Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

decke fand sich bei dem erst nach mehreren Stunden möglichen Verbande
uͤberall mit Kohlenstaub stark eingetränkt, so daß eine völlige Reinigung
davon ganz unmöglich bleiben mußte. Nichtsdestoweniger wurde die
umgeschlagene Kopfhaut auf den Schädel wieder aufgelegt, am Rande
etwas angeheftet und heilte zum großen Erstaunen des Arztes trotz der
Kohle in kürzester Zeit.
Was den längeren Aufenthalt in einer mit Kohlenstaub beladener
Atmosphäre betrifft, — eine Lage, in welcher sich natürlich vorzugsweis
die Kohlenarbeiter befinden und daher stets Kohlenstaub einathmen, —
so hat sich ergeben, daß nur die allerfeinsten Kohlentheilchen wirklich
in die Lungenzellen einzudringen vermögen. Auf gesunde Individuer
hat diese beständige Kohleninhalation durchaus keine nachtheilige Wir
kung, auf Brustkranke aber nach den mitgetheilten zahlreichen Erfah
rungen in den meisten Fällen sogar einen wohlthätigen Einfluß. Offen
bar besteht zwischen Kohlenstaub und dem Steinstaube, welchen Stein—
metze und Bildhauer einathmen, oder dem Mehlstaube, der von Müllern
eingeathmet wird, ein sehr wesentlicher Unterschied. Die Kiesel- unt
Kalktheilchen des Steinstaubes wirken mit ihren spitzen und scharfer
Kanten verletzend, Entzündung und Eiterung erregend auf die Lungen,
structur, der eingeathmete Mehlstaub aber erleidet in der Lunge ein
Art Verwesung, welche sich der darunter liegenden Lungensubstanz mit
theilt und sie krank macht. Ganz entgegengesetzt dem Stein und Mehl—
staube wirkt der Kohlenstaub, welcher durch Einathmung mit den be—
reits erkrankten Lungentheilen in Berührung gesetzt, dieselben einhüllt,
vor dem direkten Einfluß der atmosphärischen Luft schützt, der Zersetzung
des Eiters entgegenwirkt und sich überhaupt gleichsam als ein incrusti—
render Ueberzug auf's Innigste mit der organischen Substanz der Lunge
verbindet. Der Kohlenstaub tritt hier nicht als ein fremder Körper
auf, welcher ausgestoßen werden muß, sondern verhält sich vielmehr wie

ein naher Verwandter des Organismus, den Lebensprozeß nicht störend
Daß der Kohle wirklich eine heilsame Wirkung auf kranke Lungen zu—
geschrieben werden dürfte, ergibt sich ziemlich bestimmt aus der durch
vielseitige Erfahrungen constatirten Thatsache, daß die Zahl der an
Lungenschwindsucht erliegenden Kohlenarbeiter verhältnißmäßig gegen die
in andern Industriezweigen beschäftigten Arbeiter auffallend gering sich
herausstellt.
Um der Heilwirkung des Kohlenstaubes auf Lungenkrankheit auch
eine praktische Anwendung zu geben, ist ein sehr zweckmäßiger Apparas
construirt worden, welcher dazu bestimmt ist, kohlenhaltige, feingepul⸗
verte Substanzen den Kranken auf eine bequeme Weise einathmen zu
lassen, sie so in die Lungensubstanz einzuführen in ganz ähnlicher Art,
wie bei den Grubenarbeitern in Schachten der Kohlenstaub eindringt,
und dadurch nach und nach einen Heilungsprozeß, eine Art Verbindung
der Lungentuberkeln herbeizuführen.
Dieser Gedanke, der uns von großer praktischer Tragweite zu
sein scheint, erinnert unwillkürlich an den Vorschlag, Lungenkranke
Theerdämpfe einathmen zu lassen. Wie die eingeathmeten Theerdämpfe
keine andere Bedeutung in dieser Beziehung haben können, als den
kranken Theilen der Lunge durch Umhüllung der Luftmolekule Schutz
zu gewährn, so wird diese Wirkung durch den Kohlenstaub mehr auf
mechanischem Wege wahrscheinlich hervorgebracht. Wir schließen mit
dem Wunsche, daß es ferneren Beobachtungen, zu welchen wir durch
diese vorläufige Mittheilung Veranlassung zu geben hoffen, gelingen
möge, auf dem angebahnten Wege glückliche Resultate zu erzielen in
der Heilung einer Krankheit, welche ungeachtet der rationellsten Be—
mühungen bisher als eine nahezu unheilbare betrachtet werden mußte
(Westermanm's illustrirte deutsche Monatshefte.)

b, für abseits liegende Orte bis zu 1Meile
Entfernung auf 24 Stunden und
c, fuͤr größere Entfernungen auf 36 Stunden
Saarbrücken, den 22. October 1864.
Koͤnigliche Fisenbahn-Direckion.

A. Schlag Jungenwald III.
6 kieferne Bauholzstämme 1. bis 4. Classe
12 , Rutzholzstämme und Abschnitte3
und 4. Classe.
40 ,„ Bloche 1. bis 4. Classe.
32/. Klafter kiefern Scheitholz, knorrig.
48 „gehauen Pruügelholz.
B. Schlag Kahlenberg XIV. 6.
43 eichene Bauholzstämme und Abschnitte 3
und 4. Classe.
3 „ Nutzholzstämme und Abschnitte 3
und 4. Classe.
1 kieferner Bauholzstamm 3. Classe.
14 kieferne Blöche und Abschnitte 2, 3. und
4. Classe.
2 Klafter buchen Scheitholz anbrüchig.
8/. v eichen *
1, kiefern F knorrig.
108., biuchen, eichen und kiefern Pru⸗
gelholz.
Zufällige Ergebnisse.
125 eichene Bauholzstämme und Abschnitte 3
und 4. Classe.
34 eichene Nutzholzstämme und Abschnitte 3
und 4. Classe.
285 kieferne Bauholzstämme 1. bis 4. Classe.
18 , Blöche und Abschnitte 3. und 4.
Classe.
5 birkene Nutzholzstämme.
13 aspene Bauholzstämme 4. Classe.
1eichener Metzgerglotz.
198 kieferne und aspene Sparren.
1 fichtene Gerüststange.
2 birkene Wagnerstangen.
50 Stück kieferne Baumpfähle.
132 Kafur buchen Scheitholz anb üchig.
29„ eichen Scheitholz knorrig und
anbruͤchig.
62/ „ kiefern Scheitholz knorrig.
3,3, birken und aspen Scheitholt
anbrüchig.
6821. buchen, eichen, kiefern und asper
Prügelholz.
Kaiserslautern, den 18. Octeber 1864.
Das RPürgermeisteramt A. Gosherit

e

Pfenuig⸗Tarif
für Saar-Kohlen und Coaks
nach Homburg und Oberursel
sver Rüdesbeim)]

Bekanntmachung.
Der Bedarf unserer Grubenarbeiter an Brot
und Mehl für das Jahr 1865 soll im Weg
der Submission vergeben werden.
Der ungefähre monatliche Bedarf wird ir
150,000 Pfd. Mehl und 20.000 sechspfündigen
raib Brod bestehen.
Die Lieferungsbedingungen, welche in unserer
Registratur zur Einsicht offen liegen und geger
Erstattung der Copialien von derselben abschrift
lich bezogen werden können, verpflichten die Un
ternehmer namentlich zur Lieferung reinen Korn
mehls in der Güte, daß aus 100 pPfd. Korr
bloß 75 Pfd. Mehl ausgemahlen werden dürfen
Unternehmungslustige werden eingeladen, ihr
Anerbietungen mit der Aufschrift
„Submission auf Brod- und Mehllieferung
pro 1865
bis zum 21. November d. J. Morgens 11 Uh—
versiegelt und franco bei uns einzugeben, in
welchem Termine die Eröffnung derselben in
Gegenwart der etwa erschienenen Submittente!
tatlfinden wird.
Saarbrücken, den 20. Octobrr 1864.
KRönigliche Bergwerks-Oirection

Von jetzt ab tritt ein Pfennig-Tarif für Saar
Kohlen und Coaks in Extrazuͤgen von minde
stens 5900 Centnern von den diesseitigen Gru
ben nach Homburg und Oberursel (per Rüdes
heim) in Kraft.
Tarifs⸗Exemplare und Transport-Bedingunger
theilen die Stations-Kassen Saarbrücken unt
Neunkirchen gratis mit.
Saarbrücken, den 13. October 1864.
Königl. Cisenbahn-Direction.

Ablade⸗-Lristen.

Unter Aufhebung unserer generellen Bekannt
machung vom 29. Juni 1863 werden hiermi
die seit dem 18. December v. J. abgekürzter
Fristen zum Entladen der Robproducte in Wa.
genladungen dis auf Weitleres überhaupt auf allt
von den Versendern selbst verladenen
und durch die Empfänger aus zu laden
den und abzuholenden Güter ausgedehnt
Die Abladefristen bemessen sich demnach, vor
der Abfertigung des Avisbriefes auf der Ädresß—
station abgerechnet:
. für die Stations- und die zunächẽ
dabei gelegenen Orte auf 6 Tages
Junsg

Holzversteigerung
aus dem Stadtwalde
Hgiserslanutern.

Donnerstag den 83. November 1864
sdes Morgens 9 Uhr, im Saale des Stadthar
es dahier, wird zur Verstrigerung der nachb
zeidneten Hölrer geschritten
            
Waiting...

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