Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

daß im bürgerlichen und Familienleben allerdings es geeignet erscheint,
sich an bestimmte Zeiten zu binden. Es muß daher für den Einzelnen
Aufgabe sein, sich an eine solche Ordnung zu gewöhnen, daß er auch
zu den bestimmten Zeiten Appetit habe. Für die Erwachsenen sind 3
Mahlzeiten des Tages mit einem Zwischenraum von je 6 Stunden
ausreichend. Wir wollen es den alten Römern nicht nachmachen, welche
jur Zeit des größten Luxus 5 und 6 Mahlzeiten hielten; ebenso wollen
vir es den Vornehmen und Reichen überlassen, die Hauptmahlzeit in
die Nacht zu verlegen, offenbar eine verkehrte Sitte, wodurch der gan⸗
zen Lebensweise eine der Gesundheit nachtheilige Richtung gegeben wird.
—XX

angesetzt haben. Sobald nun der richtige Zeitpunkt dazu gekommer
ist, läßt man alle Gewächse dieser Art mit der Grassense auf Schwa
den mähen und nimmt dann das Dürrmachen vor. Dazu gibt es dre
Wege, von denen jeder seine Vorzüge und seine Mängel hat. Die
erste und gewöhnlichste Art empfiehlt sich dadurch, daß er den gering—
ten Arbeits- und Kostenaufwand verursacht, und dennoch in den
neisten Jahren ein ganz vortreffliches Heu liefert. Sind die abge—
näheten Pflanzen auf der oberen Seite der Schwaden vollkommen
rocken, so werden diese mit einem Rechenstiel umgelegt, so daß die
untere Seite zu oberst komme. Ist auch diese völlig trocken, dann
bildet man aus den Schwaden kleine Häufchen, die locker aufgesetzt
bis zum Dürrwerden sämmtlicher Pflanzen stehen bleiben. Erfolgt
Regenwetter, so müssen sie öfter aufgelockert werden. Ist die Witter—
ing günstig, so erhält man in kurzer Zeit sehr gutes Kleeheu. Trit
dagegen Regen ein, so währt das Trocknen länger, wobei gänzliches
Verderbniß oder doch ein großer Verlust an den Blättern entstehen
ztann. Bei der zweiten Art werden die Pflanzen auf große Haufen
zebracht, auf welchen sich die Pflanzen erhitzen und in Gährung ge—
rathen. Hat diese den richtigen Grad erreicht, so werden die Haufen
uuseinandergerissen und sind in einigen Stunden zu einem Heu ver—
vandelt, das einen honigähnlichen Geruch besitzt und vom Vieh gerne
zefressen wird. Erfolgt aber während des Trocknens Regenwetter,
so tritt rasch die Fäulniß ein. Der dritte Weg ist das Trocknen aui
Stangen oder Gerüsten. Diese Methode hat das Gute, daß man nach
dem Aufhiffeln der Futtergewächse nichts mehr damit zu thun hat,
als bis man sie als Heu wieder wegnimmt. Man gewinnt gutes
Heu ohne Blättverlust. Das Anschaffen des Gerüstholzes, das Auf
tellen der Gerüste und nachheriges Aufbewahren erfordert viel Zei
und Mühe. Dr. Schweitzer.

Die Gewinnung des Kleeheues.
Einer der wichtigsten Theile der im Sommer zu vollbringenden
Ernten ist die des dürren Futter auf dem Felde. Klee, Luzerne,
Esparsette und Wickfutter sind diejenigen Gewächse, welche am häufig⸗
sten zu diesem Behufe angebaut werden und alle erleiden bei der
Verwandlung in Heu eine gleiche Behandlung. Sie geben das meiste
und beste Heu, wenn sie gemähet werden, sobald ihre Blüthen zum
Vorschein kommen. Nur kann man den rothen Kopfklee nicht immer
so lange stehen lassen. Ist er üppig gewachsen, so lagert er sich öf⸗
zers schon vor diesem Zeitpunkt. Er beginnt dann nicht nur von
unten auf zu modern oder zu faulen, sondern läßt sich auch ganz
schlecht hauen. Wickfutter dagegen gewinnt an nahrhafter Kraft und
läßt sich leichter trocknen, wenn es in der Entwicklung seiner Blüthen
o weit gekommen ist, daß die zuerst aufaebrochenen bereits Körner

ααααια

i57*

zischen Bahnen Mußbach, Deidesheim, Wachen—
heim und Dürkheim in's Leben.
Saarbrücken, den 22. Juni 1865.
Konigliche Fisenbahn-Dixeckion.

Versteigerung von
20 kräftigen Arbeits—
Pferden,
Ardenner Racçe.
Die Herren Unternehmer J. P. Hay er aus
Zaarlouis und Karl Klein aus Bexbach las—
en wegen Beendigung ihres betreffenden Con—
ractes mit dem Königl. Bergamte ihre auf der
Hrube „Heinitz“ beschäftigten Pferde am
Montag den 83. Juli e. Vor⸗
mittags um 10 Uhr,
zu Neunkirchen bei dem Gastwirthe HerrneL
ner gegen Zahlungsausstand versteigern.
Saarbrücken, den 17. Juni 1865.
A. Hewenig, Notar

Rhein-Nahe-Eisenbahn.
Finsen⸗Zahlung.
Die, am 1. Juli 1865 fälligen, halbjährigen
Zinsen der Prioritäts-Obligationen der
Rhein-Nahe-Eisenbahn J. und II. Emission kön—
nen von dem gedachten Tage ab bis zum 31
Juli 18635, Vormittaas in den Geschäfts
dunden:
1. bei der Direction der Disconto⸗-Gesellschaf
in Berlin,
bei der Filiale der Bank für Handel und
Industrie zu Frankfurt a. M.,
3. bei dem A. Schaafhausen'schen Bankverein
in Coln und fortlaufend
hei sämmtlichen Stationskassen der Rhein—
Nahe⸗Eisenbahn, soweit deren Bestände
ausreichen, — ingleichen
3. bei unserer Haupt-Kasse hierselbst
rhoben werden.
Die Coupons müssen den Zahlstellen mit nu
merisch geordneten, nach den Emissionen getrenn—
ten und von den Eigenthümern unterschriebenen
Verzeichnissen übergeben werden.
Saarbrücken, den 12. Juni 1865.
Königliche Sisenbahn-Dirxeckion.

Bekanntmachung.
Die Lieferung der Kalksteinmaterialien zur
Unterhaltung der St. Johann-Brebach-Fechinger
Hrämienstraße für die Jahre 1865 bis 1868
ytrd am
Montag den 3. Juli e.,
Vormittags 9 Uhr,
n der unterzeichneten Stelle öffentlich verdungen
St. Johann, den 22. Juni 1865.
Königliche Bau⸗Inspeetion.

Versteigerung
einer Gerberei.
Am Montag den 3. Juli 1865
Nachmittags 2 Uhr,
zu Zweibrücken, in dem zu versteigernde
—8 — werden nachbeschriebene zur Falln
nasse der Johanna Schwab, Wittwe des
Zweibrücken verlebten Lederhändlers Ferdinan
Joseph Hatry gehörigen Immobilien, durd
den gerichtlich damit beauftragten Königl. Ro
tar Heintich Geßner zu Zweibrücken öffent⸗
lich in Eigenthum versteigert, als:
. Ein in der Stadt Zweibrücken auf eihe
Fläche von 24 Dezmalen stehendes gwer
slöckiges Wohnhaus nebst Anbau, Maga
zin, neu ereecter Gerbere!
mit 18 Gruͤben, zwei Häuser ar
Bach mit Sleeg über den Bach, Scheu⸗
mit Stall, Keller, Hofraum, gemeinscha
ucher Eunfahrt, sowie sonstigen Zubeb
rungen, Alles einen Complex bildend
3 Dezimalen Oedung mit Grasplatz
der Küchenallee, durch einen Steeg
der Gerberei verbunden.
— — —— — Geßner, k. Notar
Herausgeher und RBerleger; EEhr. Mällinger, vormals Meume neeeeeen. — ruk von A. Shune nbura in Trier.

Bekanntmachung.
Der Bau eines doppelten Schulhauses mi
sebengebäuden in der Bergmanns-Colonic
„Herrensohr“, veranschlagt zu 72275 Thaler
vird am
Freitag den 30. d. Mts. Nach⸗
mittags 3 Uhr,
»ei der Gastwirthin Frau Wittwe Dill zu Dud
oeiler öffentlich verdungen werden.
Pläne und Kostenanschläge sind bei dem Unter
eigneten einzusehen.
Dudweiler, den 20. Juni 1865.
Der Bürgermeister,
Ganns

Vom 1. Julisc. ab writt ein directer Per—⸗
onen- und Gepäckverkehr von den grö—
zern Stationen der Königlich Saarbrücker und
Rhein-⸗-Nahbe-⸗Bahn nach den Stationen der Pfäl—
            
Waiting...

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