Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

ember mit dem Exstirpator untergebracht und darauf noch die Eegge ange
wendet. Die Erfahrung wird jeden überzeugen, daß die Winterfruch
auf frisch vertieftem Boden immer einen festern und sichern Stand be
tommt, wenn sie auf schon gesetzte Saatfurche, als wenn sie auf frisch
gepflügten Boden gesäet wird; die Saat bewurzelt sich im letztern Fal
nicht so stark, bestockt sich nicht so schnell und ist daher dem Auswintery
mehr ausgesetzt. Kann übrigens noch eine Furche gegeben werden
etwa 14 Tage vor der Bestellung, so ist diese immerhin auszuführen
der vorher untergepflügte Mist kommt dadurch wieder an die Ober
läche und wird vurch das Untereggen der Saat schön vertheilt. Eben
dies bewerkstelligt auch der Exstirpator, und ist die Bestellung mit diesem
Instrument dem Pflügen zur Saat nicht nur gleich zu setzen, sondern
noch vorzuziehen.
Wollte man bei solchen Bodenarten auf einmal zu viel von dem
schlechten Untergrund zu Tage bringen und nicht mit oben beschriebener
Vorsicht zu Werke gehen, so würde man 2 bis 3 Jahre nacheinanden
geringe Ernten machen. Eine Wirthschaft mag klein oder groß sein
so kann und darf eine tiefere Bodenkultur nur nach und nach vorge
nommen werden. Am besten läßt sich dieselbe ausführen, wenn die
Felder vorher in bestimmte Schläge eingetheilt sind, wo dann die Schlägt
der Reihe nach vertieft werden. Der Anfang wird jederzeit da gemacht
vo Brache gehalten oder wo Kartoffeln gebaut werden sollen. Wenr
der Umlauf — Turnus — der im Wechsel zu bauenden Früchte voll
endet ist, so kann nochmals eine derartige Vertiefung vorgenommen
verden, und zwar nach denselben Regeln wie oben erwähnt. Auf diese
Weise ist eine radikale tiefere Kultur auch auf schlechtem Boden ohn
ziele Mühe und Kosten von einem jeden auszuführen, welcher darnach
rebt, von schlechtern Aeckern eben so ergiebige Ernten zu erzielen als
yon guten Feldern. Was die Fruchtfolge auf den nach obiger Art
oertieften Aeckern betrifft, so folgen
1) auf Kartoffeln: Gerste mit Kleesaat, auf Sandboden Roggen
mit Klee;
2) nach Brache: Winterfrucht und dann Sommerfrucht mit Klee
»der auch sogleich Kleesaat in die Winterfrucht u. s. w.
Wie tief man den Boden bearbeiten darf, darüber läßt sich nichts
vestimmen, weil dabei sehr viel von der Lage und Beschaffenheit des
Untergrundes abhängt. Eine alte goldene Regel findet auch hierbei
statt: „In allen Stücken ist Maaß und Ziel und endlich eine bestimmte
Grenze!“
Auf einem in Kultur befindlichen Boden, welcher nach und nach
eine Beackerung von 7 bis 9 Zoll Tiefe erhalten hat, gedeihen alle
andw. Pflanzen bei rationellem Wechsel und regelmäßiger Düngung.
Die Arbeiten eines tiefen Pflügens als 8 bis 9 Zoll können be
unserm gewöhnlichen Betriebe der Landwirthschaft nicht als Regel an⸗
zenommen werden, weil dazu mehr Zeit und Arbeitskraft verwendei
werden muß und auch die Erträge nicht immer nach Verhältniß des
Mehraufwandes ausfallen.
Nur beim Zuderrübenbaue mag eine noch tiefere Kultur vortheil
dafter sein.

Technische Notizen.
ElektrischeKlingelleitungen, welche beim Eisenbahnbeiriebe
schon länger in Anwendung sind und auch bei dem Sächsischen Berg—
haue versucht worden sind, werden neuerdings auch für Wohnhäuser
angewendet und eignen sich besonders für Gasthäuser und Restaura—
tionen, große kaufmännische Geschäfte, Privatwohnungen ꝛc. Sie sind
nach Art der Telegraphenglocken eingerichtet und dienen nach einer
Mittheilung in der Leipz. polyt. Gesellsch. dazu, sowohl Klingeln in
oerschiedenen Räumen eines Hauses durch einfaches Drücken eines
Griffes oder einer Taste je nach Bedürfniß in Bewegung zu setzen,
als auch das Anschlagen einer Glocke beim Oeffnen einer Haus- oder
Vorsaalthüre zu veranlassen. Der elektrische Strom wird durch eine
Bunsem'sche Kohlen-Zinkbatterie von 4 Elementen entwickelt und mittelst
eines isolirten Drahtes nach den Räumen geleitet, wo fich die Klingeln
befinden; die Drahtleitung steht hier mit einem Electromagnet in Ver⸗
hbindung, der, sowie der Strom um ihn herumgeleitet wird, magnetisch
wird, einen Anker anzieht und durch eine einfache Hebelvorrichtung die
Blocke zum Anschlagen bringt. Der Draht ist natürlich vom Elekro—
magnet nach demjenigen Zimmer hingeführt, von welchem aus geklin—
zelt werden soll, und von diesem wieder zurück nach der Batterie. Der
Strom, der für gewöhnlich unterbrochen ist, wird, wenn man klingeln
will, durch einen Druck auf einen Griff geschlofsen und man kann
ganz nach Belieben die Glocke entweder eine Zeitlang läuten lassen
»der blos 1⸗, 2- oder 3mal zum Anschlagen bringen, mithin beliebige
Zeichen geben. Die Einrichtung kann auch so gemacht werden, daß
von einem Zimmer aus gleichzeitig verschiedene Klingeln in verschiedenen
Räumen in Bewegung gesetzt werden können.

Eine Vorrichtung zum Enthülsen von Getreide von
Buchholz in London besteht aus einem conischen Gehäuse, welches im
Innern mit Eisen- oder Stahlblättern besetzt, die an den Wänden des
Gehäuses befestigt und in den Zwischenräumen mit Holz- oder Papier—
streifen so ausgefüllt sind, daß nur die schneidenden Schärfen hervor—
ragen. In dieses Gehäuse wird ein conischer Läufer eingestellt, welchern
in gleicher Weise an seinem Umfange Streifen von Stahl oder Eisen
trägt, die in Verbindung mit den Metallklingen des Gehäuses das
Enthülsen bewirken. Das bearbeitete Getreide scheidet sich auf unter
gestellten Siebbbden in Hülse und Kern.

Eine Maschinenschmiere, die sehr gut wirken soll, stell—
Liendner nach einem Belg. Patente so her, daß er in einem Kessel 100
Kilogr. reines Colzaöl durch Dampf auf 700 erhitzt und dann 2 Kilogr.
rohen Kautschuk, ebensoviel Amerikan. Schweineschmalz, 3/, Liter frische
Milch, 3 Eidotter zufügt. Man hält etwa 2 Stunden lang die Tem—
peratur auf 950 und schäumt etwa eine Stunde lang ab.
Verkorkung von Flaschen. Die Herren Miller u. Struthers
g. England haben ein Patent genommen, auf Verkorkung von Soda—
Champagner⸗ und Bierflaschen, nach welchem fie weder Schnur noch
Dieht nöthig haben. Unter dem obern Rande des Flaschenhalses wirt
auf jeder Seite ein Loch gemacht; ist der Kork eingetrieben, so wird
ein Metallstift durch die Löcher und den Kork getrieben und der Kor'
sitzt fest.

Holz-Versteigerung.
Am Mittwoch den 23. Maͤrz, c.
Vormittags 9 Uhr,
vird in der Behausung des Wirthes Baltee
. Yüttlingen aus dem Gemeinbewalde vor
dütilingen folgendes Holz versteigert, nämlich
District Hohberg:
108 Eichenstämme.
District Katzenbrunnen:
1 Eichenstamm.
Volklingen, den 11. März 1864.
Der Bürgermeisier,
Kühiwein.

Holz- Versteigerung.
Am Montag den 21. März e.
Morgens 9 Uhr,
werden hierselbst beim Wirih Doub nachbe
nannte Holzer aus dem hiesigen Gemeindewalde
Vorderwald und Auberg öffentlich meistbietenr
versteigert:
11 Eichenstämme,
4 Buchenstämme,
110 Weichholzstangen,
160 Klafter Knüppelholz und
10 „ Reiser,
wozu die Liebhaber hierdurch eingeladen sind
Kleinblittersdorf, den 14. März 1864.
Der Bürgermeister,
Emmaerich.

Holz⸗Versteigerung.
In den Waldungen der Gebrüder Kräme:
u St. Ingbert den 23. März 1864,
»räcis 9 Uhr Morgens, im Woll'schen
Saale:
307 Eichen⸗Nutzholzstämme u. Abschnitte
J. bis V. Classe,
101 Kiefern⸗Nutzabschnitte,
11. bis 1V. Classe,
32 Eichen-Wagnerstangen,
5 Birkenabschnitte,
10 Klafter Eichenmisselholz,
II. bis VI. Classe.
Sämmiliche Schläge befinden sich in unmit—
telbarer Nähe der Kaiserstraße. Nähere Ausschlüss⸗
sahen Oberförster Küsswetter.
St. Inabert, den 13. März 1864.
            
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