in Baumholder. Die Geschäfte der Super-Revision werden von der
gedachten Commission an den genannten Orten und Tagen gleichzeitig
rledigt werden.
Trier, den 27. Mai 1865.
J.õ0l 8. 4.) Königl. Regierung.
Bekanntmachnug.
Beim Loschen der 1) am 29. April d. J. in den Distrikten Groß⸗
heiligenwald und Böskopf, 2) am 2. Mai er. im Districte Altenwald
des Reviers Neunkirchen ausgebrochenen Waldbrände haben sich durch
chnelle und thätige Hilfeleistung, wodurch dem weiteren Umsichgreifen
»es Feuers vorgebeugt worden, verdient gemacht und zwar bei dem
ꝛd. 1 aufgefuhrten Brande à. dir Bahmwparer Simon und Krip,
d. der Grubenwächter Huwer von Heiligenwald nebst den auf der
dalde bei Kalenberg arbeitenden Zimmerleuten, c. der Knecht Peter
sdopp vom Forsthaus Bildstock, bei dem ad 2 aufgeführten Brande
z. der Ortsvorsteher von Friedrichsthal, Robert Schmidtborn, b. der
Metzger Michel Neurohr II. von Friedrichsthal, c. der Glasmacher
Johann Weil ebendaselbst, und d. der Lehrer Fink, was hierdurch
belobend zur öffentlichen Kennmiß gebracht wird.
Trier, den 2. Juni 1865.
Königl. Regierung.
Ueber den Brennstoff im Wasser.
Von Herrn Stadtbaumeister Schabrock zu Alzey.
Seit den letzten Jahrzehnten hat die Chemie außerordemliche Fort⸗
chritte gemacht und alle Verhältnisse durchdrungen. — Wer hätte ge⸗
racht, daß der Zucker auf den Rübenfeldern wächst? Die Chemie war
zie Wissenschaft, welche es entdeckte; sie bereitet aus Knochen den frü—
jer so seltenen Phosphor, aus Thierüberresten unsere duftendsten Wohl—
zerüche, Porzellan aus Chausseestuub, Alaun aus Schiefersteinen, Leucht⸗
gas aus Torf, prächtigen Farbstoff nus alten Schuhen ꝛc.; sie hat dit
Natur gezwungen, selbst zu malen und zu portraitiren, sie hat endlich
den Brennstoff im Wasser nachgewiesen und den Ersatz des Holzes im
Wasser gefunden.
Ueber diesen Wasserstoff als Heizmaterial theilt der Hr. Verf. zur
Aufklärung des Gewerbstandes und zur Beseitigung von Vorurtheilen
Folgendes mit:
Es läuft schon wieder die Rachricht durch alle Zeitungen, daß es
gelungen sei, aus dem Wasser das Wasserstoffgas auf so billige Weise
erzustellen, daß man dasselbe mit großem Vortheil statt Kohlen zur
sesselfeuerung und dergleichen zu benutzen im Stande sei. Der große
Mann, der diesmal den Edelstein von unschätzbarem Werth besitzt, ist
ein Spanier, Namens Mundo, und soll mit dem nach seiner Methode
erzeugten Wasserstoffgas die Dampfmaschine des Schiffes Antilope be—
deits geheizt worden sein. — Der Hr. Verf. glaubt, daß dies möglich
sei, hält aber für unmöglich, daß ein Vorlheil daraus erzielt werden
önne, was er durch Folgendes begründen will.
Wasser besteht aus Wasserstoff und Sauerstoff; der erstere ist ein
»rennbares Gas. Bei dem Verbrennen verbindet er sich mit Sauer⸗
toff und wird dann wieder Wasser. Vereinigen sich beide Bestand—
hheile, so erzeugt sich, wie bei der Verbrennung, Hitze, und diese ist
bei der Verbrennung des Wasserstoffgases so groß, daß es begreiflich
ist, warum Viele immer wieder den Gedanken der Wasserzersetzung und
Verbrennung des Wasserstoffgases ihrer Verfolgung würdig halten.
Was würde man aber von einem Menschen halten, der an einem
tehenden Wasser, das keinen Abzug und Fall hat, eine Wassermühle
erbaute und das Wasser mit Hülfe einer Dampfmaschine auf das Was—
serrad bringen wollte, um diese Mühle in Bewegung zu setzen. Man
würde ihn für einen dummen Menschen halten, weil er wissen müßte,
daß ihm das Wasser nicht mehr Kraft geben kann, als die Maschine
zum Schöpfen nothwendig hat und daß es angemessener sein würde,
—
Menge kraftverzehrende Mittelwerke dazwischen zu legen.
Genau deuselben Fehler, wie dieser Müller, begehen alle Diejeni—
zen, welche aus dem Wasser den Wasserstoff abscheiden wollen, um ihn
dann zu verbrennen. Das Waoasser läßt seinen Wasserstoff nicht so aut—
Gegen Ende Mai oder Anfangs Juni d. J. wurden von den
Bahnhofe zu St. Johann zwei Paar Messinglager, jedes Paar etwe
3—9 Pfd. schwer und bestehend aus je einem Ober- und Unterlager
gestohlen.
Ich ersuche Jedermann, welcher über den Verbleib der gestohlene—
Gegenstände oder den Dieb Auskunft geben kann, dies mir oder der näch
n Polizeibehörde anzuzeigen.
Saarbrücken, den 8. Juni 1865.
Der Ober⸗Procura
v. Ammon.
Bekauntmachung.
Die diesjährige Fortschreibung des Güterwechsels (Grundstüd
und Gebäude) für die Bürgermeisterei Gersweiler findet statt im Hau
des Gastwirthes Hrn. Raven in Gersweiler:
1) am 21. Juni c., den ganzen Tag von 8ÿ512 und von 2-54 Uh
und am 22. Juni c. Vormittags: für die Gemeinde und Bam
Gersweiler⸗Ottenhausen.
2) am 22. Juni c. Nachmittags: für die Gemeinde Krughütte.
3) am 23. Juni c. den ganzen Tag für die Gemeinde Clarentho
Gersweiler, den 8. Juni 1865.
Der Bürgermeister,
Spriuk.
müthig fahren. Die Trennung seiner Bestandtheile erfordert aber
viel Kraft, als die Vereinigung derselben, die Verbrennung des Waß
serstoffs, durch die Wärme auszuüben im Stande ist.
Dieses Gesetz ist ganz unumstößlich; wäre es nicht vorhanden
dann allerdings könnten unversiegbare Kraftquellen eröffnet werden.
das Perpetuum mobile wäre erfunden und die Arbeit stünde vmson'
zu Diensten. Allein es herrscht unerbittlich durch die ganze Natur, w
benso wie kein Theilchen des Stoffes verloren geht, wird auch keim
Zpur von Kraft durch irgend eine Vorrichtung gewonnen, das hei
aus Nichts etzeugt.
Das Wasser vermögen wir auf verschiedene Weise zu zersetzen
wir können es über glühendes Eisen leiten, so daß dieses den Sauerr⸗
toff daraus anzieht und den Wasserstoff frei macht; wir können es mi
Zink und Schwefelsäure zusammenbringen, wobei ebenfalls der Saut
toff sich mit dem Metall verbindet; wir können die Pole einer eleckti
scchen Batterie hineinleiten und verschiedene andere Mittel anwenden
im es zu zersetzen, aber es giebt keines, welches im Großen und Gam—
zen auch nur den“ geringsten Vortheil brächte. — Das Eisen müßt
nan aus dem Eisenoxpd (Cin welches es sich durch Sauerstoffnahmt
o»erwandelh), das Zink aus dem Zinkoxyd wieder herstellen, was durch
cohle zu bewerkstelligen ist; man würde aber finden, daß eine Kohlen⸗
menge dazu nöthig ist, welche für sich verbrannt, eben so viel Hitze
gäbe, als der auf dem Umweg erzeugte Wasserstoff bei dem Verbren⸗
nen liefert.
Kohlen und die kohlenhaltigen Producte des Pflanzenreichs sind
die einzigen natürlichen Brennmaterialien. Alle andern können mur
erst mit ihrer Hülfe in verbrennbarer Form hergestellt werden. Au
trummen Wegen, durch Hinterthürchen, läßt sich die Natur nichts ab—
Jewinnen, wohl aber verliert man dabei an Zeit und durch die unaus
zesetzte Ausstrahlung der Wärme während dieser Zeit auch an Kraft
Allerdings kann unter Umständen eine solche Umwandlung Vortheilt
»ringen, es muß aber dieselbe eine andere Krafterscheinung darbieten
Wärme muß z. B. in Licht sich verwandeln oder nutzbare chemische
Processe hervorbringen, nicht aber wie hier, Wärme wieder in Wärme
zerwandelt werden.
Der Gedanke der Wasserzersetzung zur Wärmeerzeugung ist daher
ein baarer Unsinn und ist weiter nichts als eine Wechselbank, auf der
wir Provision und Zinsen verlieren.
(Noch d. Gwblt. f. d. Großh. Hessen.)
Ueber das Brennen der ZJiegelsteine,
Man kann bisweilen an Gebäuden, welche mit Backsteinen aufge
hrt sind. die Wahrnebhmung machen. vaß die Ziegel, namentlich