Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

schninserrrag bei einer nur einigermaßen richtigen Behandlung 3 Thlr
hbio Stock angenommen werden. Es ist dies etwa die Halfte von dew
ituch erzielien und der Ertrag, der sogar in dem Bienenhungerjahre
1860 erreicht wurde, dem schlechtesten, dessen man sich in hiesiger Ge
zend erinnert.
Hiermit ist der Beweis geführt, daß die Bienenzucht noch heuti⸗
gen Tages troß der niedrigen Preise von Honig und Wachs und trotz
der gesteigerten Bodencultur in Folge der Forischritte auf dem Gebiete
der Bienenwirthschaft selbst nicht nur ein bloß schlechthin lohnendes
sondern ein ungemein lohnendes Gewerbe ist, dem ein viel größerern
Einfluß auf den Wohlstand eines Volkes beigemessen werden muß, als
man bisher gethan. Wie viele der kleinen Grundbesitzer könnten nich
mit Leichtigkeit in ihren freien Stunden 10 bis 15 Sthcke behandeln
und sich dadurch eine Einnahme von 30 bis 485 Thlr., oder was
dasselbe ist, ein Capital von 600 bis 900 Thlr. schaffen. Eine Rente
von 30 bis 485 Thlr. oder ein Capital von 600 bis 900 Thlr. ist aber
für den kleineren Grundbesitzer von solcher Bedeutung, daß dadurch
eine unsichere Lage in eine sichere verwandelt und das Fundament zu
einer behaglichen Wohlhabenheit gelegt werden kann. Dasselbe gilt für
die meisten Landschullehrer, denen in der Regel ihr Gärtchen Gelegen
heit zur Aufstellung eines Beenenstandes von 20 bis 30 Stöcken gibt,
welche einen Reinertrag von mindestens 60 bis 90 Thlr. liefern müssen.
Es könnte fraglich erscheinen, ob Honig und Wachs noch zu ver—
werthen sein dürften, wenn die Bienenzucht in einer solchen Ausdeh—
nung wirklich betrieben würde. Dies ist indeß unzweifelhaft. Der
Zuckerstoff hat für Gewerbe und Industrie einen viel zu hohen Werth,
als daß das so zuckerreiche Product, wie der Honig, nicht stets Abnahme
finden sollte; er eignet sich z. B. vollständig zur Darstellung geistiger
Getränke, als Wein, Liqueur, zur Darstellung von Zucker u. s. w. Mit
»em Wachs verhält es sich ähnlich; dasselbe ist der mannigfachsten ge—
werblichen Verwendung fähig. Die Befürchtung also, daß durch eine
darke Ausdehnung der Bienenzucht Honig und Wachs zulctzt ganz ent
werthet würden, ist durchaus unbegründet. (Lndw. C.«Bl. f. d. B. Ld.)

Technische Notizen.
Die Heupressen, welche in Amerika so viel in Anwendung
kommen, sind in Deutschland noch selten, und doch wäre ihre Verbrei—
ung in vieler, hauptfächlich in wirthschaftlicher Beziehung- zu wünschen.
Denn der Heupresse ist zu danken, daß das Heu vermöge der durch sie
erleichterten Versendung zu einem Handelsartikel geworden und in Folge
hiervon dem Uebelstande vorgebeugt ist, daß unsere Pferde, wenn wir
zufällig in einer Gegend wohnen, wo schlechtes Gras wächst, nicht mehr
schlechtes Futter für gutes Geld fressen müͤssen, sondern dieser nothwen—
dige Artikel aus grasreichen Gegenden bezogen werden kann, nament—
lich auch bei Mißernten, und endlich wir vor übertriebenen Heupreisen,
geschützt werden. Mit solchen Pressen kann man 2 Centner auf einen
Ballen von 3 10“ lang, 2 4“ breit und 2 dick pressen. Im Laufe
des vorigen Jahres wurde in Amerika eine sehr schöne einfache Presse
patentirt, mit welcher man in einer Stunde 22 Ctr. Heu pressen kann.
Der Presserlohn beträgt (nach amerikanischem Arbeitslohn) 31/, kr. per
Ctr. Die Maschine wird durch Hebel in Bewegung gesetzt und wirkt
vermittelst Wurm, Wurm⸗- und Spiralrad.

—

Verkupfern und Versilbern von Eisen. Zum Verkupfern
taucht man es nach Souchier in ein warmes Bad von 1 Th. Schwe⸗
felsäure, 3 Th. Kupfervitriol, 6 Th. saures weinsaures Kali (eremor
cartari). und 100 Th. Wasser, wäscht es nach dem Hexausnehmen in
Waffer ab und trocknet es in Sägespähnen. Das so verkupferte' Eisen
versilbert man, indem man, nach Souchiers Ausdrucke, eine mit salpeter⸗
saurem Quecksilberoxyd amalgamirte Metallplatte mit ihm in einem Bade
in Berührung bringt, das aus 9 Th. Cyankalium, 1 Th. krystallisirtem
salpetersaurem Silberoxyd und 100 Th. Wasser besteht. Auf diese
Weise kann man auch Kupfer und nach gewöhnlicher Weise verkupfertes
Eisen versilbern und kann so auch Zink, Blei, Zinn, xxc. verkupfern und
versilbern.

Bekanutmachung.
Die dritte Gefangen-Aufseher-Stelle im hie
igen Justiz-Arresthause und Kantons-Gefäng
aisse, mit welcher ein jährliches Gehalt vor
200 Thlr. und eine Mieths-Eutschädigung vor
30 Thlr. verbunden ist, wird mit dem 1. Jun
d. J. vacant, und soll von da ab wieder an—
derweit besetzt werden
Es werden daher diejenigen versorgungs—
erechtigten Militär-Personen, welche auf diese
Stelle reflectiren, hierdurch aufgefordert, sich
pätestens bis zum 10. Mai e. schriftlich, um
er Beifügung ihres Civil-Versorgungszschei
nes und ihrer sonstigen Atteste, um diefelbe zu
ewerben und sich wo möglich bei mir und den
Arresthaus⸗-Verwälter pexsonlich zu melden.
Andere Personen, als civilversorgungsberech
igte Militärs, konnen nicht als Boeweber auf
reten.
Saarbrücken, den 23. März 1864.
Der Königl. Landrath,
v. Gaärtner.

4) Gemeinde Lummerschied,
Distriet Brinkhumes,
—
5) Gemeinde Oberfsalbach,
Distriet Jungenwald,
haltend 5 Morgen.
Heusweiler, den 31. März 1864.
Der Bürgermeister
Bölsch.

Directer Güter- Verkehr
nach den neuen Bahnstrecken
Speyer — Germersheim und
Winden — Maximiliansau.
Am 1. April 1864 tritt ein directer Güter
Verkehr zwischen den Stationen der Konigt
Saarbrücker, Saarbrücken-Trierer und
der Rhein-Nahe-Bahn und den Statione
der neu eröffneten Pfälzischen Bahnstrecken: Ger
mersheim, Lingenfeld, Heiligenstein
Berghausen, Maximiliansau, Wört!
und Langenkandel ins Leben.
Exemplaͤre dieses Tarifes sind an den Sto
rionskassen graͤtis zu haben.
Saarbrücken, den 28. März 1864.
Königliche Eisenbahn-Direetion

We coeurscher
dixecker HGülex-NVexkehr
nach
Bremen, Lübeck, Büchen, Hannover
Haarburgn Lüneburg, Göttingen ꝛe
und der Main-Weserbahn.
Vom 1. April 1864 ab tritt ein neuer Ta—
rif für directe Güter-Beförderung von den dies—
seitigen Stationen Creuznach, Oberstein, Neun—
kirchen, Burbach, Forbach, Saarbrücken, Saar—
ouis, Mettlach, Dillingen, Saarburg, Conz und
Trier nach Staͤtionen der zum Westdeutschen
Eisenbahn-Verbande gehbrigen Barnen, denen
sdie Stationen Lübeck und Büchen so wie
die Stationen der Main-Weserbahn Cassel,
Huntershausen, Marburg und Gießen neu hein—
zugetreten sind, unter Aufhebung der bis—
ser bestehenden Tarife in Kraft.
Eremplare dieses neuen Tarifes sind für den
Preis von 8 Sgr. an unseren Stationskassen
äuflich zu haben.
Saarbrücken, den 285. März 1864.
Räniasfiche Gicsensbahn-Sirertion

Holz- Versteigerung.
Am Freitag den 8. April d. J., Nachmit
ags 2 llhr, wird zu Fechingen im Gemeinde
dause, aus dem Fechinger Gemeindewalde, Schla
Beschberg und Wusterhang, folgendes Holz ver
teigert:
3 Kichen⸗, 8 Buchen- und 69 Kiefern⸗Bau⸗
und Nußzholzstämme, 10 Stück Nutzholzstan—
gen, 734 Klafier Scheil-, 16 Klafier Knüp⸗
pele und 615 Kift. ungekürztes Kiefern-Knüp
pelholz- und' 175 Klafter Reiser.
Brebach, den 30. März 1864.
Der Bürgermeister.
Bsein

7
Fohverkauf.
Am Montag den 11. April e.
des Morgens 10 Uhr, wird im Locale de
Gastwirths Herrn Jungmann dahiernd
Lohausbeute in den nachbenannten Tistriete
offentlich versteigert werden:
1) Gemeinde Eiweiler,
Disttiet Brentenfelderhuümes,
haltend 4 Morgen.
2) Gemeinde Kirschhof,
Distriet Gemeindewald,
haltend 1 Morgen 79 Ruthen
3) Gemeinde Kutzhof,
Distriet Stangenwald,
valtend 4 Moraen 69 Prfett
            
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