Bekanntmachung.
Vom 16. d. M. ab wird eine tägliche Personenpost zwischen St
Johann und Heusweiler (2 Meilen) eingerichtet, deren Abfertigung
a) von der Posterpedition zu St. Johann um 7 Uhr Morgens und
b) J „Heusweiler 6 „Abends
erfolgt.
Bei dieser Post, welche auf ihrem Gange bei der hiesigen Bahn—
hofs⸗Expedition vorfährt, kommt ein Ksitziger Königl. Omnibus-Wagen
in Benutzung.
Das Personengeld wird mit 6 Sgr. pr. Person und Meile erho
ben, und können dafür 30 Pfund Passagier-Gepäck frei mitgenommen
werden.
Unterwegs ist die Aufnahme von Passagieren nur an den, durch
Schilder bezeichneten Haltestellen gestattet.
Beichaisen werden zu dieser Post einstweilen weder hier, noch in
Heusweiler gestellt.
Die Passagierstube füt St. Johann ist vis a vis der Post-Exrpe—
dition, im Hause des Gastwirths Lang.
Saarbrücken, den 15. März 1864.
Königl. Postamt.
Bekauntmachung.
Am 9. März er. wurden zu Burbach und Mahlstadt aus bewohn—
jen Häusern die nachbeschriebenen Uhren gestohlen:
1) in Burbach: eine silberne Spindeluhr, mit römischen Zahlen,
gelben Zeigern, ziemlich dick, mit No. 8112 bezeichnet. An derselben
befand sich eine etwa 8. Fuß lange tombackene Kette, woran ein
wöhnlicher Uhrschlüssel war.
2) in Mahlstadt: eine silberne Cylinderuhr in der Größe eint
1/3 Thalerstücks, mit römischen Zahlen und Sekundenzeiger. Dieselh
war mit No. 34651 gezeichnet und befand sich an derselben eine ein
/ Fuß lange stählerne Kette mit zwei gewöhnlichen Uhrenschlüsseln.
Der Verdacht beider Diebstähle fällt auf einen Mann in den 20
Jahren, circa 50 2 groß, mit etwas langen dunkelbraunen Haart
rundem vollem Gesicht, von kräftiger untersetzter Statur und gesund
Gesichtsfarbe. Derselbe war bekleidet mit einer dunkeln Mütze wr
Schirm, welcher am Rande beschädigt war, blauem Kittel, braune
ziemlich abgetragenem Ueberrock und graublauer Hose.
Ich ersuche Jedermann, der über den Verbleib der gestohlen
Uhren, oder über den Dieb Auskunft geben kann, dieses mir oder di
nächsten Polizeibehörde anzuzeigen.
Saarbrücken, den 18. März 1864.
Der Königl. Ober-Procuratot.
v: Ammon.
Stadt⸗Bürgermeisterei St. Johann.
Bekanntmachung.
Die pro 1864 aufgestellte Heberolle der Gemeinde⸗Zuschlä
zur Grund-, Einkommen- und Classensteuer der Stadtbürgermeister
St. Johann liegt von heute ab während 14 Tagen auf hiesige
Bürgermeisterei-Amte zur Einsicht der Betheiligten offen.
St. Johann, den 19. Maͤrz 1864. W
Der Bürgermeister, C. Karcher.
c* ⸗ 4 9 —31
Industrie. Handel, Gewerbe und Landwirthschaft.
Die Laube des Hausgartens. Störendes in dem Gedanken, daß man in seiner Laube belauscht we
Nach A. M. Mensinga.) den kamn. Deßhalb muß der Zugang zu derselben so eingerichtet sei
Einer der unentbehrlichsten und wichtigsten Theile des Hausgartens daß man den Kommenden schon in der Ferne wahrnimmt denn Uebe
ist die Laube. Abgesehen von der Zierde, welche sie dem Garlen ver taschung ist hier eben so unangenehm, als es mit dem Unangemeldeie
leiht, ist sie der ästhetische Mittelpunkt desselben, der PlatzZ, wo man im Zimmer ist.
sich hinsetzt, um einen Totaleindrunck des Angepflanzten zu empfanger Die Bepflanzung der Laube kann auf dreifache Weise geschehen
und zu genießen. a) durch Bäume;
In dem Hausgarten erfordert ihre Anlage weit mehr Aufmerksam d) durch Buschwerk und Gesträuch;
keit und Umsicht, als in dem größeren Landschaftsgarten, weil man ir durch Kletter· und Schlinggewächse.
diesem mehrere hat, auf welche man die Zwecke und Mittel vertheiler Lind den Bäumen find die gebräuchlichsten: die Traueresche, o
kann; in jenem auf eine beschränkte ist; bei diesen hat man hinsichtlich inde IW Hainbuche. Erstere wird in hiesiger Gegend fast em
der Lage und des Platzes freie Wahi, bei jener hat man die oft zahl Ag und allein dazu benußt. Hauptsache ist, daß der Stamm 6 bis
reichen Schwierigkeiten zu überwinden, wrlche die Lage, auf die mar Fuß hoch und schön sei. Bei guter Behandlung bilden sie sehr dich
angewiesen ist, gewöhnlich mit sich bringt. kaube n huun ihren Zweck volllommen. V
Bei der Anlage einer Laube im Hausgarten muß man sich sowoh us die din — Hainbucht machen fich. gut nur ¶müsfen
ß gut gepflanzt und behandelt werden, damit sie dicht belaubt bleiben une
des Wesens und Zweckes derselben im Allgemeinen, als der besondern ine häflichen, knorrlgen Ab
Zwecke, die man damit verbindet, wohl bewußt sein und darnach die dine bahlchom merrigen Aesre sichtbat werden. Ist dieses später de
LAlr noch der Fall, so muß man sie einkürzen und frische Triebe zu erzeug
Auswahl und Anwendung der Mittel treffen. Der gewöhnliche unde chen. Sim sie nicht wi z
— M un oyn suchen. in sie nicht wieder zurecht zu bringen, so bleibt nichts übrn
allgemeine Hauptzweck der Laube ist der: ein recht gemüthliches unt Als sie auszureißen und neue zu pflan
liebliches Plätzchen zu haben; wo man sich ruhig und still niederlassen De ee cut zu pflanzen.
J5 solcher Luuben schmückt man gerne mit einigen schön
und den Totaleindruck des Gartens genießen kann. Sträuch nit emig
. hern, wozu der Goldregen, die Kletterrose, der! rothe Hagedo
Daraus geht schon hervor daß sie so gelegen sein muß, daß man u. a,, die vurch den Schnin urg gehalien werden nine wahren⸗
von derselben aus den ganzen Garten, oder doch wenigstens den schönsten der Blüthe ausgezeichnet schon sind, sich empfehlen. h
Theil desselben überblicken kann, deßhalb darf man die Aussicht nicht, Beim Busch- und Strauchwerk haben die Schönbllihenden natü
wie es mitunter wohl geschieht, durch vorgeschobenes Gebüsch maskiren lich den Vorzug; weil aber die Laube nicht blos wä —
Der Cheratler der danbe ise Gemmhlichten o¶ während der kurzt
er hata ier der vaude ist Gemüth ichten. Blüthezeit, sondern den ganzen Sommer und Herbst hindurch schön fet
Will man im Hause sich recht gemüthlich niederlassen, so wähl soll, so kann man nur solches verwenden, das auch außer der Blüth
Niemand dazu die Mitte eines großen Zimmers, mag es auch noch so eine schöne Belaubung abgibt. Jasmin ist für diese Art Lauben w
schön sein, sondern setzt sich in ein kleines, freundliches Stübchen, we gemacht; nur können manche Personen seinen starken Geruch nicht ver
möglich im Halbdunkel. Deßhalb dient auch die offene Mitte des Gar. tragen. Man nehme deshalb nur ein oder zwei Exemplare und dan
tens nicht gut zur Laube, mag man auch in der Umgebung noch so zu diesen großblumige, geruchlose Gewächse, als Philadelphus grand
schöne Blumenbeete anbringen. Man fühlt sich da nicht gemüthlich florus, floribundus, speciosus u. a. Die Bedachung dieser Art Laub
nicht ruhig. Die Laube ist das Stübchen im Grünen, le cabinet de erhält man dadurch daß man in 2. oder 3. Reihen einige Bäumch
rerdure, wie der Franzose sehr trefsend sie benennt. Daraus geh wo möglich schönblühende und beerentragende, anpflanze und ihre Kr
hervor, was indeß häufig vernachlässigt wird, daß sie vollkommen dich nen in der erforderlichen Höhe über die Laube wachsen läßt. Sie dur
belaubt und undurchdringbar für das Auge sein muß, dabei nicht zu groß fen jedoch nicht so dicht sein, daß das Buschwerk unter venselben ee
und riemlich tief Es Geetwaßs Unangenehmes und die süte Ruh kümmert