Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

»enn auch in diesem Falle zur Ausbildung von Construktionen geführt.
velche dem Zwecke vollkommen entsprechen. Speziell für die Heuernie
xistirt jetzt eine Reihe zusammengehbriger Geräthe, welche die Hand⸗
ubeit mit Ausnahme des Aufladens fast überflüssig machen. Zuerst
zie Grasmähschinen, äußerst einfache und leicht zu handhabende Ma—
chinen, welche, von zwei Pferden gezogen, bei einer entsprechenden Be—
zandlung der Wiese, vorherigen Entfernung der Maulwurfshügel,
Steine ꝛc. einen Schnitt liefern, wie er mit der Sense nicht besser ge—
macht werden kann. Bei den neueren Construktionen sind auch unebene
Bodenflächen, wenn nicht gar zu unregelmäßig, nicht stöͤrend. Das
von der Maschine geschnittene Gras wird darauf mit einer von einem
pferde gezogenen Heu-Wendmaschine von äußerst sinnreicher Construktion
zus einander geworfen und je nach Bedürfniß mehrmals gewendet,
vas mittelst des Heuwenders ungemein rasch von Statten geht. Ist
»as Heu vollständig getrocknet, so wird es mit einem ebenfalls von
»einem Pferde gezogenen Pferderechen zusammengeharkt und nach dem
Aufladen die ganze Wiese noch einmal mit dem Pferderechen überzogen,
im die letzten Heureste schneller und genauer, als wie dies mit dem
Handrechen möglich ist, zu gewinnen. Bei jeder landw. Maschine muß
die erste Frage sein, welche Arbeit liefert sie und was kostet diese Ar—
»eit. Bei einer solchen Berechnung wäre es jrdoch ein falscher Calcül,
uur die augenblicklichen Kosten in Anschlag zu bringen, sondern man
nuß auch noch den Einfluß der Maschinenarbeit auf den Wirthschafts—
»etrieb mit ins Auge fassen. Die Anwendung der einen Maschine er—
nöglicht zugleich auch die Benutzung einer anderen und macht sich da—
urch vielleicht erst bezahl.. In mancher Wirthschaft würde es z. B
zroßen Vortheil gewähren, den Ausdrusch des Getreides nicht mit dem
Flegel, sondern mit der Maschine bewerkstelligen zu lassen; man kann
iber nicht dazu übergehen, da man, um sich in der Ernte die nöthige
Zahl von Arbeitern zu sichern, auch im Winter ausreichende Beschäf—
igung für dieselben haben muß. Gelingt es nun vermittelst der Mäh—
—
Maschinendrusch nichts mehr im Wege und ein billigerer und energi
cherer Wirthschaftsbetrieb ist ermöglicht.
Auch den Nichtlandwirth mag es interessiren, zu sehen, mit welchen
innreichen Mitteln der Mechanik und mit welchem Aufwande von
Scharfsinn und Geschicklichkeit Arbeiten jetzt von Maschinen verrichtet
verden, welche bis dahin als die einfachsten und den rohesten Menschen
zu überlassende galten. Wie wir hören, werden der Reihe nach die
ämmtilichen auf der Ausstellung so reichlich vorhandenen Maschinen in
einzelnen Hauptproben dem vergleichenden Urtheile des Publikums vor—
geführt und die hierzu bestimmten Tage stets näher vorher bekannt
zemacht werden. Wer daher auf dem Ausstellungsfelde selbst die Ma—
chinen schon im Allgemeinen in Thätigkeit gesehen, hat dann noch die
heste Gelegenheit zu speciellen Studien in irgend einer ihn besonders
nteressirenden Richtuna.

verden leicht unbrauchbar und lassen sich dann nicht mehr verwer—
—D
vohlfeiler, es leistet in der Arbeit allerdings weniger, aber es nutzt
auch weniger ab, auch kann es zugleich Nutzvieh in anderer Weise
sein, und ist es unbrauchbar geworden, so läßt es sich als Fleischvieh
aoch verwerthen. Nimmt man hinzu, daß überhaupt da, wo die
dändereien einer Wirthschaft im Durschnitt eine mehr abhängige, als
ebene Lage haben, das Rindvieh als Gespannvieh zu bevorzugen ist,
erner auch da, wo viel Wieswachs und Grünfutterbau ist, so ergibt
es sich, daß für den kleinen Landwirth das Halten der Kühe als
Hespannvieh sehr zu empfehlen ist; denn zwei Kühe bedürfen jährlich
aum mehr Futter als ein Pferd; dazu geben sie Milch und liefern
überdies Kälber. Außerdem hat man die Beobachtung gemacht, daß
die Milch der Arbeitskühe der Menge nach sich vermindert, daß sie
iber verhältnißmäßig fettreicher wird. Bedenkt man weiter, daß die
dühe das ganze Jahr hindurch, die kurze Zeit des Trockenstehens
ibgerechnet, ihren Nutzen geben, während die meisten Pferde, beson—
hers in rauheren Gegenden, eine lange Zeit hindurch nur zehrende
Zdapitalien sind, so ergibt sich die Pflicht, dahin zu wirken, daß die
Zahl der kleinen Landwirthe, die durch Pferdehalten oft ihrer Eitel—
eit und ihrem thörichten Stolze jährlich beträchtliche Opfer bringen.
ich mehr und mehr mindere.

Vermischtes.
Mittel gegen die Fliegen. Von den Fleischhauern wird
ekanntlich in heißen Jahreszeit das sogen. Lorbeeröl benutzt, um
urch dessen Geruch, der sehr antipatisch ist, die Fliegen von den
Fleischvorräthen abzuhalten. Ein Fleischhauer hat kürzlich dieses Oel
in einer neuen Weise in Anwendung gebracht, indem er dasselbe einer
veißen Farbe beimischen und mit letzterer die Wände des Verkaufs—
zewölbes überziehen ließ. Eine Fliege ist seither daselbst nicht mehr
A sehen.

Die Blutung einer Wunde stillt man am schnellsten, wenn
nan gewöhnliche Holzkohle zu Pulver stößt und aufstreut. Schnittvunden
 hält man so lange zusammen, bis die Wundränder durch
das Blut selbst zusammengeklebt sind, worauf man durch Heftpflaster
eine neue Trennung verhindert.
Um welken Blumen und Pflanzen wieder ihre Frische
zurückzugeben, schneidet man ihre Stengel unten ein wenig ab und
ttellt sie in ein Gefäß mit etwas Wasser, in welches man vorher
einige Tropfen Kampherspiritus gegossen hat. Die schlaff herabhän—
genden Blätter werden sich nach diesem Verfahren in kurzer Zeit
vieder aufrichten. Auch läßt sich dies Verfahren auf verwelkte Steck
inge ausdehnen

Um das Aufblühen der Zwiebelgewächse zu beför—
dern. Die Blüthen zu vergrößern und die Farbe intensiver zu ma—
hen, fügt man dem Begießwasser jedesmal 10—212 Tropfen von
rolgender Flüßigkeit zu: 2 Quentchen Pottasche, 5 Quentchen Koch—
alz, 2 Loth Salpeter löse man in 1 Pfd. Wasser auf. Wenn die
Zlüthenknospen sich färben und sich entfalten wollen, hört man mit
dem Zusatz der Flüssigkeit auf, es würde sonst die Zeit der Blüthe
schneller vorübergehen.

Wahl des Gespannviehes.
Hinsichtlich der Auswahl des Gespannviehes ist immer und im—
ner wieder hervorzuheben, daß zu viele kleine Landwirthe Pferde
salten, wo die Arbeit recht wohl mit Rindvieh (Kühen) verrichtet wer
en könnten. Die Pferde sind theuer im Ankaufe und erfordern eine
heure Haltung; sie leisten in der Arbeit allerdings viel; aber sie

nit gehöriger Aufschrift einzureichenden Offer
en habe ich einen Termin auf
Donnerstag den 22. Juni e.,
Vormittags 11 Uhr,
sier in meinem Bureau angesetzt und werder
Internehmungslustige dazu mit dem Bemerke
ingeladen, daß die näheren Bedingungen un.
jeichnungen bis dahin dort zur Einsicht offe
egen, auch gegen Erstattung der Gebühren i
bsschrift bezogen werden können.
Zaarbrücken, den 31. Mai 1865.
Der Königliche Eisenbahn-Baumeister,
Q 90M—

Jahrmärkte
in Heusweiler.
Montag den 3. Juli 1865,
Mittwoch den 20. Sept.,
Heusweiler, den 14. Juni 1865.
Der Bürgermeister.
PBolsch.

Dekanntmachung.
Die Anfertigung resp. Anlieferung von 10
Stück Weichen für die Saarbrücker Eisenbahr
oll erct: der dazu erforderlichen Schienen und
buddelstahlzungen im Wege der öoͤffentlichen
S„ubmission an den Mindestsordernden vergeben
verden.
Zur Eröffuung der vNworsiegelt vortofrei und
            
Waiting...

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