Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

Ouadratruthe angewandt und dieses betrug 5 Thlr. 12 Sgr. pro Mor⸗
gen. So lautet eine Mittheilung uͤber Erdkohlrabi von Herrn J. A.
Schmitz in der „Vereinszeitschr. f. Rheinpreußen“, über Serradella
dagegen ist das Folgende einer Mittheilung von Herrn Lehrer Theilen
aus dem „landw. Blatt f. Oldenburg“ entnommen.
Die Serradella ist ein neues Futterkraut, ein wahres Wunder⸗
traut, eine köstliche Gottesgabe, für die Geest (hohes trockenes Land)
von unberechenbarer Wichtigkeit!
Im Frühjahre 1858 machte der Verf. den Versuch mit 1 Pfd—
Serradella. Der Boden war ein wockener, gelblicher, tiefgrundiger
Sand, seit zwei Jahren nicht mehr gedüngt, aber jedesmal bebaut
Vorfrüchte waren; Kartoffeln, Hafer. Lage sehr ungünstig, von allen
Seiten mit Baumwuchs umgeben, nur nach Süden offen, also den
versengenden Sonnenstrahlen preisgegeben. Das Land wurde Anfang
Mai tief gegraben, dann sofort der Samen aufgeworfen und gelinde
eingeharkt. Es dauerte wohl 14 Tage, ehe man junge Pflänzchen un—
terscheiden konnte. 11/2 Monate waren verstrichen, und es machte
sich in einiger Entfernung noch nichts bemerkbar als Queckengräser und
andere Unkräuter. Da wurde Alles abgemäht, um wieder Luft und
Licht zu schaffen. Ende Juni ward das junge Kraut wieder sichtbar,
Mitte Juli hatte es den Boden bedeckt und Ende September war es
3 bis 5 Fuß lang, grün und saftig von unten bis oben, und so dicht
ineinander gewachsen und gerankt, daß keine Katze sich hätte durch—
arbeiten können. Von dem einen Pfunde Samen wurde sieben Karren
voll des allerbesten Heues gewonnen, welches die Kuh später jedem
anderen Rauhfutter vorzog. Das Unkraut, wegen Mangel an Luf
und Licht buchstäblich erstickt, war spurlos verschwunden. Leider wurde
der Verf. erst hinterher gewahr, daß gerade der größte Gewinn, eine
Menge des schönsten Samens in Folge seiner Unkenniniß auf dem
Lande zurückgeblieben war.
(Fortsetzung folgt.)

sdie mit einem einfachen Bretterdache überbaute Decke hergestellt. Das
zanze Gebäude steht 2“ tief in der Erde. Der Boden ist mit Ziegeln
gepflastert und hat nach einer Seite Fall. An der tiefsten Stelle mün—
det ein luftdicht eingesetztes Rohr in ein Wassergefäß, in welches das
Schmelzwasser abfließt; auf diese Weise ist aller Luftzutritt in das
Innere der Hütte verhindert. Die Herstellungskosten kommen bei dem
angegebenen Fassungsraume auf höchstens 280—-300 fl. zu stehen. Es
verdient diese Einrichiuung die größte Empfehlung. (Indstrie⸗Ztg.)

Vermischtes.
Absynth. — In einer Abhandlung über den Absynth, der na—
mentlich in Frankreich so massenweise getrunken wird, kommt Devaisne
zu folgenden Resultaten: Bei gleichen Mengen und bei gleichem Alkohob—
gehalte wirkt der Absynth heftiger und schädlicher auf den Organismus
als der Brannwein, erzeugt viel rascher Trunkenheit, seine Einwirkung
auf das Nervensystem ähnelt der Vergiftung durch ein narkotisches
Gift; selbst wenn guter Absynth mäßig genossen wird, ist er nicht un—
gefährlich, und erzeugt im Laufe der Zeit mehr oder weniger merkliche
Störungen des Organismus, namentlich der Verdauungsorgane. Es
ist daher dringend zu rathen, auf seinen Gebrauch völlig zu verzichten.

Handels- und Transportstatistik des Zollvereins
vom Jahre 1861. Der Zollverein umfaßie: 32,406 Kaufleute
ohne offene Läden, 150,863 Kaufleute mit offenen Verkaufgsstellen,
36,446 herumziehende Krämer ꝛc., 1551 Bankiers, Geld⸗ und Wech—
selhandlungen, 1302 Geld⸗, Waaren⸗ und Schiffsmäkler im Großhan—
del, nebst Assecuranzmäklern, 75838 Mäkler im Kleinhandel, Güter—
bestetiger, Spediteure, endlich 14,962 Auctionatoren, Agenten, Com—
nissionäre, Pfandleiher ꝛc. — Die Zollvereinsflotte zählt an See—
chiffen: 2827 Segelschiffe mit einer Tragfähigkeit von 271,773 Schiffs—
lasten à 40 Centner, dann 55 Dampfer mit 2944 Pferdekraft; an
Flußschiffen: 17,374 Segel- und 254 Dampfschiffe und Schlepper. —
Die 1861 im Zollverein betriebenen 125 Eisenbahnen hatten 1482,
geographische Meilen Bahnlänge in Betrieb, und standen ihnen 2704
Locomotiven, 5154 Personen- und 51,506 Frachtwagen zur Verfügung.
— Sämmiliche Chausseen des Zollvereins waren 10,283,. Meilen
lang; Fuhrleute gab es 22,445 mit 18,150 Knechten und 65,122
Pferden. Für das reisende Publikum sorgten 67,007 Gasthofsbesitzer
6744 Speisewirthe und Garköche und 69,541 Schankwirthe, Billard
halter ꝛc.

Konservirung des Eises.
Die Sektion für Baumzwecke im niederösterreichischen Gewerbe—
verein hat ein Mittel bekannt gemacht, um Eis auf einfache Weise
Jahre lang aufzubewahren. Man hatte nämlich Eis in eine Bretter
hütte von besonderer Construktion eingelegt, nach Verlauf eines Jahres
war durch Schmelzung nur ein Abstand vonn6 bis 7 Zoll der 27
Kubikklafter betragenden Eismasse an den Wänden der Hütte einge
treten. Die Hütte steht ganz frei, ist also der Wirkung der Sonnen
strahlen ringsum ausgesetzt. Ihre Construktion ist folgende: Sie be—
steht aus vierfachen Bretterwänden mit je 4“ Zwischenräumen. Von
den drei Zwischenräumen ist der innerste mit Asche und der äußerste
mit Sägespänen gefüllt, während der mittelste leer bleibt, ebenso ißt

Bekanntmachung.
Der Transport der Steinkohlen und Ber ye
permittelst Pferden auf der Königl. Steinkohlen
grube „Kronprinz Friedrich Wilheuͤn“ bei Schwal
bach soll vom 1. April 1863 an auf drei Jahr
Wege der Submission verdungen werden.
Die desfallsigen Bedingungen liegen sowoh
in der Schichtmeisterei zu Ensdorf als in de
Registratur der Königlichen Bergwerks-Directio:
zu Saarbrücken offen.
Unternehmungslustige wollen ihre Offerten ir
versiegelten Schreiben mit entsprechender Auf
chrift bis zum
Dinstag, den 29. November d. J,.,
Morgens 10 Uhr,
bei der Schichtmeisterei zu Eusdorf abgeben
wo dieselben in Gegenwart der etwa erschiene
nen Submittenten werden eröffnet werden.
Der Zuschlag bleibt vorbehalten und wirt
aus den sämmilichen Concurrenten der Ueber
nehmer bestimmt werden. Nachgebote werde!
nicht angenommen.
Könial. Berg⸗Inspeetion Nr. J.
Bekanutmachung.
Die Umarbeitung der alten Gußeisen-⸗Voꝛ
»· der Könial. Steinkoblenarba“63

Heydt“ pro 1865 soll im Wege der öffentlichen
Submisfion den Mindestfordernden vergeber
werden.
Unternehmungslustige wollen daher ihre Offer
en frankirt und mit der entsprechenden Auf
chrift versehen an die Schichtmeisterei zu Bur
bach bei Saarbrücken bis zum 25. d. Mits.
Vormittags um 10 Uhr, einsenden, wo in
dem bezeichneten Termin die eingegangenen Of
ferten in Gegenwart der etwa erschienenen Sub
mittenten eröffnet werden.
Die Submissionsbedingungen liegen hierselbf
zur Einsicht offen, können auch gegen Erstattung
der Kopialien abschriftlich bezogen werden.
Burbach, den 1. November 1864.
Der Oberschichtmeister,
ESpitznas.
2 — ræ —
Bekanntmachung.
Die nachverzeichneten, für die Grube „König“
während des Jahres 1865 erforderlichen Liefe
rungen und Leistungen sollen
Samstag, den 12. November d. J.,
Nachmittags 2 Uhr,
im Saale des Herrn Bruére in Neunkirchen
öffentlich dem Mindestfordernden in Verdin«
ehen werren

A. Lieferungen.
a. nach dem Ziehwaldstollen.
25 Schachtruthen Bruchsteine,
100 Tonnen Kalk,
110 Kummen Sand.
b. nach den Wilhelmschächten
10 Schachtruthen Bruchsteine,
200 Tonnen Kalk,
300 Kummen Sand,
12,000 Siück hartgebrannte Bacfsteine,
900 Cenmer feuerfeste Steine,
260 Cement.
B. Leistungen.
1. die gewöhnlichen Translocationsfuhren im
Bereiche des Grubenfeldes,
2. die Fuhren von und nach der Bergfactorei
Kohlwaage,
3. die Anfuhr von ca.70 Schachtruthen Schlacken
Neunkirchen, den 27. October 1864.
Der Schichtmeister
Martens.
Meine Wohnung befindet sich jetzt
bei Herrn Huppert, Wagener in St
JIvbhann, Bleichstraße Nr. 286.
——
GEommunal-Kreis-Baumreivert
            
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