Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Erscheint Dinstag, Donnerstag und
konnabend. Bestellungen find bei der
zaͤchsten Post⸗Anstalt oder in der Ex⸗
vedition des Blattes zu machen.
Anzeigen portofrei einzureichen.
gertions ⸗Gebuͤhren fuͤr die Garmond⸗
zeile oder deren Raum 9 Pf.

Kreis-Platt

für

Der Abonnements⸗Preis
betraͤgt pro Quartal inel. Stempelsteuen
und Tragerlohn für Saarbrücken und
St. Johann 12 Silbergroschen.
Füuͤr die durch die Post bezogenen Cxem
plare 15 Silbergroschen.

den Kreis Saarbrücken.

R IJ7.

Donnerstag den 24. März

1861

Einladung zum Abonnement.
Mit dem 1. April c. beginnt das 2. Quartal für das amtliche Kreisblatt des Kreises Sgaarbrücken.
Indem wir bezüglich des Inhalts und des Erscheinens des Blattes auf die den drei ersten Nummern desselben vom 16.,
3. und 20. v. M. vorgedruckte Ankündigung Bezug nehmen, bemerken wir, daß das Kreisblatt, welches inzwischen durch die
legierungs-Verordnung vom 23. v. M. für alle gesetzlich zu veröffentlichenden kreispolizeilichen, resp. kreisamtlichen Verordnungen
ind Erlasse, sowie für alle örtlichen Polizei-Verordnungen als ausschließlich amtliches Organ des hiesigen Kreises anerkannt wor—
sen ist, auch in dem nunmehr beginnenden 2. Quartale in unveränderter Weise forterscheinen und bemüht sein wird, in seinem
weiten Theile den Interessen der Kreis-Eingesessenen durch Mittheilung von Abhandlungen und Berichten aus dem Gebiete der
Landwirthschaft, des Handels, der Industrie und des Verkehrs möglichst Vorschub zu leisten.
Der vierteljährliche Abonnementspreis beträgt für die beiden hiesigen Städte 12 Sgr., für die durch die Post bezogenen
remplare 15 Sgr.
Bestellungen auf das Blatt wolle man bei der nächsten Post-Anstalt, oder der unterzeichneten Expedition, bei welcher auch
e Annahme sämmtlicher Bekanntmachungen und Annoncen stattfindet, baldgefälligst abgeben.
Die Expedition,
Aeu mann'sche Buchhandsung
gegenüber dem Haupt-Zoll⸗Amte.

1 —
Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirthschaft.
Die Laube des Hausgartens.
(Schluß.)
Hinsichtlich des zu dieser Art Lauben erforderlichen Gestells ist
vor Fehlern zu warnen, die häufig begangen werden: erstens in Betrefl
er Farbe, die gewöhnlich weiß ist, wohingegen sie der Natur zufolge
aur grün und braun sein darf, um so mehr da das Gestell hier gan,
Nebensache und möglichst ganz unsichtbar gemacht werden sollte; dann
ind auch die fast überall gebräuchlichen Querlatten zu tadeln, theils
weil sie die der Natürlichkeit und Gefälligkeit wegen fo sehr nothwen
ige Rundung der Laube verhindern, theils weil ihre Lage nicht mi
der Natur harmonirt und diese, wenn sie gerade Linien schafft, nur ver—
lale hervorbringt. Statt der Latten bediene man sich des galvanisirten
Lisendrahtes. Die Pfähle müssen, weil sie weniger Halt unter einan—
er haben, etwas stärker und in größerer Anzahl genommen, tiefer
ngegraben und in polygonischer, dem Kreisabschnitte möglichst nahe
ommender Linie gestellt werden.
Weann die Bedachung flach ist, was wenigstens die Vorzüge der
Haltbarkeit, Billigkeit und Leichtausführbarkeit für sich hat, so muß
man sorgen, daß immer so viel Laub herunterhängt, als nöthig ist, um
dieselbe zu maskiren. Ueberhaupt macht hrrabhängendes Laubwerk, se
es schwebend oder in Guirlandeform, einen äͤußerst gefälligen Effekt
namentlich bei dieser Art Lauben.
Es braucht wohl nicht gesagt zu werden, daß die Laube immer
rine Zierde des Gartens sein und zu der Scheͤnheit desselben beitragen
muß. Sie ist wenigstens in dem kleineren Garten der augenfälligste
Theil desselben. Deßhalb muß sie auch im vollkommensten Einklang
mit vem Styl des Gartens, auch im Zusammenhange mit demjenigen
Theile sein, in welchem sie sich befindet. Sie ist da, um gesehen zu
werden und muß sich sehen lassen können.
Eine andere Art von Lauben ist in dieser Hinsicht gerade entge—
zengese tzter Natur; sie ist da, um in derselben gar nicht gesehen werden
zu können. Gesabde Diejenigen, für welche man jene baute, werden
e auch zuweilen nach dieser schnen, nach einem so ganz stillen Plätz—
en. wo man. aleichsam wie in ver Walpeinsamkeit. vor Störung und

— — sicher, mit sich selbst und seinem Gemüth allein, sich seinen
Träumereien und Phantasien überlassen kann.
Alle Kunst muß hier fern bleiben, nichts, was an Menschenarbeit
mahnt, als Sitz nur eine Rasenbank; der Boden von freiem Grase
»der Moos, der Zugang eng, gebogen, ziemlich lang, der Eingang des—
selben möglichst versteckt, die Wände undurchdringlich; von Blumen in
der Nähe nur einheimische, naturwüchsige; keine Laubbedachung. Zu
der Gemüthsstimmung, für welche diese Laube gebaut wird, paßt gerade
das Offensein nach oben, der freie Blick nach der blauen, unendlichen
Tiefe des Himmels. oder den in unnennbaren und unbestimmbaren
Formen vorüberziehenden Sonnenwölkchen, von welchen der Eindruck
den sie auf das Gemüth machen, dem der Meereswellen, oder dem
Rieseln des Baches so sehr ähnllch ist. Des Schatten wegen hat man
es nicht nöthig, weil alle Seiten zur Verfügung stehen.
Wem die Jahre und das Leben Frische des Gemüthes genug
gelassen haben, um träumen zu können und zu wollen, der baue auck
für sich selbst so ein stilles Versteck der Einsamkeit.
Doch' kehren wir zu unserer gemüthlichen Hauslaube zurück. Sie
muß nicht gar zu aroß sein. Gerade in der engen Bewandung liegt das
eigenthümliche Gefühl der Sicherheit und der Gemüthlichkeit. Als Ver⸗
ammlungsort für größere Gesellschaften ist sie nicht da und durchaus
nicht geeignet; diesem Zwecke entspricht besser ein dicht belaubter Baum.
Die Lage der Laube hinsichtlich Sonne und Schatten macht immer
die größte der Schwierigkeiten. Lieber als nach der Anlage und dem
Plane des Gartens, richte man sich nach der Tageszeit, in welcher
ooraussichtlich die Laube am meisten benutzt werden wird. Da dieses
meist in den Nachmittags- und Abendstunden der Fall ist, so muß die
Deffnung gegen Osten sein; geht das nicht an, so muß man dieselbe
sehr tief bauen, damit nur die Strahlen der untergehenden Sonne
eindringen können.
Ist der Boden des Gartens durch Natur oder Kunst uneben, so
bietet wohl die Anhöbe sich von selbst für die Laube, die Tiefe für
das soeben beschriebene Versteck an. Liegt der Hausgarten so, daß
eine Seite desselben eine schöne MAussicht oder Fernsicht gewährt. so müs—
            
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