Full text : Kreis-Blatt für den Kreis Saarbrücken

mistes noch das zu ersetzen, was diesem zum vollkommenen Ersatz für
die verkauften Produkte fehlt; ja sie zeigten noch auf alle jene Stoff
hin, welche entweder die einzelnen Theile des Stallmistes oder diesen
ganz, je nach Beschaffenheit des Bodens und der darauf zu cultiviren
den Pflanzen ersetzen können.
Die Klagen uͤber Mangel an Dünger, besonders an passendem
Dünger, haben für jenen Landwirth aufgehört, welcher sich mit den
Naturwissenschaften etwas mehr befreundet hat. Der Landwirth wirt
aber auch schon, wenn er das bisher nur Angedeutete erwägt und be⸗
herzigt, von vielen irrigen, daher auch schädlichen Ansichten zurück kom
men, von denen einige gleich angeführt werden sollen.
Die Eintheilung der kultivirten Pflanzen in solche, die den Boden
bereichern, in solche, dir den Boden schonen, und in solche, die den
Boden wenig oder stark angreiftn, fällt hiermit weg; es gibt wenig—
—
Aufbau Bodenbestandtheile. Der Boden kann höchstens physikalisch
verbessert werden; oder es kann eine Frucht von einem Nahrungsstoffe
nur wenig nehmen und davon einer nachfolgenden Frucht mehr zurück—
lassen; oder es kann, wie bei den Hackfrüchten, der Boden fuͤr eine
nachfolgende Frucht eine geeignete Vorbereitung erhalten; oder es kön—
nen durch tiefwurzelnde Pflanzen Nahrungsstoffe aus dem Untergrundt
heraufgebracht werden in die Ackerkrume; oder es kann den Wurzeln
einer nachfolgenden Frucht durch eine vorhergehende tiefwurzelnde der
Weg nach der Tiefe erleichtert oder der Boden für eine nachfolgende
Frucht mehr gelockert und von Unkraut mehr gereinigt werden. Der
Schluß von dem bessern Gedeihen einer Frucht nach einer gewisser
Vorfrucht auf eine Bereicherung des Bodens ist ein sehr täuschender
Wer diesem Schluß viel und lange vertraut, wird von dieser Täuschung
bald überzeugt werden, und zwar auf eine sehr traurige Weise. Die
stlee- und Erbsenmüdigkeit und andere Müdigkeiten des Bodens sollten
doch die Augen öffnen.
Man glaubte und lehrte, daß breit- und vielblätterige Pflanzen
ihre Nahrung, wenn auch nicht ganz, so doch größtentheils aus der
Atmosphäre nehmen und gegen den Boden sehr schonend verfahren.
Die Naturwissenschaften lehren aber, daß jede Pflanze mit ihren Blät—
tern nur so viel Nahrungsstofss aus der Luft aufnehmen kann, als es
das vorhandene Verhälmiß der unverbrennlichen Nahrungsstoffe im
Boden zuläßt.

hein Gemenge von feingesiebter Steinkohlen- und Holzasche, Salz und
Knochenkohle, in dem Verhältniß wie etwa 10: 1: 1: 4und rechnei
etwa 2 Loth für ein Ferkel und 4 bis 6 Loth für ein Schwein. Da—⸗
von hat man den besten Erfolg gehabt. Von noch besserer Wirkung
hat sich das Füttern gröblich zerstoßener Steinkohlen (der besten Sorten)
erwiesen.
—5 — sah in Schottland auf vielen Farms sowohl Zucht⸗ als
Mastschweine die ihnen gereichte Steinkohlen mit wahrer Begierde
verzehren und versichert man, daß sie ihre Gesundheit wie ihr Gedeihen
befördern. Man war überall nicht ängstlich in der Zutheilung eines
gewissen Maßes, ließ die Thiere vielmehr zur Zeit nach Belieben von
den Steinkohlen genießen. Jedoch reichte man ihnen solche wöchent—
lich nur zwei⸗ oder dreimal. Auf der Seefahrt wollten die englischen
Schweine erst durchaus nicht fressen. Nachdem ihnen aber Steinkohlen
gereicht worden waren, die sie gierig zu sich nahmen, bekamen sie über
haupt Appetit. Noch wird bemerkt, daß das Mastschweinefutter in
England meistens aus einem Gemisch von Bohnen⸗- und Gerstenschrol
und Weizenkleie besteht, dem man gern einiges Maisschrot und Reis—
mehl beimengt. An frischem Wasser zum Saufen läßt man es den
Schweinen nie fehlen.

Vermischtes.
Die Fütterung des Rindviehes mit Malz. Um die re⸗
lativen Fütterungseigenschaften von Malz und Gerste ausfindig zu
machen, hat ein Brauereibesitzer in Cumberland versuchsweise acht junge
irische Kühe, die sich in Qualität, Größe und Gewicht so wenig als
möglich unterschieden, in seinem Stall gemästet, vier mit Gerste und
vier mit Malz. Nach 13 Wochen hat sich als Resultat ergeben, daß
die mit Gerste gemästeten Kühe zusammen um 30 Pfd. schwerer wa—
ren und 6/, Pfd. Sterl. mehr einbrachten, als die mit Malz ge—
fütterten.

—*
Monats- Kalender
für Bienenstände und Fischteiche.
Oktober.
Bienenstand. Arbeiten, die im vorigen Monate nicht begon—
nen haben oder nicht beendet worden sind, müssen vollendet wer—
den. Das Hauptgeschäft in diesem Monat ist das Einwintern der
Stöcke und das Einstellen bedeckter Honigtafeln, damit es den Stöcken
nnicht an dem nöthigen Wintervorrath fehlt. Kein Stock, der eine über
3 Jahre alte Königin hat, darf überwintert werden. Dren Zeidelstöcken
kann man jetzt so viel Honig nehmen, als sie entbehren können. Um
die Mäuse abzuhalten, muß man Fallen aufsftellen.
Fischteiche. Haupt- und Streichteiche werden bei kühler Wit—
terung gefischt, die Fische sortirt und in Behälter oder einen Teick
gesekt.

Steinkohlen als Reizfutter für Schweine.
In England hat man sich überzeugt, daß die Schweine bei aus
schließlich vegetabilischer Nahrung weder überhaupt gedeihen, noch so
gut sich mästen, als sie sollien. Enthalten auch die Vegetabilien einige
Mineralien, so müssen sie doch für den Organismus der Schweine
nicht genügen. Man reicht ihnen deßhalb in einem besonderen Gefäße

Der diesjährige
Wendelinus⸗
Mram-Chiehnarbt
zu Freudenburg
wird am
Dinstag den 18. October
abgehalten.
Freudenburg, 29. Sept. 1864.
Der Bürgermeister,
Scheuer.

4 dürre Hainbuchen,
91/. Klafter Aspenknüppelholz,
11, Buchenknüppelholz.
Iu. Buchenscheit⸗- u. Knüppelhol:
Gersweiler, den 12. Ockober.
Der Bürgermeister beurlaubt.
J. V.
Der Beigeordnete,
W. Schmidt.
Kram⸗ & Vichmarkt
zu Wiltingen
am
Donnerstag den 27. October
1864.
Standgeld wird nicht erhoben.
Die Ponten-Fähre für Markt-Vieh frei
Tawern, den 10. October 1864
Der Bürgermeister
Peters.

—

Pfennig⸗Tarif

für SaarKohlen und Saar,Coaks nach
Masserbillia und Trier.

Ab 1. Ocober 1864 tritt ein Pfennig
Tarif für Saar-⸗Kohlen und Saar-Coake
von sämmtlichen Saar-Geuben nach den Sta—
tionen Wasserbillig (Luremburgische Grenze) unt
Trier, bei Extrazugen von mindestens 3000
Cir. in Kraft.
Tarif⸗ Cremplare sind bei uns und unseret
Kohlen-⸗Erpeditionen gratis zu haben.
Saarbruͤcken, den 30. September 186
Königliche Eisenbahn-Direction.

HolzVersteigerung.
Am Donnerstag den 20. October c.
Vormittags 9 Uhr,
verden zu Gersweiler in dem Hause des
Wirihes Johann Thiel, das nachbezeichnet—
Holz, aus dem Gemeindewalde von Gersweiler
Ottenhausen, District „Sitters und Buchendell
ziffentlich versteigert“
            
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