Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

d. der vorschriftsmäßig gelernten Jäger,
e. der vorzugsweise Einzustellenden,
der primo loco rangirenden Militärpflichtigen der Jahr—
zänge 1842 und 1843. — Endlich Musterung
der vor der Kreis-Ersatz-Commission nicht erschienenen Mi—
litaͤrpflichtigen,
der von den Truppentheilen vor beendeter Dienstzeit ent—
assenen Soldaten,
der Seitens der Truppentheile als unbrauchbar zurückge⸗
viesenen einjährigen Freiwilligen.
2. Am Freitag den 28. Juli c., Morgens 7 Uhr, Musterung
à. der primo loco rangirenden Militärpflichtigen des Jahr—
zangs 1844,
der im laufenden Jahre zur Loosung Zugelassenen,
der Disponibeln der frühern Jahrgänge.
Ich ersuche die betreffenden Militärpflichtigen, welchen noch beson⸗
dere Vorladungen zugehen, genau zur bestimmten Stunde am erwähn—
en Gestellungsorte sauber gewaschen und mit reiner Bekleidung versehen,
oor der Königl. Departements-Ersatz⸗ Commission zur Musterung zu er—
scheinen, indem die zu spät sich Gestellenden unnachsichtlich zur Strafe
herangezogen werden.
Sodann mache ich darauf aufmerksam, daß in dem Falle, wo we—⸗
zen häuslicher und gewerblicher Verhältnisse eine zeitweise Zurückstellung
ober gänzliche Befreiung vom Militärdienste begründet werden soll, die
Väter derjenigen Militärpflichtigen, welche wegen angeblicher Arbeits—
unfähigkeit auf Zurückstellung oder Befreiung ihrer dienstpflichtigen
Söhne antragen wollen, persönlich erscheinen müssen, damit deren
Arbeitsunfähigkeit durch die Commission festgestellt werden kann. Ebenso
müssen die im Hause der Eltern befindlichen Söhne über 16 Jahre,
sowie die eingeheiratheten Schwiegersöhne sich in diesem Falle vor der
Departements⸗Ersatz⸗ Commission gestellen, wobei ich noch besonders be⸗

1

Die Beseitigung der Seidenraupen-Krankheit.
VBon Capitän Thomas Hutton zu Mussora in Nordwest-Indien.
Aus dem Englischen übersetzt von Dr. A. Gerstäcker.
Wichtig für alle Seidenzüchter.
Die Cultur der Seidenraupe blieb während eines Zeitraums von
mehr als 3000 Jahren ausschließlich in den Händen der Chinesen.
Was Wunder, daß, nachdem die Gesundheitsbeschaffenheit des Insektes
vährend dieser Zeit allmählig durch unvollkommene Fütterung, Abge
chlossenheit, verdorbene Luft und andere entkräftigende Agentien unter
graben war, es schließlich bei seiner Einführung nach dem Westen nich
mehr seine natürliche Frische, Gesundheit, sowie überhaupt seine Eigen
hümlichkeiten beibehielt, sondern geschwächt, entartet und hinfällig wurde
durch eine ununterbrochene Reihe von Nachkommenschaft aus einer
bereits geschwächten Brut und dadurch zahlreichen Krankheiten ausge⸗
etzt war.

Die Zucht der Seidenraupe in Europa wurde mit geringen Ab⸗
inderungen fast ebenso gehandhabt wie in China, so daß dieselbe wäh—
tend eines ununterbrochenen Zeitraums von 4500 Jahren gegen alle un—
natürlichen und rein künstlichen Einflüsse zu kämpfen hatte, ohne daß
zine einzige Erneuerung der Stammeltern, eine Wiederauffrischung der
Race, stattgefunden hätte. Sowohl bei Thieren wie bei Pflanzen ist
anbedingt eine gelegentliche Erneuerung des Samens für die Erhal—
ung der Gesundheit und Kräftigung der Constitution geboten. Und
doch ist bei der Seidenraupe (Bombyx mori) diese unumgängliche Für⸗
sorge volle 4500 Jahre vernachlässigt worden! Kein Wunder, daß un—⸗
er dem vereinten Einfluß von schlechtem und kargem Futter, von un—
zureichender Helligkeit und Lüftung, zu hoher Temperatur und bei
unveränderter Fortpflanzung eines bereits geschwächten Stammes das
Insect einer Menge von Krankheiten an heimfallen und vielleicht in einer
nicht fernen Zeit dem Aussterben nahe gebracht werden mußte.
Gegenwärtig gibt es keinen vollständig gesunden Zuchtstamm von
Seidenraupen mehr. Die Färbung derselben weist unzweifelhaft nach,
daß ihr Gesundheitszustand gänzlich gestört ist und man kaum es als
ein Wunder ansehen, daß die Seidenraupen bei einem so anhaltenden
Ringen gegen allerhand Widerwärtiakeiten noch so aut Stand gehalten

merke, daß solche Reclamations⸗Aniräge, welche der Kreis⸗Ersatz⸗ Cow
nission zur Prüfung und Begutachtung nicht vorgelegen haben, vor
»er Departements-Ersatz-Commission in der Regel gar nicht in Erwi—
zung gezogen, sondern zurückgewiesen werden, sofern die Veranlassun⸗
zur Reclamation nicht etwa nach beendigtem Kreis-Ersatz⸗ Geschäfte en—
standen sein sollte.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich, diese Bekanntmachung mehr
mals in sämmtlichen Gemeinden ihres Verwaltungsbezirks publicire,
zu lassen.
Saarbruͤcken, den 6. Juni 1865.
Der Königliche Landrath,
v. Gauärtner.

Bekanntmachung.
Die Forischreibung des Güterwechsels in der Bürgermeisterei Vbr
ingen findet zu Volklingen statt:
für die Gemeinde Fürstenhausen am 10. Juli c. Vormittags,
Wehrden „10., Nachmittags
Püttlingen am 11. u. 12., Nachmittags
sowie 13. , Vormittags,
Geislautern am 13. , Nachmittags
Volklingen „14. ,
und 17., Nachmittags,
and zwar Vormittags von 8212 und Nachmittags von 2—4 Uhr
Die Steuerzettel, Urkunden ꝛc. sind dabei vorzulegen.
Gleichzeitig wird bemerkt, daß höherer Bestimmung zufolge Grund—
tücke, welche getheilt werden sollen, in diesem Jahre nicht fortgeschrie—
hen werden können.
Völklingen, den 29. Juni 1865.
Der Bürgermeister,
Kühlwein.
haben. Seit der Zeit des Kaisers Justinian haben die Naturforscher
die Färbung der Raupe niemals anders als aschgrau und rahmweiß
angegeben und schon daraus geht mit Evidenz hervor, daß ihre ur⸗
prüngliche Farbe bereits durch die verkehrte Behandlung von Seiten
der Chinesen verloren gegangen ist. Allerdings ist das gelegentliche
Vorkommen von dunkel gefärbten Raupen unter größeren Aufzuchien
eobachtet worden, sie wurden aber stets als Ausnahmefälle betrachtet,
viährend sie doch, wie es in Wirklichkeit der Fall ist, als eine von
Zeiten der Natur versuchte Rückkehr zu der ursprünglichen, charakteristi—
chen Färbung der Art hätten angesehen werden müssen. Nur bei die—
er Voraussetzung scheint es möglich, einen Grund für den von den
ilteren Naturforschern begangenen Irrthum zu finden. Ich behaupte
ndeß mit der größten Zuversicht und will es sogleich beweisen, daß
die weiße Färbung der Raupe allein schon auf den Verlust ihrer ur⸗
prünglichen Constitution hinweist und daß die Art in ihrer naturgemäßer
Färbung bis jetzt noch gar nicht beschrieben worden ist.
Es wird mir vielleicht entgegnet werden, daß zum Oefteren ge⸗
ehrte und erfahrene Männer aus Italien und Frankreich ausgesandi
vorden sind, um frische Brut zur Erneuerung der siechen europäischen
Race zu beschaffen; daß ferner Versuche gemacht worden sind, durhh
Bermischung mit indischen und chinesischen Würmern eine bessere und
räftigere Constitution wiederherzustellen. Die Wahrheit dieser Behaup
ung kann insofern nicht bestritten werden, als der Versuch, einen ge⸗
underen Brutstock anzuschaffen, wirklich ofter gemacht worden ist; den
elbe ist jedoch stets ohne Erfolg gewesen und zwar aus dem einfachen
Brunde, weil alle Seidenwürmer, seien sie aus Europa, Persien, Im
)ien oder China, gegenwärtig in gleich hohem Maße degenerirt sind
'a daß selbst, wenn ein Unterschied zwischen denselben noch wahrnehm⸗
har ist, dieser immer noch zu Gunsten der europäischen Race ausfälli.
Die Kreuzung mit Brut aus Indien oder China muß deßhalb die
Krankheit, welche im Westen so unglückselige Folgen gehabt hat, nur
noch vermehren.
Man könnte mir nun die Frage vorlegen, welche Beweise ich fli
das Bestehen der Krankheit und die Veränderung der Färbung beizu
zringen hätte? Für die Existenz der Krankheit bedarf es eines Bewei
es nicht, da die Thatsache leider nur zu bekannt ist; in Betreff der
kärbung habe ich aber gegenwärtig die überzeugendsten Gründe für
            
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