Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Die näheren Bestinmtungen, unter welchen die Bau⸗Vorschusse Zu Hausbauten, welche noch in diesem Jahre begonnen werder
und Prämien gewährt werden dürfen, so wie die Grenzen der für! sollen, werden weder Prämien noch Vorschüsse bewilligt.
zie genannten Gruben festgestellten Baurayons können auf den be Saarbrücken, den 23. Juli 1865.
treffenden Schichtmeistereien eingesehen werden Gänigl. Berawerks-Direction.
Der bisher für die Grube König bestimmt gewesene, die Orte
Neunkirchen und Wiebelskirchen umfassende Baurayon wird bis auf
Weiteres aufgehoben.
Alle diejenigen Bergleute, welche sich um Bau-⸗Vorschüsse und
brämie für das nächste Jahr bewerben wollen, haben
) sich schriftlich von jetzt ab bis zum 31. Januar k. J. bei der
unterzeichneten Bergwerks-Direktion unter Angabe ihres Wohn
orts und der Grube, auf welcher sie angelegt sind, zu melden,
einen Katasterauszug nebst Situation über den Bauplatz und
den Erwerbstitel desselben beizubringen, sowie wenn der Er—⸗
werb durch Kauf erfolgt ist, die Berichtigung des Kaufvreises
nachzuweisen,
die orts- und forstpolizeiliche Erlaubniß oder, wenn letztere nich!
erforderlich, eine desfallsige Bescheinigung des betreffenden Ober
försters beizubringen,
zurch Vorlegung ihres Militär-Urlaubs-Passes oder eines Mi—
litär-Jeugnisses nachzuweisen, daß sie ihrer Dienstpflicht im
tehenden Heere genügt haben, oder davon befreit worden sind.
Auf Meldungen, welche nach dem 31. Januar k. J. angebracht
verden, wird keine Rücksicht genommen.
Außerdem wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß
ein Recht auf den Empfang eines Hausbau-Vorschusses oder einer
Prämie durch die bloße Anmeldung der Bewerber nicht erworben
wird, vielmehr der Anspruch auf die genannte Wohlthat lediglich aus
der dieselbe zusichernden Verfügung der unterzeichneten Königlichen
bergwerks-Direktion herzuleiten ist.

Der Boden und die Bodenbereitung.
VBon den Podenarten.
Wir haben gesehen, daß das Erdreich aus verwittertem Gestein
desteht, welches mit den Ueberresten von Pflanzen und Thieren (Hu—
mus) mehr oder weniger vermischt ist. Da das Gestein aber selbst
ehr verschiedenartig ist, so weichen auch die aus ihm entstehenden Erd⸗—
arten wesentlich von einander ab. Der Sandstein verwittert zu einer
aindern Erdart als der Kalkstein, dieser zu einer andern als Granit,
Ragelfluh, Thonschiefer u. s. w. Selten aber finden wir die Ver—
witterungsreste einer Gesteinsart ganz rein und gleichartig vor, son
dern in Folge alter und neuerer Verschwemmungen bald schichten
weise über einander gelagert, bald mehr oder weniger durcheinander
gemischt.
Eine genauere Untersuchung weist die verschiedenen Bestandtheile
seder Bodenart nach. Man unterscheidet gewöhnlich drei Hauptbestand—
theile derselben, die vorherrschend vorkommen: den Sand, den Thon
uind den Kalk, und benennt nach dem Vorwiegen des einen oder an—
dern dieser Hauptbestandtheile die Bodenart selbst als Thon-, Sand—
»der Kalkboden. Das Mischungsverhältniß ist jeweilen wieder in der
zleichen Bodenart verschieden. Rein kommen jene Hauptbestandtheile
elten vor und wären als solche auch ganz unfruchtbar; gewöhnlich
find alle drei, selten nur zwei derselben durch einander gemischt.
Der Thonboden.
Der Thon, welcher den Hauptbestandtheil des Thonbodens, aus
nacht, ist eine innige Verbindung der Thonerde mit der Kiesel
säure, oder dem Kieselstoff, und enthält mehr oder weniger Eisenrost
cheile beigemengt, die ihn grau, gelb, braun, röthlich färben.
Wir wollen über jeden dieser Bestandtheile etwas Erläuterndes
oorausschicken.
Die Thonerde ist nicht ein einfacher Stoff, sondern aus zwei
ꝛinfachen Grundstoffen (Elementen), nämlich dem Thonmetall und
Sauerstoff zusammengesetzt. Ersteres kommt in der Natur nie rein
vor und ist erst in neuester Zeit entdeckt und aus den Thonverbindun—
zen ausgeschieden worden. Es ist ein sehr merkwürdiges Metall,
zlänzend wie Silber, dehnbar und zäh wie Eisen, schmilzt im Feuer
leicht, läuft in der Luft fast so wenig an wie Gold und ist dabe
zußerordentlich leicht. Bis jetzt wurde es, da es noch ziemlich theue'
st, erst zu feinen Geräthen und Schmucksachen verwendet. Man rech
iet es zu den edeln Metallen und nennt es auch Aluminium. Mi

Sauerstoff zu Thonerde verbunden, erscheint es als lockeres, weißet
geschmackloses Pulver. Sie kommt in der Natur nur höchst selten
rein vor. In Krystallform bildet sie, in Verbindung mit andern fär
benden Stoffen, kostbare Edelsteine (Rubin, Saphir u. a.)
Die Kieselsäure oder Kieselerde, der andere Hauptbestand
theil des Thons, besteht ebenfalls aus zwei verschiedenen Stoffen
aämlich aus Kieselstoff und Sauerstoff. Ersterer ist kein Metall, ein
zunkelbrauner, glanzloser, im Wasser unlöslicher Stoff, der bei Er
hitzung und Zutritt von Sauerstoff zu Kieselerde verbrennt. Ziemlio
in kommt die Kieselerde in der Natur in dem schönen Bergerystalle
dann im gewöhnlichen Feuerstein und im Quarz vor. Lebtterer
ist bekannt als jenes meist weißgefärbte, durchscheinende, matt⸗
glänzende Gestein, das oft in weitverzweigten Adern und Schichten
die Felsen durchzieht und einen Mischtheil sehr vieler Gebirgdarter
(z. B. Granit, Gneiß, Glimmerschiefer, Thonschiefer) bildet; auch in
Flußsand sind die weißen oder grauen Körnchen des Quarzes —
vorhanden. Die Kieselerde ist für das Gedeihen sehr vieler Pflanzer
unentbehrlich, namentlich für alle Gräser und Getreidearten.“) J
den Stengeln und Blättern mancher Gewächse (Schilf, Schachtelhalr
u. A.) lagert sie sich so reichlich ab, daß sie dieselben ganz hart, rau
und zum Reinigen der Geräthe dienlich macht. Auch im Wasser man
cher Quellen erscheint etwas Kieselerde aufgelöst und in mancher
schönen Edelsteinen (Granat, Smaragd u. A.) ist sie in Krystallforn
enthalten. Beim Schneiden von Gras und Schilf macht fie Sicht
und Sense stumpf.
Als dritten Bestandtheil des Thons haben wir den Eisenro!
genannt. Das Eisen ist bekanntlich das auf der Erde am weiteser
verbreitete Schwermetall. Es kommt überall in der Erde in größere
oder geringerer Menge und in den verschiedensten Formen vor, aue
in den Pflanzen (in deren Asche wir es ebenso wie die Kieselerd
inden) und im Blute der Menschen und Thiere. Es bildet also ei
Nahrungsmittel für die lebenden Wesen und wirkt namentlich in de
Form von verdünnten Eisenvitriollösungen sichtlich auf die kräftig
Entwickelung der Gewächje, während das gleiche Metall, wenn v
in größerer Menge löslich dem Erdreich beigemischt ist, den Pflanze
in hohem Grade schädlich wird. Wenn das Eisen erhitzt wird,

) Das sieht man am Deutlichsten daraus, daß 3 B. die Asche des 8
der Gerste in hundert Theilen 17, die des Hafers 48, des Roggens 64 und
Peizens sogar 70 Theile Kieselsäure enthält
            
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