorrath und Ue
berschuß die ersten Triebe, die Blüthe, der Samen, ihre Bildungs
stoffe schöpfen. Dieses Magazin bei Kraft zu erhalten, ist eine Haupt
aufgabe des Landwirthes.
Allerdings ist eine reichliche, entsprechende Düngung eines der
wirksamsten Förderungsmittel zur Lösung dieser Aufgabe, leider aber,
wie schon gesagt, das am wenigsten und seltensten angewendete. Nich
minder wichtig aber für die Erhaltung und Bildung kräftiger Wur—
zelstöcke ist die richtig gewählte Zeit des Schnittes. Es wird dieselbe
sehr häufig zum Nachtheile der Kraft des Wurzelmagazins unrichtig
gewählt, das heißt zu spät, nämlich dann, wenn schon die meisten
Wiesenpflanzen im Verblühen oder gar schon in Samen gegangen
sind. Abgesehen davon, daß die Nahrhaftigkeit des Wiesenheues steigt
je früher es geschnitten wird, indem Proteingehalt, also sein Gehal
an blutbildenden Stoffen ein größerer, seine Holzfaser verdaulicher
wals hei soät gaoshnittenemett. daßs vun di⸗e Thiere nan erstoörom mose