Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

auf dem ganzen Erdboden gewaltet. Unendliche Fluthen bedeckten
zeitweise den größten Theil desselben. Sie zermalmten Steintrüm—
ner und Felsen, und als sie abflossen, bedeckten sie die Sohle der
Thäler und das offene Tiefland mit ihrem Schutt, Sand und Schlamm.
Weitaus der größte Theil unserer Ackerbodens ist solches aus den
Höhen hergeschwemmtes Land und erinnert uns an die gewaltigen
Umwälzungen, die einst auf unserer Erdrinde vor sich gegangen sind.

Vermischtes.
Trier, den 1. August. In Folge einer flüchtigen, theils durch
eigene Anschauung, theils durch eingezogene Nachrichten bewirkten
Rundschau über den gegenwärtigen Stand der Felder und das Er—
gebniß der Erndte im Regierungsbezirk Trier können wir nun, nach
dem der wiederholte Gewitterregen die Besorgniß wegen Futterman—
gel beseitigt hat, die erfreuliche Mittheilung machen, daß die dies—
ährige Fruchtbarkeit dieser Gegend im Allgemeinen eine sehr befrie—
digende ist. Im Mosels, Saar- und Sauerthale, so wie auch in dem
diesseits des Hochwaldes gelegenen, schieferhaltigen und darum trocke—
nen Waldlande, in welchen Gegenden auf den harten Winter unmit—
telbar der heiße Sommer gefolgt, die gewöhnliche Uebergangswitte—
zung des Frühlings also ausgefallen ist, mußte diese, wenngleich
fruchtbare, so doch abnorme Witterung eine forcirte Entwickelung und
Reife der Winter- und Sommer-Saat, also einen geringen Stroh—
ertrag zur Folge haben, wogegen der günstige Verlauf der Blüthe
und die darauf erfolgte fruchtbare Witterung einen quantitativ be—
friedigenden und in der Qualität vorzüglichen Körnerertrag erzeugte.
In der humusreicheren Gegend jenseits des Hochwaldes und des
Hundsrücks, so wie in dem schweren Kalkboden der Eifel, wo der
später abgegangene Schnee die Feuchtigkeit bis in den Sommer er—
hielt, haben sich diese Fruchtgattungen langsamer und kräftiger ent
wickelt und bestaudet und daher auch einen befriedigenderen Stroh—
ꝛrtrag geliefert. Der Hafer hat bereits eine ungewöhnliche Höhe
erreicht und vorzüglich geschotet, so daß derselbe in jeder Beziehung
ꝛinen guten Ertrag gewährt. In der Gegend von Hermeskeil sieht
man Hafer, der die ungewöhnliche Höhe von 426 Fuß erreicht hat.
Der Gerstenbau wird im hiesigen Regierungsbezirk so schwach betrie—
den, daß das Ergebniß desselben, welches indeß noch häufig ziemlich
befriedigt, bei der Bestimmung des Gesammt-Ernteertrages kaum in
Betracht kommen kann. Den Cerealien gegenüber bilden hier die
Bemüse und die übrigen Futtergewächse den zweiten Haupttheil der
Landprodukte. Der erste Grasschnitt hat bekanntlich meistens kaum
die Hälfte eines vollen Heuertrages geliefert. Dasselbe gilt von dem
sogenannten dreijährigen Klee. Zur Deckung dieses Ausfalles tragen
aber die übrigen Kleearten, die Luzerne und Esparsette nicht wenig
bei, indem außer dem nicht unergiebigen ersten und zweiten Schnitt
ogar eine gute dritte Ernte davon zu erwarten ist. Falls nun auch

der zweite Grasschnitt, der Grummet, nur einen mittelmäßigen E
trag gewähren, und daher in dieser oder einer andern Hinsicht be
den erwähnten Landprodukten noch irgend ein Ausfall zu decken sei
sollte, so tritt dafür in reichlicher Fülle die als gesichert zu betrad
tende ausgezeichnete Kartoffelernte ein. Wenn der Kartoffelpflanz
nicht ihre ursprüngliche Samenerzeugung fehlen würde, so müßt
man annehmen, daß dieselbe, nachdem sie alle die Krankheitscalam
täten überstanden, wieder die Vollkommenheit ihres Urzustandes er
reicht hätte. Der Stand der übrigen Gemüsepflanzen ist allerdrage
mitunter ein ungenügender, im Allgemeinen aber ein beruhigender
Ueber den vielversprechenden Stand der Weinberge ist bereits mehr
fach berichtet worden. Daneben gibt es überhaupt ziemlich vie
Steinobst, Kernobst aber, einzelne Bäume und kleine Landstriche au⸗
genommen, fast gar keins. Wäre dieser erhebliche Ausfall nicht;
beklagen, so würde das Jahr 1865 unstreitig in die Reihe der segens
reichen Jahre unserer Zeit getreten sein.
Vom Niederrhein, den 29. Juli. Bei recht warmer Wi
terung, zeitweilig von erquickenden Gewitterschauern unterbrochen,
schritten die Erntearbeiten in der verflossenen Woche in erwünschte
Weise voran. Der jetzt eingeheimste Roggen scheint den früheren
Erwartungen entsprechen zu wollen. Feste Angaben über den Ertrat
im Allgemeinen lassen sich noch nicht bringen, weil der Erdrusch we
gen der Feldarbeiten nur vereinzelt vorgenommen wird. Verschiedent
von uns eingezogene Berichte ergeben durchschnittlich per preuß. Mor
gen vier Malter, ein Sömmer Mörser Maß, oder 280 Pfd., gegen
5Malter im vorigen Jahr. Die Qualität des schon an den Mark
gebrachten Roggens ist sehr schön an Korn und Farbe. Der Weiza
ist in den letzten acht Tagen völlig zur Reife gekommen und win
hereits an vielen Stellen geschnitten. Die Frucht hat einen vortnf
Körnungsprozeß durchgemacht. Das Stroh blieb hinter den bessen
Jahren zurück; dagegen fällt der Körnerertrag, im Verhältniß zun
Stroh, überreich aus. Der Hafer hat sich in Folge der letzten Re
zentage außerordentlich erholt. Derselbe geht ebenfalls der Reis
entgegen. Die Kartoffeln versprechen bei ihrem bisherigen wahrhaf
prachtvollen Stande und fernerer günstiger Witterung einen Ertrag
der den besten Jahren gleichkommen wird. Ein Auftreten der Kraul
heit ist jetzt wohl nicht zu besorgen. Der Buchweizen hat sich ir
Folge des Regens sehr erholt. Das Viehfutter beginnt etwas reih
licher zu kommen; der Klee verspricht einen neuen guten Schnih
Grummet wird jedenfalls die klägliche Heuernte theilweise ersetzer
Die Gärten bieten gegenwärtig einen erfreulichen Anblick. Sämm
liche Gewächse floriren, namentlich aber ist der diesjährige Ertra
der Stangenbohnen ein so großer, daß gegenwärtig bereits 2Isd
zu 9 Pfg. verkauft werden, gegen 1 Sgr. per Pfd. im vorigen dahre

Ranzige Butter bekommt man wieder von angenehmen Ge
chmack, wenn man dieselbe zuerst mit Milch durchkocht und dann w
Kalk auswäscht.

Tet Kohlwaage bei Saarbrücken abgeliefert werden) 7. Die Schlosserarbeiten,
Be kanntmachung. müssen, n der Zuschlag e nach zel 8. „Lieferung von 100 Schachtruthen ar
Die Gypsgrube der Gemeinde Fechingen, Billigkeit des Preises allein, als nach der re wöhnlicher Bruchsteine,
Distrikt Witzallmet wird am ativen Guͤle und Zwedmäßigteit der zugesen⸗, Lieferung von 377, Schachtruthen au⸗
Freitag den 11. d. Mts. um 11 Uhrlideten Probe ertheilt werden wird. erlesenen Bruchsteine,
Vormittags, Kohlwaage bei Saarbrücken, den 2. —X — 328 — 1385,000 Stück gewöhn
ier auf dem Bürgermeisterei-Amte von neuem 18665. iche Backsteine,
in 6 38 Dade sierei mn Königliche Bergfaetorei. dieferung von 42 Tonnen Mehzer gn
Brebach den 3. August 1865. 35 ieferung, von 280 Tonnen gewoͤhn
Der Vürgermeister, Bckanntmachung. e r
F Klein. Am Dinstag den 22. August e. en, von 260 Cibitf. Hausteinen
Bekauntmachung. ollen rre Ubrabhhe: — — ubitsuß Fund⸗
Für die hiesigen Königlichen Steinkohlen zierselbst die nachverzeichneten Arbeiten und ff e
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Dosen e en uͤnd —8 Wedhunn Ade m Westselde der Grube Gerhard Prinzsurz. Liefetung von 1825 laufenden F!
rbielungen auf vieses Quantum o 9 — ded Mindestiordernden oͤeniich in Dachlatten.
Augu sier. entgehen geetne die brhie, erdeng geßerugzrden. KestenAnschlag und Bedingungen liegen
tung ist ein Probe-Exemplar fuͤr eine mittiere Raurerarbeiten Einsicht der Interessenten auf dem Schich
Bröße und Stärke nebst der Liqidation beizu⸗ Sleinmeharbeiten meisterei⸗Bureau offen.
ügen und wird hierbei bemerkt, daß die An⸗ immerarbeiten, Louisenthal, den 29. Juli 1865.
jüge nach und nach, spätestens aber 2 Monate dachdeckerarbeiten, Der Ober⸗Schichtmeisteꝛ
nach erfolatem Zuschlage vollständig und francos d, TischlerGlafer u. Ansteicherarbeiten W. Posth.
Lun — — — —— —————————————— ——⏑ ——m—— *
derausgeber und Verleger: Chr. Möllinger, vormals Dann' sche Buchhandiung in Sgarbrucken. — Drud von A. Sonnenburg in Trier
            
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