Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Fricheint Dinstag, Donnerstag und
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zächsten Post-Anstalt oder in der Ex⸗
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zeile oder deren Raum o Pf.

Kreis-Blatt
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betraͤgt pro Quartal inel. Stempelsteue
und Fragerlohn für Saarbruüͤcken un;
St. Johann 12 Silbergroschen.
Für die durch die Post bezogenen Gxem⸗
plare 15 Silbergroschen.

den Kreis Saarbrücken.

M 5.

Donnerstag den 12. Januar

1865.

Amtliches.

Lebach die Hengstkörung pro 1866 stattfinden, was hiermit zur Kennt—
lniß der Interessenten des diesseitigen Kreises gebracht wird.
Saarbrücken, den 5. Januar 1866.
Der Königliche Landrath
v. Gärtner.
4. Rheinisches Landwehr-Regiment Nr. 30,
7. Kompagnie Kreis Saarbrücken.
Allerhbchster Genehwmigung zufolge haben auch diejenigen Offiziere,
Mannschaften und Beamten (incl. Aerzte, Auditeure und Geistlichen 2c),
velche zwar nicht zur alliirten Armee im Feldzug 1864 gegen Däne—
nark angehört, wohl aber zu irgend einem Zweck dahin kommandirt
varen, Anspruch auf die Kriegsdenkmünze pro 1864, und wollen dies
zemäß höherm Befehl Diejenigen aus dem Kreis Saarbrücken, welche
begründete Ansprüche darauf zu haben glauben, unter Beifügung der
Militärpapiere durch mündliche Auskunft dem Unterzeichneten baldmög⸗—
lichst, spätestens aber innerhalb 8 Tagen mittheilen.
Saarbrücken, den 6. Januar 1866.
Adamezick,
Bezirksfeldwebel, auf dem Hahnen Nr. 153 A.
entfernen, und mit dieser Entfernung (z. B. eines Schneiders nach al—
ter Mode) die Absatzmöglichkeit für sein Product, für seine Waare im—
mer mehr schwinden. Mit dem immer kleiner werdenden Gewerbs—
betrirbe schrumpft auch der Ertrag der täglichen Arbeit, sowie der durch
frühere Arbeit erworbene Wohlstand zusammen. Die Einnahmen wer⸗
den geringer, während sich in der Regel bei Vermehrung des Familien
reises und beim Herannahen der Kinder die Ausgaben, die Bedürf—
anisse mehren.
Stelle man einmal den Gewerbsbetrieb, wie er vor 50 Jahren
stattgefunden und in dieser Weise sich erhalten hat, mit dem heutigen
nebeneinander und frage, wer von beiden zurückstehen würde? Gewiß
derjenige, der seit 50 Jahren stillgestanden. So beim Ackerbau, in der
Industrie, im Handel, bei Kunst und Wissenschaft.
Bei der alten früheren Bewirthschaftung des Ackerbaues in Deutsch—
and und anderwärts konnte weder über die Arbeit, noch über die Zeit
richtig disponirt werden. Der Ertrag war daher gering und dieser ge⸗
inge Ertrag hatte wieder den geringen Werth des Grund und Bodens
zur Folge. Durch Abschaffung der Frohnwirthschaften in den meisten
rultivirten und im Bildungsaufschwunge lebenden Staaten trat die
Möglichkeit ein, die Landwirthschaft nach rationellen Grundsätzen zu
betreiben. Durch diesen verbesserten Gewerbsbetrieb stieg der Ertrag
des Grund und Bodens und mit ihm der Werth des letzteren selbst.
Die Steigerung dieses Werthes kann man jetzt gegen sonst ca. 50 pCt.
annehmen.
Der Handspinner von Leinengarn, welcher bei der früheren Art
und Weise stehen geblieben ist und ungleiches Garn lieferte, wird sei⸗
nen Erwerb verlieren, weil jetzt der Bedarf ein fadengleiches Garn
oerlangt und diesem Bedarfe durch die auf Maschinen erzeugten Garne
entsprochen wird. Nichtsdestoweniger wird das Handgespinnst doch von
Manchem wegen seiner, das Maschinengarn Üübertreffenden, größeren
Dauerhaftigkeil vorgezogen. Auf diese Weise genießt der Handspinner
die Aussicht auf Absatz seines Erzeugnisses und auf Arbeit, wenn es
hm gelingt, durch bessere Zubereitung des Flachses und forgfäligere
Arbeit ein möglichst fadengleiches Garn zu spinnen.

Bekanntmachung.
Katholische Hauscollecte.
Durch Rescript vom 23. d. M. Nr. 10,023, hat der Herr Odber—
präsident zum Zwecke der Erbauung einer zweiten katholischen Kircht
zu Duisburg, Regierungsbezirk Düsseldorf, die Abhaltung einer Haus—
collecte bei den katholischen Einwohnern der Rheinprovinz durch Depu—
tirte der Gemeinde in der Zeit vom 1. April 1868 bis dahin 1866
gestattet. Vor Beginn der Collecte werden den Königlichen Landraths—
Aemtern die Namen der betreffenden Deputirten mitgetheilt werden.
Trier, den 29. Dezember 1864.
I. 6181 8. 5.) Königl. Regierung.

Bekauntmachung.
Am Montag, den 23. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, wird zu

Die Fortbildung des Gewerbsbetriebes.
Die menschlichen Verhältnisse sind einer fortwährenden Vexände—
rung unterworfen und dies ist daher auch bei den Gewerbsverhältnissen
der Fall. Die Erde dreht sich uͤm sich selbst, und wenn es dem Men—
schen gelänge, sich nicht mitzudrehen, und sich auf die äußerste Ober—
fläche der Atmosphäre der Erde zu begeben, so würde wohl sein Loos
kein anderes sein, als daß er von der Centrifugalkraft fortgeschleudert
würde in den unendlichen Raum, wo er nirgends mehr einen Stütz—
punk; für sich finden könnte. Die Erde bleibt keinen Augenblick auf
reinem und demselben Punkte stillstehend in ihrer Bewegung um die
Sonne. Die gesammten Sphären bewegen sich in den unendlichen
Räumen des Alls ohne irgend eine Unterbrechung nach einer ewig ge—
ordneten Bestimmung und nach unabänderlichen Gesetzen.
So hat auch die Bewegung des Gewerbslebens ihre Umwälzung,
aur ihre Bahn nach ewigen Gesetzen. Hier wie dort gibt es von den
rinzelnen Körpern kleinere und größere Kreise zu beschreiben; hier wie
dort finden kürzere und längere Perioden statt, an denen sich der Kreis
lauf wiederholt. Das Ganze aber schreitet nichts destoweniger fort,
während es von Zeit zu Zeit eine andere Stellung zu allen übrigen
Verhältnissen einnimmt. Die Art und Weise der Production, des Han—
dels und Verkehrs ändert sich. Der Bedarf und Gegenwerth der
Kaufmittel bleiben nicht dieselben. Die Veränderung aller Verhältnisst
des Gewerbsbetriebes geschieht bald langsamer, bald schneller, je nach
dem der betreffende Artikel einer einfachen oder zusammengesetzten Na
tur sich erfreut, der Mode, der Jahreszeit und dem Klima mehr ode
weniger unterworfen bleibt, und den Kaufsmitteln, den offentlichen Be
stimmungen über Abgaben, Zoll und Transport oder anderen Umstän
den unterthänig ist.
Bei diesen ewigen Veränderungen im Gewerbsbetriebe muß jedem
Gewerbtreibenden die Nothwendigkeit klar werden, diesen Veränderungen
sich zu fugen und ihnen zu folgen, d. h. mit der Zeit fortzugehen
Bei einem, dieser Bewegung entgegengesetztten, Stillstande wird er im—
mer mehr den sich stets verändernden und erneuernden Bedarf nach
Glite, Menge und Preis, nach Stoff, Form und sonstiger Beschaffenheil
            
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