Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Beschaffenheit der Mineralöllampen.
Nach Dr. O. Buchner.
Wüßte nicht, was sie bess'res erfinden könnten,
Als wenn die Lichter ohne Putzen brennten.
Goethe.
Wenn die Mineralöllampen jetzt in den Wohnzimmern wie in den
Comptoirs die seitherigen Oellampen überraschend schnell verdrängen
und selbst der Gasbeleuchtung Concurrenz machen zu wollen scheinen,
so ist doch die Frage, welche Anforderungen ein Käufer an eine gute
Mineralbllampe zu machen berechtigt sei, leichter gestellt als — in den
meisten Fällen — beantwortet. Auch diese Frage behandelt O. Bu ch⸗
ner in einer Schrift über Mineralble, aus der wir Folgendes ent—
nehmen.
Die Lampe muß gefällig in der Form und richtig in der Con—
truction sein. Die Fuße aus Zinkguß lassen sich sehr schön her—
eichten und besonders die Berliner Lampen zeichnen sich in Mannig—
faltigkeit der Formen und Eleganz der Ausführung, sowie in Sauber—
keit des Gusses vor vielen anderen Fabrikaten vortheilhaft aus. Unter
allen Umständen aber, bei einfachen und complicirten Formen ist es
nöthig, daß der Fuß schwer ist, so daß die Lampe feststeht und nicht
durch jeden Stoß am Tische zum Wanken gebracht wird. Besser noch
für Kinderstuben ist eine Hängelampe. Die verschiedenen zu Füßen
berwendeten Formen zu besprechen, ist hier nicht der Ort. Nur möge
darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Moderateurform, wo das
Oel im Fuße enthalten ist, sich nicht eignet, weil das Oel zu hoch ge—
hoben werden muß. Wird aber den Füßen eine breitere und niedere
Form gegeben, so wird das Ganze gedrückt und unschön. Die galva—
nisch vermessingten und dann broncirten Zinkfüße sind schöner, als die
lackirten, doch in den meisten Fällen werden letztere ihrer größern Billig—
keit wegen vorgezogen werden.
Der Oelbehälter muß auf dem Fuß fest aufsitzen. Die Vase
muß wo möglich gestatten, den Oelstand darin erkennen zu können:
daher sind Lampen mit Metallkörper weniger zweckmäßig. Die Glas
körper haben eine gefällige Form, sie sind entweder ganz farblos oder
aus gefärbtem, mattgeschliffenem, vergoldetem oder sonst wie verziertem
Glase, und auch daß sie unter dem Brenner stehen, stört nicht, denn
iie werfen doch keinen schädlichen Schatten; dieser ist bei Lampen mit

Metallkörper weit größer. Diese find also weder aus Schönheits-, noch
aus Zweckmäßigkeitsrücksichten vorzuziehen.
Der Brenner muß richtig construirt 55 Dies ist aber der
Fall, wenn gutes Mineralbl, einerlei ob Petroleum, Photogen oder
Solarböl, ohne Geruch zu verbreiten mit hellleuchtender Flamme brenat.
Hat die Lampe auch nur einen Abend vollkommen befriedigt, so muß
sie immer ihre guten Dienste leisten. Läßt sie nach, so liegt es an der
Behandlung, oder an einer neuen Oelsorte, oder endlich an einem
neuen Cylinder. Die einzelnen Brennertheile werden natürlich nicht
aus der Hand gearbeitet, sondern durch Maschinen, Präg- und Fall⸗
werke gepreßt, so daß ein Stück dieselbe Form erhalten muß, wie das
andere, und ein Brenner nach der Zusammensetzung wie der andert
sein muß. Ist also einer in der Construction fehlerhaft, so müssen es
alle sein. Es ist von entschiedener Wichtigkeit, daß auch das Messing⸗
hlech, aus welchem die einzelnen Brennertheile gedrückt sind, so dick und
tark ist, daß es nicht jedem Drucke nachgibt. Man gibt daher besser
eine Kleinigkeit mehr für eine starke Lampe, als für eine, die wie aus
Papier gearbeitet ist.
Der Cylinder ist ein Lampentheil von der größten Wichtigkeit;
er hat bewirkt, daß die Mineralöllampen im Anfange in wahren Ver⸗
uf kamen. Auch darüber werden die Klagen immer mehr sich ver⸗
nindern, wie sie sich seither schon vermindert haben. Man unterscheidet
zauchige und eingeschnürte Cylinder. Erstere sind vorzugsweise für
Flachbrenner, letztere nur für Rundbrenner bestimmt. Bei den in ihrer
Tonstruction aus Amerika ursprünglich stammenden Erdöllampem hat
her bauchige Cylinder, der offenbar aus einem leichflüssigen Bleiglase
st, am untern Ende eine ringförmige Umstülpung, mit welcher er auf
»em Blechringe der Fassung aufliegt. Bon oben wird er durch zwei
däkchen und einen Stift gehalten, der entweder eingeschraubt oder durch
eine Feder vorwärts gestoßen wird. Soll der Cylinder aufgesetzt wer⸗
den, so schraubt oder zieht man den Stift zurück, schiebt den umgebo—
zenen Rand des Cylinders unter die Häkchen, setzt ihn dann wagerecht
auf und schraubt den Stift wieder vor, oder läßt ihn los, worauf ihn
die Feder vorwärts schnellt. Der Stift und die Hälchen halten,
den Cylinder vollkommen fest und ist durchaus keine Gefahr, daß er
etwa beim Tragen abfalle.
(Schluß folgt.)

Bekanntmachung.
Am Mittwoch den 25. Januar e.,
Nachmittags um 1 Uhr,
verden zu Bübingen in dem Hause des Gast—
virths Herrn Ludwig Hertel nachstehende
Holzsortimente öffentlich an den Meistbietenden
versteigert:
7 Eichen-Nutzstämme,
15 Buchen⸗
3! /3 Klafter Buchen-Scheit⸗ u. Knüppelholz
12., Reriser und
8 Eichen⸗Stangen.
St. Arnual, den 14. Januar 1865.
Der Bürgermeister.
Quien.

souen; die bezüglichen Bedingungen liegen hier—
selbst zur Einsicht offen.
Neunkirchen, den 4 Januar 1865.
Königl. Schichtmeisterei Heinitz-Wellesweiler

Schlag Fallenkopf.
2/. Klafter Buchen-Scheitholz,
5 Klafter Knüppel.
Schlag Kuhthal.
9 Eichen⸗- Bau- und Nutzholzstämme
68 Buchen⸗
11 Kiefern-3).
 glafter Buchen-Scheithölz,
33/. Klafter Knüppel.
Schlag Hegwald.
1 Eichen- Bau- und Nutzholzstamm,
32 Kiefern- Bau- und Nutzholzstämme,
20 Stangen,
6!/2 Klafter Anbruch- Buchen-Scheitholz
Forst Lauter bach J.,
Schlag Totalität.
7 Klafter Knüppel.
Forst St. Nikolas,
Schlag Lisbethsfels.
34 Buchen- Bau- und Rutzholzstämme,
11/. Klafter Buchen-Nutzholz,
1883, Buchen-Scheitholz,
71 RKRunuppel.
Schlag Lerchengarten.
14 Buchen- Bau- und Nutzholzstämme,
Diefern- Bau- und Nußholzstämme
tangen,
104 Klafter Buchen-Scheitholz,
2,„Kiefern-Scheitholz,
1135, Kunüuüppel.
Schlag Mördershöhle.
10 Klafter Knuppel.
—R——
Der Königl. Oberfoörster.
Solf.

Bekanntmachung.
Am Donnerstag den 26. d. Mts.,
Nachmittags um AM Uhr,
ollen in der Behausung des Gastwirths L
Nichler hierselbst die „bei Reparatur der
Dienstwohnung des Matterialiensteigers“ vor—
kommenden Arbeiten und Lieferungen, im Gan—
zen veranschlagt zu Thlr. 137, 28, 4, dem
Mindestfordernden öffentlich verdungen werden
Kosten-⸗Anschlag und Bedingungen sind auft
neiner Amtsstube offen gelegt.
Louisenthal, den 12. Januar 1865.
Der Ober-Schichtmeister,
IV. SMn.
Holz- Verkauf
in Königlichen Forsten.
Am Donnerstag den 19. Januar, e.
Vormittags 10 —
werden zu Karlsbrunn im Gasthause des
Herrn Regitz, die bei den unten bezeich—
neten Schläͤgen bemerkten Hölzer in kleinen
Loosen dem meistbietenden Verkaufe öffentlich
ausgesetzt.

Bekanntmachung.
Die Anfertigung und Anlieferung von
25 Stück eisernen Tricehterwagen
zum Transporte gewaschener Kohlen für die
Grubenabtheilung „Heinitz“ der Königl. Stein—
kohlengrube „Heinitz-Wellesweiler“ soͤ auf dem
Wege der öffentlichen Submission, wozu Ter—
min auf
Mittwoch den 25. d. Mts., Vor—
mittags 10 Uhr,
bierselbst anberaumt ist, in Verding gegeben
verden.
Uebernahmslustige wollen ihre deßfallsigen Of—
erten bis dahin hierher versiegelt und portofrei
zelangen lassen, wo dieselben in Gegenwart der
etwa erschienenen Submittenten erbfnet werder

Forst Karlsbrunn,
Schlag Pflanzkamp Hürengarten.
8 Birken- Bau- und Nutzholzstämme,
241 Kiefern-Bau- und Nußtzholzstämme.
14 Stangen,
21,, Klafter Knüppel.
            
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