mentar zu den Astern im Verzeichniß 1863, indem er jede der vielen
Sorten genau nach Blume, Wuchs, Höhe ꝛc. beschreibt, so daß Jeder
die ihm zusagenden leicht herausfindet. Gleiche Bemerkungen finden
vir uͤber Levkoyen, Nelken ꝛc. Es würde uns zu weit führen, auch
zur die wichtigeren Kulturen dieser Gärtnerei zu berühren und wir
exwähnen nur als ihr eigenthümlich die herrlichen Fuchsien-Kronen—
äumchen von 526 Fuß Höhe, von denen in einem Frühjahre viele
dunderte blühend oder knospend in alle Welt versandt werden, des
Jeichen Fuchsien und Ampeln. Das Nelkensortiment, das aus den
„orzüglichsten Sammlungen Europas gebildet worden ist, die Pelar
jonien, Rosen, das reiche Weinrebensortiment, die zu Schnittbäumen
zestimmten Obstsortiments sind nicht minder reich und alle übrigen
Modeblumen, als Verbenen, Heliotropen u. s. w. vollständig vertre
en. In der Stadt befindet sich auf beschränktem Raume die Pflan—
engärtnerei, im freien Lande die Samenzucht, die Zucht der Spar—
Jelpflanzen, Rosen, Weinreben, Beerensträucher ꝛc., wovon 1863 allein
z Morgen mit neuen Astern bepflanzt waren. Wir finden hier
gflanzenhäuser und ausschließlich zu Blumen bestimmte Kästen in
chöner Anordnung, soweit es der Gewerbstrieb gestattet, Bruchstücke
yer Gestelle für Levkoyensamenzucht, im Vordergrund Andeutungen
ines prächtigen kleinen Blumengartens in künstlicher Anordnung
ind geschmackvoller Aufstellung, in welcher der Besitzer Meister ist
ind durch welche er den Besuchern des Gartens zeigt, wie man ge—
visse Blumen verwenden muß und was sich durch passende Zusam—
nenstellungen aus ganz gewöhnlichen Blumen machen läßt — ein
Verfahren, welches allen Handelsgärtnern nicht dringend genug em—
ofohlen werden kann.
Herr Heinemann ladet in seinem „Illustrirten und beschreiben—
zen Generalkatalog für Samen- und Pflanzenhandel“ alle Blumen—
reunde und Gartenbesitzer, welche die internationale Blumen- und
Pflanzenausstellung Anfangs September in Erfurt besuchen, freund—
iichst ein, bei dieser Gelegenheit sein Gartenetablissement und seine
Feldkulturen für Blumensortimente, Rosen, Spargel ꝛc. mit einem
Besuche zu beehren und sich davon zu überzeugen, daß er stets bemüht
ei, seinem Wahlspruch getreu „Nur Gutes und das Gute schön“ zu
kultiviren. Wer seiner Einladung Folge leistet, wird es sicher nicht
bereuen.
Der zweite Berliner Coconmarkt.
Der zweite Berliner Coconmarkt für dieses Jahr fand am 12.
Juli gleichfalls in dem Exerzierhause in der Karlsstraße statt. Es
hrachten 51 Seidenzüchter 1163 Pfund Cocons zu Markte, darunter
etwa 100 Pfund Mailänder; die Preise betrugen 20—28 Sgr. pro
Pfund. Schon der erste Markttag hatte ein größeres Quantum
Tocons zum Verkauf gebracht, wie die Gesammtmärkte jedes anderen
der letzteren Jahre. Im Jahre 1863 waren von 74 Ausstellern
27011/3 Metzen gleich 3420 Pfund (es wurde bei den diesjährigen
Märkten das Gewicht statt des Maßes angewendet) zu Markte ge—
bracht; im Jahre 1864 von 100 Ausstellern 2733 Metzen gleich etwa
3460 Pfund; in diesem Jahre sind von 190 Ausstellern, darunter
36 Lehrer. 4718 Pfunde zum Kauf angeboten worden. Darunter
varen allerdings von einem Aussteller aus Dessau 186 Pfund, von
)rei Ausstellern aus Mecklenburg-Strelitz 459 Pfund zu Markt ge—
hracht. Nimmt man nun aber an, daß manche Zuchten noch zurück
ind, so ist, obwohl dies auch in früheren Jahren zu berücksichtigen
var, der bedeutende Fortschritt, den die Seidenzucht in der Provinz
Brandenburg im letzten Jahre gemacht, doch nicht wohl zu verkennen.
Derselbe wird auch konstatirt durch die größere Anzahl der Züchter;
namentlich sind es Lehrer gewesen, die sich der Seidenzucht als eines
inträglichen und an dem oft knappen Gehalt einen sehr wünschens—
verthen Beitrag liefernden Industriezweiges befleißigt haben. Dazu
inzuspornen waren allerdings die hohen Preise der Cocons und die
im Allgemeinen glücklichen Zuchten der letzten Jahre recht wohl geeig
tet. In Italien und in Frankreich waren die Zuchten nicht gerathen
ind Seidenzüchter von dort waren auf deutschem Markte erschienen,
zus der hier wohl gerathenen Ernte Grains für ihre Zuchten zu ge
vinnen und machten ihre Ankäufe ohne Rücksicht auf den Preis, so
»aßz die hiesigen Grainszüchter und Seidenspinner ihnen in den Prei—
en folgen mußten, wollten sie nicht ganz vom Markte ausgeschlossen
hleiben. Namentlich aber wurden nun für weiße, wie grüne Japa—
ueser so bedeutend höhere Preise bewilligt, daß deren Zucht von 1869
zu 1864 sich um 200 Proc. vermehrte, und in der Hoffnung, daß
diese Preise sich erhalten würden, jetzt die Mailänder hier fast ganz
vom Markte verdrängt hat; nur 111/, Proc. des diesjährigen Ge—
sammtquantums war Mailänder. Hierzu mochte die weit verbreitete
und für jetzt wenigstens durch den Erfolg gerechtfertigte Meinung
mit beitragen, daß die Zucht der Japanesen die sicherere sei, als die
der Mailänder, obwohl sachverständigem Urtheil nach der Erfolg bei
heiden Racen von mancherlei, trotz der größten Sorgfalt nicht immer
zu beherrschenden Umständen abhängt, und die eine wie die andere
mißrathen kann. Das Resultat der diesjährigen Märkte war nun
vohl ein gänzlich unerwartetes, und viele Hoffnungen der Verkäufer
zerstörendes. Im Jahre 1863 galten Mailänder 24 bis 30 Sgr.
pro Metze oder etwa 19 bis 24 Sgr. pro Pfund, Japanesen aber
10 bis 30 Sgr. pro Metze oder 32 bis 40 Sgr. pro Pfund; in
dyon galt das Zollpfund Cocons durchweg 19 bis 20 Sgr. Im
Jahre 1864 waren die Preise hier wie dort gestiegen. Mailänder
zalten 271,, bis 33 Sgr. pro Metze oder 218/, bis 26/, Sgr. pro
Pfd., Japanesen aber gar 60 bis 80 Sgr. pro Metze oder 471/3 bis
b31/5 Sgr. pro Pfd.; die französischen Preise waren 21 bis 26 Sgr.
oro Zollpfund. In diesem Jahre sind die Preise für Mailänder und
für Japanesen gleich 20 bis 29 Sgr. pro Pfd. und in Frankreich,
'ast ganz damit übereinstimmend 24 bis 30 Sgr. Dieser Rückgang
jier in den Preisen ist sicher für alle Züchter ein harter Schlag und
dürfte derselbe wohl geeignet sein, die Neulinge zu entmuthigen.
Aber ein Umschlag der Preise konnte nicht wohl ausbleiben und war
porauszusehen, sobald die Bedingungen wegfielen, welche dieselben so
über alles Maß in die Höhe geschraubt hatten. Dies ist jetzt gesche—
hen, die Zuchten in Italien und Frankreich sind besser wie in den
letzten Jahren gerathen, — wir müssen den hier bewilligten Preisen
iach dieses Faktum den entgegengesetzten Ansichten gegenüber aufrecht
erhalten — ein Bedarf an Grains, wie in früheren Jahren war nicht
yorhanden, es blieben'also auch die Käufer aus, welche hier die Co—
rons nur für den speziellen Zweck der Grainzucht in den beiden letz
ten Jahren aufkauften und damit die Preise so enorm in die Höhe
trieben. Die wenigen einheimischen Käufer hatten keine Aufträge an
Grains uud vermochten nun, ohne alle Concurrenz, sich den Markl
zu machen, wie sie wollten. Im Uebrigen aber hören wir von un—
betheiligten Sachverständigen, daß die Preise nur bis zu einem Niveau
zurückgegangen sind, welches als ein angemessenes bezeichnet werden
muß, wird der Hauptzweck der Seidenzucht, Lieferung von Gespinnsi
für den Bedarf dabei ins Auge gefaßt. Wenn über die Höhe der
Seidenpreise geklagt wird, so ist das ganz erklärlich, werden tausende
und aber tausende Metzen von Cocons für die Grainszucht verwen—
det, so können sie nicht zu Gespinnsten verwendet werden. Sind nun
die Cocons, wie gegenwärtig, so sehr im Preise gesunken, so werden
auch die Preise der Seidenstoffe heruntergehen. Trotz dieses Preis⸗
rückganges scheint aber dennoch der Seidenbau ein recht einträgliches
Rebengeschäft und wird auch wohl allgemein als solches anerkannt
verden. Nach dem Markt fand die General-Versammlung des Sei
denbau-Vereins für die Mark Brandenburg statt.
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„Keine Rose ohne Dornen“, sagt das Sprüchwort. So könnte
man sagen: „Kein Feld ohne Unkraut“ und „Kein Leben ohne
Ungemach.“ Ja, die Reihe ähnlicher Sprüchwörter läuft weiter und
veiter, wie z. B. „Kein Sieg ohne Kampf“ und dergleichen mehr.
Es ist auch Nichts einfacher, als zu begreifen, daß es kein Licht ge—
ben könne, ohne daß dadurch gleicherzeit Schatten da wäre. Unsere
Welt ist einmal die Welt der Gegensätze. Gerade aber durch die
Begensätze wird die Welt für uns Menschen segeunsreich und genuß—
doll, — denn wenn es z. B. keinen Durst gäbe, würde man auch
rtiemals die Annehmlichkeit empfinden, den Durst durch einen Trunl
öschen zu können, der um so vortrefflicher mundet, je größer der
Durst gewesen.
Wir wollten freilich hier nur vom Unkraute auf dem Felde
prechen, — wissen nun aber schon, daß das Unkraut nicht allein
nichts Schlimmes bedeutet, sondern daß der rechte Sinn hinter dem
UAnkraut wohl auch Besseres finden kann. Denn: je mehr ein Feld