Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

xrscheint Dinstag, Donnerstag und
Sonnabend. Bestellungen sind bei der
raͤchsten Post-Anstalt oder in der Ex⸗
pedition des Blattes zu machen.
Anzeigen portofrei einzureichen.
Infertions Gebuͤhren fuͤr die Garmond⸗
zeis e ober deren Raum 9 Pf.

q 9 * 8 Der Abonnements⸗Preis
— a d ] betraͤgt pro Quartal inel. Stempelsteuer
— 9 X 1* * * und Traägerlohn für Saarbrücken und
—*257 5— 40 * St. Johann 12 Silbergroschen.
—— 9 —2 —— Fuͤr die durch die Post bezogenen Ezem⸗
⸗ vlare 15 Silbergroschen.

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r

den Kreis Saarbrücken.

38 48.

Sonnubend den 22. April

1863.

Amtliches.

zleichen Stellen übernehmen, unbenommen, sich außerdem um eine An
stellung als Post-Unterbeamte zu bewerben.
Trier, den 4. April 18665.
Der Ober⸗Post⸗Dirertor,
Meyer.

Bekanntmachung.
Aufgehobenes Verbot einer Sqrift.
Das mittelst Bekanntmachung vom 23. November v. J. (Amts⸗
latt No. 50) ausgesprochene Verbot des Debits der in Frankfurt a. M.
erscheinenden Zeitschrift „'Europe“ wird hierdurch wieder aufgehoben.
Berlin, den 31. März 1865.
Der Minister des Innern.

Landwirthschaftlicher Verein.
Wie im verflossenen Jahre, wird auch dieses Jahr wieder Herr
Dr. Schneider von Worms eine Reihe landwirthschaftlicher Vorträge
m Kreise Saarbrücken halten, wozu die Ackerbauer und Freunde der
dandwirthschaft auf das Beste eingeladen sind.
Die Vorträge werden an folgenden Orten und in folgender Weise
tattfinden:
1) Dinstags, den 25. April, Nachm. 4 Uhr, in Fechingen bei
P. Kunkel;
A
bei N. Schreiber;
Freitags, den 28. April, Nachm. 3 Uhr, in Cöln bei J. Jung—
mann;
Sonntags, den 30. April, Nachm. 3 Uhr, in Völklingen bei
Chr. Buchhardt.
Der nützliche und anregende Gegenstand wird, um eine zahlreiche
Betheiligung zu finden, bei dem strebenden Sinne unserer Mitbürger
keiner weiteren Aufforderung bedürfen.
Der Vorsteher der landw. Local⸗Abtheilung,
G. Bruch.
— MBWMW2er e*ÖÔùeQee æe. ·

Belanntmachung.
Bewerbung um Landbriefträger-⸗-x. Stellen.
Im Bezirk der hiesigen Ober⸗Post-Direction sind von Zeit zu!
Zeit Landbriefträger⸗, Postboten- und Eisenbahn⸗-Packetträgerstellen mit
Löhnungen bis zu 15 Thlrn. monatlich zu besetzen.
Versorgungsberechtigte Militärpersonen, welche im Stande sind
ine Caution von 50 Thlrn. in inländischen Staatspapieren zu leisten
ind welche auf eine solche, gegen vierwöchentliche Kündigung zu ver⸗
eihende Stelle reflectiren, werden aufgefordert, sich zur Notirung bei
der Ober⸗Post⸗Direction persönlich oder schriftlich zu melden.
Es bleibt den versorgungsberechtigten Militärpersonen, welche der⸗

Das Weben vermittelst zusammengepreßter Luft.
Das englische Volk erkennt mit vollem Recht an, daß es seinen
zationalen Wohlstand vor allem den sogenannten Power-Looms (Kraft⸗
vebestühlen) verdankt. Es gibt deren in England beinahe 500,000,
velche 800,000 Männern, Weibern und Kindern Beschäftigung und
Berdienst geben, und vor dem Ausbruch des amerikanischen Bürger⸗
rieges belief sich der jährliche Werth der aus den Baumwollendistrieten
ausgeführten Waaren auf 76 Mill. Pfd. Sterl. Die Keime dieses
ingeheuern Industriezweiges verdankt England dem Dr. Cartwright,
der gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts einen Power-Loom er—⸗
and, in dem mechanische „Pickers“ die Hände des Webers in der
Bewegung des Webeschiffchens ersetzten, und als er später seine Erfin⸗
dung dadurch vervollkommnete, daß der Webestuhl durch Dampf getrie—
hen wurde, erhielt er dafür von der Regierung eine Belohnung von
0,000 Pfd. Sterl. Dr. Cartwrighs Power⸗Loom verdient großes
dob, zeigt aber doch, daß derselbe sich früher mehr mit chirurgischen
Studien als mit Mechanik beschäftigte, denn der Power⸗Loom, wo die
Pickers die Arme des Webers ersehen, ist eine Erfindung, wie man sie
⸗on einem Anatomen erwarten konnte, doch nicht die eines Ingenieurs.
Trotz aller Unvollkommenheiten desselben aber ist in den 80 Jahren
seines Bestehens im Prinzip an Cartwright's Power-Loom keine große
Berbesserung vorgenommen worden. Man beschränkte sich auf einzelne
Abänderungen im Detail, doch der Grundsatz, auf dem die Erfindung
»eruht, blieb unangetastet.
Kürzlich ist aber von Mr. Harrison eine Erfindung, die man
fast eine Entdeckung nennen möchte, für das Werfen des Webeschiff⸗
hens gemacht worden, die zu gleicher Zeit so neu und so vollkommen
rinfach ist, daß man sich darüber wundert, weßhalb Niemand früher

daran gedacht hat. Es handelt sich dabei nicht um eine Verbesserung
der Pickers, sondern dieselben werden gänzlich und für immer beseitigt,
und zwar wird das Webeschiffchen einzig und allein durch zusammen⸗
Jepreßte Luft in Bewegung gesetzt und zwar in einem Prinzip, das
ben so einfach wie schön angewandt wird. Dieser gänzliche Wechsel
zes alten Systems entfernt alle Uebelstände, die mit den Power-Looms
»erbunden sind, während die neuen Pneumatic-Looms verschiedene Vor⸗
heile mit sich führen.
Die „Times“ theilt mit, um die Ueberlegenheit des neuen Systems
enjenigen, die sich für diese Angelegenheit interessiren, nachzuweisen,
eien jetzt im Swan⸗wharf, London-Bridge, ein gewöhnlicher Calico⸗
Power⸗Loom und ein Pneumatie-Loom nebeneinander aufgestellt, die
nan jeden Tag in Thätigkeit sehen könne. Sie sagt dann wörtlich:
ie verhältnißmäßige Stille des Pneumatic-Loom, die fast nur dann
interbrochen wird, wenn die Strahlen der zusammengepreßten Luft das
Webeschiffchen leicht rück- und vorwärts blasen, die Schnelligkeit und
Sicherheit, mit der das Webeschiffchen fliegt, und das schöne gleiche
Bewebe des Stoffs zeigen auf den ersten Blick, daß die gegenwärtige
Methode weit hinter der neuen zurückbleibt. Es muß erwähnt werden,
daß beide Maschinen genau unter denselben Bedingungen hinsichtlich
des Betrags der Dampfkraft arbeiten, doch während das Maximum
uind die Arbeitsgeschwindigkeit des Picker-Zoom in der Minute nur 180
Würfe des Webeschiffchens sind, wirft der Pneumatic-Loom dasselbe mit
der vollkommensten Leichtigkeit und der größten Genauigkeit in derselben
Zeit 250 bis 260mal. Dogleich nun die Garne nie bei den Maschi⸗
nen genau von derselben Qualität und Nummer sind, ist bei diesem
oerhaͤltnißmähigem Grade der Schnelligkeit das Zerreißen des Fadens
»ei dem Picker⸗Loom gewöhnlich; es ereignet sich aber bei dem neuen
            
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