Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

noch nicht 1 pCt. bei Löbau-Zittau und Zittau-Reichenberg. Bringt
man aber von der Nettoeinnahme noch die Rücklagen für die Reserve—
und Erneuerungsfonds in Abzug, so stehen obenan Nürnberg⸗Furth
und Leipzig-Dresden mit 13 bis 14 pCt., während zu den beiden hier
genannten am schlechtesten rentirenden Bahnen noch die vorpommerschen
und hinterpommerschen Bahnen hinzukommen.
Die Dividende betrug bei 9 Aetienbahnen mehr als 10 pCt.; es
zaben nämlich Magdeburg-Halberstadt 223/3, Leipzig-Dresden 20,
Magdeburg Leipzig 17, Nürnberg-Fürh 16, Oberhohndorf-Reinsdorf
Kohlenbahn) 485, Berlin-Potsdam-Magdeburg 14, Köln-Minden 1211/2
Raiser⸗Ferdinands⸗Nordbahn 117/,, oberschlesische Eisenbahn 10/, pCt.
Von den übrigen Bahn gaben 9 Bahnen 8 bis 10 pCt., 9 B. 6 bis
3, 14B. 4 bis 6, 4B.3 bis 4,9 B. 2 bis 9, 1B. unter 2 pCt.,
z gar nichts. Bei mehreren Bahnen konnte jedoch die Verzinsung der
Actien nur mit Hülfe der bewilligten Zinsgarantie des Staats gewähr!
werden. — Im Vergleich zum Vorjahre haben 27 Bahnen eine größere
15 Bahnen eine kleinere und 18 Bahnen eine gleiche Dividende gege—
ben. Als Durchschnittsdividende ergibt sich ohne Rücksicht auf die
Actiencapitale fast 63/5 pCt., mit Rücksicht auf dieselben aber bei den
oreußischen Eisenbahnen fast 71, pCt., bei den anderen norddeuischen
z5/5 pCt., bei den südwestdeutschen 45/5 PCt.
Die Zahl der transportirten Personen betrug unter den Actien
»ahnen am meisten auf der österr. Südbahn, nämlich 5,845, 182, nächst
dem auf der bergisch-märkischen und Köln-Mindener (über 83/, Mill.)
heinischen (über 31/, Mill.) und österr. Staatsbahn (über 2/, Mill.)
fterner auf 14 Bahnen 1 bis 2 Mill., auf 9 B. 1, bis 1 Mill., au
10 B. 3 bis 500,000, auf 13 B. 1 bis 300,000, und auf 6 Bahnen
aunter 100,000. Die wenigsten Passagiere beförderten die Bahnen
Brünn-Rossitz und Mohacs-Fünfkirchen, jene 54,017, diese 43,650
Personen. Nur 8 Bahnen zeigen eine Abnahme der Personenzahl ge—
zen das vorige Jahr.
Das Quantum der transportirten Güter betrug auch diesmal am
meisten auf der Köln-Mindener Bahn (fast 941/, Mill.), auf welche
die bergisch-märkische mit 621/3 Mill. und die oberschlesische mit 532/,
Mill. folgen. Von den anderen beförderten 8 Bahnen 30 bis 40
Mill. Ctr. 12 B. 10 bis 20, 15 B. 5 bis 10, 6B. 3 bis 5, 12B.
bis 3 und 6 Bahnen unter 1 Mill. Centner. Eine Abnahme der
Tentnerzahl gegen 1862 zeigen 14 Bahnen (worunter 7 österreichische).
Die Hauptquelle der Einnahme bildet bei der Mehrzahl der Bah—
nen der Gütertransport mit Ausnahme folgender 10 Privatbahnen
mecklenburgische (bei dieser blieb die Einnahme für Güter nur wenig
zinter der für Personen zurüch, hinterpommersche, Rendsburg-Neumün
tter, rheinische, Frankfurt-Hanau, Glückstadt-Elmshorn, pommersche,
Taunusbahn, Frankfurt-Homburg und Nürnberg-Fürth. Bei der letzien
var die Einnahme für Güter nur resp. der 3. 10. und 50. Theil der
Sinnahme für Personen, während sie bei der Buschtehrader Bahn
78/ mal, bei Mohacs-Fünfkirchen sast 13mal, bei Brünn⸗Rossitz
122/3mal, bei der oberschlesischen Bahn 857/0mal, bei der Wilhelmsbahn
mehr als smal, bei Oppeln⸗-Tarnowitz und Gratz⸗Köflach 49/mal, bei
der Aussig⸗Teplitzer, bergisch-märkischen, Köln-Mindener, hessischen Lud⸗
wigsbahn und Kaiser-Ferdinands-Nordbahn 3- bis 4mal größer war,
als die Einnahme für Personen. Von den Staatsbahnen bezogen die
hvadische und die preußische Ostbahn aus dem Güterverkehr nur wenig
mnehr Einnahme als aus dem Personenverkehr; dagegen war die Ein—
aahme für Güter bei der niedererzgebirgischen, sächsisch-schlesischen,
braunschweigischen, niederschlesisch-märkischen, westphälischen und Main⸗
Weser-⸗Bahn 2- bis Zmal so groß, bei der obererzgebirgischen fast Zmal,
bei der sächsisch-bayerischen fast 32/2mal, bei der Saarbrücker Bahn fast
zmal so groß als die Einnahme für Personen.
Die auf den deuischen Vereinsbahnen vorgekommenen Unfälle an⸗
angend, so sind im Jahre 1862 3 Reisende getödtet und 6 beschädigt
worden, wovon nur resp. 1 und 4 ohne eigene Schuld; überhaupt wur—
den bei fahrenden Zügen 165 Personen getödtet und 180 verwundet,
auf den Bahnhöfen und der Bahn aber 128 Personen getödtet und
184 verwundet, zusammen also 293 Personen getödtet und 364 ver—
vundet (im Jahre 1861 resp. 339 und 305). Unter den Getiddteten
sind 40 Selbstmörder. Mach d. Wissenschaft. Beil. d. „Leipz. Ztg.“

Das Pöckeln des Fleisches mit trockenem Jucker.
Ein amerikanischer Praktiker hat an die Redaktion des „Scientiß—
American“ eine Zuschrift eingesandt, worin er obengenanntes Verfah
ren beschreibt.
Zum Einpöckeln von 15 Pfd. Fleisch reichen 1 Pfd. Zucker, /
pfd. Salz und 4 Loth Salpeter aus. Man bestreicht das Fleisch zu
erst mit etwas Salpeter und streut dann /, Zoll hoch Zuckerpulver
auf; nach 5 Tagen reibt man das Fleisch mit Zucker ab und streut
darauf etwas von einer Mischung aus 1 Theil Salpeter, 3 Thelen
Zucker und 1 Theil Salz; nach 7 Tagen reibt man das Fleisch wiedn
zb, streut dasselbe Gemisch auf, wie zuletzt, und nach weiteren 7 Ta—
gen gießt man guten indischen Syrup auf das Fleisch, so viel es auf⸗
nimmt. Bei dem ganzen Verfahren hat man darauf zu achten, dah
aus dem Fleisch kein Saft austritt.
Die Vorzüge dieses Verfahrens gegenüber dem Pöckeln mit rer
nem Salz sollen darin bestehen, daß das Fleisch zarter wird und fei
ner schmeckt; besonders aber soll es sehr leicht verdaulich sein und Pen
onen mit schwachem Magen, die mit Salz gepöckeltes Fleisch gar riht
zertragen können, sollen das mit Zucker gepoöckelte sehr gut verdauin.
Sogar das Fett des auf diese Weise gepöckelten Fleisches soll sehr
wohlschmeckend und auch leicht verdaulich sein.

Rauchverbrennung.
Ueber die Rauchverbrennung bei Dampfkesselfeuerungen finden
ich einige nicht uninteressante Bemerkungen in einem Berichte des
Ingen. Freycinet an das französische Ministerium für Ackerbau,
dandel und öffentliche Arbeiten über die in England angewendelen
Mittel zur Beseitigung oder Verminderung der für die Gesundheit nach
heiligen Einflüsse einzelner Fabriken und Gewerbe. Nach vielen Ven—
uchen, heißt es darin, erkannte man, daß keine Classe von Oefen voll
'ommen rauchverzehrend ist, sondern daß die Beseitigung des Rauches
oon der Beachtung folgender Grundsätze abhängt: 1. Beschickung des
Ofens mit einer mäßigen Kohlenschicht, von ca. 10 bis 12, höchstent
15 Centimeter (A 40/, rheinl. Linic) Dicke; 2. Vermeidung der plbtz
ichen Bildung einer zu großen Menge kalter Gase und 3. Einführung
er erforderlichen Luft in den Verbrennungsraum; außerdem müsssen
aatürlich noch eine Menge anderer, schon seit langer Zeit als nothwen⸗
dig erkannter Bedingungen erfüllt werden.
Die Beschickung des Rostes mit einer mäßigen Kohlenschicht soll
den Luftzutritt durch die Roststäbe erleichtern und die in einem gege—
henen Raume zu verbrennende Gasmenge vermindern. Der Rost muß
aatürlich eine genügende Oberfläche haben und hierin liegt ein charab—
eristischer Unterschied zwischen den Kesselanlagen von London und denen
yon Manchester; die weniger gute Rauchverbrennung in letzterer Stad'
ührt größtentheils davon her, daß man von den Feuerungen häufig
nehr verlangt als sie leisten können. Die plötzliche Bildung einer zu
zroßen Menge kalter Gase kann auf verschiedene Weise vermieden wer⸗
»en, zunächst durch die Aufmerksamkeit des Heizers. So erklärte ein
Fabrikant, nachdem er viele Systeme versucht, sei er endlich zu einem
zrobaten Mittel gelangt, indem er, so oft er zu einer Strafe verurtheili
verde, seinen Heizer einen Theil derselben bezahlen lasse. Die meisten
Erfindungen haben nur bezweckt, den guten Gang der Feuerung von
»er Nachlässigkeit des Arbeiters unabhängig zu machen. So die von
pPrice in seiner Lichtfabrik zu Battersea angewendeten und für tadellos
erklärten Roste von Hazeldine, welche sich mit 2 Mir. Geschwindig
keit pro Stunde bewegen und sich continuirlich selbst mit Brennmateria
beschicken, indem sie die an der Oeffnung aufgehäufte kleine Steinkobl
in einer gleichmäßig dicken Schicht mit sich ziehen.
Die meisten anderen bewährten Systeme bestehen in der Verbin
dung zweier oder mehrerer Herde, die nie gleichzeitig beschickt werden
und deren Flammen sich so vereinen, daß die kalten schwarzen Gast
des einen mit den brennenden Gasen des anderen zusammentreffen. In
der Geschützfabrik von Whitworth in Manchester haben die 5 Mur
langen Kessel von 1,2 Mir. Durchmesser je zwei einander entgegengt
etzte innere Feuerungen, welche die ganze Länge des Kessels einnehmen
durch eine kleine Brücke von einander getrennt sind und deren Gase in
            
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