Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

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den Kreis Saarbrücken.

Sonnabend den 10. Juni

1865.

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Amtliches.

Sodann mache ich darauf aufmerksam, daß in dem Falle, wo we⸗
gen häuslicher und gewerblicher Verhältnisse eine zeitweise Zurückstellung
»der gänzliche Befreiung vom Militärdienste begründet werden soll, die
Häter derjenigen Militärpflichtigen, welche wegen angeblicher Arbeits—
infähigkeit auf Zurückstellung oder Befreiung ihrer dienstpflichtigen
Zohne antragen wollen, persönlich erscheinen müssen, damit deren
Arbeitsunfähigkeit durch die Commission festgestellt werden kann. Ebenso
nüssen die im Hause der Eltern befindlichen Söhne über 16 Jahre,
owie die eingeheiratheten Schwiegersöhne sich in diesem Falle vor der
Departements-Ersatz-Commission gestellen, wobei ich noch besonders be⸗
merke, daß solche Reclamations-Anträge, welche der Kreis⸗Ersatz⸗ Com⸗
mission zur Prüfung und Begutachtung nicht vorgelegen haben, von
der Departements-Ersatz-Commission in der Regel gar nicht in Erwä—
zung gezogen, sondern zurückgewiesen werden, sofern die Veranlassung
ur Reclamation nicht etwa nach beendigtem Kreis⸗Ersatz⸗ Geschäfte ent
tanden sein sollte.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich, diese Bekanntmachung mehr—
mals in sämmtlichen Gemeinden ihres Verwaltungsbezirks publicirer
zu lassen.
Saarbrücken, den 6. Juni 1865.
Der Königliche Landrath,
v. Gärtner.

Bekanntmachung.
Die Konigl. Departements⸗Ersatz: Commission wird am 27. und
28. Juli d. J. im Saale des Herrn Kafseewirths Plager hierselbst
usammentreten, und ihre Operationen in nachstehender Weise vornehmen:
Am Donnerstag den 27. Juli c., Morgens 7 Uhr, Musterung
der von der Kreis⸗-Ersatz⸗Commission
a. als dauernd unbrauchbar,
d. im Concurrenzjahre wegen Mindermaaß, Kleinheit und
zeitiger Unbrauchbarkeit zur Ersatzreserve und
im 3. Concurrenziahr zum Train — designirten Milituͤr⸗
pflichtigen. Ferner Musterung
l. der vorschriftsmäßig gelernten Jäger,
.. der vorzugsweise Einzustellenden,
der primo loco rangirenden Militärpflichtigen der Jahr⸗
zänge 1842 und 1843. — Endlich Musterung
der vor der Kreis-Ersatz-Commission nicht erschienenen Mi⸗
itärpflichtigen,
Zer von den Truppentheilen vor beendeter Dienstzeit ent—
assenen Soldaten,
der Seitens der Truppentheile als unbrauchbar zurlickge⸗
wiesenen einjährigen Freiwilligen.
2. Am Freitag den 28. Juli e., Morgens 7 Uhr, Musterung
. der primo loco rangirenden Militärpflichtigen des Jahr⸗
gangs 1844,
„ der im laufenden Jahre zur Loosung Zugelassenen,
der Disponibeln der frühern Jahrgänge.
Ich ersuche die betreffenden Militärpflichtigen, welchen noch beson—
dere Vorladungen zugehen, genau zur bestimmten Stunde am erwähn—
ten Gestellungsorte sauber gewaschen und mit reiner Bekleidung versehen,
zor der Königl. Departements⸗Ersatz⸗ Commission zur Musterung zu er—
scheinen, indem die zu spät sich Gestellenden unnachsichtlich zur Strafe
zerangezogen werden.
⏑ —

Bekanutmachung.
Die Fortschreibung des Güterwechsels für die Bürgermeistere⸗
Heusweiler wird dahier an folgenden Tagen stattfinden
für die Gemeinden Heusweiler, Obersalbach und Curhof am 21. Juni
n Hirtel, Kirschhof und Numborn 22.,
Eiweiler und Hellerhausen „23.,
Holz, Dilsburg und Bietschied 24.
Berschweiler, Kutzhof und Rittershofe, 26.
Quierschied und Fischbach 27.
— F Wahischied und Lummerschied „28.
Heusweiler, den 6. Juni 1865.
Der Bürgermeister,
Bölsch.
größte, bei einer lichten Weite von 30 Fuß am untern und 12 Fuß—
am obern Theil, eine Höhe von 240 Fuß.
Die Schmiedearbeiten, auf welche in diesem Etablissement der
größte Werth gelegt wird, werden durch 35 Dampfhämmer vonnbis
000 CEtr. Gewicht ausgeführt. Dieser letztere Hammer, jetzt der
zrößte der Welt, hat einen Hub von 10 Fuß und sein Fundament
»der Chabotte soll aus der enormen Masse don 30,000 Etr. Gußeisen
zestehen. Bei meiner Anwesenheit wurde ein Gußstahlblock von 400
Fir. mit diesem Hammer ausgeschmiedet, wobei ein nebenstehender, sehr
innreich construirter Dampfkrahn die nöthigen Bewegungen und Wen—
zungen des Stahlblockes vermittelte. Man kann sich schwer einen Be⸗
zriff von der Wirkung eines Schlages dieses Ungethümes machen; in
einer Entfernung von mebreren Hundert Klaftern, in welcher sich das
Kerupp'sche Wohnhaus befindet, macht jeder Schlag den Eindruck eines
abgefeuerten Schusses aus einer Kanone größten Kalibers in weiter
Entfernung, und so wie sonst der Schall auf den Blitz, so folgt hier
ungefähr eine Secunde später nach dem Schalle eine durch den Boden
sorigepflanzte Erschütterung, welche alle Fenster des Hauses erdröhnen

Ueber Krupp's Gußstahl-Fabrik.
Pon Hofrath Ritter v. Burg.
Die bereits vollendeten und noch im Bau befindlichen Anlagen
des berühmten Gußstahlfabrikanten in Essen bedecken eine Grundfläche
pon 700 preußischen Morgen. Ohne Hinzurechnung der in den in
neuester Zeit von Krupp acquirirten Erz- und Kohlenminen verwen—
deten Bergleute beschäftigte derselbe im September 1864 gegen 8000
Arbeiter, für welche der Arbeitslohn alle 14 Tage nicht weniger als
30,000 Thlr. beträgt. Als Motoren sind 75 Dampfmaschinen von der
kleinsten bis zu einer Größe von 1000 Pferdekräften vorhanden, welche
zusammen eine Kraft von 3- bis 4000 Pferden liefern. Der hierzu
abthige Dampf, durchgehends von 56 Pfund oder nahe 4 Atmosphä⸗
ren effectiver Spannung, wird in 150 Dampfkesseln, in der Regel von
7 Fuß Durchmesser und 25 Fuß Länge, nach Cornwall'schem System
erzeugt; sie verdampfen binnen 24 Stunden bei einem Kohlenaufwande
pon 12,000 Centnern nicht weniger als 170,000 Cubikfuß Wasser.
Von der Unzahl der vorhandenen Essen oder Schornsteine besitzt der
            
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