fluß auf den Zustand und die Geschicke des menschlichen Geschlechts
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Seewege, die Folge davon war tine außerordentliche Vermehrung der
Production und des Consums. Es entwickelte sich in jeder Hinsicht die
Schifffahrt in weite Fernen mit einer solchen Schnelligkeit, daß der
Sechandel sofort über den Handel zu Lande das Uebergewicht gewann,
der Erstere nahm, stets das unaufhörliche Fortschreiten der Colonisation
zur Seite, einen allgemeinen Charakter an. Die fortwährende Zunahme
der Einfuhr tropischer Erzeugnisse drängte den Verbrauch derselben den
geringeren Classen auf, änderte daher ganz die Lebensweise der Ge—
sellschaft, indem er ihr Bedürfnisse schuf, welche früher für dieselbe nur
durus gewesen waren. Da ein einziges Schiff mehr fortbringen kann,
als eine ganze asiatische Karawane, so häuften sich solche Artikel, welche
in's Gewicht fallen, also zu Lande schwerer zu transportiren sind, da—
her nur in kleinen Quantitäten auf die europäischen Märkte gekommen
waren, wie Reis, Sago, Zucker, Kaffee, vermittelst des leichten Sec—
transports, bedeutend an, besonders als der Anbau derselben in Ame—
rika und den Inseln der heißen Zone eingeführt und verbreitet worden
war. Dennoch hat sich der Kaffee, den man nach dem Zucker heut
zu Tage als den wichtigsten Handelsartikel der Colonien betrachten
kann, in der neuen Welt erst im Anfang des 18. Jahrhunderts ein—
gebürgerl. Schon hatte man viele gänzlich neue Artikel kennen gelernt,
von denen der Handel große Vortheile zu ziehen wußte, wie den Tabak,
die Kartoffel, verschiedene Tischler- und Farbehölzer, Medizinal-Droguen
»c. und endlich den chinesischen Thee, welcher für Holland und England
ein großer Handelsartikel und eine Quelle des Reichthums wurde.
Natürlich verminderten sich durch die zunehmende Einfuhr und die
reichtigkeit des Transports die Preise aller dieser Artikel, aber in an—
derer Hinsicht hatte der ungeheure Abfluß der Metalle aus der neuen
Welt in die alte im Gegentheil die Wirkung, vergleichsweise zum Golde
und Silber, eine bedeutende Vermehrung im Werthe der Waaren im
Allgemeinen hervorzubringen und diese aus dem fortgesetzten Zuwachs
des Geldumlaufes entstehende Wirkung hat bis auf den heutigen Tag
nicht aufgehört, sich fühlbar zu machen.
(Fortsetzung folgt.
Die Erute der Lupinen.
Unter dieser Ueberschrift theilt Herr Dr. Könnemann in Lopinno
Reg.⸗Bezirk Bromberg) in der „Neuen landw. Ztg.“ Folgendes mit:
—AVVD
um eine Sommercerealie zu ersetzen, theils zur Heuwerbung oder zur
grünen Düngung zu dienen, so schwierig ist die Ernte derselben. Das
schönste Saatgut erhält man, indem man zur Zeit der Reife alle Wochen
,„weimal die gelbwerdenden Schoten der auf schmalen Beeien gesäeten
Lupinen abpflücken läßt, aber es wird auf diese Weise ungemein theuer.
Ein enormer Ertrag der künftigen Ernte aus dem so gewonnenen Saat⸗
gute lohnt indessen diese aufgewandte Mühe, sodaß diese Sammel-⸗
methode immerhin für kleine Quantitäten zu empfehlen bleibt; gewöhn—
lich muß man sich jedoch auf eine summarische Erntemethode beschränken,
von denen aber keine einzige mir bisher bekannt gewordene dem Zwecke
vollkommen entsprochen hat. Es ist entweder der Verlust an Körnern
oder Blättern zu groß, oder Schoten und Kraut werden schimmelig,
wodurch sie trotz vieler Gegenreden einen großen Theil ihres Futter—
werthes einbüßen, bleiben zugleich auch feucht, wodurch das ohnehin
schon schwierige Dreschen noch mehr gehindert wird, und die weichen
Körner bedürfen einer weiteren Behandlung und Pflege, die man un—
gern ihnen noch zuwenden mag.
Deßhalb empfehle ich das folgende Verfahren, welches ich bei
einem nachdenkenden Landwirthe kennen gelernt, und von dessen Vor—
refflichteit ich mich selbst überzeugt habe. Die früh gesäeten Lupinen
pflegen im August zu reifen bei noch hohem Sonnenstande und langen
Tagen, in denen Regenfälle noch häufig sind. Diese Umstände sind
aber den Lupinenschoten verderblich, denn die selbst vom Thaue trock
nende reife Schote springt auf und verstreut ihre Körner. Die Ernte
aufgabe ist also die, das Kraut nebst Schoten zu trocknen oder Sonnt
ind Regen abzuhalten. Es würde diese Aufgabe nicht schwer zu lösen
ein, wenn man an eine solche Nebenfrucht, wie die Lupinen, viel Auf⸗
vand von Mühe und Material verwenden wollte und könnte. Man
erreicht seinen Zweck aber einfach so, daß man die Lupinen mit der
Hand ausziehen (was auf sandigem Boden keiner großen Schwierigkeit
anterliegh und armvollweise im Kreise auf die Erde legen läßt, der
Art, daß die Schotenenden nach innen stehen, während die Wurzeln
nach außen gerichtet zu liegen kommen, und im Innern ein leerer Kreis—
caum yon höchst 2 Fuß Durchmesser bleibt. — Auf diese erste untere
dage wird eine zweite Lage gebracht, jedoch so, daß die Schotenenden
veiter nach innen gezogen find, als die ersten, und so fort, bis in den
»oberen Lagen die Schotenenden allerseits zusammentreffen. Auf diese
Weise wird ein innerer hohler Raum gebildet, der eine Kegelform hat
ind vielleicht 3Z bis 4 Fuß hoch ist. Ueber den Haufen wird eine
Kappe gesetzt von einem Bunde der grünsten Lupinenstengel, welche man
von einem Arbeiter apart ausziehen und mit grünen Lupinenstengeln
usammenbinden ließ; es wird hierdurch dem Winde gewehrt, der Re⸗
gen läuft dachförmig ab, da die nach einwärts liegenden Schotenenden
ttets höher auftragen, als die nach auswärts gerichteten Wurzelenden,
uind es kann kein Sonnenstrahl an die Schoten dringen. So bleiben
die Haufen stehen, bis man Lust und Zeit hat, sie einzufahren. Die
Haufen liegen sich mit der Zeit durch das Eintrocknen fest, so daß kein
Sturm dieselben umzuwerfen vermag; sie trocknen vollständig aus, wer⸗
den nicht im Geringsten schimmelig, erleiden keinen nennenswerthen
Ausfall an Körnern, rauben keinen Scheunenraum, verursachen gar
keine Mühe durch Umwenden und andere Behandlung und erheischen
keine Strohzugabe zum Binden und Decken. Der Acker bleibt trotz der
darauf stehenden Haufen für die Weide frei, da kein Vieh die nach
außen stehenden Wurzeln berührt. — Wer diese Methode einmal in
Anwendung gebracht, wird sie, auf's vollständigste befriedigt, nie mehr
oerlassen, und ist sie in gleicher Weise anwendbar auch zur Heuwerbung
der ungereiften Lupinen, die hierbei alle ihre Blätter behalten.
Die später gesäeten Lupinen, welche im Herbste bei schon niedrigem
Sonnenstande und kurzen Tagen geerntet werden, kann man noch ein—⸗
facher behandeln, indem man sie, nachdem sie ebenfalls ausgezogen,
armvollweise aufrecht nebeneinander im Kreise umherstellt, ohne daß ein
eeerer Raum zwischen ihnen bleibt, nur mit der Rücksicht, daß die im
Mittelpunkte zuerst gesetzten eine dachförmige Neigung zu einander be—
'ommen, um das Umfallen der äußeren Schichten zu verhindern, und
wird eine Lage an die andere dicht angedrückt. Ein solcher Aufsatz
»der kreisförmiger Haufen kann 3 Fuß Durchmesser erhalten, bleibt un—⸗
berührt stehen und wird später nach Belieben eingefahren. Die Lupi—
nen trocknen auf die Weise sehr gut, verlieren die Blätter nicht und
schimmeln nicht im Geringsten, selbst am unteren Ende nicht, wogegen
die holzigen Wurzeln am besten schützen, und stehen auch fest, so daß,
nachdem sie abgetrocknet, dieselben nur mit einiger Mühe auseinander
gezogen werden können. Diese letzte Methode paßt ganz besonders für
die Werbung zu Heu, worunter man nur die dünneren Aeste der Sten—
gel, die Schotansätze und die Blätter verstehen kann, man muß nur ach—
ten, daß die Wurzelenden nicht so sehr auf Kosten der oberen sperrigen
Enden an einander gedrückt werden.
Was dem Acker an Wurzeln und Stoppeln verloren geht, kommt
dem Dünger zu gute, indem das Lupinenstroh, als Einstreu nebenbei
verwendet, im Dünger ziemlich schnell vergeht. Nach einer Lupinen⸗
ernte pflege ich gewöhnlich auf demselben Acker eine Lupinengründüngung
folgen zu lassen. Der Erfinder dieser Mothode heißt Hennig, und
ist sein Name des Andenkens werth.
Die landwirthschaftliche Berufsbildung, ein volks—
wirthschaftlicher Nothstand.
Das landwirthschaftliche Casino, die Fortbildungsschule und der
Wanderlehrer sind drei im Zusammenhang stehende Bildungseinrich—
tungen, welche aus der freien Entschließung der dazu gehörigen Ele—
mente hervorgehen und die zum Zwecke haben, in der ländlichen
Beyvölkerung das Denkvermögen und bei ihrem eigensten Lebensbe—