zer letzteren für den Unkundigen einige Schwierigkeiten zeigt. Den Bo⸗
»en zwischen den Reihen noch einige Jahre durch Anzucht von Halm-⸗,
zesser Hackfrüchten zu benutzen, ist oft recht wohl möglich, bei kräftigem
Boden dem Gedeihen der Eiche sogar sehr zuträglich.
Wird Pflanzung gewählt, so kommt solche am besten durch so
jenannte Stummel⸗ oder Stutzerpflanzen zur Ausführung. Das Wich—⸗
igste dabei ist die Ersparniß der vielen Zeit, Mühe und Kosten, welche
)ie Erziehung der Pflänzlinge in Saat- und Pflanzschulen sonst ver—
angt. Zu einer Stummelpflanze eignet sich nämlich jede Eichenpflanze,
zuch wenn sie unter ungünstigen Umständen erwachsen ist und ihr
Staͤmmchen noch so verkrüppelt aussieht, nur muß sie am Wurzelstock
zesund und etwa daumendick sein. Fast in jedem Mittelwald, wo die
Liche vorkommt, finden sich Dickungen, welche derartige Pflanzen in
zroßer Menge entbehren können.
(Schluß folgt.)
acht Tage lang stets am Ring angebunden bleiben. Am dritten oder
bierten Tag führe man dasselbe am Ringe spazieren oder an den Brun⸗
nen. Bei den ersten zwei bis drei Gängen lasse man durch zwei Män—
ner, die nach rechts und links einen von dem Ring ausgehenden Strick
halten, das Thier führen, und durch einen dritten nachtreiben, später
reicht in den allermeisten Fällen ein Mann vollständig aus, um einen
chweren Farren am Nasenring mit einem Strick zu führen, wohin man
zur will. Das stete Anbinden an dem Rasenringe hat noch den be—
sondern Vortheil, daß die Farren nicht jedesmal aufgeregt werden, wenn
man sie am Ringe hinausführen will; denn sie lassen sich nur ungerne
im Ringe abfassen, wenn sie frei waren, weil sie wohl fühlen, daß der
Mensch ihr Meister ist, wenn er sie am Ringe erfaßt hat.
Die Operationsstelle selbst erfordert leine Nachbehandlung; die
Thiere machen sich aus der Operation und aus den Ringen so wenig,
daß sie wegen derselben keine Minute das Futter versagen; die Blutung
erstreckt sich auf einige Tropfen und die Wunde selbst übernarbt in
etwa 14 Tagen.
Bei alten, schon ganz bösartigen Farren kann man sich freilich
richt auf einen einzelnen Strick verlassen, man muß vielmehr sicher sein,
daß der Farren nicht auf seinen Führer losgehen kann. Zu diesem
Zwecke hat Herr Prof. Dr. Rueff einen Zwangsstock construirt. Die⸗
er ist etwa 4 Fuß lang und hat vorn einen eisernen Hacken, mit wel⸗
hem der Nasenring gefaßt, und der nachher durch eine Vorrichtung
zeschlossen werden kann. Hat der Führer zwischen sich und dem Thiere
einen Stock, so kann ihm letzteres nicht zu nahe kommen. Beim Führen
an einem solchen Stock geht man am besten zur Seite des Kopfes, nicht
hor dem Kopfe; man tragt mit beiden Händen ruhig und stätig den
Stock, damit das Thier nicht durch uuregelmäßige Bewegungen des
Mannes und durch das Gewicht des Stockes selbst unnbihig ge⸗
quält wird.
Die Hohenheimer Ackerwerkzeugfabrik liefert solche Ringe pr. Stüd
zu 48 kr. Der Ring soll 1/, Zoll dick und von außen gemessen 214
Zoll Durchmesser haben.
Die Vermittlung der Ringe werden die landwirthschaftlichen Be—
zirksvereine recht gerne übernehmen und für die Gegend von Ellwangen
ist Herr Thierarzt Häußler, wie ohne Zweifel jeder andere Thierarzt
jederzeit bereit, sie anzulegen. (Ellwanger landw. Blätter.)
Ueber das Bändigen der Zuchtstiere mit Nasenringen.
Schluß.)
Die Nachbehandlung des mit dem Ringe versehenen Thieres ist
die Hauptsache. Der Farre muß nämlich die Fühlung und Gehorsam
iür diesen Ring erst lernen, wie ein Pferd einem Mundstück nicht gleich
das erstemal gehorcht, so auch kein Rind einem Nasenring. Am besten
sst es, den Thieren Gelegenheit zur Selbstbelehrung zu verschaffen, weil
sie dabei weniger aufgeregt werden.
Dieser Zweck wird errcicht, wenn man die Thiere an den Ring
m Stalle anbindet; so lernt das Thier allmählig die Wirkung des
Ringes kennen und respektiren.
Wer freilich glaubt, es sei damit abgethan, dem Bullen einen
Ring eingezogen zu haben, an dem man ihn fesselt, wenn man ihn
einmal recht in der Gewalt haben will, der täuscht sich gewaltig; das
Thier rennt rücksichtslos, weil es die Wirkung gar nicht kennt, vorwärts,
reißt, ohne es zu wollen, den Führer zu Boden und schlitzt sich gar die
Nase durch, weil es noch nicht durch Erfahrung gelexnt hat, daß hier
zin Hinderniß ihm droht. Man binde daher das Thier sogleich nach
der Operation an den Ning mit einem. Stricke so an, daß es anfäng
lich mehr durch das Halsband, als durch den Ring gehalten wird; es
darf jedoch der vom Ringe aus gehende Strick nicht so lang und locken
sein, daß das Thier mit den Füßen einhauen könnte. Das Thier muf
3 177
Vekarnimacuug.
Erfahrungsmäßig tritt während der Weih
nachtszeit eine sehr bedeutende Steigerung des
Post-Päckerei-Verkehrs ein. Zwar werden Sei—
ens der Postbehörden die umfassendsten Maß
wegeln getroffen, um die ordnungömäßige Exre
dition der außtrordentlich zahlreichen Packet—
Sendungen sicher zu stellen. Das Publikum
ist indeß im Stande, auch seinerseits dazu bei—
zutragen, daß jener ungewöhnlich steigende Ver—
ehr pünktlich bewältigt werde, sobald nicht der
iberwiegend größte Theil jener Sendungen ersti
nn den letzten Tagen bei den Posten zusammen—
rifft. Es ergeht deßhalb an die Versender das
Ersuchen, die Aufgabe der Päckereien mit Weih—
aachtssendungen nicht auf die letzten Tage unt
die äußersten Fristen hinauszurücken, vielmehr in
eigenen Interesse und zur Förderung des Ge—
ammt-Verkehrs auf eine angemessen frühzeitigerr
Absendung jener Päckereien Bedacht zu nehmen
Zugleich wird empfohlen, daß die Signam
uind der Name des Bestimmungsorts auf den
Packeten recht deutlich und unzweideutig ange—
————
ich noch auf der Emballage bvefinden sollten,
pon derselben entfernt oder wenigstens unkennt
ich gemacht werden.
Trier, den 7. Dezember 1864.
Der Ober-Post-Director.
R— —ESE
157757
4?
J3 * * J—
Bekanntmachung.
Am Mitlwoch den 21. d. Mis., des Nach—
mittags von 2 Uhr ab,
sollen in der Behausung des Gastwirths 8
Michler hierselbst, die bei nachgenannten Bau—⸗
ausführungen vorkommenden Leistungen dem
Mindestfordernden bffentlich verdungen werden.
J. Bei Herstellung eines gezimmerten Seil—
Jerüstes für die Pontenfähre bei Louisenthal.
a. die Erdarbeiten, veranschlagt zu 53 Thlr.
10 Sgr.
). die Maurerarbeiten mit Material, veranschlagt
zu 260 Thlr.
die Zimmer⸗ und Schmiedearbeiten mit desgl.
veranschlagt zu 784 Thlr. 21 Sgr. 6 Pf.
II. Bei Erhöhung des Bergmannsfußpfades
neben der Locomotivförderbahn und Verbrei—
ternng desselben zu einem Fahrwege.
Die Erd- und Planirungsarbeiten sowie die Be—
festigung der Fahrbahn, veranschlagt zu 549
Thlu. 13 Sgrunpf.
Kosten⸗Anschlag und Bedingungen können bis
zum Termin bei mir eingesehen werden.
Ldouisenthal, den 1. Dezember 1864.
Der Ober⸗Schichtmeister.
IC
Alle, seit dem 1. Januar bis ult. Dezembe
863 in den Wartesälen und Wagen im ört
ichen Bezirke der unter unserer Verwaltun⸗
tehenden Eisenbahnen gefundenen und inner
alb Jahresfrist nicht zurückverlangten Gegen
ände, wie Hüte, Mützen, Regenschirme, Stöcke
erschiedene andere Kleidungsgegenstände ꝛc.
ollen am 9. Januar k. J. und folgenden
dage von Morgens 9 Uhr ab
auf dem hiesigen Bahnhofe im alten
Güter⸗Versandtschuppen
um Vortheile der Beamten-Pensions- u. Unter—
uͤtzungs-Casse öffentlich an den Meistbietender
egen gleich baare Zahlung versteigert werden
Diejenigen, welche Eigenthumsrechte auf diest
Hegenstände zu haben glauben, werden aufge⸗
sordet, dieselben vor dem bezeichneten Termine
bei uns anzumelden und nachzuweisen.
Saarbrücken, den 3. Dezember 1864.
Konigliche Fisenbahn-Direckion.