und andererseits ein zweifacher Widerstand daraus erwächst, daß die
Wärme von den Gasen zunächst an die Rußbedeckung und von dieser
mn die Metallwandung übergeführt werden muß, so ergibt sich bei
näherer Betrachtung, daß die Berußung der Heizfläche nicht nützlich,
sondern schädlich auf den Heizeffekt wirken muß, wie dies auch die Kes—
elpraxis im Allgemeinen, sowie durch die Beobachtungen von Brix
zollkommen bestätigt wird.
Bei Gelegenheit von Untersuchungen, die er im Auftrage von
Industriellen des Saarthales über die zweckmäßigste Form der Feuer⸗
züge und den relativen Werih der Heizflächen anstellt, hat nun Nögge⸗
rath in Brieg auch diesen Gegenstand untersucht; die Resultate seiner
Versuche theilt er ausführlich in der Zischr. des Ver. d. Ingen. mit
Es ergibt sich daraus: 1) daß die Berußung der vorderen Theile der
Heizfläche, welche der Einwirkung des Feuers unmittelbar ausgesetzt
ind, von geringem Einfluß auf den Heizeffekt ist; 2) daß die Berußung
der Theile, welche der Einwirkung des Feuers nicht unmittelbar aus—
gesetzt sind, von äußerst nachtheiligem Einfluß auf den Heizeffekt ist
3) daß durch sorgfältige Reinigungen der entfernteren Theile der Heiz—
läche deren Effekt bedeutend gesteigert werden kann, daß aber derartige
Reinigungen bei Steinkohlenfeuerung sehr häufig, fast täglich vorzuneh—
men sein würden; 4) daß bei Steinkohlenfeuerung der ökonomische
Werth der entlegeneren Theile der Heizfläche sehr gering anzuschlagen
st, da Heizgase von 400 Grad Temperatur kaum nennenswerthe
Wärmemengen durch berußte Metallflächen transmittiren; 5) daß der
zkonomische Vortheil der Anwendung von Vorrichtungen zur rauchlosen
Verbrennung der Steinkohlen nicht allein darin beruht, daß aus dem
Brennmaterial größere Wärmemengen erzielt werden, sondern auch da—
in, daß die Heizflächen in einem für die Wärmetransmission geeigne—
eren Zustande längere Zeit erhalten werden.
(D. Industr.⸗Ztg.)
Die Vorbedingung einer guten Saat.
Vorbedingung einer guten Saat ist die gute Bearbeitung des
Ackers vor derselben. Wenn der Boden gehörig zerkrümelt, gedüngt
ind von Unkraut gereinigt ist, so ist nicht nur eine reichere Ernte
zu hoffen, sondern man spart auch an Saatfrucht und an Arbeiten,
zie während des Wachsthums der Pflanzen nothwendig werden, be—
»eutend. Einen übel zubereiteten Acker sollte man eigentlich nie be—
amen, sondern ihn lieber der Brache unterwerfen, wofern nicht die
uu tragende Frucht selbst dazu bestimmt ist, den Acker zu reinigen,
wie dieses bei den Hackfrüchten der Fall ist. —
Ein guter Landwirth wird sich stets gute Saatfrucht halten; er
vird zu diesem Ende bereits auf dem Felde die sauberste und voll⸗
'ommenste Frucht auswählen, um sie zur Saat zu bestimmen. Durch
Mahlen auf der Putzmühle, sowie durch Sieben kann das Gertreide
nie völlig von allem Unkrautsamen befreit werden. Besser wird die
er Zweck durch das Auslesen erreicht, welches darin besteht, daß man
zie Garben vor dem Dreschen auflöst und die Unkrautstengel ausziehen
äßt, eine Arbeit welche von Kindern oder schwächlichen alten Leuten
ersehen werden kann und dadurch den doppelten Zweck erfüllt, daß
ie neben dem Nutzen, den sie der Landwirthschaft abwirft, zugleich
chwachen, zu schweren Handthirungen untauglichen Personen Be
chäftigung gibt. Bei dem Dreschen bestimmt man blos den soge—
iannten Vorsprung zur Saat, wodurch man vollkommen ausgewachene
Körner erhält. Die Saatfrucht soll nicht zu alt sein; nur wenige
üflanzen machen hierin eine Ausnahme.
Gute Landwirthe haben auch häufig den Gebrauch, die Saatfrucht
iach einer Reihe von Jahren zu wechseln, d. h. sie aus einer andern
Begend zu beziehen. So vortheilhaft dieses Verfahren sich auch be—
veist, besonders wenn die eingebrachte Saatfrucht aus einem minder
reichen Boden herrührt, als der ist, in den sie ausgesäet wird, so
ann durch sorgfältige Behandlung der Frucht im Allgemeinen und
zeeignete Auswahl der Saatfrucht dieses Mittel leicht umgegangen
verden.
Einige Samen, welche langsam keimen, werden vor dem Aus
reuen eine Zeit lang eingequellt, damit das Keimen rascher von
Statten gehe. Außer diesen Fällen ist jedoch das Einweichen des
⸗amens nicht zu empfehlen. weil bei eintretender oder schon einge
retener Trockene die gequollenen Samen um so eher durch Mangel
an hinlänglicher Feuchtigkeit zu Grunde gehen. Etwas anderes ist
es mit Kälken des Weizens, welches als eine Maßregel des Brandes
ziemlich allgemein üblich ist. A. M.
Vermischtes.
Früher gab es Zucker, welcher aus dem Zuckerrohre übersee—
ischer Länder, besonders Westindiens hergestellt wurde. Als dann
»on Gelehrten und anderen strebsamen Männern die Zuckerrübe
eine Art der Runkelrübe) als brauchbar zur Zuckererzeugung be—
zeichnet wurde, schüttelten anfangs alle Süßmäuler bei uns den Kopf
ind meinten, das würde schwerlich jemals einen recht schmackhaften
Zucker geben. In der That wollte es anfangs auch nicht vollstän—
dig damit gelingen, da der Rübenzucker in der Farbe unansehnlich
ind im Geschmacke ebenfalls nicht rein war. Man konnte den Rü—
»enzucker daher leicht erkennen, sowohl durch das Auge, wie durch
den Geschmack. Wenn auch der Rübenzucker um etwas wohlfeiler
nerkauft wurde, so ging er im Handel doch lange Zeit nicht ebenso
zut, wie der indische Rohrzucker, welcher schön weiß dem Auge ent—
zegen leuchtete und von dem Jedermann meinte, daß er reichlich so⸗
iel mehr Süßigkeit enthielte, als er mehr kostete.
Doch bald änderte fich das Verhältniß des Rübenzuckers zum
stohrzucker. Man ließ nicht nach, in der Fabrikation des Rüben—
uckers zu bessern und immer weiter zu bessern. Endlich gelang es,
o vorzüglichen Rübenzucker herzustellen, daß er vom besten Rohr⸗
zucker nicht mehr zu unterscheiden war. Schlaue Kaufleute verkauf—
en damals längere Zeit schon Rübenzucker und nannten ihn Rohr—
zucker, um den höheren Preis dafür einzustreichen, den viele Kurz—
ichtige durchaus immer noch bezahlen wollten. Denn es gibt eine
Klasse von Menschen, — die können sich von dem von Alters her
Zewohnten nun einmal nicht trennen: nichts Neues findet bei ihnen
Hnade. Wenn es nach dieser Art von Leuten ginge, dann würden
»eispielsweise wir noch heute nur Rohrzucker und kein Stücklein Rü—
»enzucker im Handel haben, und doch ist der heutige Rübenzucker
ben so vorzüglich wie der beste Rohrzucker, dazu ist aber der Rü—
zenzucker wohlfeiler, weshalb viel mehr auch ärmere Leute ein Stück
Zucker genießen können; endlich aber — und dies ist besonders wich—
tig — ernähren sich jetzt zahlreiche Menschen in Deutschland durch
die Erzeugung und den Handel des Rübenzuckers. Wer könnte da
also wünschen wollen, daß es beim früheren Alten geblieben wäre?
Wie gesagt aber: die Stillstandsleute lassen sich heute wohl den guten,
wohlfeilen Rübenzucker mit uns übrigen schmecken und doch würde
es, wenn es nach ihrem Sinne gegangen wäre, heute keinen Rüben—
zucker geben. Ja es dürfte überhaupt keinen Zucker und Nichts, was
ins heute wohlthut, geben, wenn die Stillstandsleute allein in der
Welt zu commandiren hätten. Darum — freuen wir uns jederzeit
jedes vernünftigen Fortschrittes und arbeiten auch wir — ein Jeder
nach seinem Theile — mit daran, daß Alles frisch und lebendig zum
Besseren und immer Vollkommneren sich entwickle.
Vor 15 Jahren gab es im Zollvereine nur 184 Rübenzucker⸗
'abriken. Jetzt sind deren 253, also um etwas 70 mehr. Damals
vurden gegen 14 Millionen Zollcentner Rüben verarbeitet, — jetzt
zegen 40 Millionen, so daß jetzt etwa das Dreifache verarbeitet wird
zegen damals. Vor 15 Jahren verarbeitete eine Fabrik, durchschnittlich
80,000 Centner per Jahr, — heute dagegen etwa 157,000 Cent⸗
ner: mithin sind die Fabriken durchschnittlich nahezu doppelt so start
in ihrem Betriebe geworden. Durch solche Zahlen ist der übersee—
ische Rohrzucker jetzt bei uns vollständig aus dem Felde geschlagen
iud hat unsere heimische Landwirthschaft dadurch Großes gewonnen
Einen sehr guten Porzellankitt erhält man, wenn
nan 20 Th. gebrannten Gyps mit 5 Th. arabischen Gummis mengt
ind dieses mit Wasser zu einem steifen Brei anrührt. Will man
zen Kitt von irgend einer Farbe haben, so kann man den gewünsch—
en Farbestoff dem Brei zufügen.