eine Anwendung gefunden, weil hier zu viele Privatinteressen dagegen
irken.
Dieses System besteht ganz ans Eisen, und zwar aus 3 Theilen
Die Fahrschiene mit gewöhnlich geformtem Kopf, welcher aber jede ver—
angte Form erhalten kann, ist zwischen zwei gleichfortlaufenden Winkel—
eisen befestigt, wo auf den zwei aufrechtstehenden Schenkeln dieser bei—
den Winkel der Kopf der Fahrschiene fest aufliegt. Die anderen lie—
Jenden Schenkel derselben Winkel, veren Form sattelförmig aufliegt, sind
n den Schotter aufgebettet, und diese Winkel bilden eine fortlaufende
Basis der Fahrschienen. Diese sind wieder mit Querschienen, die an
zeiden Enden an die satielförmigen Winkelschenkel angepaßt sind, ver—
zunden, welche in angemessener Entfernung von einander liegen, wo—
durch der Parallelismus, so wie die Spurweite erhalten ist, und sie
ind der Art eingetheilt, daß eine abwechselnde Stoßverbindung statt
indet und die Unebenheit der Stöße beseitigt, wobei auch für den Tem:
zeratureinfluß sehr gesorgt ist. Alle diese Theile sind nach dem Urtheile
Sachverständiger weit leichter und billiger zu erzeugen, als die dermalen
zebräuchliche Vignolesschiene, und ohne bedeutende Kostenvermehrung
vvnnte die Fahrschiene von Gußstahl erzeugt werden.
Dieses neue Oberbausystem hat bei seiner Anwendung noch den
aicht unbedeutenden Vortheil, daß es ohne eine Betriebsstörung oder
»edeutenden Kostenaufwand in jedes derzeit bestehende Bahngleis, wie
es jetzt angelegt ist, eingepaßt und damit verbunden, daher auch bei
derausnahme der verdorbenen Holzschwellen benutzt, und so das Holz
nach und nach beseitigt werden kann. — Die hier beigesetzte Berechnung
vird aber erst durch Nachstehendes einen Begriff von den Vortheilen
und Ersparungen geben, welche durch Einführung dieses einfachen und
dauerhaften Eisenbahnoberbaues erzielt werden.
Eine Meile dieses neu vorgeschlagenen Eisenbahnoberbaues ohne
dolz kostet 164,660 fl., wogegen eine Meile des bestehenden Systems
aur 163,058 fl. beträgt; somit würde eine Meile des Ersteren in der
Anlage um 1602 fl. sich höher stellen. Wenn man vergleichungsweise
hon dem neuen wie dem bestehenden Oberbausystem, und zwar von je—
dem 5 Meilen anlegen würde, so entfällt für die Anlage des ganz eiser
nen Oberbausystems bei 5 Meilen eine Mehrauslage von 8010 fl.
Nun kommen aber die Erhaltungskosten dieser beiden Bahnen
ebenfalls zum Vergleich; es sind dies solche Kosten, die eine fortlaufende
Auslage bilden und einen wesentlichen Einfluß auf den Ertrag der
Bahnen ausüben.
Es hat sich bei allen Eisenbahnen erwiesen, daß selbst das beste
Eichenholz binnen 9 Jahren (es wird durchschnittlich die längste Dauer
angenommen) zu Grunde geht und durch neue Schwellen ersetzt werden
muß, was pr. Meile nach den bestehenden Preisen 21,331 fl. 70 kr.
beträgt und daher bei 5 Meilen 106,658 fl. 50 kr. Kosten verursacht.
Wenn man nun von dieser Summe den möglichen Erlos für die ver—
dorbenen und ausgenommenen Holzschwellen abzieht, der erfahrungs—
zemäß 4746 fl. 15 kr. beträgt, dazu die oben angeführten höheren An—
agekosten des neuen Oberbausystems, was bei 5 Meilen 8010 fl.
macht, rechnet, was zusammen 12,756 fl. 15 kr. beträgt, und diese
Summe von den Erhaltungskosten der bis jetzt bestehenden Bahnen
abzieht, so zeigt sich in 9 Jahren bei 5 Meilen mit dem neuen System
eine Ersparniß von 93,902 fl. 35 kr, ohne Zurechnung des ersparten,
Jagd⸗Verpachtung.
Am Dinstag den 22. Mai c.
Vormittags 10 Uhr,
findet auf dem Bürgermeistereiamte Ludweiler
die Verpachtung der Gemeinden Lauterbach
Carlsbrunn, St. Nikolas und Großrosseln au
zie Dauer von 83, 6 und 9 Jahre statt.
Ludweiler, den 8. Mai 1865.
Der Bürgermeister,
Weber.
hnicht unbedeutenden Arbeitslohnes für Auswechslung der Schwellen,
ind daher nur für die Ersparung des Holzes. Wenn man aber das
Banze der Bahnerhaltung, namentlich zugleich die Schienenerneuerung
herechnet, so betragen die Erhaltungskosten des bestehenden Systems
durchschnittlich pr. Meile jührlich 6132 fl. 13 kr., somit bei 5 Meilen
30,660 fl. 65 kr, die des neuen Systems dagegen pr. Meile nur
1319 fl. 36 kr. und bei 5 Meilen jährlich 6596 fl. 80 kr.; daher wäre
nit dem neuen Oberbau bei 5 Meilen ein jährlicher Reingewinn von
24,004 fl. 5 kr. erzielt, jedoch vorausgesetzt, daß die Erzeugungspreise
pon den Schienen beider Systeme gleichkommen, und das Holz nicht
im Preise steige.
Die Ziffern zeigen am besten, was durch ein solches Oberbau—⸗
ystem bei Eisenbahnen erspart wuͤrde, und in einem solchen Staate,
vo derselbe eine Art Bürgschaft für den Ertrag, nämlich die Zinsen⸗
zarantie übernommen hat, sollte eine noch so kleine Ersparung, welcht
einen Theil derselben deckt, wohl beachtet werden.
(Nach d. Wien. Gewerbeztg.)
Zur deutschen Industrie.
Unlängst lief eine Notiz durch die Blätter, daß es in Belgien ge⸗
ungen sei, Eisenbleche zu solcher Feinheit zu walzen, daß 1000 Platten
zuf einander gelegt erst die Höhe eines Zolles ausmachen. Ein Ame—
ikaner übertraf diese Leistungen noch, indem er erst mit 1200 Stück
inen Zoll erreicht. In der Adolfshütte bei Judenburg in Steiermark
ind nun in jüngster Zeit Bleche aus Bessemermetall hergestellt worden,
sßon denen 1500 Lagen auf einen Zoll gehen. Das spröde Metall ist
also auf die Feinheit dünnen Postpapiers zurückgeführt.
Einen unmittelbaren praltischen Zweck haben die Producte nicht,
aber sie sprechen für die Güte des österreichischen Rohstoffs. Ueber—⸗
Jaupt tritt die deutsche Eisenindustrie mächtig auf. Es erweist fich, daß
England keine Erze von der Güte der deutschen (Siegen-Nassauischen
und Steierisch-Kärnthener) Erze besitzt. Die vielseitig gelehrte „natür⸗
iche Prädestination“ Englands zum ausschließlichen Industriebetrieb
erleidet dadurch einen Stoß; Englands Stahlindustrie ist dort lange
nicht so „naturwüchsig“ wie in Deutschland; sie ist mehr ein Product
der Kunst, der Politik. Der Zollverein exportirt bereits Stahl und
Bleche nach England, hoffentlich wird auch Oesterreich bald nachfolgen,
wenn ihm nur durch Eisenbahnen die nöthigen Transportmittel gebo—
en werden.
Vermischtes.
Hoff's Malzextract-Gesundheitsbier. In den Ind.⸗
Bl. theilt Dr. Jacobsen das Orginalrecept dazu mit. Es werden ,
pfd. Althee, 2 Pfd. Coriander, 1, Pfd. Sternanis und 4 Loth Pa—⸗
radieskörner zerkleinert, mit 6 Quart Wasser aufgebrüht, erkalten gelas—
sen und filterirt. Von dieser Flüssigkeit setzt man “/2 Quart zu Tone
(25 Quart) Bier, versetzt mit der nöthigen Menge Zucker oder Syrup,
i Quart Glycerin, 1 bis 2 Tropfen Citronenol, 1 Tropfen Pomme—
Franzenöl und 2, Quart Biercouleur.
Amtes auf 1resp. 3 Jahre anderweit einer öf—
entlichen Verpachtung ausgesetzt werden.
Die Bedingungen liegen bis dahin bei uns zur
Einsicht offen.
Nur solche Personen werden als Bieter zu
elassen, welche als dispositionsfähig bekann
nd, oder solches gehörig nachzuweisen vermögen
Saarbrücken, den 13. Mai 1865.
Könial. Haupt⸗-JZoll-Amt.
Freitag, den 19. l. M. Mai, Nach
gittags 1 Uhr, läßt Robert Schmidiborn
Zlasfabrikant zu Friedrichsthal, bei Wirth Ni
olas Neurohr allda eine Wiese im Fuchsenbruch
Zulzbacher Bannes, groß 7 Morgen, in 8 Loo
en von je 162 Ruthen 50 Fuß gegen ausge
dehnte Zahlungstermine durch unterzeichneten
stotar auf Eigenthum versteigern.
Röchling, Notar.
Bubmissiun
auf Lieferung von Schlafhaus—
Getüch.
Für die Schlafhäuser der Grube „Sulzbach—
Itenwald“ sollen auf dem Wege öffentlicher
5ubmission:
70 Stück Bett-Ueberzüge,
50 Kissen-Ueberzüge,
70 „ Leintücher,
250 „ Handtücher,
zeschafft werden, wozu Termin auf
Dinstag deu 28. d. Mts.,
Vormiittags 10 Uhr,
n der Amtsstube des Unterzeichneten anbe
aumt ist, woselbst auch die bezüglichen Be—
ingungen bis dahin eingesehen werden können.
Sulzbach, den 3. Maĩ 186685. J
Doer Schichtmeister,
Moertens.
Bekauntmachung.
e Chausseegeld-⸗Hebestelle zu Friedrichstha
oll am
22. Mai, Vormittags 10 Uhr,
m Geschäftslokale des unterzeichneten Haupt