derlich, einer zum Lenken der Pferde, einer zum Oelen und zur Auf—
sicht. Die Pferde mußten halbtägig gewechselt werden. Die Qualität
der Arbeit übertraf diejenige der Handarbeit weit, denn die Maschine
ließ ganz gleiche kurze Stoppeln zurück und legte vollständiger ab, sie
arbeitete reinlicher. Bei Regenwetter schnitt sie nicht, sondern drückte
die Halme nieder. Ferner mähte sie in 10 Arbeitsstunden 8 Acker
Winter- und 9 Acker Sommergetreide. Je größer das Feld, von je
weniger Furchen dasselbe durchschnitten, desto größer und besser war
die Leistung. Schmale Beete eignen sich für dieselbe weniger. Bei
ansteigendem Terrain oder weichem Boden ist die Maschine eigentlich
für zwei Pferde zu schwer, wenigstens gehören zwei kräftige, ruhig zie—
zende Thiere vor dieselbe, und muß man halbtägig wechseln. An den
Ecken muß die Maschine in möglichst großen Bogen geführt werden,
um nicht zu scharf einkehren zu müssen, Da scharfe Messer die Arbeit
sehr fördern, dieselben namentlich bei dem Kleemähen leicht stumpf wer⸗
den, so ist es räthlich doppelte Messer zu haben. Bei lagerfreiem Ge—
reide, ebenem oder mäßig geneigtem Terrain und trockenem ruhigem,
Wetter war die Leistung vorzüglich, Schnitt und Ablegen tadellos.
Zwei anderweite Mängel traten indeß hervor; zunächst ein Körnerverlusi
pon 1 bis 2 Metzen Getreide vom Morgen Winterfrucht durch Abschnei—
den von den Aehren; dieser Mangel wird sich durch eine kleine Aende—
rung leicht beseitigen lassen; sodann bei stark bestandener Frucht eine
unpassende Stärke der Ablage. Diese hält bei der nothwendig werden—
den Theilung vieler Lager das Binden auf. Ein Abschlagen von Kör—
nern findet nicht statt; der Verlust ist sogar geringer, als bei der Hand—
arbeit. Dem Lager entgegen arbeitete die Maschine noch leidlich; in
der Richtung des Lagers war dieselbe nicht anzuwenden; einzelne Reste
mußten mit der Sense ausgehauen werden. Mäßiger Wind genirte
nicht; wurde derselbe aber stärker, so verdrehte er die abzulegenden
Halme in einer Weise, daß die Aehren in die Pferdebahn geworfen und
zei dem nächsten Gang der Maschine ausgetreten wurden. Wasser—
urchen überschreitet die Maschine quer oder schräg ohne Anstand, nur
nuß man sich hüten, mit dem Triebrade der Länge nach hineinzufahren.
Geschieht dieses, so muß das Rad freigehackt, ein Stein oder Bret
ꝛinaelegt werden. Steine auf den Feldern machen die Messer schartig
Berechnet man den Aufwand bei dem Mähen von 100 Acker
ährlich, so ist dieser unter Zugrundelegung von 14 Proc. für
Verzinsung und Abnutzung . ... 42 Thlr. — Ngr.
Für 11 Geschirrtage zu 212 Thlr.. 27 „ 15,
—A 158
Zusammen 7— —
also für den Acker 21,6 Ngr, während die Handarbeit 25 Ngr. kostet,
wobei der Aufseher, welcher auch bei der Handarbeit nöthig wird, nicht
gerechnet ist.
Die Versammlung des Schafzüchtervereins in
Liegnitz.
Die am 6. März d. J. in Liegnitz stattgefundene Versammlung
des oben genannten Vereins war, wie die „Schles. Ztg.“ berichtet, sehr
jahlreich besucht. Der erste Theil der Tagesordnung betraf die Wahl
des Ortes für die nächste Schafschau (1865). Von den meisten Red—
nern wurde betont, daß der Charakter der Wanderschau unbedingt fest⸗
uhalten sei, weil durch den Wechsel des Ortes dem ganzen Unternehmen
tets der Reiz der Neuheit erhalten werde. Ein einschlägliches und
durchschlagendes Beispiel biete die große Wandergesellschaft der deutschen
dand⸗ und Forstwirthe, welche dem Umstande, daß sie jedes Jahr an
ꝛinem andeten Ortt Deutschlands getagt, ihre Lebensfähigkeit verdanken
und nunmehr ihr 25jähriges Jubeläum feiern. Fuͤr die nächste Schau
sei ohne Präjudiz Breslan zu wählen und der ofserirte Zuschuß seitens
der Stadt Breslau von 1000 Thlr. dankbar anzunehmen. Bei der
Abstimmung erhielt dieser Vorschlag die überwiegende Majorität der
Anwesenden. Hierauf sprach Herr Directot Settegast aus Proskau
iber die Frage: „Ist die Größe und Schwere des Korpers solcher
Merinoracen, welcher sich durch Adel und Feinheit der Wolle auszeich—
nen, in engere Grenzen gezogen, als es bei anderen Schafracen der
Fall iste“ Der Vortragende bejahte diese Frage. — Der letzte Theit
der Tagesordunng hatte den frühen Bochverkauf in den Zuchtheerden
um Vorwurf. Man hielt es für sehr wünschenswerth, denselben an
datt im October erst Anfang Dezember beginnen zu lassen, weil erst zu
dieser Zeit die Wolle sich in demjenigen Entwickelungs-Stadium befinde
in welchem eine richtige Beurtheilung möglich sei.
Die am 7. und 8. März stattgefundene Schau war reich beschick
und die getroffenen Anordnungen wurden als zweckmäßig dankbar an—
erkannt. Unter Anderem bemerkt Referent Folgendes:
„Es ist nicht zu verkennen, daß das Streben mancher Züchter
jach Masse um jeden Preis auf Abwege führen muß, welche sich ein
tens schwer rächen dürften. Immer lebhafter werden die Klagen de
Fabrikanten über jene Negrettiwollen, welche bei geringerer Kräuselune
und Elasticität, stark und untreu im Haar und so mit Fett überladen
ind, daß sie in der Fabrikwäsche 50 und mehr Proc. verlieren. Soltqh
Wollen werden im Preise binnen Kurzem rapide fallen und schließlih
uur schwer Käufer finden. Sie können auf die Dauer die Concurren
ener Länder (Australien, Südamerika, Rußland), in welchen die Grund
ente eine verhältnißmäßig niedrige ist, — nicht erragen. Dort ist di⸗
Production dieser geringen Wollsorten in ungeheurer Progression be—
zriffen, während theilweise niemals (Clima) von jenen Ländern Con—
urrenz für die edle Tuchwolle zu fürchten ist. Schlesien ist durch sein
Tlima, durch seine Bodenbeschaffenheit, seine Handelsbeziehungen und
zurch die Höhe der Bodenernte auf die Zucht edler Wolle hingewiesen.
Mögen auch vorübergehende Conjuncturen den „Masse⸗Züchtern um
eden Preis“ eine Zeitlang Recht gegeben haben, so scheinen doch jene
Lonjuncturen bereits abwärts zu gehen. Glücklicherweise haben wir
noch eine ganze Anzahl, besonders auch schlesischer Heerden, welche sich
den alten Adel reinerhalten haben. Ihre Vertreter finden sich zum
zroßen Theil hier in Liegnitz versammelt. Auch sie sind in der Pro⸗
uction der Wollmasse fortgeschritten, ohne dabei die gleichartige Fein—
jeit zu verlieren, ohne Fett anstatt Wolle dem Fabrikanten zu liefern“
Mittel gegen Ameisen.
Zu den schädlichsten Thieren in den Gärten, aber auch in den
Speisekammern und sonst in Häusern, gehören bekanntlich die Ameisen.
Auf Rasen nisten sie sich gern ein, zerstören dann die daselbst wachsen⸗
»en Gräser und machen von da aus oft ziemlich weite Gänge, selbst
iber Wege hinweg, auf andere Rasen oder auf Beete.
Mimel sind bereits viele vorgeschlagen. Auf Rasen soll man heißes
Wasser nehmen, oder eine scharfe Lauge, und das eine oder andere
arauf gießen. In der Regel verdirbt man damit auch den Rasen,
'der geschieht dieses nicht, so finden sich auch die Ameisen bald wieder
ein. Ebenso hilft ein Absud von Tabaksasche und Tabaksstaub oder
von anderen ätzenden Stoffen nur kurze Zeit.
Neuerdings sollen zwei Mittel mit Erfolg angewendet worden sein.
kegt man nämlich einen todten Fisch an eine Stelle, wo Ameisen eine
Straße sich gebahnt haben, so nagen diese ihn wohl anfangs an, ver⸗
assen aber alsbald den Ort und kommen nicht wieder. Ferner is
vahrscheinlich eine dünne Auflösung des weißen Arseniks, dem man noch
twas Zucker zusetzt, ein wirksames Mittel. Eiligst genießen einige eh
wvas davon. Wie aber die ersten Ameisen todt sind, verlassen alle übri
jen den Ort, welcher ihnen Gefahr droht und kommen nicht wieder
Man kann auf diese Weise auch ganze Ameisenhaufen verjagen.
(Wochenschrift.
Compostbereitung für Gärtnereien.
Ueber die Bereitung des Compostes hielt Schriftführer Burg
orf im Hannov,. Gartenbauverein einen wissenschaftlichen Vortrag.
stedner wies einleitend auf den allgemeinen Werth der Abfälle in
Zaus, Hof und Feld hin, hob hervor, daß auch der Gartenbauer
Anrecht thue, nur auf gewisse Sorten dieser Abfälle Gewicht zu legen,
die anderen aber, und zwar häufig die besseren geringer zu achten
ind wegzuwerfen, und ging sodann auf Grundlage von Stöckhardts
Antersuchungen auf den Werth der einzelnen zum Compost geeianeten
Materialien ein