Erscheint Diustag, Donnerstat and
onnabend. Bestellungen sind bei der
achsten Post⸗ Anstalt oder in der Erx⸗
pedition des Blattes zu machen.
Anzeigen portofrei einzureichen.
safertionsGebuͤhren für die Garmond⸗
zete oder deren Raum 9 Pf.
9 Der Abennementés⸗Preia
oetraͤgt pro Duartal inel. Stempelstenet
und Traͤgerlohn für Saarbruücken unk
St. Johann 12 Silbergroschen.
Fur die durch die Post bezogenen Gren⸗
1 plare ib Silberarefchen.
für
den Kreis Saarbrücken.
M 91.
Dinstag den 1. Augus.
1865.
Amtliches.
monatlich vorher anmelden, oder die Kohlen auf Credit bezie
hen. Sollten sich hierbei Mißbräuche herausstellen, so werden
derartige Fuhren ohne Weiteres abgewiesen.
Unter den übrigen Kohlenfuhren werden alle diejenigen zurüch
gewiesen, von denen constatirt ist, daß sie Kohlen zur Umladung
auf die Bahnhöfe fahren. Außerdem sollen einzelne kleinere
Fuhren, bis zu 30 Centner Ladung, welche Kohlen zum Haus—
brand nehmen, den regelmäßig wiederkehrenden großen Fuhren
vorgehen, wenn sie vor 8 Uhr Morgens auf den Halden ein
treffen.
Es wird für jede Landhalde für die nächsten Monate ein durch
— —
selbe erreicht ist, sind die Geldeinnehmer ermächtigt, den Ver—
kauf für den betreffenden Tag ganz einzustellen, und erst am
nächsten Morgen wieder zu beginnen.
Der Kohlenverkauf auf der Grube Dilsburg bei Heusweiler
wird, mit Ausnahme der Gemeinde-Bedarfskohlen und Berg
mannskohlen, bis zum J. November ganz eingestellt.
Saarbrücken, den 25. Juli 1888.
Köniagl. Berawerfs-Direction.
Futtermittel gewöhnen lassen, ohne, wie man sagt, abzufallen. Daß
das Kalb durchaus sein Milchfleisch verlieren müsse, ist ein Irrthum,
denn durch vorsichtige Behandlung kaunn das Abfallen fast ganz ver⸗
mieden werden. Je unmerklicher dieser Uebergang bewerkstelligt wird,
desto besser für das künftige Gedeihen des Kalbes! Thiere, welche durch
zu rasches Absetzen in ihrer Entwickelung zurückgingen oder stillstan⸗
den, wachsen in der Folge sehr langsam, und manchmal ist dieses
Zurückkommen Ursache bleibender Nachtheile für die ganz Lebensdauer
des Thieres.
Als Uebergang von der reinen Milchnahrung zur gewöhnlichen
Fütterung empfiehlt sich vor Allem abgerahmte Milch, süße und saure,
mit Zusätzen von Hafer- und Leinsamenschrot, nebst gutem, zartem
Heu oder Grummet. Diese Futtermittel liefern ebenso das zu freu—
digem Wuchse nothwendige Fett und die Phosphate, wie die zum
— * erforderlichen Stickstoffverbindungen in reichlicher
Menge.
Auch anderes Körnerschrot und Mehl, gekochtes Brod, süße Mol—
ken u. s. w. bilden einen mehr oder minder zuträchlichen Ersatz für
die Milch. Eben so leistet Heuthee, d. h. Abkochungen von gutem
Heu in Verbindung mit größeren Gaben Milch, gute Dienste; ohne
oder mit nur wenig Milch kann er jedoch die hie und da gerühmiten
Wirkungen wegen des Mangels der richtigsten Nährstoffe, besonders
der Stickstoffverbindungen, nicht wohl haben, weil das Pflanzeneiweiß
durch das Kochen gerinnt, daher nicht ausgezogen wird.
Wenn einem 6 Wochen lang durch Muttermilch genährten, etwa
120 Pfund schweren Kalbe in der 7. Woche ungefähr 10 Pfd. (3-31/2
Maß) abgerahmte Milch, 1 Pfd. Hafer und !2 Pfd. Leinsamen
schtot (mit 2 Theilen Wasser zu Brei gekocht und warm mit deir
Sauermilch vermischt) nebst etwas zartem Heu gegeben wird, so er—
scheint das als eine vollkommene, zureichende Fütterung. Wird bei
dieser Ration mit dem fortschreitenden Wachsthum des Thieres der
Leinsamen auf stark 1 Pfd. und der Hafer auf 2 Pfund vermehrt
ind statt Heu gereicht (Nährstoffverhältniß 1:4,4), so wird sich mit
inem halbem Jahre das Thier so kräftig entwickelt haben, daß man
hne Schaden stufenweise zut ausschließlichen Heufütterung wird über
Bclanntmachung.
Da von den Landhalden der hiesigen Steinkohlengruben fort⸗
auernd Kohlen in großen Quantitäten nach den benachbarten Eisen⸗
zahnstationen gefahren, und von dort durch Aufkäufer in entfernte
Hegenden versandt werden, hierdurch jedoch der Zweck der Landhal⸗
—DV0—
zereitelt wird, so sieht sich die Bergwerks-Direction genöthigt, zum
Schutz des inländischen Kohlenconsums folgende Bestimmungen zu
reffen, welche vom LA. Augustee. an bis auf Weiteres in Kraft
reten:
M Bei der Verladung auf den Landhalden gehen zunächst die Ab—
nehmer von Gemeindekohlen und Bergmannskohlen den übrigen
Fuhren vor.
Es folgen die Fabriken und industriellen Anlagen, welche ihre
Kohlen regelmäßig durch Landfuhren beziehen, und sich zu einer
dauernden regelmäßigen Abnahme verpflichten. Jedoch können
aur diejenigen Werke berücksichtigt werden, welche ihren Bedarf
2
Pflege des Jungviehes bei der Aufzucht. Uebergang
bon der Milchnaährung zu anderm Futter. Fütterung
nach dem Absetzen.
Weiche, trockene Streu und überhaupt äußerste Reinlichkeit ist
ine weitere Bedingung tüchtiger Kälberaufzucht. Von ihr hängt das
Bedeihen der jungen Thiere ebenso ab, wie von guter reichlicher Füt⸗
erung. Am zuträglichsten sind ihnen warme Kälberställe, wo sie nach
Bedürfniß ruhen und sich frei bewegen können. Auch ist nicht zu
zersäumen, ihnen bald, etwa nach 14 Tagen, kleine Gaben Salz zur
Anregung der Verdauung, und reines überschlagenes Wasser zu reichen,
oa die jungen Thiere ein großes Bedürfniß nach Flüssigkeit haben.
Ich füge hier noch die Rothwendigkeit einer richtigen Auswahl
der zur Aufzucht bestimmten Kälber bei, denn davon vor Allem hängt
es ab, ob die nicht unbedeutenden Kosten der Aufzucht sich lohnen
oder nicht. Freilich lassen sich die Kälber oft schwer hinsichtlich ihrer
rünftigen Entwickelung beurtheilen, immerhin ab ist es nothwendig,
auf gute Formen und Gesundheit zu sehen. Völlige Bugleere, star—
er Hängbauch, fehlerhafte Fußstellung häufiger Durchfall und zu
—D
des neugebornen Kalbes /. bis!/5 des Gewichtes der Mutter be—
ragen) sollten unbedingt vom Anbinden abhalten. Landwirthe, welche
vorzüglich auf Milchnutzen sehen, werden überdies gut thun, nur Käl—
der tüchtiger Milchkühe aufzuziehen. Wo bei der Kälberaufzucht noch
der Aberglaube herrscht, wo man mehr auf den zu- oder abnehmen—
»en Mond, oder auf Himmelszeichen sieht, als auf gute Formen und
Besundheit, da ist Belehrung über Aufzucht überhaupt überflüssig.
Ein nicht seltener Fehler wird selbst da, wo die Kälber hinlängich
lange die Muttermilch genossen, durch allzu rasches Absetzen oder
kEntwöhnen gemacht. Wenn ein zu rascher Futterwechsel schon dem
erwachsenen Thiere schädlich ist, so ist dies bei dem Kalbe natürlich
doppelt der Fall. Der Uebergang zu anderer als Milchnahrung soll
aur allmählig erfolgen, und wird, wie wir bereits gesehen haben,
durch das Tränken wesentlich erleichtert, indem sich auf diese Weise
die jungen Thiere am leichtesten nach und nach an andere entsprechende