Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

sprechenden Gewichts geprüft werden. Die Kesselwände und die Wände katholischen Einwohnern der Rheinprovinz für den Neubau der Kirche
der Feuerzüge müssen dieser Prüfung widerstehen, ohne eine Verände- zu Pissenheim im Kreise Düren, Regierungsbezirk Aachen, bis zum 1.
rung ihrer Form zu zeigen und ohne undicht zu werden. Juli 1865 gestattet, welche durch Deputirte der Gemeinde abgehalten
Diese Druckprobe muß wiederholt werden werden wird. Indem wir dieses zur Kenntniß der katholischen Ein—
nach Reparaturen, welche in der Maschinenfabrik haben aus- wohner unseres Bezirks bringen, bemerken wir, daß die mit der Ab⸗
geführt werden müssen, haltung der fraglichen Collecte beauftragten Deputirten den Königl
wenn feststehende Kessel an einer andern Betriebsstätte aufge Landraths-Aemtern später namhaft werden gemacht werden.
stellt werden. Trier, den 31. Dezember 1864.
Berlin, den 1. Dezember 1864. I. dosa 8. 5. Königl. Regierung.
inister für Handel, Gewerbe u. öffentliche Arbeiten, *
Der Minister f d ——— s 4. Rheinisches Landwehr-Regiment Nro. 30,
7. Compagnie (Kreis Saarbrücken).
Zufolge Befehls des Ober⸗Commandos der alliirten Armee haben
sich diejenigen Militärs, melche den diesjährigen Feldzug gegen Däne—
mark mitgemacht, und Anspruch auf die Kriegsdenkmünze zu haben
glauben, zur Verhütung vereinzelt eingehender Gesuche unter Vorlegung
der Militär⸗Papiere bis spätestens ultimo d. J. bei dem Unterzeichneten
zu melden.
Saarbrücken, den 27. Dezember 1864.

Montag den 18. März 1865
festgesetzt, und der Königl. Appellations-Gerichts-Rath Hr. EichhornJ
zum Präsidenten derselben ernannt.
Gegenwärtige Verordnung soll auf Betreiben des Königl. Herrn
General⸗Prokurators in der gesetzlichen Form bekannt gemacht werden
Köln, den 17. Dezember 1864.
Der Erste Präsident des Königl. Rheinischen
Appellations⸗Gerichtshofes
(gez.) Broicher.
Für gleichlautende Ausfersigung:
Der Ober⸗Sekretair
Wallraff.

Bekauntmachung.
Qualifizirter Feldmesser
Dem Baumeister Karl Bender zu Saarbrücken ist Seitens der
Königl. technischen Bau-Deputation zu Berlin das Zeugniß über dessen
Oualification als Feldmesser ertheilt worden.
Trier, den 17. Dezember 1864.

I. 6081 8. 3.

Königl. Regierung.

Bekanntmachung.
Katholische Hauscollecte.
Durch Rescript vom 14. d. Mts. Nro. 8390 hat der Herr Ober
präsident der Rheinvrovinz die Abhaltung einer Haus-Collecte bei den

Das Glycerin und seine technische Verwendung.
Wir haben das Glycerin, diesen interessanten Körper, der wegen
seiner verschiedenen werthvollen Eigenschaften in der Neuzeit bei den
Technikern eine große Beachtung mit Recht gefunden hat, auch in der
D. Ind.«Ztg. seit Jahren mit Aufmerksamkeit verfolgt und darin eine
große Zahl Notizen, namentlich über dessen technische Verwendbarkeit,
niedergelegt. Stand aber einer ausgebreiteten Verwendung längere Zei'
der hohe Preis des Products entgegen, so wird jetzt, wo dasselbe fa—
brikmäßig zu weit billigeren Preisen hergestellt wird, eine übersichtlich
und vervollständigte Zusammenstellung unserer Angaben nicht unzweck—
mäßig sein; wir benutzen dabei zum Theil eine Abhandlung über das
Glycerin, welche M. Freitag ln der „Misschr. d. Kölner Gwbors.“
kürzlich veröffentlicht hat.
Es ist auffällig, daß trotz der alten Bekanntschaft der Römer unt
Deutschen mit den Seifen, welche durch Verbindung von Natron oder
Kali mit den Fettsäuren unter Ausscheidung des Glyecerin entstehen,
das letztere erst im Jahre 1779 von dem berühmten Schwed. Chemiker
C. W. Scheele entdeckt wurde. S. fand, daß bei der Einwirkung von
Bleioxyd auf Baumöl eine eigenthümliche süße Substanz ausgeschieden
werde, welche mit Salpelersäure behandelt Zuckersäure gibt, und die ei
Oelsüß nannte Später zeiate er. daß diese Substanz auch in anderer

Adamezick,
Bezirksfeldwebel.

Bekanntmachung.
Im Laufe des verflossenen Monats November c. sind von Kreis
Prüfungs-Commisstonen des hiesigen Kreises geprüft worden
a. Meister.
1. Ludwig Rudorffer, Metzger zu St. Johann,
2. Johann Speicher, Schuhmacher zu Fürstenhausen,
3. Carl Kohl, Metzger zu St. Johann,
4. Johann Peter David, Bäcker zu St. Johann.
b. Gesellen.
1. Johann Rihm, Tischler zu Eiweiler,
2. Wilhelm Reinhold, Schlosser zu Malstadt
3. Ludwig Krämer, Maurer aus Castellaun,
4. Heinrich Venitz, Tischler zu Dudweiler,
5. Johann Woll, Schuhmacher zu Sulzbach
6. Lorenz Woll, *
7. Ludwig Bürkner, Zimmermann zu Wittenberg
8. Johann Schild, Stubenmaler zu Saarbrücken,
9. Carl Reith, Lakirer und Anstreicher zu Saarbrücken,
10. Heinrich Huppert, Bäcker zu St. Johann.
Saarbrücken, den 10. Dezember 1864.
Der Vorsitzende der Kreis⸗Prüfungs-Commissionen,
E. Benzel.
Oelen, selbst im Schweinefette und in der Butter enthalten sei, und
daß sie nicht krystallisire und nicht gähre, wodurch sie sich vom Zucker
unterscheide. Aber erst die gründlichen und umfassenden Untersuchungen
Chebreul's von 1811—1823 über die Constitution der thierischen
Fette, welche von Braconnot auf die vegetabilischen Fette ausgedehnt
und von Pelouze fortgesetzt wurde, haben uns eine klare Einsicht in
den Verseifungsprozeß und die chemische Zusammensetzung der Fette ver—
schafft. In der neuesten Zeit haben besonders Berthelot und Luta
die Geschichte des Glecerin und seiner Verdindungen durch sehr um
fassende Untersuchungen wesentlich bereichert. In der neuesten Zeit fand
der französ. Chemiker Pasteur, daß das Glycerin in kleiner Menge
stets auftritt, wenn Zucker in geistige Gährung übergeht, daß es sich
bei der Branntweingaͤhrung bildet und hier in der Schlempe bleibt,
während es bei der Wein- und Biergährung in den entstehenden Ge⸗
träuken selbst zu finden ist. Nach ihm zerfallen bei der Gährung
94 — 95 pCt. Zucker in Weingeist und Kohlensäure, und der übrige
Zucker in 32—3, pCt. Glyecrin und O—O, Bernsteinsäure und
einige andere Stoffe. Das constante Auftreten dieser nicht geringen
Menge Glycerin machen dasselbe zu einem wesentlichen Bestandtheile
des Weines und sein Procentgehalt wird nicht ohne Einfluß auf die
Eigenschaften des Weines sein. Nach vielfachen Prüfungen verschiede⸗
            
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