Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

In 25 Kannen Wasser löst man2 Pfd. Zucker auf, mischt dazu
» Kannen Weingeist von 90 Grad Tralles und läßt diese Mischung
inf einem Fasse in gelinder Wärme so lange lagern, bis daraus Essig
zeworden ist. Die Essigbildnng geht rascher vor sich, wenn man mit
was starkem Essig getränkte Hobelspäne hinzufügt; auch muß das
Spundloch offen sein, damit die Luft Zutritt hat; in einem schon ein⸗
nal gebrauchten Fasse tritt die Essigbildung ebenfalls schneller ein.
Nach diesem Verfahren erhält man' Essig mit etwa 4 Proc. Essigsäure,
vie dies von einem Essig verlangt wird, der sogleich ohne Verdünnung
nit Wasser gebraucht werden kann.
Wiederholt hört man klagen, daß noch mancher Essig mit scharfen
Säuten, namentlich Schwefelsäure, vermischt wird; dies ist in früheren
Zeiten wohl vorgekommen, dem Verf. selbst war ein Geschäft bekannt,
velches sich eines solchen unerlaubten Mittels bediente, unbekümmert,
ob es schaden könne oder nicht; daß aber jetzt noch so etwas vorkommt,
nöchte zu bezweifeln sein. Sollte jedoch der Verdacht einer solchen
Verfülschung vorliegen, so rüth der Verf., eine kleine Menge des Essigs
nit einigen Tropfen Chlorcaleinum⸗ (oder Chlorbarium⸗ Losung zu
„ermischen; entsteht dadurch ein weißer Niederschlag, so beweist dieser
die Gegenwart der Schwefelsäure in dem Essige. Oder man gieße
eiwas von dem zu prüfenden Essige in eine Porzellanschale oder Unter—
asse, lege ein kleines Stückchen Zucker hinein und verdampfe den Essig
iber kochendem Wasser. Schwärzt sich der Zucker, wenn der Essig ver—
dampft ist, sy kann dies nur von freier Schwefelsäure herrühren.
(Nach d. „D. Industr.Z3tg.“)

mäßig ist die Bleimennige und überhaupt jedes Bleipräparat dem damit
iberzogenen Eisen nachtheilig, wie es scheint, in Folge eines galvanischen
Prozesses.
Die Eisenmennige wird, wie die ähnlichen Anstriche, mit gekochtem
oder ungekochtem Leinble angewendet; ist das Oel nicht gekocht, so muß
ein gutes Siccativ zugesetzt werden; die Eisenmennige läßt sich leicht'
mit änderen Farben mischen und man kann so eine große Zahl von
Nüancen darstellen; erfahrüngsgemäß hält' ein Anstrich von Eisen⸗
mennige zwei⸗ oder selbst dreimal so lange als ein solcher von Blei—⸗
nennige; sie widersteht der stärksten Hitze und wird mit Theer gemischt
aamentlich in England zu Anstrichen für hölzerne Schiffe angewendet,
da sie das Holz auffallend hart macht. Nach einem Berichte, welchen
Lhevallier in Paris' über die von de Cartier in Auderghem
Belgien) fabricirte Eisenmennige abstattete, kostete dieselbe etwa 62/
Thlr. per 100 Pfd., während Bleimennige 12 Thlr. kostet; es wurden
»ergleichende Versuche zwischen Blei- und Eisenmennige auf Holz, Guß—
und Schmiedeeisen und Eisenblech angestellt; die angestrichenen Gegen—
tände wurden 9 Monatt lang der Einwirkung der Atmosphärilien aus—
gzesetzt. Danach haftet die Eisenmennige auf Holz ebenso fest wie die
Bleimennige, auf Eisen gibt sie einen ganz glatten Ueberzug, auf Eisen—⸗
olech zeigt fie keinen Unterschied von der Bleimennige. Das Trocknen
cheint etwas langsamer vor sich zu gehen als bei der Bleimennige,
der Anstrich ist aber regelmäßiger und man braucht um !, weniger
Farbe, die Kosten betrugen nur
Ein Bericht von Févre, Architect der Lyoner Eisenbahngesellschaft
hestätigt, daß die Verwendung von Eisenmennige als Anstrich vortheil—
zaft ist, daß es diejenige Farbe ist, welche am meisten gegen Dampf
chützt, daß sie ebenso gut auf Holz als auf Töpferwaaren und Eisen
ingewendet werden kann, und daß sie den Vortheil hat, nicht wie die
Bleimennige unter den Arbeitern, welche viel damit zu thun haben, die
Bleikolik zu erzeugen. — Payne, welcher von der Pariser Akademit
nit der Untersuchung der Eisenmennige beauftragt war, spricht sich da—
rüber folgendermaßen dus: „Die Eisenmennige ist ein dunkelbraunes,
infühlbar feines Pulver, das sich leicht zu Anstrichen verwenden läßt
und aus reinem Eisenoxyd und 25 Proc. Thon besteht; der Stoff, der
eine Säuren enthält, erscheint für Anstriche und zum Präserviren von
Metallflächen, namentlich von Eisenblech und Schmiedeisen, sehr geeig—
net; er ist dauerhafter und billiger als Bleimennige.“
(Polyt. Centralbl.)

Ueber die Eisenmennige.
Die Eisenmennige zeichnet sich der Bleimennige gegenüber durch
hre Dauerhaftigkeit, ihren niedrigen Preis und namentlich dadurch
uus, daß sie das Eisen vollständig vor Rost' schlitzt, und es hat sich
eswegen ihre Anwendung schnell über ganz Europa verbreitet. Sie
ommt sehr rein in den Handel, enthält keine Säuren, keine Verfäl⸗
chungen, während Bleimennige sehr häufig mit Ziegelmehl verfälscht
st und der Colcothar (das rothe Eisenoxyd, das bei der Bereitung der
Nordhäuser Schwefelsäure in Rückstand bleibt) in Folge seiner Dar—
tellungsweise stets etwas Schwefelsäure enthält, zwar wenig, aber doch
mmer genug, un naqh kurzer Zeit das Eisen anzugreifen. Erfahrungs⸗

Auf ein Billet-Coupon darf die Fahrt nur
»in Mal unterbrochen werden.
Saarbrücken, den 24. April 1865.
Königliche Sisenbahn-Direcktion.

Bekannimachung
Der Bau eines Gemeindehauses in Gers
veiler mit Bürgermeisterei-Amtslokal verau
chlagt:
1. Die Erdarbeiten. ...
2. Die Maurer- und Stein—
hauerarbeit inel. Material 1I180 26 6
3. Zimmerer-Arbeiten. 462 29 8
4. Dachdeckerarbeiten. 80 10 10
5. Schreinerarbeiten... 348 47
3. Schlosserarbeiten. . 235 26 6
. Glaserarbeiten.. 26 13 6
3. Klempner- und Anstreicher—
arbeitennn. 87 — —
in Summa zu 838 1532
vird am Montag den 8. Maisc., Vor—
mittags 10 Uhr im Hause des Gastwirthes
P. Raven in Gersweiler öffentlich in Verding
zegeben.
Plan und Kosten-Anschlag liegen hierselbse
ur Aussicht offen.
Gersweiler, den 1. Mai 1865.
Der Bürgermeister,
— Sprink.
Kram- und Viehmatkt
zu Ludweiler
am
* * ) — —
Dinstag den 9. Mai 1865.
Der Bärgerucisier,
Weber.

J

Mehl⸗Transporte
in Verkehr mit den Königlich Sächsischen
vestlichen Staatsbahnen werden inr
Quantitäten von mindestens 100 Ctr. vom1
Mai c. ab zu einem ermäßigten Spezial-Tari
hefördert werden.
Dieser Tarif ist bei unseren Verbands-Güter
Expeditionen einzusehen.
Saarbrücken, den 19. April 1865.
Königliche Fisenbahn-Dirxeckion.

Bekauntmachung.
Die Materiallieferuugen zur Unterhaltung der
achfolgend bezeichneten Straßenstrecken im Bau—
reise Saarbrücken sollen am
Dinstag den 9. Mai er.,
Vormittags 8 Uhr,
ür den dreijährigen Zeitraum von 1866 bis
868 in dem Locale der Wittwe Brenner zu
St. Johann öffentlich verdungen werden und zwar
1) der Trier⸗Straßburger Staatsstraße von
Lebach bis hinter St. Arnual;
2) die Saarbrücken-Bouzonviller Staatsstra
ßen von Schleifmühle bis Fraulautern;
3) der Saarbrücken⸗Bingener Staatsstraß
von St. Johann bis Bildstock;
der Saarbrücken-Homburger Staatsstraßi
von St. Johann bis Rentrisch;
5) der Saarbrücken-Metzer Staatsstraße von
Saarbrücken bis „goldene Bremm“;
6) der Saarlouis-Wadgasser-Völklinger Be—
zirksstraße;
7) der St. Johann-Brebach-Fechinger Prä—
mienstraße.
Die Lieferungsbedingungen u. Vorschriften wer⸗
en im Termine bekannt gemacht, auch liegen
ieselben zur vorherigen Einsichtnahme an der
nterzeichneten Stelle offen.
Saarbrücken, den 22. April 1865.
Königliche Bau⸗Inspeetion.

—

8
Unlerbrechung derfFahert
bei Retour⸗Billets
st ab 1. Maisc. auch im directen Verkehr,
nit der Hessischen Ludwigsbahn, der Herzoglich
Nassauischen Bahn, der Taunus-Bahn, der
Rheinischen Bahn, den Pfälzischen Bahnen und
»er Wilhelm-Luxemburger Bahn innerhalb
er Gültigkeitsdauer der Billets unte
Beachtung der Formen des 8. 30 des Betriebs
dealements vom 17. Februar 1862 gestattet.
            
Waiting...

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