Ueber Eisenbahn-Anlagen, welche lediglich zum
Transport von Gütern bestimmt sind.
Schluß.)
Nur zwischen ganz leeren und beladenen Wagen würde ein an—⸗
gemessener Unterschied zu machen sein. Auf diese Weise wird die aller⸗
umfangreichste Konkurrenz möglich. Jeder der sich einen Wagen vor—⸗
geschriebener Construction beschafft, kann denselben auf beliebig kurzen
oder langen Strecken auf der Bahn transportiren und denselben dann
heliebig auf gewöhnlichen Straßen, oder eben so konstruirten Anschl uß⸗
bahnen, die sich bald nach allen Richtungen ausbreiten würden, weiter
ransportiren lassen.
Die Beschaffung der Betriebsmitel würde sich auf diese Weise
ediglich auf die Lokomotiven reduziren. Die Verw altung würde eben⸗
zalls eine überaus einfache und wenig kostspielige werden, da sie sich
ediglich auf die Bahnunterhaltung und die Verwaltung der Zugkraf
heschränken würde. Das gesammte außerordentlich komplicirte und
tostbare Erpeditions⸗ und Abrechnungswesen fällt weg und bleibt ledig
lich der Privat⸗Industrie überlassen. Die Tarife werden sich dadurch,
daß die umfangreichste Konkurrenz für jeden, der nur wenige Hundert
Thaler zur Beschaffung von Wagen besitzt, zul ässig ist, von selbst auf
ein Minimum reduziren.
Wird von diesen Grundsätzen ausgegangen, so werden sich die
Baukosten und die Verwaltungskosten außerordentlich mäßig stellen.
Die Leistungsfähigkeit einer solchen Bahn wird unter keinen Umstän—
den hinter der eines noch so vortheilhaft konstruirten Kanales zurück
hleiben, die Güter werden immer noch viel schneller, als auf jedem
Kanale befördert werden. Dieselben konnen uͤberall direkt ohne Um—
adung von dem Versender zum Empfänger geschafft werden, da die
Bahnwagen wie jeder Frachtwagen auf Landwegen benutzt werden
vᷣnnen.
Da, wo man sich eine Kanallinie denkt, wird die Eisenbahn in
porgedachter Construction unfehlbar ohne erhebliche Steigerungen mit
mäßigen Kosten durchgeführt werden können. Man kann die Linie
auch wohl in der Regel viel günstiger, als eine Kanallinie legen, in—
dem man nicht von Wasserzuflüssen, Vertheilungspunkten, Wasserhal⸗
ungen, angemessenen Punkten für die Schleußen ꝛc. abhängig ist.
Es läßt sich aus sehr einfachen Betrachtungen nachweisen, daß dite
Kanalfracht in beschränktem Profile und bei verschiedenen Schleusen
nicht billiger werden kann, als auf einer Bahn, der man jedenfalls
durchschnütlich dieselben Gefälle geben kann, wie dem Kanale.
Es wuͤrde sehr unvortheilhaft und unzulässig sein, Schrauben- und
Ruder⸗Räder auf Kanälen in Anwendung zu bringen, da mit Pferden,
die auf dem Leinpfade gehen, im Verhältniß ungleich mehr geleiste!
werden kann. Es ist also die Anwendung der Dampfkrast für einen
anal ausgeschlossen und man wird nur mit Pferden und Menschen—
fraft vortheilhaft transportiren können, da die etwa beabsichtigte Ket⸗
enschifffahrt keineswegs dem Bedürfniß entsprechen kann.
Der Dampftransport auf der Bahn bei Lokomotiven, welche der
langsamen Fahrt entsprechend konstruirt sind, kann in der allervortheil⸗
zaftesten Weise eingeführt werden.
Die Frachten lassen sich also auf einer Bahn, die unter denselben
Bedingungen mit denselben Gefällen wie der Kanal gebaut wird, min⸗
destens eben so billig stellen, wie auf dem Kanale.
Die Geschwindigkeit der Kanalfahrt wird bei der angenommenen
Maximalgeschwindigkeit der Züge immer noch erheblich übertrofsen, und
die Unterbrechung des Transportes gerade in der Jahreszeit, wo die
—V—
Kosten-Vergleichungen lassen sich nur für spezielle Fälle aufstellen,
indeß wird eine nach vorstehend aufgestellten Prinzipien konstruirte
Bahn, die ein Terrain durchschneidet, wo man überhaupt vernünftiger
Weise an Kanalbauten denken kann, wo es sich also nicht um wirkliche
Bebirge handelt, incl. der Lokomotiven durchschntttlich mit 160,.000 bis
200,000 Thlr. pro Meile unbedingt hyrgestellt werden können. Bet
Wnstigem Terrain und besonders, wenn die Grundbefitzer Erleichterunger
beim Grunderwerb gewähren, wird sich die Bahn noch billiger herste
en lassen.
Man darf die vollkommene Ueberzeugung hegen, daß eine Bah
gedachter Art der Anlage eines Kanals unbedingt vorzuziehen ist, da
auch dergleichen Bahnen für kürzere Zweiglinien außerordentlich vor
heilhaft sein würden, und daß auf diesem Wege allein die Schienen
vege dahin geführt werden können, wo die Frequenz nicht groß genu
und die Schwierigkeiten zu groß sind, um die gewöhnlichen Schneh
hahnen mit außerordentlich großen Kosten durchzuführen.
Im allgemeinen Interesse würde die energische und sachverstän
dige Durchführung dieser Angelegenheit von der größten Wichtigkeit sen
Es ist nicht zu verkennen, daß es den größesten Schwierigkeite
unterliegen wird, ein solches Unternehmen ins Leben zu rufen, da vor
allen Seiten Bedenken darüber hervortreten werden, besonders da vor
dem Begriff „Eisenbahn“ der der Geschwindigkeit kaum trennbar
so daß überall da, wo man an eine Eisenbahn denkt, sich Oppositis
zegen eine langsam fahrende Güterbahn erheben wird. Bei noch
zgeringer und armer Bevölkerung einer Gegend wird jeder, der
Bahn jährlich vielleicht wenige Male benutzt, es als eine Thorheit
zeichnen, daß man eine Bahn bauen wolle, auf der man nicht weni⸗
stens 6 Meilen in der Stunde dahinfliegen könne.
In dem Augenblick aber, wo der Faktor — größerer Geschwin
digkeit — eingeführt wird, sind sämmtliche vorstehende Betrachtunger
durchaus unzutreffend.
Die gestellte Aufgabe ist insbesondere die, eine Bahn zu konsti:
ren, die nur das leistet, was ein Kanal zu leisten im Stande ist.
Die physische Lebenskunst.
Unter diesem Titel ist von Dr. Klencke eine Schrift erschienen
die in klarer Weise den richtigen Aufbau des Menschen schildert, di
das Paradies der absoluten Gesundheit verloren hat, nach den Gesetze
der Natur, wie die neuesten Forschungen sie uns erschlossen haben. W
cchulden jenen Männern großen Dank, welche in jahrelangem unermüt
lichem Forschen den Bau des menschlichen Körpers studirt und m
Hülfe der vervollkommneten Instrumente in Anatomien und Laborate
rien voll gedrückter, ungesunder Luft der Gesundheit des künftigen Ge
chlechts vorgearbeitet haben. Nicht minder dankbar find aber auchd
Schriften, wie die oben genannte, zu begrüßen, welche es unternehmer
in allgemein verständlicher Weise einem jeden die Lebenskunst zu lehrer
Die erste Sünde gegen die Natur, der Genuß eines dem Mer
schen nicht Zuträglichen, wird heute noch von der Mehrzahl der Mer
schen nur zu oft begangen. Die angeborene, erbliche Krankheitsanla
teigert sich deßhalb fortwährend und entfernt die Menschheit, besonde
die Culturstaaten, immer weiter von jenem normalen Gesundheits;
stande, in welchem der Mensch wie die Pflanze und das Thier «.
der Hand der Natur kam. Thier und Pflanze werden gleichfalls r
Luft und Boden durch diese Cultur angegriffen und äußern ihre na
cheiligen Einflüsse auf den Menschen.
Wie nun dieser fortschreitenden Verkrankung der Menschheit ab⸗
helfen, das ist die wichtige Aufgabe, welche sich der Arzt heutzuta—
gestellt und die zu erörtern sich die oben erwähnte Schrift angelege
sein läßt.
Das vielleicht einzig wirksame Heilmittel bei Krankheiten ist
„Naturheilkraft,“ welche der Arzt nur richtig zu leiten hat, um de
Menschen wieder aufzuhelfen. Wie kann aber das geschehen, wenn
Naturheilkraft im Menschen eine geschwächte ist, sei es durch Erbl
keit oder im eigenen Leben erworben? Die erste Pflicht eines jede
ist also, seinem Körper die Naturheilkraft in solchem Falle in moͤgli
normaler Weise wieder zu gewinnen. Das kann aber nur gescheht
indem man „der Natur die Gesetze ablauscht, nach denen sie arber
und erhält.“
Richtiges Verdauen und richtiges Athmen sind die beiden Hau
ichen für welche der Mensch u sorgen hat. „Das Athmen *