Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

ein und denselben Raum von 0,4A Mir. Länge zwischen zwei Reihen
bon Verdampfungsröhren geführt werden, wo ihre Verbrennung vollen
det wird, bevor sie zu den beiden Röhrenreihen übergehen.
Was endlich das dritte Prinzip, die Einführung der erforderlichen
duft in den Verbrennungsraum betrifft, so läßt man entweder die Luft
zurch die Feuerthüren zu, oder durch Oeffnungen an der Brücke, oder
endlich durch die Roststäbe, welches letztere System mehr und mehr
„erlassen wird. Im ersten Falle findet der Luftzutritt gewöhnlich durch
eine Reihe von Löcher von 7 bis 8 Millimeter (an/, rheinl. Linir)
Durchmesser statt, welche an der Thür 2 bis 3 Centimeter von einan—⸗
der entfernt stehen und bei den besseren Constructionen beliebig geöffnet
verden können. Die Oeffnungen zur Lufteinführung bei der Feuer⸗
zrücke können in den meisten Fällen vom Heizer durch eine Stange ge⸗
chlossen werden. — Im Ganzen scheinen die Zulassung sehr getheilter
ruft am Vordertheile der Feuerung und wo möglich die Verbindung
weier abwechselnd zu beschickender Feuerungen bei mäßiger Arbeit und
Jjuter Führung des Feuers als die Bedingungen erkannt worden zu sein,
velche bei allen Dampfkesselanlagen zur Erzielung der Rauchverbrennung
genügen. (Nach d. „D. Industr⸗Zig.“)

KlLee.
Erfahrungen mit Klee bei Anwendung von Superphosphat,
snochenmehl und Bakerguano theilt Dr. Dünckelberg (im „Nass.
Wochenbl.“) mit. Es ist eine eigenthümliche Erscheinung, daß sich zu
dof Geisberg in dem strengen Winter von 1863/64 auf schlechtem
Boden und in sehr exponirter Lage sämmtlicher Rothklee erhalten hat
uind nach dem letzten Regen entsprechend gedeiht, während die meisten
Kothkleeäcker der Gemarkung Wiesbaden, sowie am Main, in der Wet⸗
erau ꝛc. umgeackert werden mußten. Der Grund der Erhaltung des
Rothklees muß zweifellos in der regelmäßigen alljährlichen Anwendung
oon Superphosphat, Knochenmehl und Bakerguano gesucht werden.
Schon lange bemerkte man bei mit Superphosphat gedüngter Herbst⸗
aat, daß eine starke Entwickelung büschelförmiger Wurzeln stattgefunden
hatte und eine demgemäße kräftige Bestauvung und Halmbildung im
Frühjahre nachfolgte. Diese Thatsache und die hierdurch erzielten Er—
räge sprechen deutlich dafür, daß die Ernten und deren Sicherheit mit
der vermehrten Anwendung von Superphosphat (1 bis 12/, Ctr. im
Durchschnitt pr. nass. oder preuß. Morgen im Durchschnitt) zugenom⸗
mnen haben. Speziell für die Verwendung von Bakerguano spricht auch
die auf dem hohen Westerwalde gemachte Erfahrung, daß selbst dort
500 Fuß über der Meeresfläche in sehr exponirter Lage Rothklee er—
Jalten wurde, weil im Jahre vorher eine Düngung mit Bakerguano
dattgefunden hatte und dieser sich im ersten Jahre, trotz seiner feinen
Pulverung nur unvollständig löst.

Ein billiger atmosphärischer Faßspund zur Conservi—
rung des Bieres.
Gewöhnlich wird bei einem Bierfasse, wenn es zum Ausschank
gebraucht wird, mittelst eines starken Bohrers oben in den Spund
ein Loch gebohrt, damit die äußere Luft eindringe und so das Aus—
aufen des Bieres beim Ablaßhahn ermögliche. In das gebohrte
Loch wird beim Nichtgebrauche ein Holzstöpsel gesteckt, welchen die
Wiener Wirthe mit dem Namen „Dampfzapfel“ bezeichnen. Der—
elbe wird jedoch beim Ausschank gänzlich entfernt und somit möglich
zemacht, daß die Kohlensäure ungehindert entweichen kann, was bei
einem langsamen Verbrauche oder Absatze des Bieres zur Folge hat,
vaß dasselbe matt wird und gar bald seinen guten Geschmack verliert
Um nun das beständige Entweichen der Kohlensäure zu verhin—
dern, haben die Herrn Perdriel und Proust, Mechaniker in Ran
es, einen kleinen atmosphärischen Faßspund construirt, der, wie Ver—
uche ergeben haben, vollkommen feinen Zweck erfüllt. Das Instru—
nent besteht aus einer kleinen, cylinderartig geformten Blechbüchse,
n deren Boden ein Röhrchen angelöthet ist, das in das eben ge
ohrte Loch statt dem „Dampfzapfel“ gesteckt wird. Neben diesem
ttöhrchen ist am Boden eine linsengroße Oeffnung, auf deren Rand

ꝛin Hals von! Zinn aufgesetzt ist. In diesem befindet sich ein kleines
Zinkstöpselchen, welches die erwähnte Oeffnung verschließt. Wie nun
der Hahn unten geschlossen wird, so verschließt sich auch von selbst
zurch die Schwere des Stöpselchen die kleine Oeffnung.
Angestellte Versuche haben ergeben, daß bei Anwendung dieses
Faßspundes der Ueberrest eines Bieres, welches Nachmittags ange—⸗
apft, jedoch nicht ganz verbraucht wurde, über Nacht ganz gut er⸗
jalten blieb und sehr wenig Verlust an Kohlensäure erlitten hatte.
Wiewohl die Anwendung solcher Instrumente nicht als ganz neu be—
eichnet werden kann, so ist dieser obige kleine Spund so billiger und
zraktischer Art, daß eine große Verbreitung desselben sehr zu wün—
chen wäre.

Vermischtes.
Verdickung der Ackerkrume auf steinigtem Unter—
zrunde. In bergigen Gegenden gibt es noch Ländereien genug,
deren ackerbare Krume nur 4 bis 5 Zoll beträgt. Daß solche Län—
dereien eben so ungenügend sind für den Hackfrucht- und Futterbau,
wie sie unsicher sind für den Getreidebau, ist allenthalben anerkannt
Daher sollten sich die Besitzer solchen Geländes unablässig bestreben,
diese Krumen zu verdicken. Am besten kann dies geschehen, wenn
nan, so oft die Felder über Winter nicht eingesäet sind, diefelben
yor Winter mittelst eines Häufelpfluges so in Kämme aufackert, daß
wischen denselben der felsige Untergrund mehr und mehr blosgelegt
ind so von dem Schnee, der Feuchtigkeit und dem Froste allmälig
jersetzt wird. Wer 50 Morgen 43ölliges Ackerland auf diese Weise
illmälig zu 8zölligem macht, hinterläßt seinen Kindern ein besseres
Erbe, als wenn er zu den 50 Morgen 43ölligen Landes noch 50 Mor—
zen von gleicher Krumendicke angekauft hätte. Immer nur ein Bis—
hen, es gibt endlich doch ein Stück, hat das doch voriges Jahr
derr Dr. Schneider in Kirf auch gesagt.

Wann soll man Hülfsdüngmittel anwenden? Daß
durch die Anwendung von Guano, Poudrette, Knochenmehl, Super⸗
ohosphat ꝛc. die Felderträge bedeutend gesteigert werden können, ist
»urch die Erfahrung so vollkommen bestätigt, daß man nur selten
ioch Zweifel darüber aussprechen hört. Leider aber werden gar oft
olche Mittel von Leuten angewendet, die klüger handelten, die An—
vendung in so lange zu unterlassen, bis man von ihnen sagen könnte,
ie hielten alle in der eigenen Wirthschaft erzeugten Dungstoffe so voll⸗
'ommen zu Rathe, daß auch nicht das Kleinste, was als Dünger
dienen könnte, verloren gehe, daß nicht nur der Stallmist in einer
vohl angelangten Düngergrube aufs Sorgfältigste behandelt, sondern
auch die Jauche in einer Senkgrube aufgefangen und bis zum letzen
 Tropfen als Dünger verwendet werde, ferner bis alles gesam—
nelte Unkraut, Kehricht jeglicher Art und Wirthschaftsabfälle jeglicher
Sorte bis aufs Geringste gesammelt und in Form von Compost der
Wiese oder dem Felde überliefert werde. Ist das nicht wahr? Nun,
dann thuts auch.

Der transatlantische Telegraph besteht aus sieben Kupfer—
drähten, welche deu Leiter bilden. Die ganze Länge des Telegraphen
wird 2300 Meilen sein, so daß dazu 16,000 Meilen Kupferdraht ver—
vendet wurde. Jeder Theil dieses Kupferdrahts muß, bevor er bear⸗
beitet wird, auf seine Leitungsfähigkeit geprüft werden. Alsdann wird
der Draht mit acht auf einander folgenden Ueberzügen versehen, welche
den Draht isoliren. Diese Ueberzüge haben eine Länge von 18,400
Meilen. Hierauf folgt die äußere Umkleidung, welche aus zehn Eisen—
drähten besteht. Diese Eisendrähte haben eine Länge von 20,000
Meilen. Ieder einzelne Eisendraht ist wieder mit fünf Strängen ge⸗
heerten Hanfes umgeben; dazu sind 135,000 Meilen Hanfseil nöthig.
Die Länge des gesammten zu dem Tau verwendeten Materials macht
uingefähr 215,000 Meilen oder fast so viel als für 10 Gürtel um die
Erde nöthig; diese bilden eine Länge, welche nahezu gleich der Entfer⸗
rung der Erde vom Mond ist.
            
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