Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirthschaft.
Zur Gründüngung hböden, wo jene Leguminosen nur spärlich wachsen, wählt man Buchwer
Von Rößler in Eldena. zen oder am vorzüglichsten Spörgel. Selbstverständlich wachsen auch
J lig diese auf einem mit halber Düngung versehenen Acker viel voluminöser
b ——— ddaen Ve den cdanden dn e als auf einem magern, und so ist der Nutzen der halben Mistdüngunc
d zur Gründüngung und im Verein mit dieser zur Witterung ein augen
sand war sie ebenfalls bekannt, wurde aber sehr wenig angewendet, do 9
es an Männern fehlte, welche Versuche damit anstellten und diejenigen scheinticher.
an Munert lenig Alle Leguminosen können in unserem Klima, sollen sie Masse liefern
welche dergleichen unternommen hatten, entweder aus der fehlerhaften
„J wegen ihrer langsamen Entwickelung, nur einmal vor der Wintersaa
Verwendung nicht zusagender Frucht- und Gewächsarten, oder unrich— 4 J
tiger Wahl und Behandlung des Bodens, nur kostspieligen Aufwand zur Gründüngung mit Erfolg angewendet werden. Der Sporge
g olung de F oftspieug hingegen, welchen man mit Recht den Klee der Sandfelder benannt hat
und Zeitverlust, aber keine entsprechende Resultate erzielten.
7* nn ann wegen seines schnellen Wuchses recht gut dreimal hinter einandein
Später zur Zeit der Ablosung aller Frohn- und Dienstverhältnisse 52
9 vor der Wintersaat benutzt werden, da er zu diesem Wachsthum, bei
nach Beseitigung der Dreifelder- und Uebergängen zur Schlag- und *5. 5 R —
un einigermaßen günstiger Witterung, nur einer Periode von 6 bis 7 Wochen
Wechselwirthschaft sah man sich genöthigt, auf Vermehrung von Dung 5
*7. bedarf. Ohne allen und jeden MNachtheil kann der Spörgel vor dem Um—
mitteln zu denken, da das nöthige Material dazu, bei Uebergängen aue so r min Ruureieh v 8*
einer Fruchtfolge zur andern, nicht hinreichend vorhanden war, und kam brun zu neuer Saat zuvor mit indvieh abgeweidet werden. Der leichtt
.I ** Sandboden wird durch das Vieh nicht nur festgetreten, sondern dit
endlich wieder auf die Benutzung der Gründüngung zurück. In den *
— D—— * Dungabfälle der Thiere kommen ihm noch zu Gute. So problematisch
Modeih er an ß e irn e en wannte auch Manchem die Aufstellung vorkommen mag, daß durch die Bewei—
an emn Ver ug9 uin dir Den andert, Mitheiunnen pen gün dung der Dungkraft nicht Abbruch geschehen solle, so ist das Gegen—
tigen und minder günstigen Resultaten waren in allen Zeitschriften zu *
theil dennoch nach vielen und wiederholten Versuchen bis zur Eviden
sesen. — Was der Herr Verf. ˖damals und später durch Anschauung — 8 Wan hn
darüber erfahren und praltisch versucht hat, theilt er, wie foigt, im „Land g — — — —Esvius fotgt)
wirthschaftl. Intell- Blatt“ mit. Der Bokharaklee.
Die Gründüngung bleibt, in Bezug auf gleiche Wirkung, durch— Mehreren Anfragen zu genügen, gebe ich in Folgendem ein
aus nicht auf allen Bodenarten dieselbe, für schwere, bündige, naßkalte kurze Beschreibung des in Nr. 2 d. J. des landw. Centralbl. im Auf
Thon- und Lehmböden eignet sie sich am allerwenigsten; daher verdien satze: „Frohe Aussicht für die Bienen“ erwähnten Bokharaklees.
die Beschaffenheit des Bodens, vor Anwendung derselben, die erste Be— Diese Kleeart wurde von Henry Stephans, dem ausgezeichnetste
achtung. Auf alle thätige, leichtere Bodenarten hingegen, selbst der ste der jetzt lebenden schottischen Landwirthe, im Jahre 1836 in Schot!
rile Sandboden nicht ausgenommen, welcher schnell von der Sonne er land aus der Bucharei unter dem Namen Bucharischer Honigklee GMlelp
wärmt wird und durch Mangel an Feuchtigkeit leidet, ist die Gründüng, lotus leucantha K.) eingeführt, weil sie eine sehr honigreiche Bienen
ung an ihrem Platze. Sie kühlt den Boden vermöge ihrer saftigen weide gewährt. Sie gehört zu den weißen Meliloten- oder Stein
Bestandtheile und vermehrt die Pflanzenerde durch deren Verwesung kleearten und wurde in den fünfziger Jahren in Deutschland unte'
Ueberhaupt in Gegenden, wo es an Stroh und anderem ergänzenden dem Namen: Wunderklee, Riesenklee, Honigklee ꝛc. in vielen landw
Einstreumaterial fehlt, daher Dungmangel entsteht, ist die Gründün; Zeitungen als eine außerordentliche Erträge liefernde, von allen Thie
zung ein sehr beachtenswerthes Ersatz- und fast das einzige Hilfsmittel ren gern gefressene, sichere Futterpflanze gepriesen. Wenn auch diest
solchem Boden entsprechende Erträge abzugewinnen und denselben frucht. Vorzüge, mit Ausschluß der gerühmten Güte und Appetitlichkeit, ir
bar zu erhalten. Es könnenaber auch besondere Verhältnisse die wiederholte Wahrheit beruhten, so fand sie doch, trotz aller Anpreisung derselben
Gründüngung veranlassen, z. B. für zu entfernt liegende Felder, oder keine allgemeine Verbreitung. Jetzt wird derselbe den deutschen Land—
solche, wohin der Stalldünger wegen ihrer steilen Lage nicht geführ wirthen zum drittenmal unter dem fremden Namen Bokharaklee al⸗
werden kann, endlich auch, um das Lagern der Halmfrüchte zu verhüten eine neue Kulturpflanze vorgeführt. Als solcher ist er vom „Central
Die Gründüngung eignet sich überhaupt in unserm Klima num Institut für Acclimatisation in Deutschland“ zu Berlin neuerdings an
zur Winterfrucht, weil allezbisher zu diesem Zweck benutzten Dungsaater verschicdene Mitglieder zu Anbauversuchen vertheilt worden.
zu spät im Jahre die gehörige Stärke und Ueppigkeit im Wuchse er— Nach der „Zeitschrift des landw. Vereins für Rheinpreußen“ wächf
reichen, um rechtzeitig zu Sommerfrüchten verwendet werden zu können er am Rhein auf unbebauten Plätzen, Schutthaufen, auf Felsen und
Hanpterforderniß eines guten Erfolges bei der Gründüngung ist eir steinigen Anhöhen, namentlich da, wo sich Kalkgerölle befindet, wilt
dichter und geschlossener Stand der Dungsaat, daher die Aussaat dazu und erreicht auf letzterem Standorte oft eine Höhe von 8 bis 10 Fuß
auch immer etwas stärker als gewöhnlich erfolgen muß. Ferner verdien Er hat eine tiefgehende Pfahlwurzel mit vielen Seiten- und Faser
besondere Berücksichtigung, daß der Samen, der zur Dungsaat zu be wurzeln, wächst ungemein schnell, hat Anfangs auffallend üppige, saf
nutzenden Pflanzen und Gewächse, nicht zu theuer, leicht zu gewinnen tige Blätter und Stengel, doch werden letztere bald hart und wärent
und schnellwüchfig ist. Besonders aber, daß die zur Gründüngung ange und nach der Blüthe ganz holzig. Die Stengel bilden eine astig⸗
säeten Gewächse ihre Haupmmahrung mehr aus der Ammosphäre als Krone mit kleinen weißen Blüthen in langen lockeren Trauben von an
aus dem Boden sich aneignen, wie z. B. alle Leguminosen (Hülsen genehmem Melilotengeruch. Er blüht im Juli und August; die Fruch—
oflanzen), welche mindere Bodenkraft beanspruchen. kapsel ist einsamig, der Samen gelb und einkörnig.
Man würde sich übrigens gewaltig täuschen, wenn man annehmer Der Bokharaklee nimmt mit dem allerschlechtesten Boden vorlieb
wollte, durch eine selbst mehrmals vor der Wintersaat wicderholte vege- wintert nie aus und ist nicht so empfindlich wie andere Kleearten. Von
tabitische Düngung eine Normalstalldüngung vollkommen und eben se Vieh wird er nur in dir ersten Zeit, etwa bis 1 Fuß hoch, gefressen
nachhaltig ersetzen zu können. Sie ist vielmehr besonders auf leichteren und auch dann nicht gern, weil der Geruch zu stark ist; später win
und Sandboden, unter der obigen Voraussetzung öfterer Wiederholung er, als zu hart und holzig und weil er ein den Thieren widerlich
in den meisten Fällen nur einer halben Düngung gleichzustellen. Die ätherisch-balsamisch-bitteres Harz enthält, gänzlich verschmäht. Er eig
andere Hälfte ist aber, wo es nur irgend möglich, durch Stalldüngen net sich deshalb am besten als Honigklee zur Bienenweide und als
zu bewirken. Der Herr Verf. hat zu dem Ende bereits im Herbst Bründüngungspflanze. Da er mit seinen Wurzeln sehr tief in der
während des Winters oder im allerzeitigsten Frühjahr, den Acker pre Boden eindringt, eignet er sich auch ganz besonders zur Kultivirun⸗
Magdeb. Morgen mit vier Fuder Stalldung befahren, darauf eine den kahler Bergabhänge, indem durch sie die verderblichen Abrutsche ver
Boden zusagende Dungsaat ausgestreut und das Product zu gehörigen hindert werden. Es bedarf dabei blos der Auflockerung und Reini
Zeit untergepflüugt. Bei gutem Boden, auf welchem in der Regel mehm zung des Bodens, um die Saat zu sichern, wozu der Sommer di
stickstoffhaliige und mehr Masse liefernde Gewächse, wie Erbsen, Wicken zeeignetste Jahreszeit ist. Zur Ansaat ist der Spätherbst zu empfehlen
Lupinen und dergl. zur Dungsaat gewählt werden, gewinnt man durd Samen von dieser Kleeart ist in den meisten Samenhandlungen (Met
ene halhe Misthüöüngung hedeutend an Macsse qauf leichteren und Sand 1 Gome in Rorlin eenfd kKöon Qulige 10 Sar, zu hahen